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Veröffentlicht am 23.11.2016

Nette Familiensaga, die mich leider nicht fesseln konnte.

Das Erbe der Wintersteins
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Das Buch „Das Erbe der Wintersteins“ von Carolin Rath ist am 31. Oktober 2016 erschienen.

Klara/Claire Winterstein wurde im späten 19. Jahrhundert geboren, aufgewachsen als Findelkind bei einer hartherzigen, ...

Das Buch „Das Erbe der Wintersteins“ von Carolin Rath ist am 31. Oktober 2016 erschienen.

Klara/Claire Winterstein wurde im späten 19. Jahrhundert geboren, aufgewachsen als Findelkind bei einer hartherzigen, verwitweten Bäuerin, gelangt sie als junge Frau nach Berlin und ist von da an mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Zeit ihres Lebens ist es Claire gewohnt, hart zu arbeiten. Von allen Seiten erfährt sie nur Gleichgültigkeit, Häme, Misstrauen und Hass. Trotzdem hat sie sich zu einer ehrgeizigen, ehrlichen, tapferen, jungen Frau entwickelt, die ihren Weg geht. Allerdings lässt ihre Vergangenheit sie nicht los und hält einige Geheimnisse für sie parat.

In einem zweiten Erzählstrang wird die Geschichte von Celine Winterstein erzählt. Sie ist eine 36jährige Restaurateurin, die in der Porzellanmanufaktur ihres Vaters arbeitet. Sie wird von ihm beauftragt, die leerstehende Familienvilla herzurichten, damit diese möglichst gewinnbringend verkauft werden kann, um die finanziellen Probleme der Firma zu bereinigen. Schweren Herzens begibt sich Celine zur Villa, um die Renovierungsarbeiten zu organisieren. Während ihres Aufenthaltes dort fällt ihr ein Tagebuch ihrer Urgroßmutter Claire in die Hände, welches das Familiengeheimnis offenbart.

„Das Erbe der Wintersteins“ enthält zwei Erzählstränge. Zum einen die Vergangenheit um Claire Winterstein und zum anderen die Gegenwart um Celine Winterstein und ihre Familie. Die beiden Erzählstränge fügen sich gut ineinander und ergeben zum Ende hin ein ausreichend umfassendes Bild der Familiengeschichte.

Die Erzählperspektive ist in der dritten Person Singular gehalten, wobei der Fokus der Erzählperspektive auf den beiden Hauptcharakteren Claire bzw. Celine liegt. Die anderen Figuren bleiben eher im Hintergrund und deren Gefühle, Erlebnisse und Eigenarten kommen nur zum Tragen, wenn sie im direkten Zusammenhang zu den Hauptfiguren stehen.

Die Gegebenheiten des späten 19. Jahrhunderts werden realistisch geschildert. Sowohl das Leben auf dem Land, als auch das Leben in der Stadt und auf dem Rummel lässt sich gut nachvollziehen und man kann sich in die Zeit zurückversetzen lassen. Die Gegenwart bleibt dagegen sehr unscharf.

Es ist interessant, Claires Lebensweg mit zu verfolgen und mit zu erleben, was ihr im Laufe ihres Lebens so alles widerfährt. Trotz der vielen Schicksalsschläge und der harten Lebensumstände, denen sie ausgesetzt ist, geht sie unbeirrt ihren Weg und wächst zu einer mutigen, selbstbestimmten, ehrgeizigen Frau heran.

Celine dagegen entwickelt sich im Laufe der Geschichte nicht weiter – mag vielleicht auch daran liegen, dass in ihrem Erzählstrang nur wenige Tage vergehen. Aber Celine kommt in meinen Augen als sehr oberflächliche, naive Frau rüber, die sich von jedem beeinflussen lässt und ihr eigenes Gehirn ausgeschaltet lässt. Evtl. lag es an ihrer Art und ihrem Charakter, aber auf jeden Fall wollte es mir nicht gelingen, mich in diesen Erzählstrang hineinziehen zu lassen.

