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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2023

Schaurig schön

Biblioteca Obscura: Frankenstein
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Mary Shelley’s „Frankenstein“ ist ein zeitloser Klassiker, der uns in die düstere Welt des Horrors und der historischen Science-Fiction entführt. Die Geschichte wird im Rückblick erzählt, teils aus der ...

Mary Shelley’s „Frankenstein“ ist ein zeitloser Klassiker, der uns in die düstere Welt des Horrors und der historischen Science-Fiction entführt. Die Geschichte wird im Rückblick erzählt, teils aus der Ich-Erzählperspektive, teils in Briefform. Die Rahmenhandlung spielt auf einem Schiff auf wissenschaftlicher Expedition in die Arktis zum Ende des 18. Jahrhunderts.

Das von Viktor Frankenstein erschaffene Monster, das von Geburt an von der Gesellschaft verstoßen wird, ist zwischen Gut und Böse gefangen und hinterlässt eine blutige Spur aus Gewalt und Mord. Die Geschichte berührt Themen wie Einsamkeit, die Grenzen der Wissenschaft und den Wunsch, geliebt zu werden.

Die düster-schönen Illustrationen von Marcin Minor, die im gesamten Textverlauf eingebaut sind, verleihen dieser Schmuckausgabe eine einzigartige Atmosphäre beim Lesen. Sehr gelungen!

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Veröffentlicht am 09.10.2023

Liebe, Träume, Kuchen und Geheimnisse

Der späte Ruhm der Mrs. Quinn
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Das Cover ist hübsch gestaltet, hat mich aber nicht besonders angesprochen. Ebenso wenig wie der Titel. Aber der Klappentext! Ganz entzückend! Ich liebe Backsendungen und versuche, die Lieblingsrezepte ...

Das Cover ist hübsch gestaltet, hat mich aber nicht besonders angesprochen. Ebenso wenig wie der Titel. Aber der Klappentext! Ganz entzückend! Ich liebe Backsendungen und versuche, die Lieblingsrezepte meiner Mutter und Großmutter auch in meine Küche aufzunehmen. Klar also, dass ich ganz begeistert war.

„Der späte Ruhm der Mrs. Quinn“ von Olivia Ford ist ein herzergreifendes Buch, das Mut und Lebensfreude vermittelt. Die Hauptfigur Mrs. Jennifer Quinn ist eine sympathische Mittsiebzigerin, die sich für eine Backshow bewirbt und dabei nicht nur Backgeheimnisse, sondern auch ihre eigene Vergangenheit offenbart. Das Buch ist flüssig geschrieben, die Charaktere sind authentisch, und es macht Mut, sich auch im Alter noch einiges zuzutrauen.

Nachdem mir schon die Leseprobe gefallen hat, war ich nicht überrascht, dass das ganze Buch ein zuckersüßes Lesevergnügen ist. Ich habe gelacht, geschmunzelt, von den Süßwaren geträumt und – geweint. Ein berührender Roman, perfekt, um es sich an grauen Herbsttagen mit Tee und Gebäck gemütlich zu machen. Das einzige, was mir gefehlt hat: Ich würde zu gerne ihre Rezepte nachbacken! :)

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Interessante Idee

Zeiten der Langeweile
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Das Buchcover von „Zeiten der Langeweile“ gefällt mir sehr gut. Schlicht und passend zur Geschichte. Die Protagonistin Mila, Anfang 30, entscheidet sich, ihre digitale Existenz restlos zu löschen.

Viele ...

Das Buchcover von „Zeiten der Langeweile“ gefällt mir sehr gut. Schlicht und passend zur Geschichte. Die Protagonistin Mila, Anfang 30, entscheidet sich, ihre digitale Existenz restlos zu löschen.

Viele haben sich bestimmt schon mit der Frage beschäftigt, ob sie nicht zu viel Zeit online verbringen und ob so ein „Digital Detox“ oder zumindest eine kürzere Screen-Time nicht erfüllender wären. Wer dieses Selbstexperiment gewagt hat, stellt oft schnell fest: Es ist doch mehr Zeit, als gedacht. Was mache ich jetzt damit? Zumindest ging es mir so ;) Das hat das Buch für mich zu Beginn so interessant gemacht. Ich hatte gehofft, etwas für mich mitnehmen zu können.

