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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2017

Spannende Fortsetzung

Niemals
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Von Kindesbeinen an, wurde Jenny Aaron von ihrem Vater auf ihren späteren Beruf vorbereitet. Sie ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Doch nun ist Jenny Aaron blind. Dennoch macht ihr das ...

Von Kindesbeinen an, wurde Jenny Aaron von ihrem Vater auf ihren späteren Beruf vorbereitet. Sie ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Doch nun ist Jenny Aaron blind. Dennoch macht ihr das Berliner Spezialkommando, dem sie bereits als Sehende sechs Jahre lang angehörte, das Angebot zurückzukehren. Doch Aaron zögert. Dann erfährt sie, dass ihr ein ehemaliger Todfeind eine sehr hohe Summe hinterlassen hat. Um mehr zu erfahren und das Erbe anzutreten, muss sie nach Marrakesch reisen. Dort wartet der mächtigste Mann der Welt auf Aaron. Er hat nicht nur an dem Geld Interesse, sondern auch an Aaron. Als sie erfährt, was er ihr angetan hat, ist sie bereit alles zu opfern, um ihn zu töten..... 
 
"Niemals" ist der Folgeband zu "Endgültig". Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Allerdings erfährt man in "Endgültig" wie es zu Jenny Aarons Erblindung gekommen ist,  bekommt außerdem viele Hintergrundinformationen zur Hauptprotagonistin und natürlich zu dem Berliner Spezialkommando. Es ist deshalb schon sinnvoll die Bände in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen, aber nicht zwingend notwendig. 
 
Wie auch schon der erste Band, wird auch dieser wieder im Präsens erzählt. Dadurch hat man das Gefühl, sofort mitten im Geschehen zu sein. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die nicht nur in verschiedene Orte führen, sondern sich außerdem auf unterschiedlichen Zeitebenen zutragen. Neben der aktuellen Handlung gibt es Rückblicke in die Vergangenheit. Man braucht aber nicht zu befürchten, dass man dadurch die Übersicht verliert, denn die entsprechenden Kapitel sind mit Ort und Zeit gekennzeichnet. 
 
Das Tempo dieses Thrillers ist wirklich rasant. Einmal angefangen, mag man sich kaum noch davon lösen. Handlungsorte und Protagonisten werden so detailliert und lebendig beschrieben, dass man das Gelesene sofort vor Augen hat. Der Autor versteht es hervorragend Spannung zu erzeugen und diese durchgehend zu halten. Die actionreichen Szenen treiben einen förmlich durch das Buch.
 
Jenny Aaron scheint auf den ersten Blick eine eiskalte und durchtrainierte Superheldin zu sein, der einfach alles gelingt. Doch sie hat auch eine andere Seite und diese vermittelt der Autor ebenfalls perfekt. Die Charaktere wirken allesamt glaubwürdig. Man fasst spontane Abneigungen, entwickelt aber auch Sympathien. Man kann sich also ganz auf das spannende Geschehen einlassen und die actionreiche Handlung auf sich wirken lassen.
 
Ich habe mich beim Lesen dieses Thrillers sehr, sehr gut unterhalten und mochte ihn kaum aus der Hand legen. Ich habe vorher bereits den ersten Band gelesen und muss gestehen, dass ich mich am Anfang erst daran gewöhnen musste, dass das aktuelle Geschehen im Präsens erzählt wird. Hier wusste ich ja bereits was mich erwartet und hatte deshalb überhaupt keine Startschwierigkeiten. Vom ersten Moment an, war ich mitten im Geschehen und habe atemlos die spannende Handlung verfolgt. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung. Ich hoffe sehr, dass es bald ein Wiedersehen mit Jenny Aaron gibt. 

Veröffentlicht am 16.10.2017

Für Fans sicher perfekt

Der Lukas Rieger Code
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In "Der Lukas Rieger Code" erzählt der Teeniestar und Mädchenschwarm Lukas Rieger, unterstützt durch Josip Radovic, wie er sich seinen Traum vom Erfolg erfüllt hat und mit welchen Hindernissen er dabei ...

In "Der Lukas Rieger Code" erzählt der Teeniestar und Mädchenschwarm Lukas Rieger, unterstützt durch Josip Radovic, wie er sich seinen Traum vom Erfolg erfüllt hat und mit welchen Hindernissen er dabei kämpfen musste. Beim Lesen merkt man gleich, dass die Musik für Lukas sehr wichtig ist und dass er zielstrebig seinen großen Traum verfolgt. Es gibt interessante Einblicke in das Privat- und Familienleben, Hintergrundinfos zu seiner Teilnahme bei Castingshows und natürlich dazu, wie er die sozialen Netzwerke und Communities nutzt, um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern und damit dem ersehnten Durchbruch immer näher kommt. 

