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Veröffentlicht am 13.04.2022

Ein Sommer voller Geheimnisse

Schallplattensommer
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Inhalt:
Das 16-jährige Mädchen Maserati lebt bei ihrer Oma auf dem Land. Sie geht nicht mehr zur Schule und arbeitet stattdessen tagtäglich in der Gaststätte der Oma. Kurz vor Beginn des Sommers zieht ...

Inhalt:
Das 16-jährige Mädchen Maserati lebt bei ihrer Oma auf dem Land. Sie geht nicht mehr zur Schule und arbeitet stattdessen tagtäglich in der Gaststätte der Oma. Kurz vor Beginn des Sommers zieht eine wohlhabende Familie mit zwei Jungs, die im gleichen Alter wie Maserati sind, in die Nachbarschaft. Da passiert es natürlich,  dass sie sich über den Weg laufen und näher kennenlernen. Einer der Jungs will Maserati auf dem Cover einer Schallplatte wiedererkannt haben.

Der 192 Seiten umfassende Roman wurde von Alina Bronsky geschrieben und am 13.04.2022 im dtv Verlag veröffentlicht. Es ist mein erstes Buch der Autorin, deren bisherigen Werke bereits preisverdächtige  Bestseller wurden. "Schallplattensommer" ist dem Genre Literatur/ Belletristik zugeordnet.

Meinung:
In einem nüchternen und teils gefühlsarmen Schreibstil erzählt die Autorin von dem arbeitsreichen und sonst eintönigen Leben der jungen Frau. Der Handlungsort und die Umgebung sind dabei sehr gut beschrieben und so konnte ich mir alles bildlich vorstellen. Maserati erscheint mir zunächst sehr distanziert und wenig an ihrer Umwelt interessiert. Vielmehr versucht sie alles Außenstehende von sich und ihrer Oma fernzuhalten. Als die Nachbarjungs dann auftauchen, wird sie offener und zeigt mehr Mitgefühl und Interesse bis es zum Anbahnen einer Liebelei kommt. Auch wenn sie mit so manchen Problemen und Sorgen in ihrem Leben zu kämpfen hat, konnte ich mich im Verlauf der Geschichte nur teilweise in die Figur Maserati hineinversetzen. Auch das Leben der anderen Protagonisten wird lediglich angeschnitten und der Leser erhält nach und nach nur bruchstückhafte Andeutungen über deren Geheimnisse.
Einige Kontraste wie das Leben in der Stadt - auf dem Land, arm - reich werden ohne Wertung thematisiert.

Fazit:
Die Geschichte konnte mich nicht so recht erreichen und ließ mich am Ende auch etwas unbefriedigend zurück. Ich habe beim Lesen immer auf das große Etwas gewartet. Viele durchaus wichtige Themen wurden nur angeschnitten bzw. angedeutet, und ich hätte mir gewünscht, dass manche Stellen ausführlicher behandelt worden wären. Vielleicht ist das der Stil der Autorin, doch mir mangelt es an Vergleichsbüchern. Da das Buch nicht allzu dick ist, hat man es schnell ausgelesen und dient daher gut als Lektüre für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Toll gereimter Text und einfache, aber sehr passende Illustrationen

Coco Stolperbein
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Inhalt:
Coco Stolperbein zieht mit ihrer Familie in eine neue große Wohnung. Für die neuen Nachbarn Herr Wichtig und Frau Richtig scheint nun die Ordnung und Ruhe im Haus vorbei zu sein. Coco erfreut sich ...

Inhalt:
Coco Stolperbein zieht mit ihrer Familie in eine neue große Wohnung. Für die neuen Nachbarn Herr Wichtig und Frau Richtig scheint nun die Ordnung und Ruhe im Haus vorbei zu sein. Coco erfreut sich am Garten, spielt dort ausgelassen und bringt alles durcheinander. Und dass sie an einem anderen Tag das Haus und das Auto voller Freude bemalt, geht doch wohl jetzt wirklich zu weit. Oder?

Meinung:
Zuallererst muss ich sagen, dass mir die tollen Reime sehr gut gefallen. Ich liebe gereimte Kinderbücher und beim Lesen merkt man, dass sich der Autor wirklich sehr viel Mühe bei dem Text gegeben hat. Da das Buch für Kinder ab 3 Jahre empfohlen wird, denke ich aber, dass einige Textstellen eventuell etwas schwierig für die kleineren Kinder zu verstehen sind.

Die Bilder im Buch sind ganz schick und passen sehr gut zum Inhalt. Sie sind nicht zu überladen oder übertrieben bunt. Meiner Meinung hätten sie gern noch etwas kindgerechter sein können, denn teilweise kommen sie mir etwas abstrakt vor.

