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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2024

Surreal, mystisch, faszinierend und ungemein fesselnd!

Der längste Schlaf
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Unglaubliche Albträume während ihrer Kindheit und schreckliche Ereignisse lassen die an Schlaflosigkeit leidende Mara zur erfolgreichen Schlafforscherin werden. Sie geht in ihrem Beruf auf, findet aber ...

Unglaubliche Albträume während ihrer Kindheit und schreckliche Ereignisse lassen die an Schlaflosigkeit leidende Mara zur erfolgreichen Schlafforscherin werden. Sie geht in ihrem Beruf auf, findet aber für ihr eigenes Trauma keine Lösung. Und dann bekommt sie aus heiterem Himmel ein altes Herrenhaus vererbt. Die Suche nach einer Erklärung und dem unbekannten Besitzer führt sie auf eine völlig mysteriöse und auch gefährliche Spur.

Eine junge Frau schlafend, von Ibissen, den Totenvögeln aus der Mythologie bewacht: dieses Cover fängt den Blick und passt zum Inhalt.
Man sagt, der Schlaf sei der kleine Bruder des Todes, und hier begegnen die Leser*innen beidem, verpackt in einer unglaublich surrealen, mystischen und absolut fesselnden Geschichte. Melanie Raabe versteht es, den Leser einzufangen, ihn zu schockieren und vor Rätsel zu stellen, dabei aber auch mit sehr sympathischen und lebensechten Protagonisten zu überzeugen. