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Veröffentlicht am 01.05.2023

Spannendes Katz- und Mausspiel

Going Zero
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Der Social-Media-Mogul Cy Baxter behauptet, dass FUSION, eine von ihm entwickelte Software, Terroristen und potentielle Gefährder schnell lokalisieren kann und dass FUSION, aufgrund der von ihr gesammelten ...

Der Social-Media-Mogul Cy Baxter behauptet, dass FUSION, eine von ihm entwickelte Software, Terroristen und potentielle Gefährder schnell lokalisieren kann und dass FUSION, aufgrund der von ihr gesammelten Daten, sogar dazu in der Lage ist, mögliche Gefahren zu erkennen und diese so zu verhindern. Die amerikanischen Geheimdienste sind interessiert. Deshalb steht der geheime Betatest der Software bevor. Zehn ausgesuchte Bewerber stellen sich der Herausforderung, 30 Tage unauffindbar zu bleiben. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld von 3 Millionen Dollar. Auch Kaitlyn, eine Bibliothekarin aus Boston, versucht Fusion die Stirn zu bieten und unterzutauchen. Cy Baxter ist sich sicher, dass die unscheinbare Bibliothekarin unter den ersten Kandidaten sein wird, die FUSION aufspürt. Doch Kaitlyn entwickelt sich schon bald zu einer großen Herausforderung...

Der Autor versteht es von Anfang an, Interesse an der Handlung zu wecken. Diese wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man schaut dabei sowohl den Jägern als auch den Gejagten über die Schulter. Dabei beobachtet man fasziniert, aber dennoch fassungslos, wozu die Software in der Lage ist. Beim Lesen schleicht sich deshalb ein mulmiges Gefühl ein.

An diesem Test nehmen nicht nur normale Bürger, wie die scheinbar arglose Bibliothekarin Kaitlyn teil, sondern auch Menschen, die aufgrund ihres beruflichen Hintergrunds ein große Herausforderung für FUSION sein sollten. Doch FUSION vermeldet schnell Erfolge. Dabei verfolgt man fasziniert, welche Vorkehrungen die Kandidaten treffen, um dann doch aufgespürt zu werden. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse und wird außerdem zum Nachdenken angeregt.

In diesem Thriller erlebt man nicht nur ein spannendes Katz- und Mausspiel, sondern wird außerdem mit einigen Wendungen überrascht. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Spannung kann dadurch nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern steigt stetig an.

Ein hochspannendes Katz- und Mausspiel, das zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 01.05.2023

Liebesroman mit Wohlfühl-Atmosphäre

Kuschelglück und Gummistiefel
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Ein Burn-out hat das Leben des erfolgreichen Anwalts Maik Zengler völlig aus der Bahn geworfen. Er muss kürzertreten und seinen anspruchsvollen Job in Berlin aufgeben, zumal er durch den Tod seiner Halbschwester, ...

Ein Burn-out hat das Leben des erfolgreichen Anwalts Maik Zengler völlig aus der Bahn geworfen. Er muss kürzertreten und seinen anspruchsvollen Job in Berlin aufgeben, zumal er durch den Tod seiner Halbschwester, die Vormundschaft für seine Nichte Michelle und seinen Neffen Jakob übernommen hat. Gemeinsam mit dem jungen Airedale-Terrier-Mädchen Finchen kehren die drei der pulsierenden Hauptstadt den Rücken, um in Lichterhaven einen Neuanfang zu wagen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Kinder vermissen ihre Mutter und ihr gewohntes Umfeld. Gerade Michelle kann es sich nicht vorstellen, unter lauter Dorftrampeln in einem öden Kaff zu versauern. Maik muss versuchen, nicht nur sich selbst, sondern auch den Kindern gerecht zu werden. Dabei hat er keine Ahnung von Kindererziehung und vom Kochen schon mal gar nicht. Bei einem Einkauf im Supermarkt trifft er die Köchin Hannah, deren Blick fassungslos auf die Fertiggerichte in Maiks Einkaufswagen fällt. Obwohl Hannah Maik von seinem Besuch im letzten Jahr nicht gerade in guter Erinnerung hat, bietet sie an, ihm Nachhilfe beim Kochen zu geben...

"Kuschelglück und Gummistiefel" ist bereits der siebte Liebesroman der Lichterhaven-Reihe. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat. Lichterhaven ist ein kleiner, fiktiver Ort an der Nordseeküste. Petra Schier gelingt es hervorragend, den Ort und seine Bewohner so zu beschreiben, dass man sich sofort wohl- und als Teil der Gemeinschaft fühlt. Wenn man bereits Teile der Reihe gelesen hat, freut man sich über ein Wiedersehen mit bereits bekannten Charakteren und ist froh, dass man wieder Nordseeluft schnuppern und sich den Wind um die Nase wehen lassen kann.

