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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2019

Arg konstruiert, aber dennoch spannend

Rapunzel, mein (Ein Grall-und-Wyler-Thriller 2)
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Als die Profilerin Rabea Wyler erfährt, dass ein totes Mädchen aufgefunden wurde, das mit seinen eigenen Haaren erdrosselt wurde und dem außerdem noch die Hände fehlen, wird sie sofort mit ihrer eigenen ...

Als die Profilerin Rabea Wyler erfährt, dass ein totes Mädchen aufgefunden wurde, das mit seinen eigenen Haaren erdrosselt wurde und dem außerdem noch die Hände fehlen, wird sie sofort mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Denn ihre Schwester wird seit Jahren vermisst, nur eine einzige Hand wurde von ihr gefunden. Rabea hat noch lange nicht damit abgeschlossen. Sie muss einfach herausfinden, ob dieser neue Mord etwas mit dem Verschwinden der Schwester zu tun hat und setzt sich deshalb über alle Vorschriften hinweg. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und hofft darauf, dass ihr ehemaliger Chef Jan Grall, sie dabei unterstützt. Die beiden ahnen nicht, auf welch perfides Spiel sie sich einlassen.....


Nach "Der Alphabetmörder" ist "Rapunzel, mein" der zweite Band, in dem die Fallanalytiker Rabea Wyler und Jan Grall gemeinsam ermitteln. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen aber auch dann mühelos folgen, wenn man den Vorgänger nicht kennt. Wichtige Hintergrundinformationen werden in die Handlung eingestreut. Dabei wird auch nicht zu viel verraten, sodass man den ersten Teil auch dann noch lesen kann, wenn man den Folgeband bereits kennt, ohne sich die Spannung zu verderben. Der erste Band hat bei beiden Hauptcharakteren Spuren hinterlassen. Jan Grall ist mittlerweile suspendiert und Rabea Wyler arbeitet zwar weiterhin als Fallanalytikerin, hat aber noch immer mit den Folgen der Ermittlungen im Fall des "Alphabetmörders" zu kämpfen.


Der Einstieg in die aktuellen Ereignisse gelingt mühelos, denn der Autor versteht es hervorragend, sofort das Interesse an der Handlung zu wecken. Man möchte unbedingt erfahren, was es mit dem grausamen Mord an dem Mädchen auf sich hat und ob es tatsächlich eine Verbindung zum Verschwinden von Rabeas Schwester gibt. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Dadurch bekommt man einen recht guten Überblick. Die Spannung wird früh aufgebaut und kann durchgehend gehalten werden. Der Fall bleibt zunächst rätselhaft. Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird. So kann man mit den Akteuren mitfiebern und die Suche nach dem perfiden Killer, der hinter allem steckt, genießen. Der Zufall greift den Ermittlern hier allerdings einige Male sehr hilfreich unter die Arme. Das sorgt zwar für eine temporeiche und spannende Handlung, geht allerdings, da es ziemlich häufig auftritt, zu Lasten der Glaubwürdigkeit.


Ich habe bereits den ersten Teil der Reihe mit Begeisterung gelesen und mich deshalb sehr über ein Wiedersehen mit den beiden Fallanalytikern gefreut. Der Fall konnte mich durch eine temporeiche und durchgehend spannende Handlung überzeugen. Allerdings gebe ich zu, dass mir der Zufall bei diesen Ermittlungen eine viel zu große Rolle gespielt hat. Das wirkte auf mich arg konstruiert und unglaubwürdig. Dennoch habe ich den Thriller regelrecht verschlungen und würde mich über eine Fortsetzung der Reihe freuen.

Veröffentlicht am 03.10.2019

Humorvolle und kurzweilige Lektüre für Zwischendurch

Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello
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Nach "Nenne drei Nadelbäume:Tanne, Fichte, Oberkiefer" und "Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker" ist "Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello" bereits der dritte Band in ...

