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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.06.2020

Vielschichtig und ungewöhnlich

Schiffsmord
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Bei "Schiffsmord" handelt es sich um einen ausgesprochen verzwickten Fall, der nicht sehr leicht zu entwirren ist. Trotzdem schaffen es Romy Beccare und ihre Kollegen mit unermüdlicher Ermittlertätigkeit, ...

Bei "Schiffsmord" handelt es sich um einen ausgesprochen verzwickten Fall, der nicht sehr leicht zu entwirren ist. Trotzdem schaffen es Romy Beccare und ihre Kollegen mit unermüdlicher Ermittlertätigkeit, immer und immer mehr aufzudecken. Obwohl das Ganze in typisch deutscher Manier abläuft (höfliche Nachfragen, ein bisschen Observation und viel Kombinationsgabe) - und nicht auf spektakulär amerikanische Art & Weise - ist das Buch dennoch ziemlich spannend. Zumal es hier kein 08/15 Scenario gibt, sondern ein sehr ausgeklügeltes Konzept, das gar nicht mal so unwahrscheinlich klingt.

Nur der finale Zugriff war dann überraschend kurz (kurzzeitig befürchtete ich schon ein offenes Ende oder Cliffhanger, als immer weniger Seiten übrig blieben und noch kein Showdown in Sicht war), und es gab nur eine knappe Seite "Epilog". Das hat mich ein bisschen unbefriedigt zurück gelassen.

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Veröffentlicht am 05.06.2020

Geschichtlich fehlerhaft aber trotzdem interessant

Ramses: Der Sohn des Lichts
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Nachdem der Autor ein Ägyptologe ist, nahm ich an dass alles in diesem Buch den geschichtlichen Tatsachen entspricht. Ein bisschen googeln zeigte mir aber, dass er sich sehr wohl zahlreiche dichterische ...

Nachdem der Autor ein Ägyptologe ist, nahm ich an dass alles in diesem Buch den geschichtlichen Tatsachen entspricht. Ein bisschen googeln zeigte mir aber, dass er sich sehr wohl zahlreiche dichterische Freiheiten genommen hat. Und zwar nicht nur bei den Dingen, die man sich zwangsläufig ausdenken muss weil man sie gar nicht wissen kann, sondern auch was belegte Fakten bezüglich der familiären Verhältnisse angeht. So wurde Ramses II. in Wirklichkeit bereits mit 14 verheiratet. Und er hatte zwar einen älteren Bruder, doch dieser verstarb bereits als Teenager. Somit ist die zentrale Story - die intriganten Machenschaften des eifersüchtigen Bruders, der selbst gerne Thronfolger werden würde - komplett erfunden. Schade, aber Christian Jacq meinte wohl, er müsse die Geschichte spannender machen als sie in Wirklichkeit war.

Das generelle Leben in Ägypten zu dieser Zeit, und besonders am Hofe, fand ich allerdings auch sehr interessant. Ich bin immer wieder erstaunt, wie weit entwickelt diese Gesellschaft schon war, was sie schon wussten, konnten und erfunden hatten - und wie ungebildet und primitiv das Volk 2500 Jahre später im Mittelalter lebte. Zumindest in Mitteleuropa, über Ägypten aus dieser Zeit weiß ich gar nichts. Ebenfalls spannend finde ich, wie viel Archäologen aus den Fundstücken aus dieser Pharaonenzeit herauslesen und rekonstruieren können. Wirklich beeindruckend! Wenn ich mir jetzt nochmal einen Beruf aussuchen könnte, wäre es - zumindest kurz nach dieser Lektüre - auf jeden Fall Archäologe gewesen.

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Veröffentlicht am 28.05.2020

Polly im Dschungel

Polly Schlottermotz 5: Hier ist doch was faul!
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Dieses Buch hatte sein Pulver zu schnell verschossen. Barg der Anfang nämlich noch einige witzige Einfälle, so wurde es dann bei Pollys Streifzug durch den Dschungel eher langweilig. Weder ich, noch meine ...