Die Umsetzung dieser Geschichte ist nicht schlecht. Der Roman bietet Einblicke in Milas Wandlung, die Ich-Perspektive gibt Einblicke in ihre Gedankenwelt und der Schreibstil ist angenehm und leicht verständlich.

Die Geschichte entwickelt sich allerdings anders als gedacht, immer mehr driftet die Protagonistin in das andere Extrem ab. Und geht mir dabei verloren.

Insgesamt ist „Zeiten der Langeweile“ eine interessante Lektüre mit einer vielversprechenden Idee, die für mich aber zu sehr von der Realität der meisten abweicht und am Ende nicht das ist, was ich gerne gelesen hätte.

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Veröffentlicht am 21.08.2023

Ergreifende Geschichte

Paradise Garden
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In „Paradise Garden“ von Elena Fischer wird die bewegende Geschichte der 14-jährigen Billie auf traurig-schöne Weise erzählt. Die Geschichte beginnt am Grab von Billies Mutter Marika. Schon hier wird klar: ...

In „Paradise Garden“ von Elena Fischer wird die bewegende Geschichte der 14-jährigen Billie auf traurig-schöne Weise erzählt. Die Geschichte beginnt am Grab von Billies Mutter Marika. Schon hier wird klar: Das wird keine locker-leichte Geschichte.

Auf den nächsten Seiten lernen wir Billies Leben kennen, das sie trotz Armut dank der Liebe und Fantasie ihrer Mutter als gut empfindet. Trotz ihrer innigen Beziehung gibt es ein Thema, das ihre Mutter immer vermeidet: Billies Vater.
Ich liebe die Charaktere. Sie sind sehr liebevoll, vielseitig und authentisch gestaltet. Und auch Billie merkt man zum einen ihre Jugend an, aber auch eine eher untypische Tiefgründigkeit. Man kann ihre Gefühle und Gedanken sehr gut nachvollziehen und die Beschreibungen von Elena Fischer geben einem das Gefühl, als Nachbarin in der Hochhaussiedlung zu leben.

Es ist ein Roman über die Reise eines jungen Mädchens, das sich auf die Suche nach ihren Wurzeln begibt und dabei schon früh sowohl die Höhen als auch die Tiefen des Lebens erfährt. Mir hat es gut gefallen!

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Schwere Sommertage

Nachts erzähle ich dir alles
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Das Cover von »Nachts erzähle ich dir alles« ist schön gestaltet, der Titel war es aber, der mich neugierig gemacht hat. Ich habe laue Sommernächte erwartet, mit tiefgründigen Gesprächen, um zur Ruhe zu ...

Das Cover von »Nachts erzähle ich dir alles« ist schön gestaltet, der Titel war es aber, der mich neugierig gemacht hat. Ich habe laue Sommernächte erwartet, mit tiefgründigen Gesprächen, um zur Ruhe zu kommen und sich selbst wiederzufinden. Doch das ist nicht wirklich das, was man bekommt.

Worum geht es also?

Die Protagonistin Léa sehnt sich nach einer Auszeit und plant, den Sommer im alten Familienanwesen an der Côte d'Azur zu verbringen. Doch statt Entspannung erwartet sie eine unvorhergesehene Wendung. Am ersten Abend trifft sie in ihrem Garten auf die Teenagerin Alice. Diese stirbt kurz darauf und Léa ist möglicherweise die Letzte, die mit ihr gesprochen hat. Schon bald taucht Émile, der Bruder der verstorbenen Alice, auf. Er sucht nach Antworten, die den Tod seiner Schwester aufklären. Schon bald wird bekannt: Alice war schwanger. Und schon sind wir bei einem der Hauptthemen des Buches angelangt: Schwangerschaftsabbrüche. Es geht auch um Moral, Selbstbestimmung und – Liebe.

Ich muss gestehen, würde der Klappentext oder der Titel das eher verraten, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht lesen wollen. Am Ende hat es mir aber ganz gut gefallen, da die Autorin mich durch ihre Beschreibungen direkt mit nach Frankreich genommen hat. Auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen und tragen dazu bei, dass mir das Buch insgesamt dennoch gut gefallen hat. Außerdem finde ich den Umgang mit den doch schweren Themen im Buch gut gelungen.

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