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Katjuschka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

Vorhersehbar

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Sophie Wilde ist eine der erfolgreichsten Restaurantkritikerinnen Londons.
Doch als sie in eine private Krise gerät, macht sie einen entscheidenden Fehler: Bei der lang erwarteten Eröffnung des Restaurants ...

Sophie Wilde ist eine der erfolgreichsten Restaurantkritikerinnen Londons.
Doch als sie in eine private Krise gerät, macht sie einen entscheidenden Fehler: Bei der lang erwarteten Eröffnung des Restaurants von Model Annabelle Scott.
Sophies vernichtende Kritik am Restaurant - und an Annabelle - lösen einen unerwarteten Shitstorm aus.
Ihr Chef verordnet Sophie eine Auszeit und nagelt sie außerdem auf ihre öffentliche Behauptung fest, sie könne überall auf der Welt ein Sterne-Restaurant eröffnen: Er schickt sie nach Port Haven an der Küste von Cornwall.
Kurzerhand zieht Sophie mit ihrer Mutter und ihrer Teenager-Tochter in den kleinen Hafenort und übernimmt das heruntergekommene "Smugglers’ Inn", mitsamt seiner schrulligen Angestellten, die ihrem Vorhaben, Spitzenküche etablieren zu wollen, allesamt ablehnend gegenüberstehen.
Der einzige Lichtblick ist Koch Lennox, der so gut aussieht, wie er kocht.
Doch kann Sophie unter diesen Umständen eine Gourmet-Adresse schaffen?
Oder ist es ihr eigenes Leben, das ein ganz neues Rezept braucht?

Die Romane von Katharina Herzog sind (um beim Thema Kulinarik zu bleiben) leichte Kost.
Die Geschichte um Sophie ist wie ein Pfannkuchen: Süß und flach.
Mir hat die Grundidee, ein schlecht laufendes Restaurant in der Provinz auf Vordermann zu bringen, eigentlich gut gefallen.
Bei der Umsetzung muss ich aber bemängeln, dass die Handlung wirklich extrem vorhersehbar war.
Auch ging mir vieles deutlich zu glatt, was die Geschichte stellenweise sehr unrealistisch gemacht hat.
Tochter Riley pubertiert etwas herum, aber kaum ist ein Hund da ist wieder alles im Lack. Naja.
Sophies Mutter Tanya mit ihrer erfrischenden Art fand ich allerdings großartig.
Auch für den charmanten Handlungsort Cornwall gibt es von mir Bonuspunkte - das hat ja schon bei Rosamunde Pilcher gut funktioniert
Die Geschichte plätschert ohne größere Überraschungen dahin und hätte etwas mehr Würze in Form von Emotionen und Tiefgang vertragen können.
So ist Teil 1 der Reihe mehr leichte Zwischenmahlzeit als Haute Cuisine.
Für mich gibt es keinen Nachschlag mehr.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Teil 1 der Dilogie

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
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Louise, Ella und Paul sind die Hauptpersonen in einer historischen Geschichte, die mit interessanten Krimielementen punktet.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht der drei erzählt und so lernt man ...

Louise, Ella und Paul sind die Hauptpersonen in einer historischen Geschichte, die mit interessanten Krimielementen punktet.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht der drei erzählt und so lernt man diese schrittweise immer besser kennen und auch verstehen.
Denn nach und nach erfährt man auch Einzelheiten aus deren jeweiliger Vergangenheit und so sind ihre Gedanken und Reaktionen gut nachvollziehbar.
So wie Louise zu Beginn einen recht naiven und dadurch teils etwas hilflosen Eindruck macht, so wirkt Ella direkt sehr stark und zielstrebig auf ihrem Weg zu Eigenständigkeit.
Gemeinsam haben sie aber den unbedingten Willen sich, trotz schwieriger Vergangenheit, nicht unterkriegen zu lassen.
Paul hat nach einer Verletzung und dem Verlust seiner Arbeit Schwierigkeiten den Lebensmut nicht vollends zu verlieren.
Zuerst treibt ihn nur der Hass auf Hinnerk Macke an, aber das ändert sich zum Glück irgendwann.
Louise, Ella und Paul sind durch Zufall oder vom Schicksal zusammengewürfelt worden und werden nach diversen Startschwierigkeiten ein richtig gutes Trio.
Der Krimi-Anteil um den ermordeten Juwelier und die Suche nach dem Täter macht die Handlung besonders im letzten Drittel richtig spannend.
Ob und wie die neuen Freunde die Unschuld des jungen Joshua beweisen können, was aus Louises Ehemann geworden ist und wie es mit der Bar weitergeht, liest sich nicht zuletzt wegen der historischen Einflechtungen sehr gut und interessant - auch wenn es stellenweise ein paar Längen gab.
Im Oktober erscheint Teil 2 - "Schatten über St. Pauli".