Nach "Nenne drei Nadelbäume:Tanne, Fichte, Oberkiefer" und "Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker" ist "Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello" bereits der dritte Band in dem man in von Lehrern eingeschickten Anekdoten aus dem ganz normalen Schulalltag stöbern kann. Die beiden Spiegel-Online Redakteurinnen Lena Greiner und Carola Padtberg-Kruse haben die eingeschickten Einblicke in verschiedene Fachbereiche eingeteilt.

Mit einer locker und humorvollen Einleitung wird man perfekt auf die nun folgende Lektüre eingestimmt. Dabei darf man sich dieses Mal auf krass, witzige Einblicke in deutsche Klassenzimmer freuen. Thematisch sind die geistigen Aussetzer, die man auch liebevoll als kreative Antworten bezeichnen kann, in folgende Fachbereiche geordnet: Erdkunde, Musik, Biologie, Deutsch, Chemie, Englisch, Mathematik, Religion, Ethik, Geschichte und Politik. Die schönsten Ausreden darf man übrigens auch genießen. In diesem Band gibt es außerdem Anekdoten, in denen Schüler von ihren schrägen Erlebnissen mit seltsamen Pädagogen berichten, und Geständnisse aus dem Lehrerzimmer. Der ganz normale Schulwahnsinn wird also von allen Seiten betrachtet. Das zieht sich durch alle Klassen und Schulformen. Die unterschiedlichen Einblicke werden gelegentlich durch lustige, zum Thema passende, Cartoons aufgelockert.

Die jeweiligen Abschnitte sind nicht zu lang. Deshalb lassen sie sich locker und flott lesen. Dabei hat man das Gefühl, das Augenzwinkern, mit dem diese Anekdoten beschrieben werden, beim Lesen regelrecht wahrzunehmen. Dieses Buch eignet sich wunderbar als kurzweilige Lektüre für Zwischendurch, da man gut unterhalten wird und oft unverhofft schmunzeln muss.

Veröffentlicht am 02.10.2019

Ich hatte mir deutlich mehr Spannung erhofft

ATME!
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Nile scheint mit Ben endlich das große Glück gefunden zu haben. Erst waren es nur ein paar gestohlene Stunden, da Ben noch verheiratet ist. Doch nun lässt er sich scheiden und lebt mit Nile zusammen. Bei ...

Nile scheint mit Ben endlich das große Glück gefunden zu haben. Erst waren es nur ein paar gestohlene Stunden, da Ben noch verheiratet ist. Doch nun lässt er sich scheiden und lebt mit Nile zusammen. Bei einer gemeinsamen Shopping-Tour verschwindet Ben plötzlich spurlos. Nile macht sich sofort panisch auf die Suche. Doch niemand hat Ben gesehen oder etwas von ihm gehört. Nile ist sich sicher, dass etwas Schreckliches passiert ist. Da nicht einmal die Polizei sie bei ihrer Suche unterstützt, muss Nile jede Hilfe annehmen, die sie bekommen kann und die kommt ausgerechnet von Flo, der Noch-Ehefrau von Ben! Doch kann Nile ihr wirklich trauen?

Die Handlung wird ausschließlich in der Ich-Form, aus der Sicht von Nile, geschildert. Der Einstieg gelingt mühelos, denn man befindet sich sofort mitten im Geschehen, da Lebensgefährte Ben recht früh spurlos verschwindet. Kurze Sätze sorgen für ein hohes Tempo. Man merkt, dass Nile gestresst ist und panisch reagiert. Genau wie Nile selbst, stellt man sich die Frage, wo Ben ist und was eigentlich passiert ist. Nile ist nur noch darauf fixiert, Ben so schnell wie möglich zu finden. Es gelingt der Autorin hervorragend, die Panik und die Verzweiflung, die Nile befallen, so zu beschreiben, dass man sie glaubhaft nachvollziehen kann.

Niles Gedanken kreisen nur noch um Ben, die Beziehung zu ihm und alles was damit zusammenhängt. Dadurch, dass die gesamte Handlung aus der Ich-Perspektive betrachtet wird, hat man eine ziemlich eingeschränkte Sicht und ist darauf angewiesen, die Puzzleteile, die Nile langsam zusammenträgt, genau zu betrachten. Das Gedankenkarussell von Nile ist anfangs noch interessant, doch nach und nach stellt sich der Verdacht ein, dass sie gelegentlich etwas verwirrt ist und nicht alles richtig zuordnet. Denn die Noch-Ehefrau von Ben scheint einiges vollkommen anders zu sehen. Doch woran liegt das? Wem kann man hier eigentlich vertrauen?

Nile scheint sich im Kreis zu drehen. Ihre Suche wird immer verzweifelter. Dennoch geht es keinen Schritt voran. Man hat das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt. Man verfolgt zwar Niles Gedanken, doch die Spannung, die man von einem Thriller erwartet, will sich nicht einstellen. Selbst das Interesse an den Hintergründen lässt von Zeile zu Zeile nach. Ab der Mitte kommt dann endlich ein wenig Schwung in die Handlung. Auch wenn man als aufmerksamer Leser schon bald einen Verdacht hat, was passiert sein könnte, kann man sich doch nicht sicher sein und stellt beim Lesen weitere Ermittlungen an. Es kommt zum Ende hin zu einigen Wendungen, die allerdings nicht wirklich überraschend sind, sondern ziemlich konstruiert wirken.

Ich hatte mir von diesem Thriller ein spannendes Verwirrspiel erhofft, bei dem ich atemlos an den Seiten klebe und mich nicht mehr vom Gelesenen lösen mag. Der Anfang erschien mir auch wirklich vielversprechend, doch dann trat die Handlung, für meinen Geschmack, zu sehr auf der Stelle. Die Hauptprotagonistin war mir auch nicht sympathisch, sondern nervte mich früh. Da die überraschenden Wendungen auf mich ziemlich vorhersehbar wirkten und mir die Spannung viel zu kurz kam, war ich froh, als ich am Ende angekommen war.

Veröffentlicht am 30.09.2019

Spannender Krimi

Sterbekammer
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In der alten Mühle, die sich in der Nachbarschaft der Polizistin Frida Paulsen befindet, wird die Leiche des Bewohners gefunden. Es hat den Anschein, als ob der alte Mann, der recht zurückgezogen gelebt ...

In der alten Mühle, die sich in der Nachbarschaft der Polizistin Frida Paulsen befindet, wird die Leiche des Bewohners gefunden. Es hat den Anschein, als ob der alte Mann, der recht zurückgezogen gelebt hat und als ziemlich streitlustig galt, von der Treppe gestürzt wäre. Frida kümmert sich um die Tiere, die nun ohne ihren Besitzer auskommen müssen. Den Hund kann sie auf dem Apfelhof der Eltern unterbringen. Doch der Kater ist scheu, sodass Frida regelmäßig zur Mühle fährt, um ihn zu füttern. Dabei entdeckt sie eine Bodenklappe. Als Frida die Klappe öffnet, glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen, denn der Kellerraum ist wie eine Gefängniszelle eingerichtet. Frida verständigt sofort ihre Kollegen. Schon bald liegt der Verdacht nahe, dass in diesem Raum die Frau, die vor Jahren spurlos in der Marsch verschwand, gefangen gehalten wurde. Der alte Fall wird erneut aufgerollt.....

"Sterbekammer" ist nach "Totenweg" und "Bluthaus" bereits der dritte Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Hauptcharaktere interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.

Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt problemlos. Denn Romy Fölck versteht es wieder hervorragend, sofort das Interesse an der Handlung zu wecken. Diese wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Frida muss sich nicht nur mit einem neuen Chef arrangieren, der sie offensichtlich genau im Auge hat, sondern auch noch mit privaten Problemen. Denn ihr Vater hat anscheinend Sorgen, über die er nicht sprechen möchte. Außerdem hat es das Ermittlerteam nicht nur mit dem alten, ungelösten Vermisstenfall zu tun, sondern auch noch mit einem mysteriösen Mord, der sich an einer Tankstelle ereignet hat. Das aktuelle Geschehen wird außerdem gelegentlich von Rückblicken in die Vergangenheit, die mit "Ich-Tag X" gekennzeichnet sind, unterbrochen. Diese Einschübe sind zunächst nicht richtig einzuordnen, regen dadurch aber zum Spekulieren an. Langweilig wird es bei diesen Ermittlungen nie, denn sowohl der Krimianteil, als auch die privaten Nebenhandlungen der Hauptcharaktere sind durchgehend interessant.

