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Veröffentlicht am 23.07.2020

Spannender Krimi

Dünentod
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Tjark Wolf hat sich eine Auszeit von seiner Arbeit bei der Polizei genommen und in dieser Zeit alle Brücken zu seinen Kollegen abgebrochen. Als Ceylan bei einem Besuch auf einem Volksfest niedergestochen ...

Tjark Wolf hat sich eine Auszeit von seiner Arbeit bei der Polizei genommen und in dieser Zeit alle Brücken zu seinen Kollegen abgebrochen. Als Ceylan bei einem Besuch auf einem Volksfest niedergestochen wird, greift Femke Folkmer zu einer List, um Tjark zu erreichen. Ihr Plan geht tatsächlich auf, denn Tjark kehrt sofort zurück. In einem für ihn typischen Alleingang versucht Tjark, Ceylans Angreifer auf die Schliche zu kommen. Im Zuge des Alleingangs finden sich Spuren von einem Mann, der keine Fingerabdrücke hat. Und dieser Mann scheint ein grauenvolles Attentat zu planen...



"Dünentod" ist nach "Dünengrab" bereits der zweite Fall für Tjark Wolf und Femke Folkmer. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann folgen, wenn man den ersten Teil nicht kennt. Um die Weiterentwicklung der Charaktere und die privaten Nebenhandlungen zu beobachten, empfiehlt sich allerdings die Einhaltung der Reihenfolge. Für die Kriminalhandlung selbst sind diese Vorkenntnisse allerdings nicht nötig. Außerdem streut der Autor wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung ein, sodass man kein Problem haben dürfte, alles richtig zuzuordnen. 



Auch bei diesem Krimi versteht der Autor es wieder hervorragend, vom ersten Moment an Spannung aufzubauen. Das Interesse an den Hintergründen der Messerattacke wird sofort geweckt. Im Zuge dieser Ermittlungen flacht die Spannung dann zunächst etwas ab. Langweilig wird es allerdings nie, da Tjark Wolf ganz in seinem Element ist und ungewöhnliche Wege geht, um dem Täter auf die Schliche zu kommen. 



Charaktere und Handlungsorte werden so lebendig beschrieben, dass man beinahe das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Dadurch kann man ganz ins Geschehen eintauchen. Durch die Spuren, die sich bei Tjarks Alleingang ergeben, nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Die Suche nach dem Mann, der offenbar einen schwerwiegenden Anschlag plant, läuft auf Hochtouren. Relativ kurze Kapitel und rasche Szenenwechsel sorgen dafür, dass man förmlich in den Sog der Ereignisse gerät und das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Zum Ende hin fiebert man regelrecht mit und hält gebannt den Atem an. 



"Dünentod"  überzeugt durch sympathische Ermittler und eine Handlung, die zwar zunächst eher gemächlich beginnt, dann aber so spannend wird, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. 

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Veröffentlicht am 22.07.2020

Solider Krimi

Winterfest
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Ove Bakkerud fährt zu seiner Ferienhütte an der norwegischen Küste, um noch ein paar Tage dort zu verbringen, bevor er die Hütte für den Winter sichern muss. Doch bei seiner Ankunft fällt ihm auf, dass ...

Ove Bakkerud fährt zu seiner Ferienhütte an der norwegischen Küste, um noch ein paar Tage dort zu verbringen, bevor er die Hütte für den Winter sichern muss. Doch bei seiner Ankunft fällt ihm auf, dass eingebrochen wurde. Alle Zimmer sind verwüstet. Bakkerud ist entsetzt. Er macht sich auf den Weg, um bei seinem direkten Nachbarn nachzuschauen, ob dort alles in Ordnung ist. Bakkerud glaubt seinen Augen nicht zu trauen, als er bemerkt, dass in der Nachbarhütte ein schwaches Licht brennt. Es hat sogar den Anschein, dass sich jemand im Haus aufhält. Entschlossen betritt Bakkerud die Hütte, um festzustellen, dass im aufgebrochenen Eingangsbereich alles voller Blut ist. William Wisting und sein Team nehmen die Ermittlungen auf und diese laufen zunächst alles andere als reibungslos....



"Winterfest" ist bereits der dritte Fall für William Wisting und sein Team. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie kennt. Wenn man allerdings daran interessiert ist, dem privaten Handlungsstrang chronologisch zu folgen, empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. 