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Unglaubwürdig und konstruiert

Das kleine Hotel auf Island
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Das kleine Hotel auf Island von Julie Caplin

Lucys Leben gleicht einer Sackgasse: Kein Job, keine Wohnung und ein verlogener Ex.
Deshalb ergreift sie ohne zu zögern die Chance, für eine befristete Stelle ...

Das kleine Hotel auf Island von Julie Caplin

Lucys Leben gleicht einer Sackgasse: Kein Job, keine Wohnung und ein verlogener Ex.
Deshalb ergreift sie ohne zu zögern die Chance, für eine befristete Stelle als Hotelmanagerin nach Island zu ziehen.
Doch das idyllische Hygge-Hotel birgt unerwartete Probleme: Schafe im Whirlpool, technische Schwierigkeiten und vermeintliche Fabelwesen, die ihr Unwesen treiben, halten Lucy ordentlich auf Trab.
Und dann ist da auch noch Alex, der schottische Barmann mit den
dunklen Augen, der Lucys Herz schneller schlagen lässt.
Doch ist Alex, wer er zu sein vorgibt?

Wieder ein Romantic-Escape Roman nach bekanntem Muster.
Ich hatte gehofft eine nicht allzu flache Geschichte zu bekommen, die ich dann bei genügend Island-Charme, gespickt mit Elfen und Trollen zumindest nett finden kann.
Das hat leider nicht geklappt!
Lucy, angeblich Top-Hotelmanagerin, ist in meinen Augen total unfähig. Dazu sind sämtliche Protagonist(inn)en extrem überzeichnet und klischeehaft.
Die Beschreibungen von Wasserfällen und Geysiren sind zwar sehr schön, aber die unglaubwürdige Handlung machen jeden Sehnsuchtsmoment in Sekundenschnelle zunichte.
Nach der grausamen Amalfi-Geschichte der zweite Roman der Reihe, den ich abbrechen musste um nicht weitere Lebenszeit zu verschwenden.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Weil wir leben

Wir sehen uns wieder am Meer
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2024: Juni Bjerke erhält einen Anruf.
Erst jetzt erfährt sie vom Schicksal der geliebten Freundinnen ihrer Großmutter Tekla.
1944: Norwegen ist von den Deutschen besetzt.
Die junge Krankenschwester Birgit ...



2024: Juni Bjerke erhält einen Anruf.
Erst jetzt erfährt sie vom Schicksal der geliebten Freundinnen ihrer Großmutter Tekla.
1944: Norwegen ist von den Deutschen besetzt.
Die junge Krankenschwester Birgit begegnet der 16-jährigen Nadia, die aus der Ukraine zur Zwangsarbeit in der Fischfabrik verschleppt wurde.
Als Birgit sich dem Widerstand anschließt und Nadia einen Kollaborateur trifft, geraten sie in höchste Gefahr.
Ihre Geheimnisse teilen sie nur mit dem "Deutschenmädchen" Tekla.
Weit über den Krieg hinaus müssen die Freundinnen Entscheidungen fällen, die noch das Leben ihrer Kinder und Enkel prägen werden.

Nach einem zuerst etwas verwirrenden Prolog (zumindest wenn man "Als Großmutter im Regen tanzte" nicht kennt) dreht es sich hier erneut um eher wenig bekannte historische Begebenheiten in Norwegen während des Krieges und der Zeit danach.
Birgit arbeitet in Bodø im Krankenhaus und kommt dort u.a. mit den sowjetischen Zwangsarbeitern in Kontakt.
Die Lebensbedingungen in den Lagern sind furchtbar. Hygiene und medizinische Versorgung existieren kaum. Dazu kommen menschenverachtende Arbeitsbedingungen in den Fischfabriken.
Nicht nur die deutschen Besatzer sind schrecklich, auch manche norwegischen Kollaborateure stehen ihnen in nicht viel nach!
Birgit freundet sich mit der Ukrainerin Nadia an und versucht ihr zu helfen.
Gleichzeitig schließt sie sich dem Widerstand an und versteckt geflohene sowjetische Arbeiter.
Als Birgit erwischt wird gelangt sie in die Hände der Gestapo und die eines sadistischen norwegischen Kollaborateurs.
Ihre große Liebe Alexander jedoch konnte fliehen.
Wird sie ihren "Sascha" je wiedersehen?
Nach Ende des Krieges arbeitet Birgit als Übersetzerin, ihre russischen Sprachkenntnisse sind bei der Rückführung der Zwangsarbeiter sehr hilfreich.
Als sie das Angebot bekommt nach Moskau zu gehen und für den Geheimdienst zu arbeiten nimmt Birgit an, denn sie hofft dort Sascha zu finden.
In Moskau jedoch beginnt das nächste grausame Drama ihres Lebens.
Rückhalt findet sie später bei Nadia und der aus Deutschland zurückgekehrten Tekla.

