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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2025

Wenn Schreiben zur letzten Hoffnung wird

Write Me for You
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Da ich schon so viel Gutes über die Werke von Tillie Cole gehört habe, musste ich nun endlich auch mal schauen, was die Autorin so auf ihre Seiten bringt. Ihr Roman „Write me for you“ schien mir da die ...

Da ich schon so viel Gutes über die Werke von Tillie Cole gehört habe, musste ich nun endlich auch mal schauen, was die Autorin so auf ihre Seiten bringt. Ihr Roman „Write me for you“ schien mir da die perfekte Möglichkeit, dies zu tun, schließlich versprach der Klappentext eine emotionale, packende Geschichte.

Das Cover ist mit seinen zarten Rosatönen und dem Hellblauen Schriftzug dezent gehalten. Die fliegenden Blätter passen dabei zu der Geschichte und symbolisieren gleichzeitig die Schnelligkeit des Lebens. Auch der Farbschnitt ist sehr ästhetisch.

Viel wichtiger ist aber natürlich der Inhalt des Buches: Die 17jährige June erfährt, dass nur noch eine Teilnahme an einer Krebsstudie auf einer Ranch ihr helfen kann, ihre Krankheit zu besiegen. Am letzten Strohhalm greifend nutzt sie die Chance und trifft auf Jesse, der wie sie versucht, seinen Krebs auf der Ranch zu besiegen. Im Gegensatz zur introvertierten Protagonistin ist Jesse allerdings extrovertiert, positiv gestimmt und absolut frech. Und eins ist er noch: auf den ersten Blick von June überwältigt. Er bittet June darum, ihren Traum zu verwirklichen und eine Geschichte zu schreiben, in der ihre packende Liebesgeschichte thematisiert wird, selbst, wenn sie es nicht schaffen sollten, ihre Krankheit zu besiegen …

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich an beiden Protagonisten den ein oder anderen Makel entdeckt habe: Jesse wirkte für mich an einigen Stellen schlichtweg zu makellos, auch sein impulsives Handeln war für mich teilweise schlichtweg befremdlich. Ich kann mir natürlich gut vorstellen, dass junge Menschen, denen die Zeit wegrennt, noch so viel wie möglich vom Leben mitbekommen möchten, dennoch war das Verlieben und weitere, wichtige Schritte ihrer Liebesbeziehung für mich schlichtweg zu überstürzt. June wirkte für mich vor allem im zweiten Teil stellenweise sehr matt und zu tief in der Alternativwelt ihres eigenen Buches gefangen. Bezeichnungen wie „Baby“, die im zweiten Teil des Buches sehr häufig von den beiden Protagonisten genutzt wurden, passten meiner Meinung nach absolut nicht.

Positiv hervorheben möchte ich die Nebenfiguren, allen voran Junes Vater, Emma und Chris, die man allesamt wegen ihrer Handlungen einfach ins Herz schließen musste. Vor allem Junes Vater zeigte immer wieder, wie wichtig Menschlichkeit, Fürsorge, Verständnis und Zusammenhalt in schweren Situationen sind.

Nichtsdestotrotz lässt sich nicht leugnen, dass der Schreibstil von Tillie Cole nahezu magisch ist: In bildreicher, emotionaler Sprache schafft sie es eine Welt zu kreieren, in die man binnen weniger Sekunden versinkt. Man fühlt mit den Protagonisten, leidet mit ihnen und … ja – man weint auch mit ihnen. Ich habe schon lange nicht mehr beim Lesen geweint, hier lag die Taschentuchpackung allerdings immer neben mir. Vor allem das Ende des Buches hat mich zerrissen, wenngleich das letzte Bild nahezu magisch war. Dank überschaubarer Sätze und eines einfachen Wortgebrauchs kann man das Buch auch nach einem anstrengenden Arbeitstag zur Hand nehmen. Zahlreiche Dialoge und der Perspektivwechsel machten die Geschichte überdies sehr lebendig. Auch das Nebeneinander zwischen der fiktiven Realität und der von June geschaffenen Alternativwelt war sehr erfrischend.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es sich hier um eine berührende Liebesgeschichte handelt, die zeigt, wie nah Leben und Tod, Nähe und Verlust aber auch Freude und Leid sich sind. Das Buch hat mich so oft zum Nachdenken gebracht, ist emotional gesehen aber keine leichte Lektüre. Wer etwas zum Nachdenken sucht, der ist hier genau richtig!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 09.12.2025

