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Veröffentlicht am 11.11.2024

Spannendes Jugendbuch

Boy 7
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"Boy 7" von Mirjam Mous stand schon so lange ungelesen im Bücherregal, dass es schon fast eine Schande ist, von daher war es höchste Zeit, das Buch daraus zu befreien. Bereits seit Jahren wird das Buch ...

"Boy 7" von Mirjam Mous stand schon so lange ungelesen im Bücherregal, dass es schon fast eine Schande ist, von daher war es höchste Zeit, das Buch daraus zu befreien. Bereits seit Jahren wird das Buch auch als Schullektüre im Deutsch-Unterricht besprochen, sodass ich umso neugierier wurde, ob das Buch meinen Erwartungen gerecht wird - und das ist es definitiv.

Der Schreibstil ist nicht besonders anspruchsvoll, aber so spannend gehalten, dass man gut durch die Seiten kommt. Die Seiten sind kurz gehalten, die Kapitel haben die richtige Länge und das Buch ist in insgesamt fünf Teilen aufgeteilt. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Sam alias Boy 7, dazu kommen zahlreiche Einträge aus Notizbüchern, sodass man einen guten Einblick in die Geschichte und die Figuren erhält. Bei den Figuren hat es mir zwar insgesamt etwas an Tiefe gefehlt und ich hätte besonders gerne mehr über die Boys und ihre Leben erfahren, allerdings hat sich die Autorin dabei mehr auf das Projekt konzentriert, was sogar nachvollziehbar ist.

"Boy 7" wird aus der Sicht von Sam erzählt, der auch Boy 7 genannt wird. Er erwacht verletzt und ohne Gedächtnis und Vergangenheit auf einer Grasebene und ist vollkommen auf sich alleine gestellt, bis er auf Lara und ihre Tante trifft, die ein Bed & Breakfast betreiben und ihn nur allzu gerne bei sich aufnehmen. Hier soll er zur Ruhe kommen und wieder zu sich selbst finden. Um das zu schaffen, hat er jedoch nur wenige Habseligkeiten bei sich, die ihm nur wenig helfen, wie z.B. ein kleiner Schlüssel, eine winzige Mailbox-Nachricht oder auch eine Bestellliste von einer Pizzeria.

Als Leser*in fiebert man mit Boy 7 direkt mit und begleitet ihn dabei, wie er Stück für Stück mehr über sich und die Umstände seines Gedächtnisverlustes erfährt. Dabei lernt man auch in Tagebucheinträgen die sogenannten anderen Boys kennen, die allesamt durchnummeriert sind und mit Sam gemeinsam in einerm Wissenschaftsinstitut leben und dabei unter permanenter Kontrolle stehen. Auffällig ist dabei, dass alle Jungs ein bestimmtes Talent und dafür anscheinend keine Vergangenheit haben.

Als Schullektüre ist "Boy 7" definitiv geeignet, denn hier gibt es zahlreiche Themen, die diskutiert werden können: Wie handelt man bei Gedächtnisverlust? Darf man sich blind auf andere verlassen? Was darf Wissenschaft und wo sollten die Grenzen sein? Ist "Boy 7" wirklich komplette Fiktion oder kann sowas tatsächlich passieren?

Insgesamt ist "Boy 7" ein interessantes, spannendes und zum Nachdenken anregendes Jugendbuch, in dem durchaus die ein oder andere brisante Frage zur heutigen Gesellschaft gestellt wird. Für mich eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Absolute Empfehlung

The Strange House 01
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Ein gerade einmal ein Jahr altes Haus, das bereits den Besitzer wechseln soll, ein Grundriss, der auf den ersten Blick nicht stimmen kann und etliche bislang unerklärliche Umstände. Das ist "The Strange ...

Ein gerade einmal ein Jahr altes Haus, das bereits den Besitzer wechseln soll, ein Grundriss, der auf den ersten Blick nicht stimmen kann und etliche bislang unerklärliche Umstände. Das ist "The Strange House" - und es hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern auch deutlich übertroffen.

