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Veröffentlicht am 18.06.2020

Schräge Undercover-Mission

Rupert undercover - Ostfriesische Mission
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Rupert träumt schon lange von einer Karriere beim BKA. Doch bisher waren all seine Bemühungen, dort unterzukommen, vergebens. An seinem Geburtstag erhält Rupert endlich die Gelegenheit, dem BKA zu beweisen, ...

Rupert träumt schon lange von einer Karriere beim BKA. Doch bisher waren all seine Bemühungen, dort unterzukommen, vergebens. An seinem Geburtstag erhält Rupert endlich die Gelegenheit, dem BKA zu beweisen, was in ihm steckt. Denn Rupert sieht einem internationalen Drogenboss zum Verwechseln ähnlich und soll deshalb in dessen Rolle schlüpfen. Die Vorbereitungszeit für den gefährlichen Undercover-Einsatz fällt äußerst knapp aus. Ruperts Chefin, Ann Kathrin Klaasen, hat Bedenken, dass Rupert auffliegen und bei seiner Mission getötet werden könnte. Doch Rupert will es allen zeigen. Denn dieser Einsatz bietet nicht nur die einmalige Gelegenheit, zum Helden zu werden, sondern liefert ihm, ganz nebenbei, die perfekte Ausrede, der verhassten Buttercremetorte, die seine Schwiegermutter ihm jedes Jahr zum Geburtstag backt, zu entgehen....

"Rupert Undercover" ist der erste eigene Fall für Hauptkommissar Rupert, den Fans der Reihe um Ann Kathrin Klaasen bereits gut kennen dürften. Und wer Rupert kennt, der ahnt sicher schon, dass bei diesem Einsatz nicht alles nach Plan verlaufen wird. Der Einstieg in den Krimi gelingt zunächst mühelos, denn man beobachtet neugierig, wie Rupert auf die einmalige Gelegenheit, das BKA zu unterstützen, reagiert. Dadurch ist man gleich mitten im Geschehen.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. So bekommt man einen guten Überblick über die Gesamthandlung. Dabei lernt man auch den echten Drogenboss näher kennen und stellt fest, dass er ganz anders zu sein scheint, als man es von einem knallharten Clan-Chef erwarten würde. Obwohl diese Beschreibungen durchaus interessant sind, wirken sie stellenweise etwas zu ausführlich und langatmig. Manchmal gerät man leider fast in Versuchung, die ellenlangen Ausschweifungen lediglich zu überfliegen. Aber es lohnt sich definitiv, dranzubleiben. Denn schon bald nimmt die Handlung deutlich Fahrt auf und überzeugt durch schräge Charaktere, skurrile Situationen und äußerst spannende Szenen. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale, das die Neugier auf den nächsten Solo-Einsatz von Rupert weckt.

Eine schräge Undercover-Mission, die zwar erst gemächlich startet, dann aber voll und ganz überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 17.06.2020

Spannender Action-Thriller

Parceval - Auf der Flucht
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Noch immer ist Ralf Parceval, nach seinem Ausbruch aus lebenslanger Haft, auf der Flucht. Der fünfzehnfache Mörder taucht in Mannheim unter. Dort soll Parceval einen Afghanen treffen, der angeblich Hinweise ...

Noch immer ist Ralf Parceval, nach seinem Ausbruch aus lebenslanger Haft, auf der Flucht. Der fünfzehnfache Mörder taucht in Mannheim unter. Dort soll Parceval einen Afghanen treffen, der angeblich Hinweise auf seine verschleppte Schwester und seine Nichte hat. Der Afghane ist Fahrer eines Hochzeitskorsos und will Parceval im Zuge des Trubels treffen. Die Gefahr einer Entdeckung scheint gering. Doch dann läuft alles aus dem Ruder. Denn der Hochzeitskonvoi wird überfallen. Eine gnadenlose Schießerei beginnt. Da unschuldige Passanten zu Opfern werden, greift Parceval, ohne groß darüber nachzudenken, ein. Und schon bald befindet er sich mitten in einem Bandenkrieg zwischen zwei verfeindeten Unterweltclans....

Nach "Parceval - Seine Jagd beginnt" ist "Parceval - Auf der Flucht" bereits der zweite Band um den Ex-Bundespolizisten Ralf Parceval, der selbst zum verurteilten Mörder wurde. Man kann den zweiten Teil auch dann lesen, wenn man keine Vorkenntnisse hat, da wichtige Hintergrundinformation in die Handlung eingestreut werden. Um alles chronologisch zu verfolgen, ist es aber, wie bei jeder anderen Serie auch, empfehlenswert, die Reihenfolge einzuhalten.

Dieser Thriller startet ohne langatmiges Vorgeplänkel, denn man befindet sich sofort mitten im Geschehen und verfolgt die gnadenlose Schießerei und Parcevals Eingreifen. Die Spannung ist vom ersten Moment an spürbar und kann durchgehend gehalten werden. Die spannende Handlung gönnt einem nur wenige Atempausen und entwickelt sich zu einem rasanten Action-Thriller, den man bereits nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen mag. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen nicht sein, denn der Autor beschreibt seine actionreichen Szenen so detailliert, dass man sofort die Bilder dazu vor Augen hat.