Der Schreibstil ist angenehm lesbar. Man kann sich Handlungsorte und Protagonisten lebhaft vorstellen und deshalb ganz in die Handlung eintauchen. Gerade die Beschreibungen der Marsch wirken so authentisch, dass man die entsprechenden Szenen mühelos vor Augen hat und sich Land und Leute vorstellen kann. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch deshalb bereits nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen. Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung stetig steigt und dass man, fast bis zum Schluss, nicht sicher sein kann, was wirklich passiert ist.

Ich habe bereits alle Bände der Reihe mit großer Begeisterung gelesen. Auch bei diesem Teil konnte mich die lebendigen Beschreibungen der Handlungsorte und Charaktere wieder schnell in den Bann der Ereignisse ziehen. Die Spannung war für mich durchgehend spürbar, sodass ich das Buch erst aus der Hand legen mochte, als ich am Ende angekommen war.

Veröffentlicht am 28.09.2019

Zauberhaft

Die Zeit der Weihnachtsschwestern
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Suzanne McBride freut sich sehr, dass in diesem Jahr alle drei Töchter zugesagt haben, zum Weihnachtsfest nach Hause zu kommen. Obwohl Suzanne ahnt, dass es wieder Spannungen geben wird, beginnt sie ...

Suzanne McBride freut sich sehr, dass in diesem Jahr alle drei Töchter zugesagt haben, zum Weihnachtsfest nach Hause zu kommen. Obwohl Suzanne ahnt, dass es wieder Spannungen geben wird, beginnt sie alles liebevoll vorzubereiten. Denn das Weihnachtsfest soll einfach perfekt werden. Doch kurz vor dem Fest wird Suzanne von einer schweren Grippe ans Bett gefesselt. Nun müssen Hannah, Beth und Posy an einem Strang ziehen und die letzten Vorbereitungen treffen. Das ist allerdings gar nicht so einfach, da sich alle drei Schwestern mit unterschiedlichen Problemen herumschlagen, von denen niemand etwas wissen soll. Außerdem kommen gerade zu dieser Jahreszeit die Erinnerungen an ein Unglück hoch, das die ganze Familie entscheidend geprägt hat.....

„Die Zeit der Weihnachtsschwestern“ ist ein einfühlsamer und berührender Familienroman, der in der Weihnachtszeit angesiedelt und mit einer wohldosierten Prise Romantik fein abgestimmt ist. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei Suzanne, Hannah, Beth und Posy abwechselnd im Zentrum des Geschehens stehen. Dadurch bekommt man einen sehr guten Eindruck von den Gedanken und Gefühlen der jeweiligen Hauptakteurin und kann außerdem einschätzen, wie sie aufeinander wirken und warum das so ist.

Der Autorin gelingt es hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man beim Lesen spontan die entsprechenden Bilder dazu im Kopf hat und dadurch ganz in die Geschichte eintauchen kann. Außerdem schafft sie es mühelos, eine ganz besondere Weihnachtsatmosphäre zu erschaffen, die zwischen den Zeilen schwebt. Die Protagonisten wirken alle so lebendig, dass man ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen kann. Ihre Sorgen und Nöte sind außerdem so beschrieben, dass sie zu Herzen gehen, aber nicht zu dick aufgetragen wirken. Man kann sich deshalb ganz auf die unterschiedlichen Mitglieder der Familie einlassen und hat schon bald das Gefühl, dass man selbst dazu gehört.

"Die Zeit der Weihnachtsschwestern" ist ein wundervoller, zu Herzen gehender Familienroman, der mit weihnachtlichem Zauber und einer wohldosierten Prise Romantik fein abgestimmt ist.