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Veröffentlicht am 01.12.2021

Eine Schatztruhe

Queen - Alle Songs
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Dieses Buch ist ein wahrer Schatz für jeden Queen-Fan (und diejenigen, die es noch werden wollen). Auf über 500 Seiten findet man unglaublich viele Fotos, Porträts zahlreicher Wegbegleiter (vom Manager, ...

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz für jeden Queen-Fan (und diejenigen, die es noch werden wollen). Auf über 500 Seiten findet man unglaublich viele Fotos, Porträts zahlreicher Wegbegleiter (vom Manager, über Tontechniker bis hin zur Modedesignerin), kurze Fun Facts, einen komprimierten Abriss ihrer Bandgeschichte - und natürlich wird jeder einzelne Song vorgestellt. Jedes Lied bekommt sein eigenes Kapitel, und darin gibt es jeweils die Unterteilung in "Vorgeschichte" und "Aufnahme", und manchmal auch noch in "Videoclip".

Die Infos zu den Songs sind recht umfassend, sind aber in den wenigstens Fällen eine Interpretationshilfe. Besonders Freddie Mercury wollte nie seine Ideen "erklären", warum er dieses oder jenes geschrieben hat. "Die Leute sollen sich das einfach anhören, darüber nachdenken und dann entscheiden, was es für sie bedeutet". Stattdessen trug der Autor hier zusammen, wie es zu einzelnen Songs kam, aus welchen Ideen sich manches entwickelte, wie sich der Song im Laufe der Aufnahmen und mit dem Input der anderen Bandmitglieder noch veränderte, welches Genre man damit bediente. Das Spektrum, das Queen - laut Wikipedia eine Rockband - da abdeckte, ist tatsächlich ziemlich breit. Dass "Crazy Little Thing Called Love" eine Hommage an Elvis Presley und seine Musik ist, ist mir zuvor nie aufgefallen. Aber wenn man es mal weiß hört man das ziemlich klar heraus. Oder dass "Another one bites the dust" eine Mischung aus Disco, Funk und Rock ist. Dieser Titel sollte eigentlich gar nicht als Single veröffentlicht werden, bis auf einer US-Tournee der sehr junge Michael Jackson den Titel hörte und die Band überredete, ihn unbedingt als Single zu releasen.

Ich kenne von Queen wirklich viele Songs, diese Zahl wird nur von einer Handvoll Künstler noch getoppt. Und doch fand ich ich in diesem Buch soo viele Titel, die mir allein vom Namen erstmal gar nichts sagen. Nach und nach werde ich mir alle einzeln durchhören und den jeweiligen Eintrag dazu lesen - und bin schon gespannt, was ich dabei noch alles entdecken werde.
Das einzige, was hier fehlt, sind die Lyrics der einzelnen Songs. Doch nachdem die relativ leicht zu ergoogeln sind - im Gegensatz zu all den zusammengetragenen Fakten, die es im Buch gibt - kann ich darüber hinwegsehen.

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Veröffentlicht am 01.12.2021

Trauerbewältigung in Kanada

Herzklopfen im Schneegestöber. Ein Kanada-Liebesroman
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Emma verlor mit 15 ihre Mutter bei einem Autounfall, und zog kurz darauf mit ihrem Vater und Brüdern weit weg nach New York. Nun, 4 Jahre später, verbringt sie das erste Mal wieder Weihnachten in ihrer ...

Emma verlor mit 15 ihre Mutter bei einem Autounfall, und zog kurz darauf mit ihrem Vater und Brüdern weit weg nach New York. Nun, 4 Jahre später, verbringt sie das erste Mal wieder Weihnachten in ihrer alten kanadischen Heimat, und wird mit schmerzhaften Erinnerungen konfrontiert.

Als "New Adult" vermarket, ist es für mich eher ein Jugendbuch für 15-17jährige aufgrund der ganzen Geschichte und auch des Schreibstils (trotz der einen Liebesszene). Vor allem hatte ich bei den Protagonisten ständig das Gefühl, dass sie viel jünger sind als sie laut Buch sein müssten. Maggie verhält sich wie ein aufgeregtes 13jähriges Mädchen, obwohl sie 18 ist, und Emma und Henry wirkten auf mich die meiste Zeit eher wie 16.

Für diese Zielgruppe ist es auch eine ganz süße, romantische Geschichte. War es für mich auch, aber es kommen eben auch zahlreiche Klischees drin vor (z.B. Sätze wie "Er konnte bis in ihr Innerstes blicken"). Die Thematik mit der Trauer wurde von der Autorin recht gut umgesetzt, dafür habe ich die Lovestory nicht wirklich gefühlt. Vielleicht auch, weil Henry für mich nicht richtig greifbar wurde - obwohl er mir absolut nicht unsympathisch war. Aber ich konnte mir die beiden zusammen nicht 100% vorstellen.

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Veröffentlicht am 23.11.2021

Ein wundervoller Winterroman mit leichtem Weihnachts-Touch

Weihnachtsträume am See
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Ina verbringt jedes Jahr den kompletten Dezember in einem kleinen beschaulichen Feriendorf am See in der brandenburgischen Pampa. Dort findet sie Ruhe, viel Natur, Zeit zum Lesen und hat eine kleine aber ...

Ina verbringt jedes Jahr den kompletten Dezember in einem kleinen beschaulichen Feriendorf am See in der brandenburgischen Pampa. Dort findet sie Ruhe, viel Natur, Zeit zum Lesen und hat eine kleine aber sehr feine Gruppe von Menschen um sich, die dort alle zusammen die Adventszeit verbringen. Trotz mangelndem Luxus klingt das nach einer wundervollen Idylle, finde ich.