Trotz seiner mörderischen Vergangenheit, scheint Parceval ein aufrechter Mensch zu sein, der sich für die Schwachen und Hilflosen einsetzt und dafür sorgt, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt. Er ist quasi ein moderner Robin Hood, der noch dazu unbesiegbar scheint. Das muss man mögen, um diesen Thriller zu genießen. Denn dann kann man sich ganz auf die fesselnde Handlung einlassen und atemlos spannende Stunden damit verbringen. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse. Es kommt zu überraschenden Wendungen, die in einem hochspannenden Finale gipfeln, das dafür sorgt, dass man unbedingt erfahren möchte, wie es mit Parceval weitergeht.

Ein rasanter Thriller, mit einem modernen Robin Hood, der zudem noch mit Superkräfte zu haben scheint. Nichtsdestotrotz ein Action-Thriller, den man kaum aus der Hand legen mag.

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Veröffentlicht am 15.06.2020

Startet zunächst eher gemächlich, wird dann aber äußerst spannend

No Words – Die Sprache der Opfer
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Eine verzweifelte Frau nimmt in einer dunklen Gasse Kontakt zu Caleb auf. Sie wirkt gehetzt und versucht dem Gehörlosen etwas mitzuteilen. Doch es ist zu dunkel, um von ihren Lippen zu lesen. Die Gebärden, ...

Eine verzweifelte Frau nimmt in einer dunklen Gasse Kontakt zu Caleb auf. Sie wirkt gehetzt und versucht dem Gehörlosen etwas mitzuteilen. Doch es ist zu dunkel, um von ihren Lippen zu lesen. Die Gebärden, die sie macht, sind nicht eindeutig. Caleb meint, die Wörter "Hilfe" und "Familie" zu erkennen. Bevor die beiden weiter miteinander kommunizieren können, werden sie von einem Unbekannten angegriffen. Obwohl die Frau zunächst fliehen kann, stirbt sie nur wenig später. Calebs Interesse ist geweckt. Er will unbedingt erfahren, was die Frau zu ihm geführt und welche Hilfe sie von ihm erhofft hat. Zu diesem Zeitpunkt ahnt Caleb nicht einmal im Ansatz, in welches Wespennest er mit seinen Nachforschungen stechen wird....

"No Words" ist nach "No Sound" der zweite Band, in dem der Gehörlose Caleb Zelic ermittelt. Obwohl die Bände in sich abgeschlossen sind und man der Handlung des zweiten Teils auch dann folgen kann, wenn man den ersten nicht gelesen hat, ist es von Vorteil, die Reihenfolge einzuhalten. Denn dann kann man Caleb selbst, seine Vergangenheit und seine Weiterentwicklung, einfach besser einschätzen.

Der Einstieg in den Thriller gelingt mühelos. Da man, ohne langatmiges Vorgeplänkel, sofort mitten im Geschehen ist und die spannende Szene in der dunklen Gasse beobachtet. Damit wird das Interesse an der Handlung unmittelbar geweckt. Man möchte, genau wie Caleb, unbedingt erfahren, was die verzweifelte Frau ausgerechnet zu ihm geführt hat und warum sie sterben musste.

Der Schreibstil ist sehr angenehm lesbar. Handlungsorte und Protagonisten erwachen zum Leben, sodass man beim Lesen alles mühelos vor Augen hat. Die Schwierigkeiten, die sich durch Calebs Gehörlosigkeit ergeben, fließen glaubhaft ins Geschehen ein. Caleb ist ein äußerst hartnäckiger Ermittler, der akribisch Spuren verfolgt. Beim Lesen hat man allerdings einige Male das Gefühl, dass er zu unvorsichtig ist und sich deshalb unnötig in Gefahr bringt. Dennoch ist die Ermittlungsarbeit durchgehend interessant. Auch wenn zunächst nur wenig Spannung vorhanden ist. Diese zieht allerdings im weiteren Handlungsverlauf stetig an, um schließlich in einem hochspannenden Finale zu gipfeln.

Ein Thriller, der zwar zunächst eher gemächlich startet, dann aber äußerst spannend wird.

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Veröffentlicht am 15.06.2020

Gelungener Abschlussband

Töchter der Elbchaussee
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Der Zweite Weltkrieg ist endlich vorüber. Auch Frieda und ihre Familie müssen mit Verlusten zurechtkommen. Doch das Leben muss weitergehen. Die Wiederaufnahme der Schokoladenmanufaktur stellt Frieda vor ...

