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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Besondere Ereignisse

Tage des Lichts
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„Tage des Lichts“ von Megan Hunter erzählt das Leben von Ivy anhand einiger ausgewählter Tage, die für sie besonders prägend waren. Diese liegen über viele Jahrzehnte verteilt und zeigen Stationen ihres ...

„Tage des Lichts“ von Megan Hunter erzählt das Leben von Ivy anhand einiger ausgewählter Tage, die für sie besonders prägend waren. Diese liegen über viele Jahrzehnte verteilt und zeigen Stationen ihres Lebens – von ihrer Jugend bis ins hohe Alter. Ein einschneidendes Ereignis Ende der 1930er-Jahre bildet dabei einen wichtigen Ausgangspunkt und begleitet Ivy gedanklich immer wieder.

Im Mittelpunkt steht vor allem Ivys innere Welt. Ihr Leben nimmt unterschiedliche Richtungen: Sie erlebt Familie, Beziehungen, Verluste und Phasen der Neuorientierung. Immer wieder taucht dabei ein ungewöhnliches Licht auf, das für sie eine besondere Bedeutung bekommt und sich wie ein wiederkehrendes Motiv durch ihr Leben zieht.

Die Geschichte wird ruhig und konzentriert erzählt. Vieles bleibt bewusst offen, manches wird nur angedeutet. Dadurch entsteht Raum für eigene Gedanken zu Ivys Entscheidungen und zu den (ungewöhnlichen) Wegen, die ihr Leben genommen hat.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Vier Frauen, viele Wege

Niemands Töchter
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Niemands Töchter erzählt von vier Frauen, deren Leben zunächst nichts miteinander zu tun haben. Erst mit der Zeit zeigt sich, wie ihre Geschichten verbunden sind und welche Rolle Herkunft, Mutterschaft ...

Niemands Töchter erzählt von vier Frauen, deren Leben zunächst nichts miteinander zu tun haben. Erst mit der Zeit zeigt sich, wie ihre Geschichten verbunden sind und welche Rolle Herkunft, Mutterschaft und Entscheidungen dabei spielen.

Die Autorin springt zwischen Figuren und Zeitabschnitten. Dadurch entsteht nach und nach ein Gesamtbild, das emotional nah ist, aber Aufmerksamkeit verlangt. Manchmal braucht es einen Moment, um wieder einzuordnen, wo man sich gerade befindet. Die Figuren wirken dabei glaubwürdig und bleiben im Gedächtnis, gerade weil ihre Lebenswege nicht glatt erzählt werden.

Für mich ist das ein ruhiger, eindringlicher Roman, der weniger auf Handlung setzt als auf Entwicklung. Kein Buch für zwischendurch, aber eines, das sich lohnt, wenn man sich darauf einlässt. Eines, das noch eine Weile in einem nachklingt.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Leise Wege zueinander

Mathilde und Marie
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Mathilde und Marie von Torsten Woywod erzählt eine ruhige Geschichte über zwei Frauen, die eher zufällig in einem besonderen Ort aufeinandertreffen. Marie flieht erschöpft aus Paris und landet im belgischen ...

Mathilde und Marie von Torsten Woywod erzählt eine ruhige Geschichte über zwei Frauen, die eher zufällig in einem besonderen Ort aufeinandertreffen. Marie flieht erschöpft aus Paris und landet im belgischen Bücherdorf Redu, wo sie auf die zurückgezogen lebende Mathilde trifft. Zwischen Skepsis, Gesprächen und gemeinsamen Wegen entsteht langsam Nähe.

Die große Stärke des Romans ist seine Atmosphäre. Redu wirkt entschleunigt, naturverbunden und voller Bücherliebe. Die Handlung bleibt bewusst leise, fast ereignislos, was gut zur Stimmung passt, aber Geduld verlangt. Manche Dialoge wirken etwas künstlich, und die Botschaft vom Innehalten wird sehr deutlich ausgespielt.

Trotzdem bleibt das Buch angenehm im Gedächtnis. Wer ruhige Geschichten mag, die mehr über Stimmung als über Handlung funktionieren, wird sich hier gut aufgehoben fühlen.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Bücher, Brüche, Neubeginn

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Das Antiquariat am alten Friedhof von Kai Meyer ist der vierte Roman, der im Graphischen Viertel Leipzigs angesiedelt ist, und lässt sich gut unabhängig von den anderen drei Büchern der Reihe lesen.

Die ...

Das Antiquariat am alten Friedhof von Kai Meyer ist der vierte Roman, der im Graphischen Viertel Leipzigs angesiedelt ist, und lässt sich gut unabhängig von den anderen drei Büchern der Reihe lesen.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen: 1930, als eine Gruppe junger Freunde im Club Casaubon mit dem Diebstahl seltener Bücher beginnt, und 1945, als Felix Jordan nach Kriegsende nach Leipzig zurückkehrt. Die Kapitel wechseln zwischen diesen Jahren und setzen die Handlung Stück für Stück zusammen.

Besonders stark ist die Atmosphäre. Leipzig kurz nach dem Krieg wirkt greifbar. Man spürt Zerstörung, Unsicherheit und die vielen offenen Fragen dieser Zeit. Felix steht dabei im Mittelpunkt: als ehemaliger Bücherdieb, später Bibliothekar, der zwischen amerikanischen und sowjetischen Interessen gerät und von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt wird. Die Spannung hält bis zum Schluss, auch wenn die vielen Figuren und Zeitsprünge Aufmerksamkeit verlangen und zwischendurch etwas fordern.

Die mystischen Elemente bleiben eher im Hintergrund, im Gegensatz zu anderen Büchern dieser Reihe. Trotzdem trägt der Roman durch seine dichte Stimmung, den Bezug zu Büchern und die spürbare Liebe zum untergegangenen Graphischen Viertel. Insgesamt ein lesenswerter Band, der nicht der stärkste der Reihe sein mag, aber gut zu lesen ist und ein Weilchen nachhallt.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Paris zwischen Poesie und Alltag

Die Suche nach Zuhause
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Marie Luise Ritter erzählt offen von ihrem Leben in Paris und verbindet das mit der Frage, wo man sich Zuhause fühlt.

Gerade ihre poetischen Beobachtungen mochte ich sehr: die Art, wie sie Stimmungen ...

Marie Luise Ritter erzählt offen von ihrem Leben in Paris und verbindet das mit der Frage, wo man sich Zuhause fühlt.

Gerade ihre poetischen Beobachtungen mochte ich sehr: die Art, wie sie Stimmungen einfängt, wie sie durch die Stadt streift und kleine Momente wichtig macht.

An anderen Punkten verliert die Erzählung jedoch an Tempo. Vor allem die ausführlichen Passagen zur Wohnungssuche lenken den Blick von der eigentlichen Frage weg.

Dort stehen Abläufe im Vordergrund, die zwar nachvollziehbar sind, aber für wenig Tiefe sorgen. So entsteht ein deutlicher Wechsel zwischen dichten, nachdenklichen Szenen und Kapiteln, die eher wie Alltagsprotokolle wirken und das Thema etwas verwässern.

Am überzeugendsten ist das Buch immer dann, wenn die Autorin bei ihren Gefühlen und Beobachtungen bleibt – dort findet es seinen stärksten Ton.

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