Ebenso wie Celine bleibt auch der Erzählstil sehr oberflächlich. Die Gefühle der Figuren werden zwar beschrieben, aber es bleibt eben bei einer einfachen Beschreibung. Weder die Personen noch deren Gefühlswelt konnten so wirklich in mir zum Leben erweckt werden. Sowohl die „Liebesszenen“ als auch die spannenden Momente konnten in mir nicht die entsprechenden Gefühle hervorrufen.

Lediglich der Prolog ließ ein wenig Spannung und Neugier aufkommen, dies konnte aber über das Buch hinweg nicht gehalten werden.

Das Ende von Claires Geschichte ist meiner Meinung nach nicht ganz schlüssig und in sich stimmig. Insgesamt wirkt vor allem Celines Geschichte sehr konstruiert.

Das Cover gefällt mir sehr gut, die Kombination aus dem schönen herrschaftlichen Anwesen und der Gewitterwolken im Hintergrund zeichnet ein schönes Bild, das die Blicke auf sich zieht und ansprechend wirkt.

Fazit:
Insgesamt eine nette Geschichte, die sicher Potenzial hat, aber mich leider nicht wirklich gefangen nehmen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Atmosphäre
  • Cover
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Gefühl
Veröffentlicht am 08.10.2016

Schwer nachvollziehbar

Kill my fear
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Sofia, eine Kellnerin, die ihren Job und ihr Leben hasst, wird auf dem Nachhauseweg Augenzeugin eines Mordes. Doch statt vor dem Mörder wegzulaufen, bleibt sie wie gebahnt stehen und lässt sich von ihm ...

Sofia, eine Kellnerin, die ihren Job und ihr Leben hasst, wird auf dem Nachhauseweg Augenzeugin eines Mordes. Doch statt vor dem Mörder wegzulaufen, bleibt sie wie gebahnt stehen und lässt sich von ihm in ein Versteck ziehen. Harvey Jacobsen ist ein Killer, er sinnt auf Rache und Vergeltung. Auch er ist sofort von Sofias Art gefangen. Statt die Augenzeugin zu töten, rettet er sie und versucht ihr auch später möglichst oft zu begegnen. Eigentlich hält er sich von jedem fern und meidet Beziehungen, aber Sofia und ihre offene, leichtsinnige Art ziehen ihn magisch an.
Eine Geschichte ala Bonnie und Clyde, die sich mir schwer erschließt. Sofia wirft ihre ganzen Prinzipien und Moralvorstellungen fort und begibt sich ohne Skrupel in die Welt eines Kriminellen/Mörders.
Der Erzählstil ist gut, die Geschichte liest sich flüssig, aber dennoch bin ich nicht wirklich reingekommen. Sofia bleibt sehr oberflächlich beschrieben und ich konnte mich nicht ausreichend mit ihr identifizieren.

Veröffentlicht am 08.10.2016

Sehr schwermütig, gut erzählt

Nur eine Ewigkeit mit Dir.
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Lilly will ihr Leben beenden, da sie mit dem Verlust ihrer Mutter nicht klar kommt und keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht, nachdem die Beziehung zu ihrem Freund in die Brüche gegangen ist und sie seit ...

