Profilbild von KimVi

KimVi

Lesejury Star
offline

KimVi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit KimVi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2018

Spannende Ermittlungen

Der Alphabetmörder (Ein Grall-und-Wyler-Thriller 1)
0

In einem Wildpark wird die grausam zugerichtete Leiche eines Mannes entdeckt. Die Fallanalytiker Jan Grall und Rabea Wyler vom LKA werden hinzugezogen, um die Ermittler zu unterstützen. Nur kurze Zeit ...

In einem Wildpark wird die grausam zugerichtete Leiche eines Mannes entdeckt. Die Fallanalytiker Jan Grall und Rabea Wyler vom LKA werden hinzugezogen, um die Ermittler zu unterstützen. Nur kurze Zeit später werden weitere Leichen gefunden. Dass die Taten in Zusammenhang stehen müssen, ist offensichtlich, da der Täter seine Opfer fortlaufend mit den Buchstaben des Alphabets kennzeichnet. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, als die Ermittler ein Stück Haut zugestellt bekommen. Dieser Hautfetzen gehört zu einer vermissten Person. Kann sie rechtzeitig gerettet werden? Jan Gralls Hotelzimmer wird außerdem mit einem Z markiert. Nun ist klar, dass der Täter sich durch das Alphabet morden wird, wenn er nicht vorher gestoppt werden kann.....

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, da man sofort mitten ins Geschehen geworfen wird. Das Interesse wird dadurch unmittelbar geweckt, sodass man gespannt dem weiteren Verlauf folgt. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen problemlos vorstellen und ganz in die Ermittlungen eintauchen.

Die Charaktere wirken ebenfalls sehr lebendig. Sie haben Ecken und Kanten. Jan Grall ist nicht so leicht einzuschätzen, da es etwas in seiner Vergangenheit gibt, was ihm offensichtlich zu schaffen macht. Diese Nebenhandlung verknüpft sich hervorragend mit dem eigentlichen Fall und sorgt dafür, dass der Thriller durchgehend abwechslungsreich und spannend bleibt. Beim Lesen sollte man allerdings nicht allzu zartbesaitet sein, da der Täter mit seinen Opfern nicht unbedingt zimperlich umgeht und es dem Autoren mühelos gelingt, die Leichenfunde so realistisch zu beschreiben, dass sofort das Kopfkino anspringt.

Der Fall selbst ist durchgehend spannend. Man fiebert mit und stellt eigene Ermittlungen an. Dabei kommt es zu einigen Überraschungen. Im großen Finale steigt die Spannung weiter steil nach oben und gipfelt in einem nachvollziehbarem Ende.

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und bei diesem Exemplar habe ich mich ausgesprochen gut unterhalten, da ich von Anfang an mitten im Geschehen war und die spannende Handlung durchgehend genießen konnte. Ich würde mich freuen, bald einen weiteren Fall von Jan Grall und Rabea Wyler zu verfolgen.

Veröffentlicht am 10.06.2018

Durchaus interessant, aber für meinen Geschmack hätte es ruhig spannender sein dürfen

Zu nah
0

Die angesehene Wissenschaftlerin und Dozentin Eleanor Costello wird erhängt aufgefunden. Zunächst geht man von einem Suizid aus, doch dann deutet alles darauf hin, dass Fremdeinwirkung im Spiel war. Detective ...

Die angesehene Wissenschaftlerin und Dozentin Eleanor Costello wird erhängt aufgefunden. Zunächst geht man von einem Suizid aus, doch dann deutet alles darauf hin, dass Fremdeinwirkung im Spiel war. Detective Frankie Sheehan von der Dubliner Polizei nimmt mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Ihr Vorgesetzter hofft darauf, dass Frankie wieder vollkommen einsatzfähig ist, denn ihr letzter Fall hätte sie beinahe das Leben gekostet. Doch Frankie verbeißt sich regelrecht in ihren neuen Fall und als eine zweite Frauenleiche gefunden wird, führen Spuren ins Darknet. Sucht der Täter bereits nach einem neuen Opfer? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

"Zu nah" ist das Thriller-Debüt der Autorin Olivia Kiernan und damit der erste Fall für Frankie Sheehan und ihr Team. Am Anfang hat man allerdings das Gefühl, dass einem Hintergrundinformationen zur Ermittlerin fehlen und dass es vielleicht schon einen vorherigen Band gegeben haben könnte. Das ist allerdings nicht der Fall. Im Verlauf der Handlung werden die fehlenden Puzzlestücke aus Frankie Sheehans Vergangenheit allerdings zusammengetragen, sodass sich das Gefühl, dass man bereits etwas verpasst hat, legt.

