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Veröffentlicht am 22.02.2019

Weltmeisterschaft der Gefühle

Invincible - Ich geb dich niemals auf
1

Die Amerikanerin Anna Scott will sich nach einer misslungenen Affäre mit ihrem Abschlussarbeitsbetreuer in Großbritannien ein Leben und eine Karriere als Sportpsychologin aufbauen. Als die Praxis anläuft, ...

Die Amerikanerin Anna Scott will sich nach einer misslungenen Affäre mit ihrem Abschlussarbeitsbetreuer in Großbritannien ein Leben und eine Karriere als Sportpsychologin aufbauen. Als die Praxis anläuft, bekommt sie einen sehr verzweifelten Patienten – nämlich einen gutaussehenden, aber hoffnungslosen Rugby-Spieler, der eigentlich die Chance hatte, in die Profiliga aufzusteigen, aber dann riss ihn eine schlimme Verletzung auf einmal in den Abgrund.
Nick Renshaw, der sich selbst nicht mehr zu helfen weiß, weil er sich kein Leben ohne den harten Sport vorstellen kann, verzweifelt immer mehr und bekommt auch von Seiten seiner Lebensgefährtin keinen Beistand. Als er dann aber ein paar Therapiestunden bei der sexy Sportpsychologin Anna verbringt, regt sich ein kleiner Hoffnungsschimmer. Zwischen ihnen entsteht nicht nur eine Freundschaft, sie bauen sich auch gegenseitig auf. Und Nick wird nochmals operiert, da bei der ersten OP nicht alles glatt gelaufen ist. Es scheint also aufwärts zu gehen.
Aber dann erwischt Nick seine Freundin mit seinem besten Freund im Bett, randaliert und verwüstet das Haus, wobei er unabsichtlich seine Ex-Freundin verletzt. Er muss vor Gericht und Anna wird gebeten für ihn auszusagen.
Als Anna ans andere Ende des Landes zieht, weil sie die Chance auf eine zweite Praxis hat, verbringen sie die Nacht miteinander – aber als Nick aufwacht, ist Anna fort, und alles, was sie hinterlassen hat, ist eine wenig Hoffnung gebende Nachricht.
Mit Hilfe eines Mantras, das er von Anna gelernt hat – welches im Übrigen auch ihr durch eine schwere Zeit geholfen hat – macht Nick weiter, trainiert und hält durch, bis er schließlich ein Angebot von einem Verein in London bekommt. Endlich. Fehlt nur noch Anna, an die er immerzu denken muss.
Wie es der Zufall will, engagiert derselbe Club Anna als Sportpsychologin und es wird immer schwerer der Anziehung zwischen den beiden zu widerstehen. Sie verlieben sich nun endgültig ineinander und führen eine geheime Beziehung, da der Vertrag zwischen Psychologin und Verein eine Beziehung zwischen Spielern und Ärztin natürlich streng verbietet.
Als Nick und Anna die Weihnachtsfeiertage bei seinen Eltern verbringen, beobachtet Nicks verteufelte Ex-Freundin die beiden bei einem Spaziergang und geht damit an die Presse. Damit fängt das Anfang vom Ende an und nichts ist mehr so wie es war. Plötzlich geht es nur noch um Polizei, Medien, Gerüchte und Lügen, da Anna beschuldigt wird, einen Meineid gebrochen zu haben, und sie wird sogar für eine Nacht ins Gefängnis gesperrt. Sie verliert ihre Zulassung und Nick ergeht es nicht so viel besser. Er muss auf die Ersatzbank, kann nur hoffen, dass ihn der Verein jemals wieder aktiv spielen lässt, geschweige denn für die Nationalmannschaft spielen darf. Als würde das alles nicht schon reichen, müssen sich Nick und Anna auch noch gesetzlich voneinander fernhalten, und Anna geht zurück nach Amerika. Ist das das Ende einer Liebe, einer Sportler- und Sportpsychologinnen-Karriere?

Die Geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen, sie ist ein richtiges Auf und Ab und wird nie langweilig. Der Schreibstil ist großartig und sehr angenehm zu lesen. Mir gefällt es, dass aus beiden Sichten erzählt wird, weil man so immer „am neuesten Stand“ ist und weiß, was die jeweiligen Personen auch getrennt voneinander tun. Ich mag es auch, dass E-Mails und Nachrichten wortwörtlich im Buch stehen und nicht nur nacherzählt sind – das macht es noch lebendiger und wirkt einfach echt.
Meine Lieblingsperson ist Annas Assistent Brendan, weil er einen lustigen Charakter hat und bedingungslos für Anna da ist. Wen ich überhaupt nicht ausstehen konnte und die mich richtig geärgert hat, ist Nicks (Ex-)Freundin Molly. Sie treibt einen mit ihren Aussagen und Taten wirklich in die Verzweiflung – was man den Autoren sehr hoch anrechnen muss, denn ich finde es nicht so leicht, Charaktere so nah am Leben zu gestalten, dass man sich über sie ärgert.
Apropos Autoren. Ich finde es so cool, dass ein echter Rugby-Profi bei dem Buch mitgeschrieben hat. Ich kenne mich mit dem Sport zwar nicht sonderlich gut aus, aber es wirkt alles sehr natürlich, und ich habe das eine oder andere über Rugby gelernt.