Dieses Mal stehen Maik und Hannah im Zentrum der Handlung. Die beiden wirken sehr sympathisch, wodurch man sich mühelos auf ihre Geschichte einlassen kann. Ihre Gefühle wirken echt und nicht zu dick aufgetragen. Doch auch die anderen Charaktere, wie Michelle, Jakob und natürlich allen voran Airdale-Mädchen Finchen bereichern die Handlung und sorgen für Abwechslung. Dadurch, dass dieser Roman ohne klischeehafte Dramen auskommt, hebt er sich wohltuend aus der Masse hervor. Man kann beim Lesen jede Seite genießen und dabei einfach mal die Seele baumeln lassen.

Ein wunderbarer Liebesroman, der durch sympathische Charaktere, eine ganz besondere Wohlfühl-Atmosphäre und Nordsee-Feeling überzeugt.

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Veröffentlicht am 29.04.2023

Spannende Cold-Case-Ermittlungen

Das Grab am Fjord
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Bei der Gartenarbeit findet eine Frau menschliche Knochen. Kommissar Bengt Alvsaker und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um die Knochen von Morten Vik ...

Bei der Gartenarbeit findet eine Frau menschliche Knochen. Kommissar Bengt Alvsaker und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um die Knochen von Morten Vik handeln könnte. Morten Viks Eltern gehen allerdings davon aus, dass ihr Sohn den Ort in den 80er Jahren freiwillig verlassen hat, um den Anfeindungen zu entgehen, denen er aufgrund seiner sexuellen Orientierung ausgesetzt war. Mit seinen Ermittlungen scheint Bengt Alvsaker in ein Wespennest zu stechen. Denn schon bald ist ein Kollege verschwunden...

Nach "Das Schweigen des Fjords" ist "Das Grab am Fjord" der zweite Fall für Kommissar Bengt Alvsaker, der ins Deutsche übersetzt wurde. Die Handlung setzt etwa drei Jahre nach Ende des ersten Teils ein. Mittlerweile hat sich im Privatleben des Ermittlers einiges getan. Es ist also nicht zwingend notwendig, den ersten Fall vorher zu lesen, denn die Bände sind in sich abgeschlossen. Außerdem werden wichtige Hintergrundinformation zu den Hauptcharakteren in die Handlung eingestreut. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und trägt sich auf wechselnden Zeitebenen zu. Im aktuellen Handlungsstrang beobachtet man die Ermittlungen. Außerdem gibt es Rückblicke ins Jahr 1983. Hier erfährt man, was damals dazu geführt hat, dass Vik Morten verschwand. Da die Rückblicke nach und nach eingestreut werden, erfährt man nur häppchenweise, was geschehen ist, wodurch die Spannung durchgehend gehalten werden kann. 

Dieser Cold Case hat es wirklich in sich. Denn sofort wird klar, dass irgendjemand Interesse daran hat, die damaligen Ereignisse zu verschleiern. Zeugen schweigen aus Angst und auch sonst scheinen die Ermittlungen auf der Stelle zu treten. Dennoch ist das Team sehr bemüht, den Fall aufzuklären. Die Spurensuche wirkt authentisch, wodurch man dazu angeregt wird, eigene Überlegungen anzustellen. Doch es gibt immer wieder Wendungen, die für Überraschungen sorgen. 

Auch im Privatleben der Hauptcharaktere ereignet sich einiges. Diese Nebenstränge drängen sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern sorgen dafür, dass die Protagonisten lebendig wirken. Die Handlungsorte werden ebenfalls eindrucksvoll beschrieben. Man hat deshalb das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und die Ermittler zu beobachten. Dadurch kann man sich ganz auf die Ermittlungen einlassen, die nach und nach in tiefste menschliche Abgründe blicken lassen. 

Spannende Cold-Case-Ermittlungen, die durch eine authentische Hintergrundkulisse und sympathische Charaktere überzeugt. 

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Veröffentlicht am 29.04.2023

Spannend und gut durchdacht

Gnadenlose Provence
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Die Provence ist bei Radsportlern äußerst beliebt. In den kommenden Tagen soll sogar die Tour de France durch Carpentras führen. Ein echtes Higlight für Radsportfans. Doch dann wird ein Fahrradfahrer aus ...

Die Provence ist bei Radsportlern äußerst beliebt. In den kommenden Tagen soll sogar die Tour de France durch Carpentras führen. Ein echtes Higlight für Radsportfans. Doch dann wird ein Fahrradfahrer aus dem Hinterhalt erschossen. Noch bevor Castel und Theroux richtig mit den Ermittlungen starten können, erwischt der Scharfschütze den nächsten Radler. Die Ermittlungen erhalten oberste Priorität, treten dennoch zunächst auf der Stelle. Der pensionierte Commissaire Albin Leclerc, der gerade von seiner Hochzeitsreise zurückkehrt, ahnt, dass er den ehemaligen Kollegen mal wieder unter die Arme greifen muss, um den Sniper zu stoppen. Doch Castel und Theroux verbitten sich jegliche Einmischung. Doch das ist für Albin Leclerc und seinen Mops Tyson keine Option.....