Was mich etwas stört, ist die Tatsache, dass in dem Buch falsches Verhalten vorgelebt und noch belohnt wird. Ein Haus anzumalen und dafür den ersten Preis für das schönste Haus der Stadt zu bekommen bzw. ein Auto anzumalen, was prompt von einem Künstler gekauft wird,   finde ich persönlich nicht nachvollziehbar und erst recht nicht gut in einem Kinderbuch. Auch gefällt mir die übertriebene Freude des Herrn Wichtig über sein neues E-Auto nicht wirklich. Es mag gewiss Geschmackssache sein, aber meinen Geschmack hat es leider inhaltlich nicht immer getroffen.

Das Buch endet natürlich mit einem Happy End, wie es in einem Kinderbuch auch sein sollte. Es zeigt, dass man vorurteilsfreier, offener und freundlicher gegenüber anderen Menschen und seinen Nachbarn sein soll, dann ist das Leben für alle viel schöner und vielleicht kann so manch eine Freundschaft geschlossen werden.

Fazit:
Mal eine etwas andere Art Kinderbuch über die Themen Zusammenleben und Freundschaft. Die gelungenen Reime gefallen mir am besten.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Eine tiefgründige und emotionale Geschichte

Everything We Lost (Love and Trust 2)
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Inhalt:
Hope trauert seit zwei Jahren um ihre verstorbene Schwester. Seit ihrem Tod ist nichts mehr wie es war: ihre Eltern streiten nur noch, die Familie zerbricht nach und nach daran und Hope distanziert ...

Inhalt:
Hope trauert seit zwei Jahren um ihre verstorbene Schwester. Seit ihrem Tod ist nichts mehr wie es war: ihre Eltern streiten nur noch, die Familie zerbricht nach und nach daran und Hope distanziert sich von allen Freunden. Nur ihre beste Freundin Mora ist noch an ihrer Seite. Auch war Hope noch nie verliebt und sie ist auch nicht auf der Suche nach Liebe, denn ihre wahre Liebe gilt ihrer Geige und der Musik.

Yeonjun will nur mit Hope befreundet sein. Er ist zwar fasziniert von ihr, jedoch ist in seinem Leben kein Platz für die Liebe. Beide sind wie Seelenverwandte und werden schnell beste Freunde. Doch die wahren Gefühle lassen sich auf beiden Seiten nicht ewig leugnen.

"Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Das ist der Grund, warum ihr Potenzial unbegrenzt ist." (Yeonjun, Seite 115)

"Die Bedeutung von Zuhause hat sich für mich verschoben. Von einem Ort zu einer Person. Zu ihm." (Hope, Seite 351)

Meinung:
Das Cover finde ich sehr schön, obwohl es der Geschichte nach auch sehr gut gepasst hätte, wenn es gelb oder mit Sonnenblumen gewesen wäre.

Das Buch ist in einer sehr ruhigen und doch flüssigen Schreibweise verfasst. Es war für mich ein schönes Wohlfühlbuch, und ich habe es öfters mal zur Seite gelegt, um das Ende rauszuzögern. Die Geschichte ist sehr vielschichtig und voller Gefühle. Die Beweggründe der Protagonisten waren für mich zu jeder Zeit nachvollziehbar.

**Achtung Spoiler**
Es geht nicht nur um die aufkeimende Liebe zwischen zwei Menschen, sondern um so viel mehr: wie verkraftet man den Verlust eines geliebten Menschen? Warum und wann zerbricht eine Familie daran? Formen der häuslichen Gewalt! Risiko einer vererbbaren Krankheit! Und am  allerwertvollsten empfand ich die Botschaft der wahren und intensiven Freundschaft. Das Buch behandelt auf einer sehr ruhigen und gefühlvollen Art all diese teils schwierigen Themen.

Fazit:
Für mich ist es eine schöne, tiefgründige und emotionale Geschichte. Wichtig ist auch, dass die Beweggründe der Protagonisten für mich nachvollziehbar waren. Ausserdem gibt es viele Textstellen mit wunderschönen Zitaten und Weisheiten, was mir sehr gut gefiel.

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Kleine Wesen ganz groß

Die Minimes (Band 1)
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Gafferty lebt mit ihren Eltern und ihren beiden kleinen Brüder Gobkin und Grub in einem unterirdischen Bau. Sie denken, sie sind die letzten Minimes. Das sind kleine menschenähnliche Wesen, welche aber ...

