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Veröffentlicht am 29.07.2020

Ein spannender Fall für Kate Burkholder

Quälender Hass
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Eine amische Großmutter fährt mit ihren zwei Enkelinnen zu einer verlassenen Farm, um dort Walnüsse zu sammeln. Der vermeintlich harmlose Ausflug endet in einer Katastrophe: Die Großmutter wird regelrecht ...

Eine amische Großmutter fährt mit ihren zwei Enkelinnen zu einer verlassenen Farm, um dort Walnüsse zu sammeln. Der vermeintlich harmlose Ausflug endet in einer Katastrophe: Die Großmutter wird regelrecht abgeschlachtet und eine der Enkelinnen entführt. Kate Burkholder setzt alles daran, das Mädchen zu finden. Doch schon bald hat sie das Gefühl, dass ihr die Familie etwas Grundlegendes verschweigt. Ihre Nachforschungen scheinen ein schreckliches Geheimnis aufzudecken und je näher sie der Auflösung kommt, desto gefährlicher wird es....



"Quälender Hass" ist bereits der elfte Band für Polizeichefin Kate Burkholder, die als Amische aufgewachsen ist. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Charaktere interessiert ist und dem privaten Nebenstrang, der sich durch alle Bände zieht, chronologisch folgen möchte, empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Da die Autorin kurze Rückblicke auf wichtige Details aus der Vergangenheit in die Handlung einfließen lässt, dürfte man auch in diesem Bereich keine Probleme haben, wenn man noch keinen Band der Reihe kennt.



Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt mühelos, weil man beinahe hautnah dabei ist, als der vermeintlich harmlose Familienausflug in einer Katastrophe endet. Dadurch wird das Interesse sofort geweckt. Denn man ahnt, dass die Großmutter kein zufälliges Opfer war, sondern gezielt ausgesucht wurde. Doch warum die harmlose alte Frau, die offensichtlich angesehen war und ein gottgefälliges Leben führte, in Visier des Mörders geriet ist nicht klar.



Deshalb beobachtet man Kate Burkholders Ermittlungen genau. Zunächst scheint es keine Hinweise zu geben, die dabei helfen könnten, das verschwundene Mädchen zu finden. Kates Ermittlungen wirken authentisch. Man spürt, wie der Wettlauf gegen die Zeit an ihre Substanz geht. Denn sie will das Mädchen unbedingt lebend finden und mit jeder weiteren Stunde, die bei den Ermittlungen sinnlos vergeudet wird, schwindet die Chance. Diese angespannte Atmosphäre schwebt spürbar zwischen den Zeilen und überträgt sich auf den Leser. Dadurch fliegt man förmlich durch die Seiten, um endlich mehr Teile des Geheimnisses zusammenzutragen. Doch die Mauer des Schweigens bröckelt nur langsam. Das gibt dem Täter den Vorteil, weitere Geheimnisträger aus dem Weg zu räumen. Überraschende Wendungen und spannende Szenen sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt.



Ein spannender Fall für Kate Burkholder, der ein schreckliches Geheimnis aufdeckt.

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Veröffentlicht am 29.07.2020

Kaum vorhersehbare Ermittlungen, bei denen man bis zum Schluss im Dunkeln tappt

Hagebuttenblut
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Charlie Lagers Chef beobachtet besorgt, dass seine beste Ermittlerin urlaubsreif ist. Doch schon der Gedanke an freie Tage ist für Charlie ein Graus. Doch dann bekommt sie zufällig mit, dass in ihrem Heimatort Gullspång ...

Charlie Lagers Chef beobachtet besorgt, dass seine beste Ermittlerin urlaubsreif ist. Doch schon der Gedanke an freie Tage ist für Charlie ein Graus. Doch dann bekommt sie zufällig mit, dass in ihrem Heimatort Gullspång vor dreißig Jahren die damals sechszehnjährige Francesca spurlos verschwand. Der noch immer ungeklärte Fall weckt ihr Interesse. Als dann noch ihre Freundin Susanne, die ebenfalls in Gullspång wohnt, Charlies Unterstützung braucht, nimmt sie Urlaub, um in den kleinen Ort zurückzukehren....



"Hagebuttenblut" ist nach "Löwenzahnkind" der zweite Fall für die Stockholmer Ermittlerin Charlie Lager, der sie zurück in ihren Heimatort Gullspång führt. Obwohl man den aktuellen Ermittlungen sicher auch dann folgen kann, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat, ist das bei dieser Reihe nicht zu empfehlen. Denn es gibt im zweiten Band entscheidende Informationen zu den Ereignissen aus dem ersten Fall. Wenn man  die Reihenfolge nicht einhält und den ersten Teil erst nach dem zweiten liest, dann könnte man sich die Spannung verderben. 



