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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2025

Verdammt wütend

Wenn wir lächeln
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Das war intensiv muss ich sagen.
In Ihrem Debütroman 'Wenn wir lächeln' hat Mascha Unterlehberg eine Menge an Herausforderungen die Mädchen beim Erwachsenwerden meistern müssen gepackt.
Jara und Anto sind ...

Das war intensiv muss ich sagen.
In Ihrem Debütroman 'Wenn wir lächeln' hat Mascha Unterlehberg eine Menge an Herausforderungen die Mädchen beim Erwachsenwerden meistern müssen gepackt.
Jara und Anto sind Freundinnen.
Gemeinsam stehen sie auf einer Brücke und plötzlich ist Anto weg, ist gesprungen und die innerlich zerrissene Jara bleibt zurück.
Nach und nach erzählt uns der Roman die Geschichte der zwei, eine Geschichte wie sie einige aus ihrer Jugend sicherlich kennen. Über Freundschaft, bewundern und bewundert werden wollen, sich zeigen wollen und verstecken müssen, den Spagat schaffen zwischen dazugehörigen aber nicht um jeden Preis und viel Wut. Wut auf sich selbst, auf andere, auf den eigenen Körper, auf die fehlende Distanz anderer.
Und was passiert wenn diese Wut plötzlich überhand nimmt?!
Anfangs kam ich schwer rein in den Lesefluss und bis zum Ende haben mir die fehlenden Anführungszeichen der wörtlichen Rede und die Zeitsprünge es mir nicht leicht gemacht.
Man gewöhnt sich ein Stück weit daran, aber ich bin mir sicher das mir so einiges durch die Lappen gegangen ist.
Auch was uns das Buch vermitteln will erschloss sich mir erst nach und nach.
Allerdings hadere ich etwas mit dem Ende und Antos Verhalten, da bin ich mir nicht sicher ob ich es mir richtig zusammengereimt habe.
Die Autorin legt den Finger in die Wunde und berichtet wie es gerade in letzter Zeit sehr viele Autorinnen tun über die Wut der Frauen.
Finde ich gut, manchmal muss es weh tun um zu verdeutlichen was schief läuft.
Etwas mehr Struktur hätte mir besser gefallen, aber ansonsten ein guter Roman mit wichtiger Botschaft.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Stillstand

Für immer
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Ein interessantes Thema hat sich die Autorin Maja Lunde für ihren neusten Roman 'Für immer' ausgesucht.
Was wenn die Zeit plötzlich stehen bleibt oder besser gesagt die Lebenszeit der Menschen.
Ein Segen ...

Ein interessantes Thema hat sich die Autorin Maja Lunde für ihren neusten Roman 'Für immer' ausgesucht.
Was wenn die Zeit plötzlich stehen bleibt oder besser gesagt die Lebenszeit der Menschen.
Ein Segen das ewige Leben oder bei genaueren hinschauen doch eher ein Fluch?
Der Roman gibt uns Einblicke in viele unterschiedliche Schicksale und beleuchtet das Thema aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.
Eine schwerkranke Mutter der mehr Zeit mit ihrer Familie geschenkt wird, einem sich entfremdenten älteren Ehepaar, Schwangeren die nicht wissen wann, wie und ob ihre Babys geboren werden, Kindern, alten Menschen die des Lebens müde sind etc.
Der Ansatz das es ohne den Tod auch kein neues Leben geben kann macht Sinn.
Ich fand die Erklärungen und Vermutungen zum Beginn und die Lösung zum beenden des Stillstandes etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen.
Für mich war es eine interessante Grundidee und bis etwas über die Hälfte des Buches war ich mit Eifer am lesen.
Dann allerdings hat die Euphorie bei mir nachgelassen und der Roman wird mir wohl nicht lange im Kopf bleiben.
Mich hat es jetzt nicht zu hundertprozent überzeugen können, aber wie wir ja alle wissen...
Die Vorlieben beim Lesen sind so vielfältig wie die Leser selbst.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Wohin uns das Leben führt

Dancing Queen
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Der Roman 'Dancing Queen' ist das Debüt der argentinischen Autorin Camila Fabbri und lässt mich zugegebenermaßen etwas ratlos zurück.
Der Titel sowie der Klappentext ließen mich eine witzige Geschichte ...