Durch die scheinbar fehlenden Hintergrundinformationen verläuft der Einstieg in die Handlung zunächst etwas schleppend. Dennoch ist der Fall von Anfang an interessant, sodass man neugierig die Ermittlungen und die Charaktere beobachtet. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Man tappt, gemeinsam mit den Ermittlern, lange Zeit im Dunkeln und kann die Verbindung zwischen den Morden vorerst nicht ziehen. Es gibt immer neue Spuren, doch nichts ist so, wie es zunächst scheint. Dadurch wird das Interesse durchgehend gehalten. Die Handlung ist durchaus spannend, allerdings kommt keine Hochspannung auf. Das ändert sich leider auch nicht im dramatischen Finale, das zwar interessant und anfangs auch spannend erzählt wird, dann allerdings, vor dem Erreichen von Nervenkitzel und Hochspannung, bereits schlüssig beendet wird.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen durchaus vorstellen, allerdings gerät Dublin, als Handlungsort, dabei völlig in Vergessenheit. Denn beim Lesen hat man das Gefühl, dass die Handlung sich an einem beliebigen Ort zutragen könnte. Die Charaktere wirken anfangs recht blass und farblos. Die Hauptprotagonistin Frankie Sheehan macht es einem zunächst nicht leicht, Sympathien für sie zu entwickeln. Das ändert sich leider auch erst recht spät. Im Vergleich zu ihr, wirken die anderen Akteure auch eher wie beliebig austauschbare Statisten, da man sie nur schwer einschätzen kann und eher distanziert wahrnimmt.

Das klingt jetzt negativer, als gewollt. Denn, trotz der beschriebenen Schwächen, habe ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten. Denn ich habe den Fall durchgehend interessiert verfolgt und mich einige Male in die Irre leiten lassen. Durch den flüssigen Schreibstil habe ich das Buch auch innerhalb kurzer Zeit durchgelesen und wurde dabei mit einem recht spannenden Leseerlebnis belohnt. Auch wenn keine Hochspannung aufkam, bin ich durchaus zufrieden und würde auf jeden Fall weitere Ermittlungen mit Frankie Sheehan verfolgen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich vier von fünf Sternchen. Das eine ziehe ich ab, da ich mir von einem Thriller etwas mehr Spannung erhofft hatte.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Hätte für meinen Geschmack ein wenig spannender sein können

The Stranger - Wer bist du wirklich?
0

Eleanor ist mit dem Fahrrad unterwegs, als sich ein Wagen mit hoher Geschwindigkeit näher. Sie kann sich gerade noch in Sicherheit bringen. Wenig später kommt der Wagen von der Straße ab. Eleanor eilt ...

Eleanor ist mit dem Fahrrad unterwegs, als sich ein Wagen mit hoher Geschwindigkeit näher. Sie kann sich gerade noch in Sicherheit bringen. Wenig später kommt der Wagen von der Straße ab. Eleanor eilt zur Unfallstelle und stellt fest, dass es sich bei dem Fahrer um ihren Ehemann William handelt, der diesen Unfall nicht überlebt hat. Offensichtlich hatte er zu viel Alkohol getrunken. Eleanor kann das kaum glauben, da William sonst kaum Alkohol trinkt. Doch schon bald stellt sie fest, dass sie ihn offenbar nicht richtig gekannt hat. Denn sie bemerkt eine hohe Barabhebung auf dem Konto, für die sie keine Erklärung hat. Außerdem findet sie eine Tasche mit Frauenkleidern und einen angefangenen Brief von William. Wollte er Eleanor verlassen? Eleanor weiß nicht, was sie glauben soll und beginnt nachzuforschen. Als sie einen Fremden auf ihrem recht abgelegenen Grundstück entdeckt, wirft sie alle Bedenken über Bord und bietet ihm Arbeit und Unterkunft an. War das die richtige Entscheidung?

Die Handlung startet vielversprechend, da man den Unfall von William beobachtet und deshalb sofort mitten im Geschehen ist. Eleanor weiß nicht, was sie glauben soll, denn es scheint so, als ob William nicht der Ehemann war, für den sie ihn immer gehalten hat. Sie beginnt nachzuforschen, allerdings kommt dabei zunächst nicht viel heraus.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich das kleine englische Dorf und die Charaktere, die man beim Lesen kennenlernt, lebhaft vorstellen. Besonders die Stimmung der Dorfbewohner, die gerne Klatsch und Tratsch verbreiten und den Fremden, den Eleanor bei sich arbeiten lässt, äußerst voreingenommen und kritisch beurteilen, wird sehr gut vermittelt. Die Hauptprotagonistin Eleanor ist eine entschlossene Frau, die durchaus sympathisch wirkt. Dennoch bleibt man beim Lesen etwas auf Distanz. Denn stellenweise reagiert sie recht emotionslos, deshalb fällt es schwer, richtig mit ihr mitzufiebern.