Wenn man Charlie Lager bereits aus dem ersten Band kennt, weiß man, dass sie einige Probleme zu bewältigen hat und sich dabei auch manchmal selbst im Weg steht. Dennoch wirkt die engagierte und äußerst hartnäckige Ermittlerin sympathisch. Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos. Durch Rückblicke werden wichtige Informationen eingestreut. Dadurch werden die Erinnerungen an die Ereignisse des ersten Bands geweckt, sodass man wieder weiß, was damals geschehen ist und welche Auswirkungen die Ermittlungen für Charlie hatten. 



Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. In der Gegenwart beobachtet man Charlies Bemühungen, das Verschwinden der damals sechszehnjährigen Francesca aufzuklären. Dabei wird schnell klar, dass in Gullspång kein großes Interesse daran besteht, darüber zu sprechen oder genauer nachzuforschen. Ein weiterer Handlungsstrang führt zurück in die Vergangenheit. Hier steht Francesca im Zentrum der Ereignisse, die sie selbst in der Ich-Perspektive schildert. Obwohl man sie genau beobachtet, kann man sich nicht sicher sein, ob sie eine verlässliche Erzählerin ist. Sie wirkt zwar sympathisch und kann ihre Sicht glaubhaft vermitteln, doch die Zweifel, ob man ihr und ihren Schilderungen trauen kann, werden früh gesät. Das macht allerdings einen großen Reiz der Handlung aus. 



Es gelingt der Autorin hervorragend, sofort das Interesse an dem ungelösten Fall zu wecken. In beiden Erzählsträngen werden Handlungsorte und Protagonisten so lebhaft beschrieben, dass man mühelos ins Geschehen eintauchen kann. Die Kapitel sind relativ kurz und die Wechsel zwischen den Perspektiven überaus gelungen. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse, denn man möchte unbedingt erfahren, wie es in beiden Ebenen weitergeht, was damals geschehen ist und wie sich alles verknüpfen wird. Dabei legt die Autorin einige Spuren aus, denen man nur allzu bereitwillig folgt. Immer wenn man meint, dass man der Lösung einen Schritt näher gekommen ist, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man umdenken muss.



Es handelt sich nicht um einen hochspannenden Thriller, eher um einen soliden Kriminalfall, mit einem dramatischen Hintergrund. Dennoch kann man das Buch, wenn man es einmal angefangen hat, nur schwer aus der Hand legen. Da die gekonnten Wechsel der Zeitebenen einen enormen Reiz ausüben und man bis zum Schluss im Dunkeln tappt, um selbst dann noch einmal überrascht zu werden.  

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Veröffentlicht am 28.07.2020

Für Fans der Reihe ein absolutes Muss!

Die verstummte Frau
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Nach einer Revolte im Staatsgefängnis werden Will Trent und seine Partnerin Faith mit den Ermittlungen betraut. Bei der Suche nach Hinweisen bietet den beiden ein Insasse Informationen an. Er drängt allerdings ...

Nach einer Revolte im Staatsgefängnis werden Will Trent und seine Partnerin Faith mit den Ermittlungen betraut. Bei der Suche nach Hinweisen bietet den beiden ein Insasse Informationen an. Er drängt allerdings darauf, dass die Straftaten die ihm zur Last gelegt werden, noch einmal aufgerollt werden. Denn er behauptet, dass er diese Verbrechen nie verübt hat und dass der wahre Täter noch immer unentdeckt sein Unwesen treibt. Will Trent muss 8 Jahre zurückblicken, da die Serie dort ihren Anfang nahm. Für ihn und seine Lebensgefährtin Sara Linton entwickeln sich die Ermittlungen zu einer Belastungsprobe, denn Saras verstorbener Mann, Chief Jeffrey Tolliver und dessen damalige Kollegin Lena, sorgten damals dafür, dass der mögliche Informant hinter Gittern landete. Die Suche nach der Wahrheit bringt entsetzliche Verbrechen ans Tageslicht....



"Die verstummte Frau" ist bereits der 8. Band der Georgia-Serie um Will Trent und Sara Linton. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat. Um die privaten und beruflichen Nebenhandlungen und die Weiterentwicklung der Charaktere zu verfolgen, empfiehlt sich aber, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. 



Die Handlung trägt sich auf unterschiedlichen Zeitebenen zu. Neben den aktuellen Ermittlungen gibt es immer wieder Rückblicke in die damaligen Untersuchungen von Jeffrey Tolliver. Fans der Reihe dürften sich sehr über ein Wiedersehen mit dem verstorbenen Chief freuen. Neueinsteiger dürften ebenfalls keine Probleme haben, die Ereignisse und Protagonisten richtig einzuordnen, da wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung eingestreut werden. 



Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, denn die Autorin versteht es hervorragend, die Spannung früh aufzubauen. Die zeitlichen Wechsel sind sehr gelungen, denn häufig enden die Abschnitte an spannenden Szenen. Diese Cliffhanger sorgen dafür, dass man bereits früh in den Sog der Ereignisse gerät und sich gemeinsam mit dem Team auf Spurensuche begibt. Handlungsorte und Protagonisten werden so authentisch beschrieben, dass man die entsprechenden Szenen sofort vor Augen hat und sich dadurch ganz auf die spannende Handlung einlassen kann. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, da der Täter mit seinen Opfern nicht gerade zimperlich umgeht und diese Verletzungen so detailliert beschrieben werden, dass es einem den Atem verschlägt. In beiden Handlungssträngen kommt es zu überraschenden Wendungen. Doch wenn man den Spuren, die die Autorin auslegt, sehr aufmerksam folgt, lässt sich der Täter recht früh erahnen. Da man sich allerdings nicht sicher sein kann, ob man mit der Ahnung richtig liegt, bleibt die Spannung dennoch erhalten. 



Ein emotionaler und spannender Fall für Will Trent und Sara Linton, der für Fans der Reihe ein absolutes Muss ist!

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Veröffentlicht am 25.07.2020

Spannung und Nervenkitzel garantiert!

Bluthölle (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 11)
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Die Taschendiebin Angela Wood lässt ihren erfolgreichen Tag mit einem Cocktail ausklingen. Dabei beobachtet sie einen Mann, der  sich einem anderen Gast gegenüber äußerst ruppig verhält. Da ihr das Verhalten ...

Die Taschendiebin Angela Wood lässt ihren erfolgreichen Tag mit einem Cocktail ausklingen. Dabei beobachtet sie einen Mann, der  sich einem anderen Gast gegenüber äußerst ruppig verhält. Da ihr das Verhalten missfällt und der Mann seiner teuren Tasche kaum Aufmerksamkeit schenkt, beschließt sie ganz spontan, dem Flegel eine Lektion zu erteilen und die Tasche zu stehlen. Da Angela ihr Handwerk versteht, gelingt ihr Vorhaben mühelos. Der Inhalt der Tasche ist enttäuschend. Wider Erwarten befindet sich darin kein hochwertiger Laptop, sondern nur ein ledernes Notizbuch. Beim Ansehen glaubt Angela ihren Augen nicht zu trauen. Das Buch enthält Beschreibungen, Skizzen und Fotos von 16 grausamen Morden! Angela leitet die Notizen anonym an das LAPD weiter. Robert Hunter und Carlos Garcia erkennen sofort, dass die Aufzeichnungen echt sind und dass sie es mit einem perfiden Serienkiller zu tun haben, der bisher unerkannt sein Unwesen treiben konnte. Außerdem kommen sie dahinter, dass Angela Wood ihnen die grausamen Notizen zugespielt hat. Doch die Polizei sollte Angelas geringste Sorge sein, denn der Killer will seine Aufzeichnungen zurück und jeden töten, der einen Blick darauf geworfen hat. Und das schließt auch Robert Hunter ein....  



"Bluthölle" ist bereits der elfte Fall für Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man sie durchaus unabhängig voneinander lesen. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Charaktere und beruflichen und privaten Nebenhandlungen interessiert ist, empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Dem aktuellen Fall kann man allerdings ohne Vorkenntnisse folgen, da Chris Carter Hintergrundinformation zu den Ermittlern in die Handlung einstreut.



Der Einstieg in den Thriller gelingt mühelos, da der Autor es wieder einmal hervorragend versteht, das Interesse sofort zu wecken. Ohne langatmiges Vorgeplänkel wird man mitten ins Geschehen geworfen und geht gemeinsam mit Angela Wood auf einen vorweihnachtlichen Beutezug durch die belebten Geschäfte. Gebannt verfolgt man, wie sie dem Rüpel in der Bar eine Lektion erteilt und danach einen Blick in das Notizbuch wirft. Angelas Entsetzen kann man glaubhaft nachvollziehen und zwar so realistisch, dass man ab diesem Moment in den Sog der Ereignisse gerät. Die Spannung wird nicht nur früh aufgebaut und durchgehend gehalten, sondern durch rasante Szenenwechsel stetig gesteigert. Dadurch entwickelt sich die Story zu einem echten Pageturner, den man atemlos verschlingt und nur ungern aus der Hand legen mag.