Das Buch ist also ein richtiger Glücksgriff für alle, die Liebesgeschichten, die nicht überdramatisiert, sondern einfach flüssig und spannend zu lesen sind, lieben und mit den Charakteren selbst durch alle Gefühlsauf- und -abs gehen möchten. Zu empfehlen!

  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Gefühl
Veröffentlicht am 31.12.2018

Disappointing King

Sinful King
6

Irgendwie tut es mir leid, das sagen zu müssen, aber ich bin wirklich enttäuscht von diesem Buch. Für mich enthält es zu wenig Handlung und Hintergründe und es fehlt einfach das gewisse Etwas. Na klar, ...

Irgendwie tut es mir leid, das sagen zu müssen, aber ich bin wirklich enttäuscht von diesem Buch. Für mich enthält es zu wenig Handlung und Hintergründe und es fehlt einfach das gewisse Etwas. Na klar, es ist der erste Teil einer Reihe, aber ich bin nicht wirklich animiert, weiterzulesen.

Die Leseprobe hat mich ja wirklich beeindruckt - es war ja auch total spannend, dass da auf einmal ein dunkler, gutaussehender Typ mit einem gewissen Ruf in Keiras Büro steht und ihre Schulden, die eigentlich auf das Konto ihres verstorbenen Mannes gehen, einfordert. Erst richtig prickelnd wurde es, als er ihr vorschlug SIE als Ersatz für 1,5 Millionen, die sie nicht hat, zu nehmen.
Das war’s dann aber auch schon mit der Spannung, wenn man mich fragt. Ich komme nicht mit Keira klar, die sich auf der einen Seite schwört, bestimmte Dinge niemals zu machen, und im nächsten Moment erklärt sie sich nur allzu bereit, genau ebenjene Sachen zu tun. Ja, sie wird mehr oder weniger von Lachlan Mount bedroht, aber ich kann sie nicht wirklich ernst nehmen. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen und hasst ihn trotzdem – auch das ist in dieser Situation verständlich, aber auf mich wirkt sie irgendwie halbherzig und naiv. Von Lachlan hingegen erfährt man nicht allzu viel. In der Kommunikation zwischen den beiden geht es meistens um bevorstehenden Sex, angedrohten Sex oder Sex als Bestrafung. Ach, und manchmal beschimpft sie ihn und er erteilt ihr Befehle. Das war’s dann aber auch. Was es für mich noch schwerer macht, mich auf die Geschichte und die Charaktere einzulassen, ist die Art, die Lachlan an sich hat. Zuerst dachte ich ja, das Buch wäre ein Shades of Grey-Verschnitt, aber man erfährt so gar nichts über den Protagonisten, außer dass er gerne dominiert. Damit kann ich leider nichts anfangen. Vielleicht wirkt er auf andere geheimnisvoll, aber ich weiß so wenig über ihn, dass es mich nicht mal wirklich interessiert, was seine Geschichte eigentlich ist – auch weil ich seinen Charakter nicht sonderlich mag. Ich find ihn eigentlich sogar ziemlich verstörend, aber das mag an mir liegen.
Meine Lieblingsperson ist Keiras Assistentin Temperance, weil ihre Person relativ gut herausgearbeitet ist, und mit der Tätowiererin könnte ich mich wahrscheinlich auch anfreunden. Keiras „große Schwester“ Magnolia finde ich etwas seltsam, da sie immer alles besser zu wissen scheint, aber gleichzeitig widerspricht sie sich mit ihren eigenen Worten. („Lass dich bloß nicht auf ihn ein, er wird dich verrückt machen“ … „Lass dich doch einfach darauf ein, wenn es dir und deinem Körper Spaß macht“)
Am Ende des Buches gibt es endlich ein wenig Handlung und bammm – dann ist es aus. Wartet auf den nächsten Teil. Clever, diese Meghan March :)

Der Schreibstil wiederum ist gut, hat mich nicht vom Hocker gehauen, muss er bei so einem Buch aber auch nicht, wenn man mich fragt. Er ist leicht zu lesen, man kann sich gut vorstellen, was gerade passiert und an manchen Stellen ist es auch spannend. Zwischendurch sind ganz kurze Kapitel aus seiner Sicht geschrieben, was nicht schlecht ist, da man dadurch noch neugieriger wird und wissen möchte, was er von dem Ganzen hält.

Zusammengefasst bin ich leider nicht beeindruckt und musste mich manchmal wirklich überwinden weiterzulesen. Es ist schade, dass die Geschichte nicht hält, was die Leseprobe verspricht, aber vielleicht könnte mich die Geschichte ja mehr reizen, wenn ich im zweiten Teil mehr Informationen zu den Personen bekäme. Vielleicht erzählt mir mal jemand, der die Reihe weiterliest, ob es sich für mich lohnt, es zu versuchen.
Ich hoffe, andere hatten mehr Spaß an diesem Buch und ich wünsche euch allen ein fröhliches Weiterlesen!

