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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2021

Ein wundervoller Winterroman mit leichtem Weihnachts-Touch

Weihnachtsträume am See
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Ina verbringt jedes Jahr den kompletten Dezember in einem kleinen beschaulichen Feriendorf am See in der brandenburgischen Pampa. Dort findet sie Ruhe, viel Natur, Zeit zum Lesen und hat eine kleine aber ...

Ina verbringt jedes Jahr den kompletten Dezember in einem kleinen beschaulichen Feriendorf am See in der brandenburgischen Pampa. Dort findet sie Ruhe, viel Natur, Zeit zum Lesen und hat eine kleine aber sehr feine Gruppe von Menschen um sich, die dort alle zusammen die Adventszeit verbringen. Trotz mangelndem Luxus klingt das nach einer wundervollen Idylle, finde ich.

Die Kurzbeschreibung des Buches lässt einen natürlich gleich an gewisse Klischees denken, die gerade im Genre der Weihnachts-Frauenbücher weit verbreitet sind. Dass einer der Protagonisten (zu 95% der männliche) ein Grinch ist, oder zumindest ein eher harscher Typ, dessen Herz erst erweicht werden muss. Aber genau das ist hier nicht der Fall, denn Ben wird zu keiner Zeit als reicher Schnösel-'Bösewicht' dargestellt, der ohne Rücksicht auf Verluste alles verändern will und dadurch liebgewonnene Traditionen gefährdet. Er ist ein ebenso sympathischer Charakter wie Ina und all die anderen. Die Aktivitäten, die die kleine Gemeinschaft zusammen machen, waren allesamt liebevoll und schön beschrieben. Und vor allem passend für die Vorweihnachtszeit. Besonders die Rätsel-Rallye fand ich ganz toll.

Ich hätte liebend gern noch weitergelesen. Bei nur 224 Seiten war ich doch viel zu schnell durch. Doch die Geschichte an sich ist dennoch rund und stimmig. Aber es spricht ja nichts gegen ein Sequel im nächsten Jahr...

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Veröffentlicht am 22.11.2021

Emma lässt nicht locker

Todeswelle
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Einfach und geradlinig sind die Fälle, die Katharina Peters in ihren Krimis präsentiert, nie. Und meist gibt es auch nur wenig Beweismaterial. Statt auf handfeste Laborergebnisse müssen sich die ErmittlerInnen ...

Einfach und geradlinig sind die Fälle, die Katharina Peters in ihren Krimis präsentiert, nie. Und meist gibt es auch nur wenig Beweismaterial. Statt auf handfeste Laborergebnisse müssen sich die ErmittlerInnen also viel mehr auf ihren Instinkt, Kombinationsgabe und Recherchetalent verlassen. Und zusätzlich unermüdlich den einzelnen Zeugen oder sonstwie beteiligten Personen auf die Zehen steigen und ein ums andere Mal befragen.

Für Emma Klar ist dieser Job wie geschaffen. Eigentlich arbeitet sie mittlerweile als Privatermittlerin, doch ab und an unterstützt sie auch die Polizei bei ihren Fällen. Diesmal bietet sich die Zusammenarbeit aufgrund einer Vorgeschichte praktisch an, und erweist sich auch als außerordentlich lohnend für die Polizei. Denn Emma lässt nicht locker, gräbt immer tiefer, und will wirklich jedes Detail verstehen und erklärt haben.

Ein kleines bisschen Durchhaltevermögen muss der/die LeserIn aber auch haben. Denn wir tappen genauso lange im Dunkeln wie Emma, und haben absolut keine Ahnung wie sie da überhaupt noch einen Täter überführen wird können. Das wirkt ein kleines bisschen langatmig, aber am Ende ist es ein sehr spannender und auch außergewöhnlicher Fall, den Katharina Peters hier webt & strickt. Und mag der Fall an sich vielleicht etwas skurril wirken, die Ermittlertätigkeit von Emma Klar wird auf sehr authentische Art beschrieben, was mir sehr gefiel. Zudem fand ich es sehr erfrischend, endlich mal einen Ermittler zu erleben der keine privaten Probleme hat und keine persönliche Agenda verfolgt, die irgendwie dann noch mit in den Fall einfließt. Das gibt es ja gefühlt in 90% der Krimis - bei Emma handelt es sich zur Abwechslung mal um eine ganz "normale" Protagonistin, die nur ihrem Job nachgeht.

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Veröffentlicht am 18.11.2021

Wiener Wasser

Walzer in Zeiten der Cholera. Eine Seuche verändert die Welt
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Ich dachte eigentlich, es würde sich bei dem Buch um einen historischen Roman handeln, der die ganzen Ereignisse um Weltausstellung, Hochquellleitung und Cholera in hübsche Prosa verpackt. Da dem nicht ...

Ich dachte eigentlich, es würde sich bei dem Buch um einen historischen Roman handeln, der die ganzen Ereignisse um Weltausstellung, Hochquellleitung und Cholera in hübsche Prosa verpackt. Da dem nicht ganz so ist, waren die ersten paar Kapitel erstmal gewöhnungsbedürftig. Noch dazu gab es ständig Wechsel in der Zeit und auch im Thema, was das Lesen etwas mühsam machte.