Dieses Buch hatte sein Pulver zu schnell verschossen. Barg der Anfang nämlich noch einige witzige Einfälle, so wurde es dann bei Pollys Streifzug durch den Dschungel eher langweilig. Weder ich, noch meine Kinder, waren sehr gespannt darauf weiterzulesen, ob sich bei der Suche nach dem Heuler endlich was tut.

Wir kannten die vorherigen 5 Teile dieser Kinderbuchreihe nicht, was in einem Punkt ein bisschen blöd war: nachdem es hier um die neuentdeckte Zauberkraft von Pollys 4. Eckzahn geht wollten meine Kinder natürlich wissen, welche Zauberkräfte denn ihre restlichen drei Zähne haben. Das wurde aber leider eingangs nicht erwähnt (lediglich eine weitere Zauberkraft kommt ganz am Ende mal zum Einsatz).

Die Kurzbeschreibung klang wie ein potzblitzwildes Abenteuer, hat uns am Ende aber doch nicht so ganz überzeugt.

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Veröffentlicht am 28.05.2020

Paartherapie im Pub

Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst
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Der Untertitel ist etwas irreführend, denn der Leser wohnt in keinem der 10 Kapitel einer Sitzung bei der Eheberaterin bei. Stattdessen beobachtet er Tom und Louise, wie sich sich vor jedem Termin im Pub ...

Der Untertitel ist etwas irreführend, denn der Leser wohnt in keinem der 10 Kapitel einer Sitzung bei der Eheberaterin bei. Stattdessen beobachtet er Tom und Louise, wie sich sich vor jedem Termin im Pub auf der anderen Straßenseite treffen und einen Schlagabtausch liefern. Tatsächlich besteht das Buch fast komplett aus Dialogen und wirkt damit wie ein Drehbuch oder Theaterstück.

Als solches würde es wohl auch gut funktionieren, und die Körpersprache der beiden Akteure wäre auf jeden Fall eine hilfreiche Ergänzung. In der vorliegenden Form hat mir jedenfalls was gefehlt, um auch nach dem 5. Kapitel immer noch großes Interesse an der Geschichte zu haben. Es plätschert so eher vor sich hin. Dabei haben sich die beiden wirklich viel zu sagen! Ich glaube, in der Realität würde kein Paar in einer ähnlichen Situation so viel miteinander reden, oder höchstens auf Small Talk ausweichen. Tom und Louise liefern sich teilweise aber einen richtigen Schlagabtausch. Nur so wirklich spannend ist es dennoch nicht gewesen.

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Veröffentlicht am 20.05.2020

Topaktuell aber zu wenig Inhalt

Dann bleiben wir eben zu Hause! (Die Online-Omi 13)
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Ich habe mich schon gefragt, wann denn die ersten Romane erscheinen werden, die während der Corona-Zeit spielen. Und dann sah ich tatsächlich so schnell schon das erste. Ausgerechnet die 82jährige Renate ...

Ich habe mich schon gefragt, wann denn die ersten Romane erscheinen werden, die während der Corona-Zeit spielen. Und dann sah ich tatsächlich so schnell schon das erste. Ausgerechnet die 82jährige Renate Bergmann war die Schnellste und hat auf ihrem Klappcomputer fix was zusammen getippselt.

Die Bücher von der Online-Omi sind mir schon öfter über den Weg gelaufen, aber das hier war tatsächlich das Erste, das ich auch gelesen habe. Die rüstige Rentnerin aus Berlin-Spandau war mir mit ihrer pragmatischen Art gleich sympathisch.

Mir fehlte aber dann doch ein bisschen Handlung in diesem Buch, das mehr einem Ratgeber gleicht (mit Tipps was man in seinem Vorratsschrank immer da haben sollte, und welche einfachen Rezepte man mit ein paar Grundnahrungsmitteln zaubern kann) als einem Roman. Ich weiß, Renate bleibt zu Hause, aber auch da kann man sicherlich ein paar lustige Anekdoten erzählen. Immerhin hat sie durch Skeip Kontakt zur Außenwelt. Mit nur 80 Seiten ist es auch äußerst kurz, was wahrscheinlich der raschen Publikation geschuldet ist.

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