Der junge Autor Yanaoka sucht für sich und seine schwangere Frau ein neues Haus und wird schnell fündig, allerdings ist er verunsichert, denn wieso sollte man ein gerade einmal ein Jahr altes Haus in bester Lage direkt wieder verkaufen? Um sich diese Frage zu beantworten, sucht er sich Hilfe, um herauszufinden, was es nicht nur mit dem verwirrenden Grundriss auf sich hat, sondern auch um herauszufinden, ob es sich um ein Spukhaus handeln könnte. Dabei wird auf dem Grundriss nicht nur ein fensterloses, fast schon geheimes Zimmer entdeckt, sondern auch etliche Hohlräumme, die man sich zunächst nicht erklären kann.

Dabei wird nicht nur sehr viel spekuliert und geschaut, ob man sich den Grundriss auf andere Art erklärt werden kann, sondern es werden auch Theorien aufgestellt, die nicht nur spannend, sondern auch leicht verstörend sind.

Besonders interessant ist dabei, wie ruhig und fast schon nüchtern die Geschichte rund um das Haus und den Grundriss erzählt wird. Es wird spekuliert und gerätselt, es werden aber nie Vorschläge unterbreitet, bei denen man nur die Augen verdreht. Teilweise erinnert der Manga auch ein wenig an "Das Haus of Leaves" von Mark Z. Danielewski, bei dem ebenfalls das Haus und dessen Grundriss mehr oder weniger ein Eigenleben führen.

Der Zeichenstil gefällt mir sehr gut. Es ist nichts zu blumig gestaltet, dafür aber sehr detailverliebt und vieles wirkt fast noch roh, aber es passt genau zur Stimmung im Buch und man kann alles nachvollziehen, was die Charaktere untereinander versuchen sich zu erklären.

Da der Manga mit einem doch recht fiesem Cliffhanger endet, bin ich schon sehr gespannt auf die Folgebände um noch mehr über das Haus zu erfahren und vor allem, was sich in dem einem Jahr dort abgespielt hat. Absolute Empfehlung für alle, die Horror mögen.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Das war gar nichts

Love Letters to a Serial Killer
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Bücher, in denen Serienmörder eine Rolle spielen, haben es mir schon immer angetan und somit war es kein Wunder, dass "Love Letters to a Serial Killer" bei mir ein absolutes Muss war. Nicht nur das Cover ...

Bücher, in denen Serienmörder eine Rolle spielen, haben es mir schon immer angetan und somit war es kein Wunder, dass "Love Letters to a Serial Killer" bei mir ein absolutes Muss war. Nicht nur das Cover ist sehr ansprechend, sondern auch die Kurzbeschreibung hat es mir direkt angetan, sodass ich mich auf eine spannende Geschichte eingestellt habe. Was ich hier jedoch vorgefunden habe, hat mich zutiefst enttäuscht und wollte so gar nicht zu dem passen, was ich erwartet habe.

Die größte Schuld daran trägt die Protagonistin Hannah, mit der ich große Probleme hatte, weil sie alles verkörpert, was ich an einem Menschen als unsympathisch und nervig empfinde. Sie ist sehr launisch, ständig eifersüchtig, fühlt sich immerzu missverstanden und ungeliebt. Sie ist eine Stalkerin, die ihre Ex-Freunde nicht loslassen kann und gleichzeitig schmollt sie in einer Tour, wenn andere sie auf ihre Fehler aufmerksam machen, da sie sich selbst für fehlerlos hält.

Dabei kling alles zunächst sehr vielversprechend: Gleich vier Frauen wurden im Umkreis von Atlanta tot aufgefunden. Da die Polizei zunächst im Dunkeln tappt, beschließen User in einem Forum über True Crime-Fälle die Mordfälle aufzuklären. Obwohl Hannah gut mit dabei ist, ist es ihr ein Dorn im Auge, dass die getöteten Frauen so viel Aufmerksamkeit erhalten und so verstrickt sie sich immer mehr in eine Scheinwelt, um die Morde zu verharmlosen und sie als einen "romantischen Akt" darzustellen. Dies geht sogar so weit, dass sie sich in William, der für die Morde verhaftet wird, verliebt und ihn mit Liebesbriefen bombardiert.