Ein warmherziges Bilderbuch über Wut, Verständnis und Nähe

Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?
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„Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?“ ist ein liebevoll gestaltetes Pappbilderbuch, das sich auf einfühlsame Weise mit einem der wichtigsten Gefühle kleiner Kinder auseinandersetzt: Wut. Im Mittelpunkt ...

„Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?“ ist ein liebevoll gestaltetes Pappbilderbuch, das sich auf einfühlsame Weise mit einem der wichtigsten Gefühle kleiner Kinder auseinandersetzt: Wut. Im Mittelpunkt steht die kleine Panda-Tochter Tilly, die voller Energie, Neugier und Tatendrang steckt, aber ebenso schnell frustriert ist, wenn Dinge nicht so laufen, wie sie es sich vorgestellt hat. Die Situationen, in denen Tilly wütend wird, wirken sehr alltagsnah: Geschwister, die kritisieren, das Bedürfnis nach Selbstbestimmung oder das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Genau diese Nähe machte es meinen Kindern leicht, sich mit ihr zu identifizieren.
Besonders gelungen ist die Grundhaltung des Buches: Es vermittelt klar, dass Wut ein legitimes Gefühl ist, das nicht unterdrückt werden muss. Stattdessen zeigt Tillys Mama Verständnis, hört zu, bietet Halt und hilft ihrer Tochter, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu benennen. Dieser beziehungsorientierte Ansatz eignet sich wunderbar für Familien, die einen achtsamen Umgang mit Emotionen fördern möchten.
Die Illustrationen von Lisa Rammensee sind farbenfroh, warm und ausdrucksstark. Sie transportieren Tillys Emotionen so gut, dass auch unsere allerjüngste Tochter intuitiv verstehen konnte, was in der kleinen Pandabärin vorgeht. Der gereimte Text lässt sich meist flüssig vorlesen und schafft einen schönen Rhythmus, auch wenn manche Reime etwas holprig wirken.
Insgesamt ist „Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?“ ein warmherziges, alltagsnahes Buch, das Kindern zeigt, dass Wut völlig in Ordnung ist und Eltern vermittelt, wie wichtig es ist, diese starken Gefühle liebevoll zu begleiten. Es eignet sich besonders für Kinder ab etwa zwei Jahren und bietet eine wunderbare Grundlage, um über Emotionen ins Gespräch zu kommen. Wir können es gerne empfehlen!

Veröffentlicht am 02.12.2025

Berührender Roman über Trauerbewältigung

Memories So Golden Like Us (Blue Eternity 2)
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Der Klappentext von Memories so Golden Like us hat mich so gefesselt, dass ich nicht anders konnte, als diesen Roman zu lesen – tatsächlich ohne Kenntnis des ersten Bandes. Wie man schon aus dem Klappentext ...

Der Klappentext von Memories so Golden Like us hat mich so gefesselt, dass ich nicht anders konnte, als diesen Roman zu lesen – tatsächlich ohne Kenntnis des ersten Bandes. Wie man schon aus dem Klappentext herauslesen kann, erzählt der Roman die Geschichte von Blair, der Tochter einer einflussreichen Familie, die nach dem Tod ihres Bruders mit ihren Gewohnheiten und ihrer Kunst bricht und sich stattdessen in das Partyleben Londons stürzt. Um ihre Tochter wieder auf die richtigen Bahnen zu lenken, stellen ihre Eltern ihr ein Ultimatum: Entweder sie sieht nach St Ives und malt eine Bildereihe für eine Ausstellung oder sie muss ihr Leben von dem ein auf den anderen Tag selbst finanzieren. Wer kann zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass der beste Freund ihres Bruders und ihr ehemaliger Schwarm sie bei dem Entstehungsprozess ihrer Bilder filmisch begleiten soll?