Der Einstieg in den Krimi gelingt mühelos. Denn man befindet sich, ganz ohne langatmiges Vorgeplänkel, sofort mitten im Geschehen und beobachtet Ove Bakkeruds Ankunft an der Hütte. Die Spannung ist von Anfang an spürbar. Man merkt förmlich, dass eine bedrohliche Atmosphäre zwischen den Zeilen schwebt und dieses Gefühl bestätigt sich wenig später. Die Ermittlungen wirken sehr authentisch. William Wisting ist ein sympathischer Hauptprotagonist, dem man gerne bei seiner Arbeit über die Schulter schaut. Zuweilen treten die Ermittler auf der Stelle, doch trotzdem kommt keine Langeweile auf, denn man folgt interessiert den Spuren, denen nachgegangen wird. Dabei kommt es zu einigen Wendungen, die überraschen. Es macht Spaß, beim Lesen seine eigenen Überlegungen anzustellen und Zusammenhänge zu suchen. Doch ganz so einfach ist dieser Fall nicht zu lösen. Erfahrene Krimifans dürften sicher erahnen, was es mit der ein oder anderen Wendung auf sich hat, doch das trübt diesen soliden Krimi nicht. Denn hier stimmt einfach das Gesamtpaket: Lebendig beschriebene Charaktere, eine stimmige norwegische Hintergrundkulisse und authentische Ermittlungen, bei denen man gerne miträtselt. 



Ein solider norwegischer Krimi, der durch authentische Ermittlungsarbeit, durchgehende Spannung, überraschende Wendungen und lebendige Charaktere überzeugt!

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Veröffentlicht am 20.07.2020

Kate Burkholders 9. Fall

Ewige Schuld
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Der Amische Joseph King sitzt seit zwei Jahren für den Mord an seiner Frau im Gefängnis. Obwohl Joseph vor dem Mord öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, hat er diese Tat immer bestritten. Nun ...

Der Amische Joseph King sitzt seit zwei Jahren für den Mord an seiner Frau im Gefängnis. Obwohl Joseph vor dem Mord öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, hat er diese Tat immer bestritten. Nun bricht er aus und nimmt seine fünf Kinder als Geiseln. Polizeichefin Kate Burkholder kennt Joseph von Kindesbeinen an. Deshalb versucht sie zu vermitteln, wird dabei allerdings von Joseph überwältigt und ebenfalls festgehalten. Joseph will Gerechtigkeit. Er lässt Kate frei und bittet sie eindringlich, den wahren Mörder seiner Frau zu finden. Kate ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich bei den Nachforschungen begibt....



"Ewige Schuld" ist bereits der neunte Fall für die Polizeichefin Kate Burkholder, die früher als Amische aufwuchs. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, können sie unabhängig voneinander gelesen werden. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Charaktere und dem Privatleben der Ermittlerin interessiert ist, dann empfiehlt es sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Bände chronologisch zu lesen. Dem aktuellen Fall kann man allerdings ohne diese Kenntnisse folgen, da wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung eingestreut werden. 



Durch einen geheimnisvollen Prolog, in dem man den Mord an Josephs Frau Naomi beobachtet, ist man sofort mitten im Geschehen. Dabei erfährt man auch nicht zu viel, denn der Täter lässt sich nicht genau ausmachen. Doch dadurch wird das Interesse sofort geweckt. 



Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, aus der Sicht der Polizeichefin Kate Burkholder, geschildert. Kate wirkt sehr sympathisch. Man kann ihre Gedanken und Gefühle glaubhaft nachvollziehen. Denn bei Joseph King handelt es sich um einen Jugendfreund von Kate. Sie mag kaum glauben, dass er sich so zu seinem Nachteil verändert haben soll. Doch die Ermittlungsakten und Prozessberichte zeigen ein Bild von ihm, dass Kate nicht mit dem alten Freund in Einklang bringen kann. Deshalb hört sie auf ihr Bauchgefühl und beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Dabei stößt sie auf einige Ungereimtheiten. Auch wenn diese Ermittlungen nicht hochspannend sind, folgt man ihnen mit großen Interesse und das, was Kate ans Tageslicht bringt, ist schier unglaublich. Da sie dadurch in Gefahr gerät, steigert sich die bisher etwas vernachlässigte Spannung mit jeder Seite, um schließlich in einem hochspannenden Finale zu gipfeln. 



Der neunte Fall startet eher gemächlich, kann aber durch durchgehend interessante Ermittlungen und ein hochspannendes Finale punkten.  

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Veröffentlicht am 20.07.2020

Spannend!

Stranger – Du wirst ihm verfallen
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Caroline plant die Einweihung ihrer Strandvilla. Während der Party taucht ihr Mann mit einer geheimnisvollen Frau auf. Es hat den Anschein, dass es sich um seine Geliebte handelt. Die Gerüchteküche brodelt ...

Caroline plant die Einweihung ihrer Strandvilla. Während der Party taucht ihr Mann mit einer geheimnisvollen Frau auf. Es hat den Anschein, dass es sich um seine Geliebte handelt. Die Gerüchteküche brodelt und Caroline fühlt sich bloßgestellt. Plötzlich liegt ihre heile Welt in Scherben. Als sie am Strand den attraktiven und wesentlich jüngeren Barkeeper Aidan kennenlernt, fühlt sie sich von seinem Interesse geschmeichelt. Die Nacht, die die beiden gemeinsam verbringen, hat Folgen. Denn Aidan setzt alles daran, der neue Mann an Carolines Seite zu werden und folgt ihr überall hin...