Der Roman 'Dancing Queen' ist das Debüt der argentinischen Autorin Camila Fabbri und lässt mich zugegebenermaßen etwas ratlos zurück.
Der Titel sowie der Klappentext ließen mich eine witzige Geschichte einer Frau beim Aufbruch in ein neues Leben erwarten.
Aber witzig fand ich doch ziemlich wenig.
Die Ich-Erzählerin Paulina Almada ist 35 und gerade an einem Scheideweg ihres Lebens angelangt.
Ihr Freund hat sie verlassen, der Job ist alles andere als befriedigend, keine sozialen Kontakte bis auf ihre Arbeitskollegin und Halbwegs-Freundin Maite und Paulina struggelt mit dem Thema Mutterschaft.
Ein schwerer Autounfall beginnt, begleitet und beendet das Buch und zwischendrin erfahren wir wie es dazu kam.
Dieses dünne Buch ist vollgepackt mit Themen die eine Frau Mitte 30 nach einer Trennung beschäftigen und noch mit einigen mehr.
Es lässt sich gut lesen und entwickelt eine absolute Sogwirkung weil wir ja wissen wollen was passieren ist und wie es zu dem Unfall kam.
Der Schreibstil ist in meinen Augen nicht ganz klar strukturierte. Der Ton im Buch ist oftmals recht derb und auf der anderen Seite sehr modern und fast schon poetisch.
Der Roman behandelt Themen wie Einsamkeit, Verlust, die Zerrissenheit bezüglich Mutterschaft und sexuellen Missbrauch.
Die Protagonistin ist zwar oft recht flapsig, aber ich denke eher aus Selbstschutz.
Auch der Unfall hat ein heftiges Gefühl bei mir ausgelöst, die Beschreibung aus Sicht der Betroffenen ist sehr ehrlich und anschaulich geschrieben.
Ich bin mir bei meinem Resümee unsicher.
Zwar flog ich quasi durch die Seiten und es hat was mit mir gemacht, mich berührt.
Allerdings bin ich nun trotzdem absolut ratlos.
Wer gerne wie ich strukturierte Handlungen mit Anfang und Ende bevorzugt, wird es hier schwer haben.
Wer experimentelle Literatur mag, den wird es begeistern.
Entscheidet selbst und aus dem Bauch heraus.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Flieg Billie

BILLIE »Ich fliege Himmel an mit ungezähmten Pferden«
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So, nun habe ich 'Billie' von Stefan Cordes beendet und bin wirklich sehr zufrieden.
Ich wollte das Buch schon vorm Lesen so gerne mögen und war fast schon aufgeregt bei den ersten Seiten 😅. Klingt seltsam, ...

So, nun habe ich 'Billie' von Stefan Cordes beendet und bin wirklich sehr zufrieden.
Ich wollte das Buch schon vorm Lesen so gerne mögen und war fast schon aufgeregt bei den ersten Seiten 😅. Klingt seltsam, oder?!
Aber was soll ich sagen...
Jackpot, ich wurde nicht enttäuscht.
Es dreht sich alles um Billie, eigentlich Sibylla Schwarz und ihrem recht kurzen Leben im 17. Jahrhundert.
Inmitten von Krieg und Krankheit hält der jüngste weibliche Spross der Greifswalder Familie Schwarz an ihrer Liebe zu Worten und Sprache fest. Sie tut was nicht viele Frauen zu dieser Zeit tun, Sie dichtet.
Angeregt durch Petrarcas Werke kämpft Billie darum gehört zu werden.
Nicht einfach in einer Zeit in der es verpönt ist das Frauen überhaupt lesen und schreiben lernen. Selbst von ihrer eigenen Familie wird es nur missbilligend zur Kenntnis genommen.
Alleine ihre Schwester Emi, mein Liebling des Romans, findet Gefallen an ihrer Kunst.
Da ich ehrlich gesagt vorher noch nie von Sibylla Schwarz gehört habe, finde ich es umso besser sie nun zu kennen.
Ein historischer Roman mit vielen wertvollen feministischen Ansätzen auf moderne Weise erzählt.
Der wirklich schöne Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen und ich habe immer ein paar Kapitel mehr gelesen und dafür Schlaf geopfert😉.
Ich mag es sehr das sich Stefan Cordes eine in Vergessenheit geratene, weibliche Dichterin ausgesucht hat.
Ein toller Debütroman über eine interessante Persönlichkeit.
Fliegt mit Billie und ihren ungezähmten Pferden und lest dieses Buch.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Liebe mit Hindernissen

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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'Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben'...Ich mag den Titel, er klingt lustig und das war das Buch stellenweise auch.
Die Autorin Anika Decker schreibt hier über die knapp 50 jährige ...

'Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben'...Ich mag den Titel, er klingt lustig und das war das Buch stellenweise auch.
Die Autorin Anika Decker schreibt hier über die knapp 50 jährige Nina, geschieden, kleine Wohnung, langweiliger Job, Wechseljahre.
Klingt schlimmer als es ist, auf der anderen Seite sind da zwei erwachsene Kinder die voll im Leben stehen, ihre beste Freundin Zeynep und dann plötzlich noch David...
David ist gut 20 Jahre jünger als Nina und es ist gar nicht mal so einfach damit klar zu kommen. Steht unsere Gesellschaft dieser Konstellation doch immer noch sehr viel kritischer gegenüber als der der älterer Mann mit junger Frau 🙄.
Daher mochte ich die Thematik sehr gerne und die Handlungsstränge über Ninas Familie waren ebenfalls nett zu lesen.
Auch wenn ich mir bei Ihrer Schwester Lena gedacht habe das Einzelkind sein gar nicht so übel ist 😛.
Mit der plötzlichen Metoo Thematik habe ich bei diesem Buch nicht gerechnet und diese hat mich auch im Lesefluss gestört.
Nicht falsch verstehen, ich finde das Thema gut und wichtig, möchte aber gerne selbst entscheiden wann ich darüber lesen möchte.
Ich finde diesen Handlungsstrang hat das Buch nicht gebraucht.
Ich hätte da lieber mehr über David, Nina und ihrer Familie gelesen.
Deshalb von mir nur so eine 50/50 Leseempfehlung.
Der Roman war auf der einen Seite unterhaltsam, aber auf der anderen hatte er für mich so seine Längen.

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