Cozy Cover, wenig Cozy Feeling
Not in My BookIch muss ehrlich zugeben, dass „Not in my book“ mich vor allem wegen des Covers angesprochen hat: Die herbstliche Gestaltung lies mich auf ein cozy Wohlfühlbuch mit Enemys-to-lovers-Charakter hoffen. Und ...
Ich muss ehrlich zugeben, dass „Not in my book“ mich vor allem wegen des Covers angesprochen hat: Die herbstliche Gestaltung lies mich auf ein cozy Wohlfühlbuch mit Enemys-to-lovers-Charakter hoffen. Und so stürzte ich ins Lesevergnügen.
Wie man schon aus dem Klappentext herauslesen kann, erzählt der Roman von Katie Holmes die Geschichte von Rosie und Aiden, zwei Literaturstudenten im Master, welche unfreiwillig zusammen ein Buch schreiben müssen. Der anfängliche Kleinkrieg rückt zu Gunsten der Kreativität und der Anziehung immer weiter zum Höhepunkt, bis eine berufliche Chance wieder einen Keil in die Beziehung zu treiben droht …
Mir gefiel der Schreibstil von Katie Holmes: Mithilfe einfacher, aber zum Thema passender Wortwahl und zumeist einfacher Satzstrukturen gelang es ihr, eine flüssige Geschichte zu schreiben, die man auch nach einem harten Arbeitstag gut zur Hand nehmen kann. Zahlreiche Dialoge machten diese lebendig. Das Besondere an diesem Buch sind für mich die Romanpassagen von Rosie und Aiden, welche am Ende eines jeden Kapitels stehen. Sie gewähren einen Einblick in die Gefühlswelt beider Protagonisten, was schön ist, da man sonst nur Rosies Sichtweise liest.
Ich muss zugeben, dass ich mit Rosie nicht ganz warmgeworden bin: An zahlreichen Stellen konnte ich ihr Verhalten schlichtweg nicht verstehen. Vor allem die anfängliche Fehde mit Aiden widersprach meiner Meinung nach ihren Aussagen, dass sie nach Freundschaft und Ruhe strebe. Rosie wirkte auf mich zum Teil naiv und impulsiv. Aiden dagegen gewann schnell meine Sympathien: Über seine grummlig-mürrischen Art musste ich oft grinsen und seine Familiengeschichte berührte mich. Dementsprechend empfand ich es eher als abstrus, dass er plötzlich mit Dirty Talk begann, das meiner Meinung nach gar nicht zu ihm passte. Nach dem gefühlt hundertsten „Baby“ innerhalb weniger Seiten musste ich einfach die Augen verdrehen.
Was mich außerdem irritiert ist die Diskrepanz zwischen Cover und Inhalt: Das Cover vermittelt den Eindruck, es handle sich hier um ein Herbstbuch. Dem widerspricht der Inhalt, denn die Geschichte zieht sich durch zwei Semester, also ein gesamtes Jahr. Die Mehrheit der Handlung spielte meiner Meinung nach im Winter. Nur an wenigen Stellen kamen bei mir die erhofften „cozy vibes“ durch, was ich wirklich schade fand.
Insgesamt muss ich sagen, dass ich eher enttäuscht von der Geschichte war. Rosie wirkte mir zumeist unsympathisch und das gemütliche Setting fehlte mir. Schön fand ich allerdings die Idee der Textmontage, in der Textnachrichten und Romanauszüge die eigentliche Erzählung unterbrachen.