Der Killer geht ruhig und überlegt vor. Er scheint den Ermittlern immer den entscheidenden Schritt voraus zu sein. Spannung und Nervenkitzel sind deshalb garantiert. Chris Carter beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man ganz ins Geschehen eintauchen kann. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, da der Killer nahezu gefühllos und äußerst brutal vorgeht. Ganz so blutig, wie in anderen Teilen der Reihe, geht es allerdings nicht zu, da die Morde aus dem Notizbuch alle bereits geschehen sind. Dennoch gibt es genug Szenen, in denen der Serienkiller sein abgebrühtes Wesen zeigt und für Gänsehautmomente sorgt. Das Ganze gipfelt in einem Finale, das einem den Atem raubt. 



Eine absolute Leseempfehlung für Thriller-Fans, die Nervenkitzel und atemberaubende Spannung suchen. 

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Veröffentlicht am 24.07.2020

Eine Story, die unter die Haut geht

Verschollen in Palma
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Tim Blanck gelingt es, seine Frau dazu zu überreden, den Herzenswunsch ihrer 16-jährigen Tochter Emme zu erfüllen und sie, gemeinsam mit zwei Freundinnen, in den Partyurlaub nach Mallorca fliegen zu lassen. ...

Tim Blanck gelingt es, seine Frau dazu zu überreden, den Herzenswunsch ihrer 16-jährigen Tochter Emme zu erfüllen und sie, gemeinsam mit zwei Freundinnen, in den Partyurlaub nach Mallorca fliegen zu lassen. Doch das Unfassbare geschieht: Emme verschwindet spurlos und wird nie wieder gesehen. Mittlerweile sind drei Jahre vergangen. Die Polizei hat die Suche nach Emme längst eingestellt. Doch Blanck gibt nicht auf. Er hat seine Zelte in Schweden abgebrochen und ist auf die beliebte Urlaubsinsel übergesiedelt, um dort weiter nach einer Spur zu suchen. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich als Privatermittler. Als er von einem vermögenden deutschen Geschäftsmann den Auftrag erhält, dessen Frau zu beschatten und herauszufinden, ob sie einen Geliebten hat, ahnt Blanck noch nicht, in welche üblen Machenschaften er durch diesen Auftrag verstrickt wird....



In Kallentofts Mallorca-Krimi betrachtet man die beliebte Urlaubsinsel aus einem ganz anderen Blickwinkel. Denn hier wird nicht die unbeschwerte Urlaubsatmosphäre und die überschäumende Leichtigkeit, die damit verbunden ist, vermittelt. Im Gegenteil, man wirft einen Blick auf die dunkle Seite des vermeintlichen Paradieses und folgt Privatermittler Tim Blanck in einen regelrechten Sumpf aus Gier, Korruption und gnadenloser Gewalt.



Beim Einstieg sollte man konzentriert lesen, denn der Schreibstil ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Knappe und zuweilen eher abgehackte Sätze, unterstreichen die fiebrige Suche des verzweifelten Vaters. Es ist zwar anfangs nicht leicht, dem Ganzen mühelos zu folgen, dennoch kann man dadurch hervorragend nachvollziehen, was in Tim Blanck vorgeht und ihn antreibt. Denn immerhin sind drei Jahre vergangen, seit Emme spurlos verschwand. Doch Blanck gibt nicht auf, sondern sucht verzweifelt nach seiner Tochter. Durch den außergewöhnlichen Schreibstil kann man seine Gefühle nachvollziehen. Seine fieberhafte Suche, nach der geringsten Spur, die ihn zu seiner Tochter führen könnte, wird dadurch eindringlich vermittelt. Außerdem gerät man, ohne es bewusst zu bemerken, bereits nach kurzer Zeit in den Sog der Ereignisse und wird regelrecht mitgerissen.



Rückblicke in die Vergangenheit und aktuelle Ereignisse wechseln. Deshalb ist es gerade anfangs wichtig, die jeweiligen Perspektiven genau einzuordnen, damit man den roten Faden, der zuweilen etwas versteckt durch die Handlung führt, nicht verliert. Sympathische Charaktere und unbeschwerte Urlaubsatmosphäre darf man von diesem Mallorca-Krimi nicht erwarten. Man spürt zwar die sommerliche Hitze, die auf der Insel herrscht, doch sie wirkt nicht sommerlich, leicht und unbeschwert, sondern eher mörderisch. Die Einblicke in die dunkle Seite des Urlaubsparadieses sorgen dafür, dass man schon bald nicht mehr weiß, wem man vertrauen kann und was man glauben soll. Das verstärkt allerdings das Gefühl, dass man unbedingt erfahren möchte, was im aktuellen Strang vor sich geht und ob sich eine Verbindung zu Blancks verschwundener Tochter ziehen lässt.



Ein spannender, teilweise verwirrend erzählter Krimi, bei dem es sich definitiv lohnt, dranzubleiben. Denn dann wird man mit einer Story belohnt, die unter die Haut geht.

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