Die Geschichte ist durchgehend interessant, da man, genau wie Eleanor, zunächst nicht richtig einordnen kann, wem man vertrauen kann, welches Geheimnis William hatte und wie sich das auswirken wird. Obwohl die Geschichte interessant erzählt wird, plätschert die Handlung eher gemächlich vor sich hin. Man hat das Gefühl, dass man ein wenig auf der Stelle tritt und die erhoffte Spannung stellt sich, obwohl es durchaus Szenen gibt, die diese hervorrufen könnten, leider auch nur in ziemlich geringem Maße ein. Man bekommt recht bald einen Verdacht, wem Eleanor vertrauen sollte. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnt man noch nicht, was wirklich hinter dem Ganzen steckt. Beim großen Finale überschlagen sich die Ereignisse und am Ende wird alles schlüssig zusammengeführt.

Ich habe mich beim Lesen recht gut unterhalten, nicht weniger - aber leider auch nicht mehr. Auf mich wirkte die Geschichte zwar durchgehend interessant und flüssig zu lesen, doch spannende Momente waren eher rar gesät. Da hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Gut hat mir gefallen, dass alles schlüssig zusammenlief und dass das gesamte Ausmaße der Hintergründe nicht sofort vorhersehbar war. Da man über Geschmack ja bekanntlich streiten kann, empfehle ich, sich selbst ein Bild zu machen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich allerdings "nur" drei von fünf möglichen Sternen.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Spannendes Katz- und Mausspiel

Der Augenmacher
0

Eine grausam verstümmelte Frauenleiche gibt der Leipziger Polizei Rätsel auf. Denn ihr fehlen die Augen. An dieser Stelle hat der Mörder Hühnersteine drapiert. Sofort fallen Kriminalhauptkommissarin Klara ...

Eine grausam verstümmelte Frauenleiche gibt der Leipziger Polizei Rätsel auf. Denn ihr fehlen die Augen. An dieser Stelle hat der Mörder Hühnersteine drapiert. Sofort fallen Kriminalhauptkommissarin Klara Frost die Gemeinsamkeiten mit der Vorgehensweise des Augenmachers auf. Allerdings wurde dieser für seine Verbrechen verurteilt und ist mittlerweile gestorben. Ein seltsames Tattoo an der Getöteten, sorgt bei Klara Frost für Entsetzen, denn sie selbst hatte nach einer Feier einen Blackout und kann sich an nichts erinnern. Danach bemerkte sie ein Zeichen auf ihrer Haut, das vorher definitiv nicht dort war. Hängt das etwa mit dem Mord zusammen? Spielt der Täter ein perfides Katz- und Mausspiel mit Klara?

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, denn der Autor schafft es vom ersten Moment an, eine düstere und angespannte Atmosphäre zu erschaffen, die sofort neugierig auf das Geschehen macht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Handlungsorte und die Protagonisten lebhaft vorstellen. Dadurch kann man problemlos in den Fall eintauchen und das perfide Katz- und Mausspiel, das der Täter mit den Ermittlern treibt, genießen. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen dieses Thrillers allerdings nicht sein, da die Morde so lebhaft beschrieben werden, dass sofort das Kopfkino einsetzt.

Die Spannung wird früh aufgebaut, kann durchgehend gehalten werden und steigert sich zum Ende hin sogar enorm. Der Fall gibt nicht nur den Ermittlern Rätsel auf und ist nicht so leicht zu durchschauen. Der Täter scheint diese Jagd genau geplant zu haben und ist dem Team immer einen Schritt voraus. Man hat das Gefühl, dass er ein Puppenspieler ist, der die Fäden der Ermittler so zieht, dass sie genau nach seinem Drehbuch vorgehen. Deshalb ist es auch nicht leicht, ihn zu enttarnen. Denn dem Autor gelingt es hervorragend, falsche Fährten auszulegen, denen mal nur allzu bereitwillig folgt. Überraschende Wendungen sorgen dann allerdings dafür, dass man die eigenen Überlegungen komplett verwerfen und neu ansetzen muss. Dadurch wird die Spannung bis zum Schluss gehalten.

Klara Frost ist eine Ermittlerin mit Ecken und Kanten. Eigentlich hätte sie es nicht nötig, ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu finanzieren, doch sie liebt ihren Job. Bei den Kollegen scheint sie nicht gerade beliebt zu sein und auch als Leser bleibt man zunächst etwas auf Distanz. Das gibt sich allerdings im Verlauf der Handlung.