Der Einstieg ins Geschehen gelingt mühelos. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei man Carolines Sicht auf die Dinge in der Ich-Form präsentiert bekommt. Dadurch wirkt Caroline von Anfang an sympathisch. Man kann sich mit ihr identifizieren und folgt gebannt ihrer Erzählung. Über dem Ganzen schwebt sofort eine bedrohliche Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann. Man merkt förmlich, dass sich etwas Unheilvolles zusammenbraut, kann aber nicht richtig fassen, was passieren wird.



In einem weiteren Handlungsstrang steht der geheimnisvolle Aidan im Mittelpunkt. Er scheint von Caroline, ihrem Haus und ihrem Lebensstil, magisch angezogen zu werden. Als er die Chance bekommt, sie näher kennenzulernen, ergreift er sie und schon bald wird Caroline zum Zentrum seiner Gedanken. Doch seine Sicht auf die Ereignisse unterscheidet sich immer mehr von dem, was Caroline erzählt. Schon bald weiß man nicht mehr, was man glauben und wem man vertrauen soll. Dabei spitzen sich die Ereignisse stetig zu.



Man gerät deshalb früh in den Sog der Handlung und mag sich kaum noch vom Gelesenen lösen. Im weiteren Verlauf kommt noch eine weitere Perspektive hinzu. Denn dann schildert die Ermittlerin ihre Eindrücke. Dadurch erweitert sich der Fokus und man folgt gebannt ihren Ermittlungen. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint, sodass sich die Spannung stetig steigert. Es kommt im Verlauf zu  Wendungen, die dafür sorgen, dass man die eigenen Eindrücke überdenken muss. Erfahrene Thriller-Leser dürften die große Überraschung am Ende allerdings recht früh erahnen, da die Hinweise, die eingestreut werden, keinen anderen Schluss zulassen. Dennoch bleibt die Handlung durchgehend spannend, da man zwischendurch doch hin- und hergerissen überlegt, ob die eigenen Schlussfolgerungen stimmen. 



Ein durchgehend spannendes Leseerlebnis, bei dem man nicht weiß, was und wem man glauben soll.  

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Veröffentlicht am 16.07.2020

Spannender 10. Fall

Brennendes Grab
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Die Scheune der Familie Gingerich brennt lichterloh. Polizeichefin Kate Burkholder wird an den Einsatzort gerufen. Dabei stellt sich heraus, dass der 18-jährige Sohn Daniel vermisst wird. Gemeinsam mit ...

Die Scheune der Familie Gingerich brennt lichterloh. Polizeichefin Kate Burkholder wird an den Einsatzort gerufen. Dabei stellt sich heraus, dass der 18-jährige Sohn Daniel vermisst wird. Gemeinsam mit der Familie macht sie sich auf die Suche nach dem jungen Mann. Doch er bleibt verschwunden. Am nächsten Tag wird eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche in der Sattelkammer der Scheune gefunden. Es handelt sich tatsächlich um den vermissten Daniel, der offenbar in der Scheune eingesperrt und dort qualvoll getötet wurde. Kate Burkholder nimmt die Ermittlungen auf. Zunächst scheint es so, als ob Daniel ein angesehener und allseits beliebter Mann in der Gemeinde gewesen wäre. Doch nach und nach erhärtet sich der Verdacht, dass der junge Mann noch ein anderes, teuflisches Gesicht hatte.... 



"Brennendes Grab" ist mittlerweile der zehnte Band für die sympathische Polizeichefin Kate Burkholder, die früher als Amische aufgewachsen ist. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Charaktere und dem Privatleben der Ermittlerin interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Da aber kurze Rückblicke auf Details aus der Vergangenheit eingeflochten werden, dürfte man auch in diesem Bereich keine Probleme haben alles richtig zuzuordnen. 



Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt mühelos, denn man ist sofort mitten im Geschehen, da man beobachtet, wie Daniel in eine Falle gelockt wird und in der Scheune qualvoll stirbt. Wer ihn dorthin gelockt hat und warum er sterben musste, erfährt man allerdings nicht. Deshalb ist das Interesse sofort geweckt. 



Handlungsorte und Protagonisten werden lebendig beschrieben. Deshalb kann man sich ganz auf Kate Burkholders Ermittlungen einlassen, sich dabei alles mühelos vorstellen und eigene Überlegungen anstellen. Doch dieser Fall ist nicht so leicht zu durchschauen. Immer wenn man meint, dass man der Lösung einen Schritt näher gekommen ist, ergeben sich Wendungen, die dafür sorgen, dass man die eigenen Schlüsse überdenken und neu ansetzen muss. Die Ermittlungen wirken realistisch, auch wenn sie manchmal etwas auf der Stelle treten. Dennoch kommt keine Langeweile auf, da Linda Castillo es hervorragend versteht, ihre Leser bei der Stange zu halten und in die Irre zu führen. Selbst das Ende hält noch einige Überraschungen bereit. 



Wieder ein spannender Fall für die sympathische Polizeichefin Kater Burkholder, der zwar zwischendurch ein paar Längen hat, doch insgesamt gesehen überzeugen kann und zum Nachdenken anregt. 

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