Lilly will ihr Leben beenden, da sie mit dem Verlust ihrer Mutter nicht klar kommt und keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht, nachdem die Beziehung zu ihrem Freund in die Brüche gegangen ist und sie seit dem Tod ihrer Mutter keinen Draht mehr zu der restlichen Familie findet. Auf der Brücke stehend trifft sie Jonas, der sie kurzerhand rettet. Sie kennt ihn nicht, aber er scheint sie zu kennen? Auf einmal tauchen Erinnerungen/Visionen von einer jungen Frau in Lillys Kopf auf. Wer ist diese junge Frau? Was hat Jonas mit ihr zu tun? Und woher kennt Jonas Lilly? Lillys Neugier, die sie schon verloren geglaubt hat, ist wieder erwacht und langsam kämpft sie sich, mit Jonas Hilfe, ins Leben zurück. Aber Jonas kann und darf nicht bei ihr bleiben. Wird sie daran erneut zerbrechen?
Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht von Lilly und Jonas erzählt. Teilweise kommen noch die Erzählungen von Lene (der anderen jungen Frau aus den dreißiger Jahren) hinzu. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven erhält man einen guten Einblick in die Gefühle der Protagonisten. Lillys Schwermut kommt sehr gut rüber und ihr Kampf um die Rückkehr ins Leben ist sehr gut beschrieben.
Welches Geheimnis Jonas prägt, was ihn belastet, wird es ganz am Ende gelüftet. Dementsprechend kann man seine Entscheidungen manchmal etwas schwer nachvollziehen.
Alles in allem ein guter Roman mit einer interessanten Geschichte.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine sehr schöne Sommerlektüre, die mich sowohl zum Lachen als auch zum Weinen gebracht hat.

Finding Back to Us
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Das Buch „Was auch immer geschieht“ von Bianca Iosivoni ist ein NewAdult-Liebesroman. Das eBook ist im Juli 2016 bei LYX.digital erschienen.

Aus der Sicht der jungen Callie (20/21 Jahre, Medizinstudentin) ...

Das Buch „Was auch immer geschieht“ von Bianca Iosivoni ist ein NewAdult-Liebesroman. Das eBook ist im Juli 2016 bei LYX.digital erschienen.

Aus der Sicht der jungen Callie (20/21 Jahre, Medizinstudentin) wird eine Liebesbeziehung zwischen zwei Stiefgeschwistern erzählt.
Callie fährt in den Semesterferien nach Hause, um den Sommer über mit ihrer Schwester Holly (18) und ihrer Stiefmutter Stella zu verbringen, bevor Holly nach ihrem Schulabschluss auf Weltreise geht.
Was Callie nicht weiß, ist, dass auch ihr Stiefbruder Keith (22) den Sommer Zuhause verbringen wird.
Als 13jährige war Callie bis über beide Ohren (heimlich) in Keith verliebt, bis zu dem Tag, an dem ihr Vater bei einem Autounfall stirbt und Callie Keith dafür die Schuld gibt. Keith verschwindet daraufhin aus ihrem Leben.
Als er jetzt, sieben Jahre später, plötzlich wieder auftaucht, kehren auch ihr Hass und ihre Wut auf ihn zurück.
Gleichzeitig fühlt sie sich magisch zu ihm hingezogen. Callie muss mit den unterschiedlichsten Empfindungen kämpfen: Liebe, Hass, Wut, Schuldzuweisungen und einem schlechten Gewissen, dass es ausgerechnet ihr Stiefbruder ist, für den sie mehr als nur Geschwisterliebe empfindet.

Wie sich diese unterschiedlichen Gefühle entwickeln, was mit Keith und Callie passiert und wie die Familie und die Freunde reagieren, will ich hier jetzt nicht verraten.