Der Zweite Weltkrieg ist endlich vorüber. Auch Frieda und ihre Familie müssen mit Verlusten zurechtkommen. Doch das Leben muss weitergehen. Die Wiederaufnahme der Schokoladenmanufaktur stellt Frieda vor große Herausforderungen, denn Handelswaren und Rohstoffe sind knapp. Endlich darf Frieda wieder Lehrlinge ausbilden. Ihre Wahl fällt natürlich auf den eigenen Sohn und Ziehtochter Sarah. Gerade Sarah scheint ein besonderes Geschick für die Belange der Manufaktur zu entwickeln. Doch Friedas Sohn und seine zukünftige Frau stellen sich die Zukunft der Schokoladenmanufaktur anders vor....

"Töchter der Elbchaussee" ist nach "Die Villa an der Elbchaussee" und "Jahre an der Elbchaussee" der dritte Band der Hamburg-Saga von Lena Johannson. Da die Autorin wesentliche Hintergrundinformationen aus den vorangegangenen Teilen in die Handlung einfließen lässt, kann man dem Geschehen im aktuellen Band sicher auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Saga gelesen hat. Um die Weiterentwicklung der Charaktere im Lauf der Jahre nachzuvollziehen, ist es aber sinnvoller, die Bücher in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen.

Der erneute Einstieg in die Handlung gelingt mühelos. Man freut sich darüber, alte Bekannte aus den vorherigen Bänden wiederzusehen und neue Charaktere kennenzulernen. Die Autorin beschreibt Handlungsorte und Protagonisten wieder sehr lebendig, sodass man alles sofort vor Augen hat. Man kann die privaten Schicksalsschläge und die Schwierigkeiten, die Manufaktur unter den Bedingungen der Nachkriegszeit wieder aufzubauen, glaubhaft nachvollziehen und ist deshalb schnell wieder mittendrin. Der damalige Zeitgeist schwebt dabei zwischen den Zeilen, sodass man sich ganz auf die Handlung einlassen kann.

Die nächste Generation steht in den Startlöchern. Während für Frieda klar ist, was das Beste für die Schokoladenmanufaktur ist, sieht Friedas Sohn das etwas anders. Es kommt zu einigen Verwicklungen, die zugegebenermaßen etwas vorhersehbar wirken, aber dennoch interessant zu lesen sind. Charaktere und Handlungsorte erwachen zum Leben, sodass sich das Buch quasi von selbst liest, da man unbedingt wissen möchte, wie alles endet.

Ein gelungener Abschluss, der mitreißenden Saga!

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Veröffentlicht am 01.06.2020

Etwas zu vorhersehbar

Strandkorbliebe
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Antje lebt auf Norderney und unterstützt ihre Eltern bei der Vermietung von Ferienwohnungen. Als das Ehepaar Huber, gemeinsam mit Sohn Michael anreist, ist Antje entsetzt. Denn Michael ist ihre erste große ...

Antje lebt auf Norderney und unterstützt ihre Eltern bei der Vermietung von Ferienwohnungen. Als das Ehepaar Huber, gemeinsam mit Sohn Michael anreist, ist Antje entsetzt. Denn Michael ist ihre erste große Liebe. Und an die schmerzhaften Gefühle, die mit dem Ende dieser Liebe verbunden waren, denkt Antje nur ungern zurück. Genau das will Antje nie wieder erleben müssen und deshalb versucht sie alles, um Michael aus dem Weg zu gehen. Doch Michaels Neufundländer hat andere Pläne, denn er ist vom ersten Moment an in Antje verliebt. Und seinem Herrchen scheint es auch so zu gehen. Hat die erste große Liebe eine neue Chance verdient?

"Strandkorbliebe" ist der zweite Band aus der Reihe "Liebe auf Norderney". Man kann den zweiten Band aber auch dann problemlos lesen, wenn man den ersten nicht kennt, da die Teile in sich abgeschlossen sind. Das Cover weckt sofort die Lust auf Urlaubs-Feeling und diese Hoffnung wird in diesem Roman definitiv erfüllt.

Der Einstieg ist zunächst ein wenig holprig, doch nach wenigen Seiten liest sich die Geschichte quasi von allein. Antje wirkt vom ersten Moment an sympathisch, sodass man sich gerne auf die zu erwartende Romanze einlässt. Allerdings fällt es nicht immer leicht, die Gefühle, die sich erneut zwischen Antje und Michael entwickeln, glaubhaft nachzuvollziehen, da man alles eher distanziert betrachtet. Es kommt zu einigen üblichen Verwicklungen. Schade ist dabei allerdings, dass diese sehr vorhersehbar sind. Denn man ahnt bereits früh, welche Hindernisse die beiden überwinden müssen. Zugegebenermaßen gibt es eine klitzekleine Entwicklung, die etwas überraschend ist, aber sonst läuft der Roman nach bewährtem Schema ab. Dennoch versteht es die Autorin, die Szenen auf Norderney so zu beschreiben, dass sich beim Lesen Insel-Feeling und Urlaubsstimmung einstellen.

Ein Liebesroman, der zwar etwas zu vorhersehbar ist, aber, durch das Urlaubs-Feeling, dennoch für unterhaltsame Lesestunden am Strand geeignet ist.

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