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Veröffentlicht am 16.05.2025

Ein Hoch auf den Stream of Consciousness!

Stars
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Ich muss gestehen, dass ich immer wieder fasziniert bin, wenn ein so kurzes Buch (knapp 250 Seiten) es schafft, Längen zu haben. Tja, "Stars" von Katja Kullmann gehörte leider zu genau dieser Kategorie.
Die ...

Ich muss gestehen, dass ich immer wieder fasziniert bin, wenn ein so kurzes Buch (knapp 250 Seiten) es schafft, Längen zu haben. Tja, "Stars" von Katja Kullmann gehörte leider zu genau dieser Kategorie.
Die ersten hundert Seiten (und damit Zweifünftel des Buches) ziehen sich sehr stark. Zwar ist die Protagonistin so real und nachvollziehbar wie sonst kaum eine Figur jemals, aber eben diese Realitätsnähe macht es zu Beginn sehr anstrengend zu lesen. Zwar steigt das Buch direkt damit ein, dass ein Stein ihre Fensterscheibe zerschmettert und sie anschließend zehntausend Dollar findet, aber aufgrund von Entscheidungsproblemen begleiten die Lesenden sie trotzdem zunächst durch ihren schnöden Büroalltag, den wir wohl alle zu genüge kennen.
Sobald sie jedoch eine Entscheidung trifft, was sie mit diesem Geld anfängt und die Handlung somit vom Alltäglichen divergiert, kommt auch die Lesensfreude. Das mag natürlich ein gewollter Handgriff sein, da es so eben auch mitgibt, dass man sich von seinem bequemen Jetzt lösen soll und es einem besser gehen könnte, wenn man sich den Träumereien hingibt, aber wie gesagt, es macht es schlichtweg anstrengend zu lesen.
Der Schreibstil hingegen dürfte stark polarisieren. Er ist sehr im Stream of Consciousness geschriebene, wodurch lange und verschachtelte Sätze entstehen. Ich LIEBE diese Art von Erzählung, kann mir aber vorstellen, dass auch das anstrengend für jemanden sein könnte, der nach klassischen Satzmustern sucht. Mein Highlight bleibt es allemal.
Insgesamt bleibe ich sehr zwiegespalten zurück. Wenn ich eine realistische Charakterentwicklung lesen möchte, ist der Roman ideal. Wenn ich allerdings einen interessanten Plot lesen möchte, sollte ich lieber nach etwas Anderem Ausschau halten.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Ketten, Kraft und Konfusion

Dark Labyrinth – Gefährliches Verlangen
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Dark Labyrinth habe ich als Hörbuch genossen – und das war definitiv die richtige Entscheidung. Die Sprechenden sind überzeugend, mit angenehmem Tempo und gut aufeinander abgestimmt. Zwar hätte ich mir ...

Dark Labyrinth habe ich als Hörbuch genossen – und das war definitiv die richtige Entscheidung. Die Sprechenden sind überzeugend, mit angenehmem Tempo und gut aufeinander abgestimmt. Zwar hätte ich mir für den männlichen Part etwas mehr Härte in der Stimme gewünscht, damit er besser zum Charakter passt, aber das ist wirklich Kritik auf hohem Niveau.

Inhaltlich ist das Buch definitiv etwas für Menschen, die sich im dunkleren Vibe von Bondage, Unterwerfung und Machtfantasien zuhause fühlen – und nein, Smut nimmt nicht den Hauptteil ein. Es geht vielmehr um die Atmosphäre und das Magiesystem, das mir persönlich extrem gut gefallen hat: Macht durch freiwilligen Schmerz und Unterwerfung? Yes, please. Ein frischer, ungewöhnlicher Ansatz, der sich konstant durch das Buch zieht.

Weniger überzeugend war dagegen das Pantheon, das zwar eine größere Welt andeutet, aber leider wenig Tiefe oder Reiz mitbringt. Hier wurde Potenzial verschenkt.

Problematisch wird’s beim Plot: Die Geschichte trägt sich fast ausschließlich über zwei Figuren und ihre Gespräche. Leider sind beide nicht spannend genug, um das dauerhaft zu leisten. Das Tempo leidet, ebenso wie die Spannung – es fühlt sich an, als würde man auf ein Feuerwerk warten, das dann nie so richtig zündet.