Zunächst einmal kann ich betonen, dass man die Geschichte um Blair und Connor wunderbar ohne Wissen des ersten Teils lesen kann. Blairs Trauerprozess wurde von Gabriella Santos de Lima so fantastisch dargestellt, dass ich beim Lesen das ein oder andere Mal nicht um eine Gänsehaut umhingekommen bin. Mir hat die Chemie zwischen den Protagonisten sehr zugesagt, wenngleich ich mir gewünscht hätte, Connors Trauerprozess ein Stückchen mehr begleiten zu können – Sam war für ihn wie ein Bruder, die Verarbeitung seines Todes kam mir hier etwas zu kurz.

Interessant fand ich dagegen die Aufteilung des Romans in verschiedene Erzählabschnitte (z.B. London, St Ives, Zurück in der richtigen Welt). Diese haben nicht nur die Schauplätze nochmal gut betont, sondern auch Blairs Verfassung.

Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft und absolut emotional. Ich habe mit den Figuren mitleiden können, was unter anderem an den Perspektivwechseln lag. Die Geschichte wird nämlich aus Connors und aus Blairs Sicht erzählt. Die Kapitel sind dabei überschaubar, sodass man das Buch auch mal zwischendurch „mal schnell“ zur Hand nehmen kann. Toll war, dass auch Textnachrichten, Blairs ehemalige Tagebucheinträge, Berichte eines Blogs sowie die Kommentare dieses den Fließtext unterbrochen haben. Diese haben Schwung in den Lesefluss gebracht, aber mich auch dazu motiviert, über die Auswirkungen von Hasskommentaren auf die Psyche von Menschen nachzudenken.

Insgesamt hat mich der Roman gepackt, gefesselt und berührt. Ich habe die Tiefgründigkeit des Buches geliebt und kann sagen: das war eines meiner Jahreshighlights!

Veröffentlicht am 24.11.2025

Prinzesinnenliebhaber aufgepasst!

Alles über Prinzessinnen
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Meine große Prinzessin ist wissbegierig, wenn es um historische Aspekte oder ihr Lieblingsthema „Prinzessinnen“ geht, daher konnten wir kaum um dieses Lexikon von „Wieso? Weshalb? Warum?“ vorbei. Da wir ...

Meine große Prinzessin ist wissbegierig, wenn es um historische Aspekte oder ihr Lieblingsthema „Prinzessinnen“ geht, daher konnten wir kaum um dieses Lexikon von „Wieso? Weshalb? Warum?“ vorbei. Da wir große Fans dieser Wissensreihe sind, hatten wir große Erwartungen … und wurden nicht enttäuscht.

Das Cover des Lexikons besteht aus festem Karton und ist in romantisch-verspielten Farbtönen gehalten, die sehr klischeehaft zum Prinzessinnenthema passen. In rosa und hellblauen Tönen betrachten zwei adrett gekleidete Prinzessinnen den Leser und die rosa Hintergründe machen das Thema komplett. Meiner Tochter gefällt die Aufmachung sehr.

Die kunstvollen Illustrationen findet man natürlich auch auf den folgenden acht Doppelseiten. Sie passen sehr zur Thematik und unterstützen das Lernen über Prinzessinnen visuell. Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle natürlich die Wissensklappen, mithilfe welcher man Bilder im Lexikon verändern kann oder an weitere Informationen gelangt. Dieses spielerische Element motiviert meine Tochter sehr, weiter zu entdecken und auch selbstständig zu lesen. An dieser Stelle möchte ich außerdem anmerken, dass die Seiten des Buches sehr stabil sind, weshalb man keine Sorge haben muss, dass sie beim häufigen Lesen und Stöbern knicken oder reißen.