"Love Letters to a Serial Killer" hätte wirklich gut werden können, aber wenn man die jeweiligen Taten der Protagonisten nicht nachvollziehen kann und man sich mehr über sie aufregt und somit kaum der doch sehr dünnen Handlung folgen kann, läuft da einiges schief. Was man Tasha Coryell jedoch zu Gute halten kann, ist, dass sie kaum um den heißen Brei schreibt, sondern immer direkt zur Sache kommt. Somit liest sich die Geschichte ziemlich flott, allerdings bleibt die Spannung sehr auf der Strecke und die Geschichte wird immer vorhersehbarer.

Am Ende haben mich Hannah und der Verlauf der Geschichte so sehr genervt, dass ich nur noch fertig werden wollte und immer wieder Seiten überschlagen habe, um zu erfahren, dass ich mit meinen Vermutungen richtig lag - und das ist für einen Thriller leider ein absoluter Genickbruch.

Somit konnte mich "Love Letters to a Serial Killer" leider nicht überzeugen, sodass ich auch keine Leseempfehlung aussprechen kann

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Veröffentlicht am 11.09.2024

gelungener Auftakt

Batman und Robin
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Mit "Vater und Sohn" beginnt eine neue Reihe von "Batman und Robin", die so ganz anders ist, als man sie aus früheren Zeiten noch kennt. Da ich Batman bereits seit frühester Kindheit an liebe und für mich ...

Mit "Vater und Sohn" beginnt eine neue Reihe von "Batman und Robin", die so ganz anders ist, als man sie aus früheren Zeiten noch kennt. Da ich Batman bereits seit frühester Kindheit an liebe und für mich alles mit der Serie mit Adam West in den sechziger Jahren begonnen hat, hatte ich hohe Erwartungen an "Vater und Sohn" und wurde auch nicht enttäuscht.

In diesem Werk sind insgesamt die ersten sechs Bände der neuen Reihe enthalten, in der sich Bruce Wayne vermehrt mit seinem Sohn Damian auseinandersetzen muss, mit dem er lange Zeit nicht das beste Verhältnis hatte. Das Verhältnis zwischen ihnen wird gut dargestellt und auch der Zerwürfnis kommt gut rüber, sodass man sich gleich in beide Figuren gut hineinversetzen kann. Während sie privat nicht immer auf einer Wellenlänge sind und es zwischendurch zu Meinungsverschiedenheiten und Konflikten kommt, verstehen sie sich als Superhelden dafür umso besser, denn als Batman und Robin geben sie ein gutes Duo ab.

Dabei kommt es nicht nur zur Rückkehr von Man-Bat, sondern man bekommt es auch mit einer neuen Schurkin zu tun: Shush. Diese hat es mir direkt angetan und die gut in die Geschichte eingefunden hat, als wäre sie schon immer Teil des Universums gewesen.

Der Zeichenstil gefällt mir sehr gut. Alles wirkt ein wenig düsterer und ist in dunklen Rot-, Blau- und Grüntönen gehalten, was sehr harmonisch wirkt. Die Art, alles etwas moderner zu gestalten, ist meiner Meinung nach geglückt und lädt dazu ein, immer wieder zu den Comics zu greifen.

Insgesamt ist "Vater und Sohn" ein gelungener und spannender Auftakt, der einige Fragen offen lässt und mit interessanten Schurken und einem interessanten Duo daherkommt, an das man sich schnell gewöhnt und mitfiebert. Ein Muss für alle Batman-Fans.