Der Twist am Ende? Tja… weird. Ich bin mir ehrlich gesagt noch nicht sicher, ob auf die gute oder schlechte Weise. Überraschend war er, das auf jeden Fall.

Scheinbar wird es einen zweiten Band geben?! Zumindest wird es auf Bookbeat als "Dilogie" angegeben. Das war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst und die abgeschlossene Handlung deutet auch nicht darauf hin. Wenn dem tatsächlich so ist, bin ich mir allerdings noch nicht sicher, ob ich mir den geben möchte. Wenn, dann hauptsächlich aufgrund des Magiesystems, von dem ich gerne noch mehr lesen möchte!

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Zeitschleife der Gefühle

Gestern waren wir unendlich
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Wer anhand des Klappentextes eine harmonische, romantische Beziehung erwartet, wird überrascht: Henry und Louis starten mit einem handfesten Streit ins Buch. Das Thema dieses Streits wirkt zwar zunächst ...

Wer anhand des Klappentextes eine harmonische, romantische Beziehung erwartet, wird überrascht: Henry und Louis starten mit einem handfesten Streit ins Buch. Das Thema dieses Streits wirkt zwar zunächst fast banal, aber die Darstellung macht deutlich, wie subjektiv Verletzlichkeit und emotionale Trigger sind – und das finde ich sehr gelungen. Beide Hauptfiguren sind realistisch gezeichnet, mit Ecken, Kanten und nachvollziehbaren Gefühlslagen. Man liest nicht über „Figuren“, sondern über Menschen.

Leider habe ich selten einen Protagonisten so konsequent unsympathisch gefunden wie Henry. Seine Art war für mich ein echter Dämpfer beim Lesen – selbst in den emotionalen Momenten blieb er für mich unzugänglich. Adam, eine Nebenfigur, war dafür ein absolutes Highlight; sowie auch Dylan, dem wir im zweiten Band wohl noch begegnen werden.

Ein zentrales Motiv ist Louis’ "Zeitschleife" – und die wird auch formal konsequent durchgezogen. Ganze Dialoge wiederholen sich wortwörtlich, was durchaus zwiespältig ist. Einerseits wirkt es etwas bequem, andererseits erzeugt es genau den gewünschten Effekt: Man wird genauso mürbe wie Louis. Lesende und Figur teilen das Gefühl der Frustration und Ohnmacht. Ein kluger, wenn auch mutiger Kniff.

Die Auflösung teilt sich in zwei Hälften – die eine lässt sich früh erahnen, die andere überrascht und ergänzt das Bild stimmig. Insgesamt bleibt ein schönes, nachdenkliches Gesamtbild zurück. Was mir allerdings gefehlt hat, war die emotionale Wucht, die ich mir von der Thematik erhofft hatte. Kein Tränchen, keine Gänsehaut – vielleicht, weil Louis mehr mit Wut als mit Trauer auf seine Lage reagiert. Das ist zwar mehr als nachvollziehbar, aber für mich persönlich allerdings weniger berührend.

Der Ausblick auf die beiden Protagonisten im zweiten Band hat mir dafür sehr gefallen und macht Lust auf mehr.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Erfrischend, kraftvoll und mutig

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und auf Deutsch gehört – und war positiv überrascht, wie gut die Übersetzung gelungen ist! Besonders, da viele Romantasy-Bücher oft einfach die englischen Begriffe ...

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und auf Deutsch gehört – und war positiv überrascht, wie gut die Übersetzung gelungen ist! Besonders, da viele Romantasy-Bücher oft einfach die englischen Begriffe übernehmen, war ich froh, dass hier eine echte Übersetzung gemacht wurde. Über die Wahl von "roter Nachtfalter" kann man diskutieren (eine "Motte" hätte als abwertende Fremdbezeichnung besser gepasst), aber letztlich hat das den Lesespaß kaum geschmälert. Großes Lob auch dafür, wie kreativ und passend Begriffe wie zum Beispiel "witch’s whore" zu "Hexenbock" übertragen wurden – für deutsche Ohren trotzdem flüssig und stimmig, aber trotzdem mit der beabsichtigten Derbheit. Warum allerdings die Zaubersprüche auf Englisch geblieben sind, war mir nicht ganz klar.