Die Hauptcharaktere in dem Buch sind:
- Callie: Sie ist 20 bzw. 21 Jahre alt und Medizinstudentin. Sie hat in jungen Jahren ihre Mutter verloren und mit 13 ihren Vater. Seitdem ist sie sehr verschlossen und verdrängt ihre Gefühle. Mit ihren Freunden hat sie ein Abkommen, dass nicht über die Familie und den Tod ihres Vaters gesprochen wird. Ansonsten wirkt sie sehr natürlich, manchmal etwas tollpatschig und in ihren Entscheidungen sehr entschlossen.
- Keith: Callies gutaussehender Stiefbruder ist 22 Jahre alt. Alle geben ihm die Schuld am Tod seines Stiefvaters, woraufhin er mit 15 Jahren seine Mutter und Stiefgeschwister verlassen hat. Er ist undurchdringlich und verschlossen, nach außen hin gibt er sich unbekümmert und lässig, innerlich plagen ihn allerdings die Schuldgefühle.
- Holly: Sie ist die 18jährige Schwester von Callie und hat gerade ihren Schulabschluss gemacht. Jetzt will sie einen letzten Sommer mit ihrer Familie verbringen, bevor es sie in die weite Welt hinauszieht. Holly hat den Tod ihres Vaters am besten verarbeitet. Sie ist quirlig, lebensfroh und hat Keith schon lange verziehen.
- Stella: Callies und Hollys Stiefmutter und Keith Mutter hat Callies Vater über alles geliebt und sich nach seinem Tod entschieden, bei dessen Töchtern zu bleiben und diese groß zu ziehen. Auch sie leidet noch sehr unter dem Verlust, möchte aber gerne, dass Callie und Keith sich wieder versöhnen, damit die Familie endlich wieder (mehr oder weniger) komplett ist.

Das Thema „verbotene“ Stiefgeschwisterliebe wird in diesem Buch anschaulich thematisiert, wobei der „verbotene Aspekt“ durch die kurze gemeinsam verbrachte Kindheit etwas relativiert wird. Dafür kommt als zweites Hindernis in der Beziehung zwischen Callie und Keith die Schuld am Tod des Vaters und der damit verbundene Hass und die Wut hinzu.
Dadurch, dass das Buch in der ersten Person geschrieben ist, kann man sich als Leser gut in Callie und ihre chaotische Gefühlswelt hineinversetzen. Ihre Emotionen werden sehr detailliert und anschaulich beschrieben. Trotzdem erhält man auch einen guten Einblick in Keith Gedankengänge.
Lediglich die Beziehungen zu einigen Nebenfiguren bleiben aufgrund der Ich-Erzählform etwas unscharf.

Der Schreibstil ist sehr ansprechend, und das Buch liest sich flüssig und leicht.
Die Wortgefechte zwischen Callie und Keith fand ich recht amüsant.
Manche Formulierungen wiederholen sich des öfteren, dies tat meinem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch. Sehr erfreulich fand ich dagegen die weitestgehend korrekte Orthographie/Grammatik/Interpunktion, da mich solche Fehler immer beim Lesen stören.

Der Erzählstrang ist sehr klar und die Handlung baut sich nachvollziehbar auf. Callies (Gefühls-)Entwicklung ist gut erkennbar, und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Gefühle und Entscheidungen nachempfinden.

Schon die kurze Leseprobe fand ich interessant und vielversprechend, und ich muss sagen, auch der Rest des Buches hat meine Erwartungen zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Alles in allem fand ich das Buch wunderbar. Es hatte für mich einfach alles parat: lustige, sowie traurige Szenen, prickelnde Momente und unglaublich viel Gefühl.

Vielen Dank für dieses schöne Buch, Bianca, und dass ich bei dieser Leserunde dabei sein durfte!

  • Einzelne Kategorien
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Handlung
  • Cover
Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannung gepaart mit einer Portion Sozialkritik

Todesengel
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Ein Engel, der immer dann auftaucht, wenn irgendwo in der Stadt Unschuldige verletzt werden und ein Reporter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, für die Opfer einzutreten, da diese in der Gesellschaft ...

Ein Engel, der immer dann auftaucht, wenn irgendwo in der Stadt Unschuldige verletzt werden und ein Reporter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, für die Opfer einzutreten, da diese in der Gesellschaft immer vergessen werden und sich mehr für die Täter interessiert wird.

Das Buch ist sehr facettenreich, die verschiedenen Erzählstränge laufen parallel und so nach und nach fügen sich die Puzzleteile zu einem Großen Ganzen zusammen.
Eschbachs Schreibstil ist flüssig, die Geschichte spannend erzählt und man kann sich gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen.
Ein spannender Krimi gewürzt mit einer ordentlichen Portion Sozialkritik.
Einfach Klasse!