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Veröffentlicht am 06.09.2024

Da wäre mehr drin gewesen

Death TV
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"Death TV: Dein Tod steht im Programm" ist momentan auf Instagram und Co. in aller Munde und somit wollte auch ich mehr über das Buch wissen und habe es spontan und ohne allzu hohe Erwartungen gekauft ...

"Death TV: Dein Tod steht im Programm" ist momentan auf Instagram und Co. in aller Munde und somit wollte auch ich mehr über das Buch wissen und habe es spontan und ohne allzu hohe Erwartungen gekauft - und das war letztendlich auch gut so. Die Geschichte ist zwar insgesamt nicht schlecht, allerdings gibt es auch etliche kleinere Kritikpunkte, über die ich nicht hinwegsehen kann.

Wer hier einen knallharten und besonders blutigen Thriller erwartet, wie der Buchtitel und das Cover zunächst denken lassen, der wird enttäuscht sein. "Death TV: Dein Tod steht im Programm" ist zwar durchaus spannend und hat seine Wendungen und Überraschungen, allerdings handelt es sich hier nicht wirklich um einen Thriller.

Der Schreibstil selbst gefällt mir aber sehr gut. Bryan Johnston hat einen sehr angenehmen Stil, der sich leicht und zügig lesen lässt, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Auch wenn ich die Figuren nicht immer sympathisch und teilweise auch sehr unangenehm empfand, sind diese doch gut gezeichnet und erhalten nicht nur Tiefe, sondern auch ordentlich Profil, sodass man diese phasenweise gut kennen lernt.

Erzählt wird die Geschichte von Frankie, einer Mentalistin, die auch nach Jahren immer noch auf ihren großen Durchbruch wartet. Ihre Eltern sind verstorben, ihre beste Freundin verbringt nur Zeit mit ihr, weil sie diese dafür bezahlt und ihr Bruder leidet nach einem schweren Unfall unter starken Gehirnschäden, die sein Leben erschweren. Um ihn zumindest finanziell zu unterstützen, beschließt Frankie an der TV-Show "Death Warrant" teilzunehmen, in der pro Show jeweils ein Mensch zur Unterhaltung anderer Menschen umgebracht wird. Da Frankie nach ihrem Casting jedoch unter Drogen gesetzt wird und somit unter kurzzeitigem Gedächtnisverlust leidet, kann sie sich weder an ihrer Bewerbung erinnern, noch daran, ob sie ausgewählt wurde, sodass der Tod jederzeit auf sie lauern könnte.

An sich ist das doch mal ein interessanter Stoff, der teilweise an "Menschenjagd" von Stephen King erinnert, was ich aber gar nicht mal als schlimm empfunden habe. Was ich allerdings gar nicht mochte, war Frankie, denn ich empfand sie als sehr von oben herab, als selbstverliebt und ich mochte es gar nicht, auf welche Art und Weise sie über ihre Mitmenschen dachte. Dabei betont sie trotz all ihrer Denkweisen immer wieder, dass sie komplett normal ist und nichts an ihr als "schön" bezeichnet werden könnte. Das hat für mich nicht gepasst und auch sonst war sie für mich voller Widersprüche. Man kann sie sicherlich mögen, wenn man sich drauf einlassen kann, allerdings konnte ich dies leider nicht.

Ohne zu viel zu verraten, muss ich leider auch das Ende als großen Kritikpunkt erwähnen, denn dieses hat mich komplett enttäuscht zurückgelassen. Ich kann zwar auch hier verstehen, dass viele dieses als gut durchdacht empfinden, aber für mich war es dann doch etwas zu sehr gewollt und teilweise auch leider nicht nachvollziehbar, zumal über manche Figur am Ende sehr viele Informationen gefehlt haben.

Dennoch ist "Death TV: Dein Tod steht im Programm" gar nicht mal schlecht, wenn auch in meinen Augen kein Meisterwerk. Wer sich jedoch für ausgeklügelte Bühnenshows und Mentalisten interessiert, der soll dem Debüt von Bryan Johnston definitiv eine Chance geben.

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