  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Erotik
Veröffentlicht am 06.11.2018

Penalty oder Powerplay für die Liebe des Lebens?

Maybe this Time - Und auf einmal ist alles ganz anders
3

Als die Eishockeystar-Ehefrau Abigail in ihre idyllische Heimatstadt Glenwood Falls zurückkehrt, steht sie alleine mit ihrer 9jährigen Tochter Dani vor der Tür ihrer Eltern. Sie ist gerade mitten in der ...

Als die Eishockeystar-Ehefrau Abigail in ihre idyllische Heimatstadt Glenwood Falls zurückkehrt, steht sie alleine mit ihrer 9jährigen Tochter Dani vor der Tür ihrer Eltern. Sie ist gerade mitten in der Scheidung von ebenjenem Eishockeystar und nebenbei auch noch auf Jobsuche, die sich anfänglich nicht sehr erfolgreich gestaltet, da sie außer einem Pädagogikabschluss keine berufliche Erfahrung mit sich bringt. Sie möchte sich gerne in der Volksschule für eine Aushilfsstelle bewerben, aber als sie dort auch noch einen alten Bekannten, nämlich den besten Freund ihres beinahe Exmannes, trifft, gerät ihre Welt noch mehr aus den Fugen, denn dieser Jackson hatte sie noch nie gemocht und hatte daraus auch nie einen Hehl gemacht. Jetzt würde sie ihm nur allzu oft begegnen, denn er ist der Eishockeytrainer der Juniorenmannschaft, der auch ihre Tochter gerne angehören möchte. Es würde schrecklich werden jemanden, der einen aufs Letzte nicht ausstehen konnte, so oft zu begegnen, nicht wahr? Aber welchen Grund hat seine Abneigung eigentlich? Steckt da vielleicht etwas ganz anderes dahinter? Wenn Abby nur selbst wüsste, was zwischen ihr und dem abgeneigten, aber irgendwie anziehenden Jackson los ist…

Dieses Buch war das erste von Jennifer Snow, das ich gelesen habe, und nach ein paar Seiten fand ich mich sofort mitten im Leben von Abigail wieder und konnte mir ihr idyllisches Landleben in Glenwood Falls vorstellen, da die Umwelt sehr einfühlsam, aber nicht zu ausschweifend, beschrieben wird und man sich vorkommt, als würde man selbst dort leben. Auch Begegnungen zwischen den Hauptpersonen sind so schön aufs Blatt gebracht, dass man als Leser augenblicklich mit dem Erzähler gemeinsam Herzklopfen und feuchte Hände bekommt.

Das Buch ist in der dritten Person aus Sicht von Abby und Jackson geschrieben, was ich als sehr erfrischend empfand, da die meisten der Bücher, die ich zuletzt gelesen habe, in der Ich-Form erzählt wurden. Ich finde es auch schön, nicht nur Abigails Seite der Geschichte, sondern auch Jacksons Gedanken und Gefühle mitzubekommen, und da sich diese zwei Personen in Charakter wie auch in Erzählepisoden perfekt ergänzen und abwechseln, konnte ich sehr gut mitfühlen. Besonders die Spannung zwischen den beiden kommt sofort beim Leser an und zwingt einen dazu, weiterzulesen.
Der Schreibstil ist an und für sich flüssig zu lesen und spannend geschrieben. Mir gefällt, dass manchmal auch direkte Gedanken in den Texten vorkommen, da sie manche Situationen wirklich lustig und nachvollziehbar machen und diese dadurch noch besser dargestellt sind.
Bei Dialogen kommt man sich vor, als würde man direkt neben den Kommunizierenden stehen und zuhören. Was mich nicht so gefallen hat, war, dass ich oft den Eindruck hatte, Dani, die ja eigentlich erst neun Jahre alt ist, wäre schon vierzehn oder sogar älter, da ihre Wortwahl manchmal unnatürlich erwachsen klang.
Allgemein wird in dem Buch nicht zu viel beschrieben, also man hängt nicht Kapitel für Kapitel in genau beschriebenen Situationen fest, sondern liest genau so viel wie benötigt wird um die Fantasie des Lesers anzuregen. Die wichtigsten Situationen werden schön und ausführlich dargestellt, aber man muss sich nicht ständig den Tagesablauf der Erzähler genauestens anhören.

Alles in allem, finde ich die Geschichte sehr spannend und konnte es gar nicht erwarten, weiterzulesen. Es gefällt mir auch sehr gut, dass das große, alles zerstörende Drama ausbleibt und man sich einfach wohl fühlt nachdem man die letzte Seite gelesen hat. Ich freue mich auf weitere Geschichten, Charaktere, Gefühle und Gespräche von Jennifer Snow. Definitiv empfehlenswert!

  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Gefühl
  • Erzählstil