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und beim Lesen dieses Exemplars habe ich mich sehr gut und spannend unterhalten gefühlt. Denn das Katz- und Mausspiel hat dafür gesorgt, dass ich das Buch nur ungern aus der Hand legen mochte. Ich habe mich einige Male in die Irre leiten lassen, um dann am Ende überrascht zu werden. Das hat mir extrem gut gefallen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt dieser Thriller deshalb vier von fünf Sternchen. Das eine ziehe ich ab, da ich bei der Ermittlerin Klara Frost immer das Gefühl hatte, dass mir etwas von ihrer Vorgeschichte fehlt. Ich habe erst gedacht, dass es sich bei diesem Exemplar vielleicht um einen Folgeband aus einer Reihe handeln könnte, doch dies ist nicht der Fall. Dennoch konnte mich die Handlung mitreißen, sodass ich gerne einen weiteren Fall mit Klara Frost verfolgen würde.

Veröffentlicht am 03.06.2018

Wohlfühlbuch

Weil es dir Glück bringt
0

Samantha, genannt Sam, ist auf einer großen Obstplantage, mit eigener Bäckerei in Michigan aufgewachsen. Zu ihrem dreizehnten Geburtstag bekam Sam, so wie es in ihrer Familie Tradition ist, ein kleines ...

Samantha, genannt Sam, ist auf einer großen Obstplantage, mit eigener Bäckerei in Michigan aufgewachsen. Zu ihrem dreizehnten Geburtstag bekam Sam, so wie es in ihrer Familie Tradition ist, ein kleines Holzkästchen mit den geheimen Familienrezepten. Die Liebe zum Backen hat sie von den Frauen ihrer Familie übernommen und wirklich Talent dafür. Ihr Lebensweg, die Obstplantage und die Bäckerei weiterzuführen, scheint vorgezeichnet. Doch Sam weiß nicht, ob der Familienbetrieb auch wirklich der Weg ist, den sie sich für ihre Zukunft erträumt, und sucht deshalb ihr Glück in New York. Doch der Job ist längst nicht so toll, wie erhofft. Ihr Chef entpuppt sich als selbstverliebter Choleriker, sodass Sam schließlich das Handtuch wirft und sich eine Auszeit bei ihrer Familie nimmt. Während dieser Zeit erfährt sie viel aus der Vergangenheit, dennoch ist sie unsicher, welchen Weg sie bei ihrer Zukunftsplanung einschlagen soll, denn plötzlich erhält sie ein äußerst verlockendes Jobangebot......

Viola Shipman schafft es auch bei diesem Roman wieder, sofort eine warmherzige Atmosphäre zu erschaffen, in der man sich vom ersten Moment an wohlfühlt. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und hat dabei die atemberaubende Hintergrundkulisse des Michigansees sofort vor Augen. Die Obstplantage und die Familienbäckerei erwachen ebenfalls zum Leben, sodass man ganz in die Handlung eintauchen kann.

Der Roman ist in einzelne Kapitel unterteilt, in denen jeweils ein Rezept und seine Bedeutung für die Familie im Mittelpunkt steht. Zum Ende des Kapitels befindet sich das jeweilige Rezept, mit genauen Backanweisungen. Eine wirklich schöne Idee, die allerdings auch dafür sorgt, dass man beim Lesen Lust aufs Backen und natürlich Verkosten bekommt. Allzu hungrig sollte man diesen Roman also lieber nicht lesen. Denn Viola Shipman sorgt durch ihr Erzähltalent außerdem dafür, dass man das Gefühl hat, die leckeren Düfte, die aus den Backöfen strömen, wahrzunehmen.

Im Zentrum der Handlung steht Sam. Sie muss entscheiden, wo ihre Zukunft liegen soll. Doch das ist gar nicht so einfach, da Sam selber keine Ahnung hat, was sie eigentlich will. Es gibt immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Gemeinsam mit Sam erfährt man mehr über die Frauen aus ihrer Familie, ihre Liebe zum Backen und die Stärke, mit der sie die Obstplantage durch alle Krisen geführt haben. Diese Geschichten sind lesenswert und herzerwärmend, allerdings führen sie auch dazu, dass der aktuelle Handlungsstrang um Sam ein wenig in den Hintergrund rückt. Dennoch spürt man dadurch die Liebe und Verbundenheit, die die Familie durch alle Generationen trägt.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans wieder ausgesprochen wohlgefühlt und ihn innerhalb eines Nachmittages verschlungen. Obwohl ich zugeben muss, dass manche Szenen schon ein wenig klischeehaft wirkten, kann ich bei Viola Shipmans Erzähltalent großzügig darüber hinwegsehen. Denn dieser Roman sorgt dafür, dass man ganz in die Handlung eintauchen und sich dabei rundum wohlfühlen kann.