Geschickt verbindet Trude Teige in "Wir sehen uns wieder am Meer" Fiktion mit Fakten und zeichnet ein unbekanntes Bild um die norwegisch-sowjetische Vergangenheit zur Zeit des Krieges.
Erschreckend fand ich, dass die Beschreibung der Sowjetunion Mitte der 1950er Jahre, dem heutigen Russland zu ähneln scheint: Ein allgegenwärtiger Geheimdienst und Menschen die willkürlich in Arbeitslagern in Sibirien landen, gehören genau wie die fehlende Meinungs- und Pressefreiheit wie selbstverständlich zum Alltag der Menschen.
Was wurde aus Perestroika und Glasnost?

Der Abschluss mit den im Regen tanzenden Freundinnen Birgit, Tekla, Nadia und Annelies bildet einen versöhnlichen Abschluss.
Lediglich das im Epilog beschriebene Schicksal von Annelies macht traurig.

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Veröffentlicht am 05.07.2025

RomCom für Filmfans

Neuanfang in Notting Hill
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Jess liebt Filme. Besonders romantische Komödien.
Diese Leidenschaft wurde befeuert, seit sie gemeinsam mit ihrer Mutter stundenlang Julia Roberts und Hugh Grant bei Dreharbeiten zu "Notting Hill" zugesehen ...


Jess liebt Filme. Besonders romantische Komödien.
Diese Leidenschaft wurde befeuert, seit sie gemeinsam mit ihrer Mutter stundenlang Julia Roberts und Hugh Grant bei Dreharbeiten zu "Notting Hill" zugesehen hat.
Mittlerweile ist die Mutter verstorben, ihr Ex hat ihre gesamten Ersparnisse mitgehen lassen, sie musste ihre Wohnung und ihr Studium aufgeben.
Von ihren Träumen ist nur noch geblieben, dass Jess ein kleines Independantkino leitet.
Seit einem Jahr lebt Jess nun "übergangsweise" bei ihrer besten Freundin Debs, denn sie findet in London keine bezahlbare Wohnung.
Als sich bei Debs Baby Nr. 4 angekündigt ist klar - Jess muss sehr bald ausziehen!
Über eine Annonce findet sie eine Untermiete bei der Seniorin Joan.
Joan lebt allein. Zurückgezogen in ihrem Häuschen mit Garten ist es etwas einsam um sie geworden.
Nur noch Nachbarin Pamela und Sohn Edward sind ihr Kontakt zur Außenwelt.
Jess und Joan mögen sich trotz (oder wegen?) ihr Unterschiede sofort sehr gern.
Die Idee ihre Lebensweise zu tauschen, wie Joan es formuliert, ist für beide eine echte Herausforderung.
Joan hat keine Ahnung von der digitalen Welt, Jess kämpft mit den Problemen ihr Leben analog zu gestalten.
Mit Humor wird ganz wunderbar die "Abhängigkeit" der jüngeren Generation zu Social Media thematisiert.
Immer online, immer erreichbar, immer das Handy dabei - und dabei immer weniger Zeit für das wahre, echte Leben.
Bei den Menschen der älteren Generation ist es die unbekannte, technisierte Welt, die sie ängstigt.
Der Schnelllebigkeit und dem stetig wachsenden Tempo sind viele nicht (mehr) gewachsen, es bremst sie aus.
Dazu das Unverständnis mit der halben Welt über vermeintlich belanglose Dinge zu kommunizieren, wenn es doch gar nicht muss um ein gutes Leben zu haben.
Könnte ich 4 Monate offline gehen?
Als Jess und Joan beide eine Anzeige aufgeben - Jess ganz altmodisch in einer Zeitung, Joan bei einem Onlineportal - ändert sich das Leben für beide nachhaltig.
Jess' Geschichte erinnert sehr, sehr stark an den Film "E-Mail für Dich" - und ich fand es klasse!
Auch wenn fast von Anfang an klar ist, wer ihr Tom Hanks ist und wie ihre Geschichte ausgehen wird, fand ich den Weg zum erwartbaren Happy-End schön zu lesen.
Joans Geschichte hatte deutlich mehr Überraschungen zu bieten und ich liebe die Vorstellung von einer viele Jahre überdauernden Liebe.
Die Zwischeneinschübe aus Briefen und E-Mail-Texten aus verschiedenen Zeiten und von unterschiedlichen Personen, haben die Handlung perfekt ergänzt.
"Neuanfang in Notting Hill" ist eine typische RomCom-Geschichte mit Happy-End-Garantie, die durch das Thema Digital Detox eine zusätzliche, unerwartete Komponente bekommen hat.
Natürlich ist sie etwas kitschig, aber wie sagt Kate Winslet im Film "Liebe braucht keine Ferien": Ich liebe Kitsch! Ich brauche Kitsch!
Wer nicht ab und zu? ;)

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