Gafferty lebt mit ihren Eltern und ihren beiden kleinen Brüder Gobkin und Grub in einem unterirdischen Bau. Sie denken, sie sind die letzten Minimes. Das sind kleine menschenähnliche Wesen, welche aber gerade einmal 8 cm groß sind. Gafferty findet in dem verbotenen Tunnelsystem unter der Stadt, in dem früher wohl massig Mimines lebten, ein altes Buch. Aus dem erfährt sie so einiges über die Vergangenheit der Minimes, zum Beispiel, dass es 3 Clans gab. Hoffnungsvoll macht sie sich auf den Weg, andere Minimes zu finden. Gleichzeitig ist die Diebin Claudia Slymark auf der Suche nach den Minimes und einem geheimnisvollen Spiegel. Somit geraten Gafferty und Gobkin bei ihren Erkundungen ziemlich schnell in Gefahr.

Das 220 Seiten umfassende Buch des englischen Kinderbuchautors David O'Connell ist in 25 Kapitel unterteilt und mit einigen schönen und passenden Schwarz-Weiß-Zeichnungen ergänzt. Die Altersempfehlung variiert auf den unterschiedlichen Websites, doch ich würde sagen, es ist für Kinder ab 8/9 Jahre geeignet, die fiktionale Geschichten mögrn. Für jüngere Kinder ist es aufgrund des Buchumfangs und des Spannungsbogens eher ungeeignet.

Der Einstieg in das Buch ist mir nicht so leicht gefallen. Die ersten beiden Kapitel sind inhaltlich nur recht mittelmäßig geschrieben, doch bereits ab dem 3. Kapitel nimmt die Geschichte Fahrt auf und es wird sehr spannend. Der Schreibstil des Autors ist flüssig und gut für Kinder lesbar. Die Namen und einige wenige Begriffe sind etwas schwierig, aber nicht problematisch. Die Geschichte ist insgesamt sehr fantasievoll, anschaulich und auch verständlich.

Fazit: Eine gute, teils humorvolle und teils schaurige Geschichte über Abenteuer, Magie und Geister. Zudem bekommen die Themen Familie und Freundschaft eine große Rolle zugesprochen.

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Veröffentlicht am 05.04.2022

Herzerwärmend!

Die Stoffis - Auf plüschigen Sohlen (Band 1)
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Aus einem auf die Straße gestellten Karton mit ausrangierten Sachen flüchten die zwei Kuscheltiere Einhorn und Kater vor der nahenden Müllabfuhr. Auf ihrer Suche nach einem neuen Zuhause begegnen sie weiteren ...

Aus einem auf die Straße gestellten Karton mit ausrangierten Sachen flüchten die zwei Kuscheltiere Einhorn und Kater vor der nahenden Müllabfuhr. Auf ihrer Suche nach einem neuen Zuhause begegnen sie weiteren Stofftieren, die sich ihnen anschließen. Letztendlich besteht die bunte Truppe aus sechs sehr unterschiedlichen Kuscheltieren. Gemeinsam erleben sie auf ihrem Weg so manche Abenteuer und meistern einige gefährliche Situationen.

So unterschiedlich die Stoffis charakterlich auch sind, durch ihre Erlebnisse wachsen sie immer mehr zusammen und werden ziemlich schnell beste Freunde.
Sie helfen und unterstützen sich gegenseitig. Sowas macht wahre Freundschaft aus. Die Figuren sind mir allesamt auf ihre Art sympathisch und schnell ans Herz gewachsen.

Das Buch umfasst 112 Seiten und ist in 15 Kapitel aufgeteilt, so kann man es gut in Abschnitten vorlesen. Die farblichen Illustrationen sind toll anzuschauen und die Stoffis sind dabei gut getroffen. Als Vorlesebuch hätte ich mir noch mehr Bilder gewünscht, so dass auf jeder Doppelseite wenigstens ein (kleines) Bild zu sehen wäre, damit mein Kind während des Vorlesens immer etwas zum anschauen hat. Der Schreibstil ist sehr verständlich und kindgerecht. Bei manchen Ausdrücken wie "Donnerlüttchen" konnte ich als Vorleser so richtig schön grinsen. Überhaupt hatte ich die ganze Zeit beim Lesen ein Lächeln im Gesicht, da die Geschichte einfach niedlich ist.

Das Buch beginnt sehr aufregend und die Spannung hält eigentlich die gesamte Geschichte über an. Für dünn besaitete Kinder könnte es daher als Gute-Nacht-Geschichte noch etwas zu dramatisch sein. Aber das Buch ist so toll, dass man es ja auch stückchenweise am Tage vorlesen kann.

Ergänzt wird das Buch durch wirklich tolle Highlights wie Sticker, ein Rezept und ein Steckbrief für das eigene Kuscheltier. Am Ende befindet sich sogar eine Leseprobe für den 2. Band. Somit können wir uns schon bald auf weitere Abenteuer von den Stoffis freuen.

Alles in allem ist es eine herzerwärmenden und gelungene Geschichte geworden!

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