Kommen wir nun zum Wichtigsten: den Informationen. Von diesen gibt es zahlreiche: So erfahren die kleinen und großen Prinzessinnen zahlreiche Dinge über das Leben auf dem Schloss, die Tätigkeiten von Königinnen und Prinzessinnen, den Tagesablauf von Prinzessinnen, Mode, Hochzeiten sowie Prinzessinnen im Märchen. Die Informationen werden überschaubar in kleineren Textabschnitten dargeboten. Dabei achten die Verfasser auf kurze Sätze sowie einen einfachen Wortschatz, sodass meine Leseanfängerin einzelne Passagen sogar selbstständig lesen kann. Da es auch zahlreiche Bildunterschriften gibt, erfährt man wirklich viel über die Thematik.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass meine Tochter das Buch sehr liebt: Es verbindet Sachwissen mit spielerischen und visuellen Elementen, was das ganzheitliche Lernen fördert. Wir können das Buch besten Gewissens allen Prinzessinnenfans empfehlen!

Veröffentlicht am 23.11.2025

Ein Buch, das Babys strahlen lässt

ministeps: Alle meine Kullertiere
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Es ist kein Geheimnis, dass Babys und Kleinkinder alles lieben, was Geräusche macht, weshalb das Pappbilderbuch „Alle meine Kullertiere“ bei uns sooooo häufig betrachtet wird. Auf fünf Doppelseiten kann ...

Es ist kein Geheimnis, dass Babys und Kleinkinder alles lieben, was Geräusche macht, weshalb das Pappbilderbuch „Alle meine Kullertiere“ bei uns sooooo häufig betrachtet wird. Auf fünf Doppelseiten kann man in diesem jeweils ein niedlich gezeichnetes Tier mit einer rot-orangen Kullernase entdecken. Wenn man an diesem Näschen dreht, rasselt es, was meine Tochter seit ihrem 5. Lebensmonat stets zum Lachen bringt.

Auf jeder Doppelseite wird das jeweilige Tier mit einem gereimten Satz wunderbar beschrieben: So spielt die Katze gerne im Sand, die Biene summt um das Schneckenhaus oder das Häschen knabbert an einer Möhre. Die Wortwahl ist sehr kindgerecht und dank der Reime wird das Sprachbewusstsein sehr gut unterstützt. Kleinere Bildchen, die zum Spruch oder zum jeweiligen Tier passen, ermöglichen ebenfalls das Lernen alltagsnaher Begriffe. Als Beispiel – auf der Seite mit dem Hasen sind eine Möhre, eine Banane, ein Apfel sowie ein Vogel abgebildet. Man kann das Kind die Dinge benennen lassen, aber auch nach dem Gemüse suchen lassen, welches am liebsten vom Hasen vertilgt wird. So wird das Vorlesen wunderbar mit dem Lernen und Entdecken verknüpft, was mir sehr zusagt.

Die Seiten des Buches sind allesamt dick, weshalb man keinerlei Sorgen haben muss, dass das Pappbilderbuch alltäglichen Strapazen mit Baby und Kleinkind nicht standhalten könnte. Die Rasselnase der Tiere ist ebenso gut zwischen zwei Buchseiten eingearbeitet, sodass sie auch trotz festerem Ziehen nicht herausbekommt. In diesem Sinne ist das Buch absolut Babysicher.

Abschließend lässt sich sagen, dass meine Tochter seit ihrem 5. Lebensmonat schlichtweg begeistert von diesem interaktiven Buch ist. Es fördert nicht nur den Lesespaß, sondern hilft auch beim Erlernen alltagsnaher Begriffe sowie der Förderung der Motorik. Ich kann es sehr gerne weiterempfehlen!