"Gnadenlose Provence" ist bereits der achte Fall, den der pensionierte Ermittler Albin Leclerc, gemeinsam mit Mops Tyson, in seinem Ruhestand verfolgt. Man kann den aktuellen Ereignissen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat, da die Bände in sich abgeschlossen sind und wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung eingestreut werden. Dennoch empfiehlt sich die Einhaltung der Reihenfolge, da man dann das ganz besondere Verhältnis, das Leclerc mit seinem Mops verbindet, leichter nachvollziehen kann. Außerdem versteht man dann besser, warum Castel und Theroux von Leclercs ständigen Einmischungen so genervt sind.

Der Fall selbst startet spannend. Gemeinsam mit den Ermittlern stellt man sich die Frage, was es mit den heimtückischen Morden auf sich hat und wer dahinter stecken könnte. Es gelingt dem Autor außerdem wieder hervorragend, die sommerliche Provence so lebendig zu beschreiben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein, die Gerüche wahrzunehmen und die heißen Temperaturen zu spüren. Dadurch kann man sich ganz auf die Ermittlungen einlassen. Diese wirken authentisch und durchgehend interessant. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen.

Mit einem Schmunzeln beobachtet man, wie Albin Leclerc auf eigene Faust ermittelt und dabei von seinem Mops unterstützt wird. Die beiden bilden ein herrliches Gespann und scheinen erfolgreicher als Castel und Theroux zu sein. Nach und nach nähern sie sich dem Täter und geraten mal wieder in eine dramatische und nicht ungefährliche Situation. Denn zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und gipfeln in einem spannenden Finale, das keine Fragen offen lässt.

Ein gut durchdachter und spannender Fall für Albin Leclerc und Mops Tyson.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Spannender norwegischer Krimi

Das Schweigen des Fjords
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Der Polizist Bengt Alvsaker wird in den kommenden Tagen zum ersten Mal seinen elfjährigen Sohn Thomas sehen, da der Junge seinen Vater gerne kennenlernen möchte. Bengt ist unsicher, denn er weiß nicht, ...

Der Polizist Bengt Alvsaker wird in den kommenden Tagen zum ersten Mal seinen elfjährigen Sohn Thomas sehen, da der Junge seinen Vater gerne kennenlernen möchte. Bengt ist unsicher, denn er weiß nicht, wie diese Tage verlaufen werden. Doch dann kommt alles ganz anders, denn Bengts zwölfjährige Nachbarstochter Ina wendet sich verzweifelt an ihn. Ihr sechsjähriger Bruder Anders ist bereits seit einem Tag verschwunden und Ina kann ihn nicht finden. Sofort wird eine umfangreiche Suche eingeleitet. Doch von dem Jungen fehlt jede Spur....

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und trägt sich in der Region Hardangerfjord zu. Es gelingt der Autorin hervorragend, die Handlungsorte so zu beschreiben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein.

Von Anfang an hat man das Gefühl, dass etwas im Elternhaus von Ina und Anders ganz und gar nicht stimmt. Denn die Atmosphäre ist bedrohlich und die Kinder müssen auf die Schwingungen achten, die der alkoholkranke Vater aussendet. Dieses Leben scheint ein Tanz auf dem Drahtseil zu sein. Ina versucht alles, um der Nachbarschaft ein normales Familienleben vorzugaukeln. Da man beim Lesen ungeschönte Einblicke in die Realität der Kinder bekommt, stellt man sich die Frage, was mit Anders passiert sein könnte. Doch alles deutet darauf hin, dass irgendjemand außerhalb der Familie mit dem Verschwinden zu tun haben könnte.

Bengt und seine Kollegen haben alle Hände voll zu tun, denn in dem kleinen Ort wohnen einige merkwürdige Gestalten, die in den Fokus der Ermittlungen geraten. Bengts Kollegin Susanne scheint mehr zu wissen und bringt sich durch Alleingänge in große Gefahr. Die Ermittlungen sind durchgehend spannend und laden dazu ein, eigene Überlegungen anzustellen. Immer, wenn man meint, dass man nun der richtigen Spur folgt, kommt es allerdings zu Überraschungen. Auch wenn dieser Krimi zunächst etwas geruhsam startet, nimmt er schnell Fahrt auf, wodurch keine Langeweile aufkommt. Zum Ende hin spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu und gipfeln in einem überraschenden Finale.

Ein norwegischer Krimi, der zwar zunächst etwas gemächlich startet, dann aber schnell Fahrt aufnimmt.

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