Die Kurzbeschreibung des Buches lässt einen natürlich gleich an gewisse Klischees denken, die gerade im Genre der Weihnachts-Frauenbücher weit verbreitet sind. Dass einer der Protagonisten (zu 95% der männliche) ein Grinch ist, oder zumindest ein eher harscher Typ, dessen Herz erst erweicht werden muss. Aber genau das ist hier nicht der Fall, denn Ben wird zu keiner Zeit als reicher Schnösel-'Bösewicht' dargestellt, der ohne Rücksicht auf Verluste alles verändern will und dadurch liebgewonnene Traditionen gefährdet. Er ist ein ebenso sympathischer Charakter wie Ina und all die anderen. Die Aktivitäten, die die kleine Gemeinschaft zusammen machen, waren allesamt liebevoll und schön beschrieben. Und vor allem passend für die Vorweihnachtszeit. Besonders die Rätsel-Rallye fand ich ganz toll.

Ich hätte liebend gern noch weitergelesen. Bei nur 224 Seiten war ich doch viel zu schnell durch. Doch die Geschichte an sich ist dennoch rund und stimmig. Aber es spricht ja nichts gegen ein Sequel im nächsten Jahr...

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Veröffentlicht am 22.11.2021

Emma lässt nicht locker

Todeswelle
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Einfach und geradlinig sind die Fälle, die Katharina Peters in ihren Krimis präsentiert, nie. Und meist gibt es auch nur wenig Beweismaterial. Statt auf handfeste Laborergebnisse müssen sich die ErmittlerInnen ...

Einfach und geradlinig sind die Fälle, die Katharina Peters in ihren Krimis präsentiert, nie. Und meist gibt es auch nur wenig Beweismaterial. Statt auf handfeste Laborergebnisse müssen sich die ErmittlerInnen also viel mehr auf ihren Instinkt, Kombinationsgabe und Recherchetalent verlassen. Und zusätzlich unermüdlich den einzelnen Zeugen oder sonstwie beteiligten Personen auf die Zehen steigen und ein ums andere Mal befragen.

Für Emma Klar ist dieser Job wie geschaffen. Eigentlich arbeitet sie mittlerweile als Privatermittlerin, doch ab und an unterstützt sie auch die Polizei bei ihren Fällen. Diesmal bietet sich die Zusammenarbeit aufgrund einer Vorgeschichte praktisch an, und erweist sich auch als außerordentlich lohnend für die Polizei. Denn Emma lässt nicht locker, gräbt immer tiefer, und will wirklich jedes Detail verstehen und erklärt haben.

Ein kleines bisschen Durchhaltevermögen muss der/die LeserIn aber auch haben. Denn wir tappen genauso lange im Dunkeln wie Emma, und haben absolut keine Ahnung wie sie da überhaupt noch einen Täter überführen wird können. Das wirkt ein kleines bisschen langatmig, aber am Ende ist es ein sehr spannender und auch außergewöhnlicher Fall, den Katharina Peters hier webt & strickt. Und mag der Fall an sich vielleicht etwas skurril wirken, die Ermittlertätigkeit von Emma Klar wird auf sehr authentische Art beschrieben, was mir sehr gefiel. Zudem fand ich es sehr erfrischend, endlich mal einen Ermittler zu erleben der keine privaten Probleme hat und keine persönliche Agenda verfolgt, die irgendwie dann noch mit in den Fall einfließt. Das gibt es ja gefühlt in 90% der Krimis - bei Emma handelt es sich zur Abwechslung mal um eine ganz "normale" Protagonistin, die nur ihrem Job nachgeht.

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Veröffentlicht am 18.11.2021

Wiener Wasser

Walzer in Zeiten der Cholera. Eine Seuche verändert die Welt
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Ich dachte eigentlich, es würde sich bei dem Buch um einen historischen Roman handeln, der die ganzen Ereignisse um Weltausstellung, Hochquellleitung und Cholera in hübsche Prosa verpackt. Da dem nicht ...

Ich dachte eigentlich, es würde sich bei dem Buch um einen historischen Roman handeln, der die ganzen Ereignisse um Weltausstellung, Hochquellleitung und Cholera in hübsche Prosa verpackt. Da dem nicht ganz so ist, waren die ersten paar Kapitel erstmal gewöhnungsbedürftig. Noch dazu gab es ständig Wechsel in der Zeit und auch im Thema, was das Lesen etwas mühsam machte.

Doch mit zunehmendem Verlauf kam ich besser in das Buch hinein, und fand es sehr interessant zu lesen, wie das Wien vor ca. 150 Jahren aussah und tickte. Im direkten Vergleich von Cholera und Corona muss man sagen, dass es nicht überall viel Veränderung gegeben hat. Auf eine Pandemie, die in Wellen immer wieder kommt, zu spät reagieren zum Beispiel. Oder die Leugner, die sagen es gäbe gar keine Cholera und wenn dann aber zumindest nicht hier in ihrer Stadt. All das kam mir erschreckend bekannt vor.

Aufgrund der vielen Information und Namen, mit denen das Buch gespickt ist (und die ich dann oftmals näher googeln musste), hat es deutlich länger gedauert, bis ich das Buch durch hatte. Aber es lohnt sich durchaus, wenn man an Geschichte interessiert ist, oder an der Stadt Wien. Im besten Fall an beidem, dann sollte man dieses Buch unbedingt lesen!

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