Doch mit zunehmendem Verlauf kam ich besser in das Buch hinein, und fand es sehr interessant zu lesen, wie das Wien vor ca. 150 Jahren aussah und tickte. Im direkten Vergleich von Cholera und Corona muss man sagen, dass es nicht überall viel Veränderung gegeben hat. Auf eine Pandemie, die in Wellen immer wieder kommt, zu spät reagieren zum Beispiel. Oder die Leugner, die sagen es gäbe gar keine Cholera und wenn dann aber zumindest nicht hier in ihrer Stadt. All das kam mir erschreckend bekannt vor.

Aufgrund der vielen Information und Namen, mit denen das Buch gespickt ist (und die ich dann oftmals näher googeln musste), hat es deutlich länger gedauert, bis ich das Buch durch hatte. Aber es lohnt sich durchaus, wenn man an Geschichte interessiert ist, oder an der Stadt Wien. Im besten Fall an beidem, dann sollte man dieses Buch unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 18.11.2021

Tierwandler auf Klassenfahrt

Die Tierwandler 4: Ein Lama im Pyjama
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Die Kinder der Tierwandler-AG machen eine Klassenfahrt. Da aber weder ihre Mitschüler noch ihre Klassenlehrer in ihre außergewöhnliche Fähigkeit, sich in ein bestimmtes Tier zu verwandeln, eingeweiht ist, ...

Die Kinder der Tierwandler-AG machen eine Klassenfahrt. Da aber weder ihre Mitschüler noch ihre Klassenlehrer in ihre außergewöhnliche Fähigkeit, sich in ein bestimmtes Tier zu verwandeln, eingeweiht ist, birgt das auch einige Risiken. Vor allem wenn man wie Luzie gerne mal in seiner Tiergestalt nachtwandelt. Und so ein weißes flauschiges Lama ist selbst auf einem Bauernhof ungewöhnlich.

Meine beiden Söhne freuten sich sehr auf einen neuen Teil der Tierwandler, und wurden auch nicht enttäuscht. Die Kinder erleben hier ein flottes Abenteuer, bei dem viel Unterhaltung und auch etwas Spannung aufkommt. Auch die Tiere, in die sich die einzelnen Kinder verwandeln, bleiben weiterhin außergewöhnlich. So kamen diesmal ein Lama und ein Stier hinzu. Beides allerdings keine Tiere, in die ich mich persönlich gerne verwandeln wollen würde. Wie soll man das denn zu Hause unauffällig machen? Geht fast gar nicht. Dann schon lieber so ein kleiner Wiesel wie Finn. Meine Jungs wären am liebsten eine Eule oder ein Adler, auf jeden Fall was mit fliegen.

Jetzt sind wir schon sehr gespannt auf Teil 5, da wird es anscheinend ein Wassertier geben. Und wir fragen uns schon, wie dann wohl die Verwandlung zu Hause im Kinderzimmer von statten gehen soll, wo das Tier dann praktisch auf dem trockenen Teppich 'schwimmt'.

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Veröffentlicht am 15.11.2021

Wunderbarer britischer Humor und klasse Lesung von Jürgen von der Lippe

Merdyns magische Missgeschicke – Zaubern will gelernt sein!
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Die Geschichte eines Zauberers aus dem Mittelalter, der sich plötzlich in unserer Zeit wiederfindet, und einem kleinen Mädchen, das unbedingt eine große berühmte Sängerin werden will, ist spannend, unterhaltsam, ...

Die Geschichte eines Zauberers aus dem Mittelalter, der sich plötzlich in unserer Zeit wiederfindet, und einem kleinen Mädchen, das unbedingt eine große berühmte Sängerin werden will, ist spannend, unterhaltsam, herzerwärmend aber vor allem wahnsinnig witzig! Vor allem auch für Erwachsene! (Ob es hingegen auch schon für Kinder ab 7 Jahren geeignet ist, wage ich zu bezweifeln. Nicht weil ungebührliche Inhalte vorkommen, sondern eher weil sie der doch nicht gerade kurzen Geschichte eventuell nicht folgen können, und die popkulturellen Referenzen auch noch nicht verstehen. Ich würde es eher ab 10 Jahren empfehlen).

In der Kurzbeschreibung steht, dass Simon Farnaby, seines Zeichens erfolgreicher Drehbuchautor, mit seinem britischen Humor an Monty Python erinnert. Und ja, dem muss ich zustimmen. Ich hatte jedenfalls einen Heidenspaß, "Merdyns magischen Missgeschicken" beizuwohnen. Die haben zum Glück nur wenig Fremdschäm-Potential (und ich habe da wirklich eine sehr niedrige Schwelle), sondern sind einfach nur lustig. Dabei hat das sprechende Meerschweinchen Pupsie am Humorfaktor einen nicht unerheblichen Anteil.

Doch der größte Dank muss hier für mich an Jürgen von der Lippe gehen, der dieses Werk mit einmaliger Klasse vorträgt. Jede Figur hat seine eigene Stimme, die absolut passt (und sollte Stefan Raab mal ein Stimmendouble brauchen kann er sich vertrauensvoll an Jürgen von der Lippe wenden, der hat den voll drauf), und auch vom Timing der Witze her passt bei ihm alles. Ich habe dieses Hörbuch vollends genossen!

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