Der Schreibstil ist sehr locker und flüssig zu lesen. Man hat das Gefühl, Lukas direkt gegenüber zu sitzen und ihm bei seiner Erzählung zuzuhören. Als erwachsener Leser könnte man nach einer Weile leicht allergisch auf die Worte "nice" und "fresh" reagieren, da sie sehr, sehr oft verwendet werden. Die jugendliche Fangemeinde, die ja auch die Zielgruppe ist, an die sich die Geschichte von Lukas Werdegang richtet, wird sich daran jedoch wohl kaum stören. Im Gegenteil, denn so kennen sie ihren Star ja und deshalb wird er dadurch noch authentischer wirken. Die Fotos im Innenteil werden die Herzen der Fans sicher auch höher schlagen lassen. 

Obwohl ich nicht zur jugendlichen Zielgruppe gehöre, ist mir Lukas Rieger durch seine Geschichte sehr sympathisch geworden. Sein Durchhaltevermögen und die Zielstrebigkeit, mit der er seinen Traum verwirklichen möchte, haben mich beeindruckt. Außerdem hat es mir gut gefallen, einen Einblick in sein Privatleben zu erhalten. Denn er gibt hier auch viel Persönliches preis. 

Veröffentlicht am 13.10.2017

Liest sich quasi von selbst

Nachts an der Seine
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Nell hat bisher kaum etwas von der Welt gesehen und träumt schon lange davon, einmal nach Paris zu fahren. Obwohl sie sonst gar nicht zu spontanen Entschlüssen neigt, kauft sie zwei Fahrkarten und plant, ...

Nell hat bisher kaum etwas von der Welt gesehen und träumt schon lange davon, einmal nach Paris zu fahren. Obwohl sie sonst gar nicht zu spontanen Entschlüssen neigt, kauft sie zwei Fahrkarten und plant, die Stadt ihrer Träume mit ihrem Freund Pete zu besuchen. Sie organisiert alles und freut sich sehr auf ein romantisches Wochenende. Doch am Tag der Abfahrt steht Nell allein am Bahnhof. Pete schreibt ihr lediglich eine kurze SMS, dass er auf der Arbeit aufgehalten und später nachkommen wird. Für die eher schüchterne Nell ist die Vorstellung, allein in eine fremde Stadt zu reisen, in der sie sich auch eher schwierig verständigen kann, ein Graus. Doch Nell steigt tatsächlich in den Zug, in der Hoffnung, dass Pete schnell nachkommt. Doch das Wochenende verläuft ganz anders als geplant....

"Nachts an der Seine" ist eine Kurzgeschichte von gerade mal 144 Seiten. Dennoch gelingt es der Autorin hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte lebendig zu beschreiben. Nell wächst einem vom ersten Moment an ans Herz, sodass man sich entspannt zurücklehnt und ihr Wochenende beobachtet. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, sodass man förmlich durch die Seiten fliegt und den gelegentlich eingestreuten Humor genießen kann.

Nells Geschichte, in der sie eine glaubhafte Wandlung durchmacht, liest sich quasi von selbst. Da die Erzählung ja recht kurz ist, kann man das kleine Büchlein gut zwischendurch lesen. Die Protagonisten wirken sehr lebendig. Dadurch kann man sich Nells Wochenende mühelos vorstellen. Ein wenig mehr Tiefgang und ein paar zusätzliche Seiten hätten dieser Geschichte auch nicht geschadet, da es einfach Spaß macht, diesen Paris-Trip zu begleiten.

Ich habe mich beim Lesen dieser Kurzgeschichte wirklich gut unterhalten, da ich ganz in die Handlung dieses kleinen Büchleins eintauchen konnte. Allerdings muss ich zugeben, dass ich gerne mehr gelesen hätte. Doch bei einer Kurzgeschichte liegt es ja auf der Hand, dass alles ein wenig schnell abgehandelt wird und dass man nicht zu viel Tiefgang erwarten darf. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt dieser literarische Kurztrip nach Paris vier von fünf möglichen Sternen.  

Veröffentlicht am 11.10.2017

Erschüttert und regt zum Nachdenken an

Dem Abgrund so nah
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"Dem Abgrund so nah" ist nach " Dem Horizont so nah" der zweite Band der Danny-Trilogie von Jessica Koch. Im ersten Teil hat man ja schon einige Einblicke in Dannys furchtbare Kindheit bekommen und ihn ...

"Dem Abgrund so nah" ist nach " Dem Horizont so nah" der zweite Band der Danny-Trilogie von Jessica Koch. Im ersten Teil hat man ja schon einige Einblicke in Dannys furchtbare Kindheit bekommen und ihn als erwachsenen jungen Mann kennengelernt. In diesem Band bildet Dannys grausame Kindheit das Zentrum der Handlung. 

Jessica Koch startet ihre Erzählung mit dem Moment, in dem ein Schicksalsschlag dafür sorgt, dass in Dannys Familie nichts mehr so ist, wie es vorher war. Danny ist zu diesem Zeitpunkt gerade 10 Jahre alt. Er muss danach seine Heimat in Amerika verlassen und mit den Eltern nach Deutschland ziehen. Doch der Umgebungswechsel sorgt leider nicht dafür, dass die Familie das schicksalhafte Ereignis überwinden kann. Im Gegenteil: Der Vater verfällt dem Alkohol, die Mutter lebt in ihrer eigenen Welt und wird vom Vater sogar noch dabei unterstützt. Danny läuft zunächst nur nebenbei, obwohl er die Aufmerksamkeit und Liebe seiner Eltern dringend nötig hätte. Der Vater verändert sich immer mehr zum Schlechten und schon bald ist Danny  einem Strudel von ungeheuerlicher Gewalt, Missbrauch und unvorstellbaren Grausamkeiten ausgesetzt. Damit ist er ganz auf sich allein gestellt. 