Das deutsche Hörbuch hat ebenfalls einen guten Eindruck hinterlassen: Beide Sprechenden waren zwar recht langsam, dafür aber im gleichen Tempo, was die Nutzung der Beschleunigungsfunktion extrem angenehm machte. Die Sprecherin der Protagonistin hat zwar eine gewöhnungsbedürftige Stimme für die Figur, gleicht das aber mit einer großartigen stimmlichen Variation aus, sodass Nebencharaktere sehr lebendig wirkten.

Zur Geschichte selbst: Sie hat unglaublich viel Spaß gemacht! Besonders erfrischend fand ich, wie klassische Geschlechterrollen hier bewusst gebrochen wurden – Dinge, die sonst fast immer der weiblichen Figur passieren, sind hier dem männlichen Protagonisten widerfahren. Auch das "Rich Girl, Poor Boy"-Setting war eine schöne Abwechslung zu den typischen Dynamiken. Ein echtes feministisches Highlight war zudem, dass die Protagonistin ihre Magie mit Periodenblut wirkt – mutig und stark!

Obwohl die Story viele klassische Fantasy-Elemente enthält, fühlt sie sich nie altbacken oder langweilig an. Nur der Miscommunication-Trope hat mich etwas genervt – der wirkte unnötig und hätte abgelöst werden können.

Fazit: Insgesamt eine spannende, erfrischende Geschichte mit tollen Ideen, starken feministischen Momenten und einer richtig guten Übersetzung. Ich freue mich sehr auf Band zwei!

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Zeitlose Liebe

Our Infinite Fates
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First things first: Das UK-Cover? Ein absoluter Traum. Das US- und deutsche Cover dagegen... eher so meh. Zum Glück gab’s die Special Edition von Owlcrate – danke an die Covergötter, dass mein Bücherregal ...

First things first: Das UK-Cover? Ein absoluter Traum. Das US- und deutsche Cover dagegen... eher so meh. Zum Glück gab’s die Special Edition von Owlcrate – danke an die Covergötter, dass mein Bücherregal jetzt glänzen darf.

Ich bin schon öfter über Laura Steven gestolpert (ihr sapphisches Dorian Gray-Retelling steht z. B. auch schon auf meiner Liste), habe aber bisher nie ein Buch von ihr gelesen. Mit Our Infinite Fates hat sich das endlich geändert – und ich bereue nichts.

Was mich anfangs etwas nervös gemacht hat, war die Sorge, dass das Buch queerbaitig sein könnte. Immerhin können die beiden Hauptcharaktere theoretisch jedes Geschlecht annehmen, befinden sich aber in der Hauptzeitlinie in einer klassisch männlich-weiblichen Konstellation. Aber: Völlig unbegründete Sorge! Die Rückblicke in vergangene Leben zeigen beide in verschiedensten Geschlechtern, wobei ihr Gender nie im Mittelpunkt steht – und es gibt sogar eine richtig schöne, ehrliche Unterhaltung genau darüber. Wirklich gelungene Repräsentation!

Die beiden Protagonist*innen selbst... na ja. Etwas eindimensional für Hauptfiguren – als Nebenfiguren wären sie absolut on point gewesen. Es bleibt ein bisschen die Frage im Raum: Wie schafft man es, in tausend Jahren so wenig Characterdevelopment hinzulegen? Aber hey, sie waren sympathisch genug, dass man gerne an ihrer Seite bleibt.

Was mich besonders überzeugt hat, war das Ende – nicht das, was ich erwartet habe, aber ein gelungener Bruch mit der bisherigen Erzählung. Und überhaupt: Dieses Buch ist eine regelrechte Liebeserklärung an die Liebe – manchmal fast zu kitschig, aber nie so sehr, dass es kippt.

Und der Schreibstil? Chef’s Kiss. Zumindest in der englischen Version ein Genuss: bildreich, klug, mit einem Vokabular, das mich begeistert hat. Zwar wird dessen Vorkommen durch den Plot erklärt – trotzdem hoffe ich sehr, dass dieser Stil typisch für Steven ist, damit ich ihn in weiteren Werken wiederfinden kann.

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