Man mag kaum glauben, was man dort liest. Es ist einem ja auch stets bewusst, dass es sich nicht um einen fiktiven Roman handelt, sondern um Dannys Kindheitserlebnisse, die sich tatsächlich so zugetragen haben. Dieses Wissen macht das Buch zu einer Lektüre, die es wirklich in sich hat. Denn hier blickt man in finstere Abgründe, die hinter einer scheinbar normalen Familienfassade lauern. Man leidet mit Danny mit und kann einfach nicht fassen, dass sich Eltern tatsächlich so verhalten können und dass scheinbar niemand etwas bemerkt hat. 

Ich habe auch diesen Teil der Trilogie in Rekordzeit verschlungen, da ich mich einfach nicht von der Handlung lösen konnte. Dannys Schicksal hat mich erschüttert, tief berührt und zum Nachdenken angeregt. 

Veröffentlicht am 07.10.2017

Schlagfertig ist sie ja, die Online-Oma

Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker
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Renate Bergmann ist 82 Jahre alt, vierfache Witwe und mit der Pflege der Gräber ihrer verstorbenen Männer, die alle auf unterschiedlichen Friedhöfen in Berlin begraben sind, gut ausgelastet. Dennoch nimmt ...

Renate Bergmann ist 82 Jahre alt, vierfache Witwe und mit der Pflege der Gräber ihrer verstorbenen Männer, die alle auf unterschiedlichen Friedhöfen in Berlin begraben sind, gut ausgelastet. Dennoch nimmt sie sich auch Zeit für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung und sucht sich mit ihrer Freundin Gertrud nette Beerdigungen aus, zu denen die beiden dann schwarz gekleidet erscheinen und den anschließenden Leichenschmaus aufsuchen. Mal ehrlich, auf zwei alte Damen mehr oder weniger, achtet da ja niemand so genau. Doch auch den neuen technischen Errungenschaften steht Renate offen gegenüber, seitdem ihr Neffe ihr ein Smartphone überlassen hat, sind auch "Imehl" und "Fässbuck" nicht mehr vor ihr sicher....

Renate Bergmann ist das Pseudonym des Schriftstellers Torsten Rohde. 2014 erschien das erste Buch mit der Online-Oma-Renate. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe, die von Renates Fans mit großer Begeisterung gelesen wird. Der Einstieg in diesen Roman gelingt mühelos, da Renate sich selbst, ihre Freunde und alle, die in den folgenden Episoden eine Rolle spielen, erstmal genau vorstellt. So gehört es sich ja schließlich auch und dann weiß man genau, mit wem man es zu tun hat. Jedenfalls aus der Sicht von Renate und die hat genaue Vorstellungen, was sich gehört, wie man sich anzieht und wie man seinen Haushalt und das Treppenhaus zu pflegen hat. Da sie nicht auf den Mund gefallen ist, und sich keinesfalls im Alter die Butter vom Brot nehmen lassen will, kommt es manchmal zu kuriosen Situationen, denen Renate allerdings stets gewachsen ist.

Der Schreibstil ist wunderbar locker, sodass man das Gefühl hat, Renate direkt gegenüber zu sitzen und ihren lustigen Episoden zu lauschen. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch. Denn bei den manchmal sehr kuriosen Erzählungen merkt man gar nicht, wie die Zeit vergeht und muss oft unverhofft schmunzeln. Schlagfertig ist sie ja, die Online-Oma! 

Für mich war dieses Buch die zweite Begegnung mit Renate Bergmann. Ich mag ihre Ansichten und ihren Humor, sodass ich mich sehr auf die Lektüre gefreut habe. Ich wurde auch bei diesem Band wieder gut unterhalten und musste einige Male breit grinsen. Doch leider hat mir dieser Teil nicht so gut gefallen wie " Besser als Bus fahren", denn dort gibt es eine durchgehende Handlung und bei diesem Band handelt es sich um eine Aneinanderreihung einzelner Episoden. Die sind zwar locker zu lesen, doch für mich nicht so interessant, wie eine durchgehende Erzählung. So hat sich bei mir der Humor leider etwas abgenutzt. Deshalb bekommt dieser Band auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch "nur" drei von fünf Bewertungssternchen. Da ich die Online-Oma allerdings ins Herz geschlossen habe, bin ich nicht abgeneigt noch einen weiteren Band der Reihe zu lesen. Eine nette Lektüre für zwischendurch, die einem das ein oder andere Mal unverhofft ein Schmunzeln entlockt, ist auch dieser Band, doch für mich leider nicht so gelungen wie "Besser als Bus fahren".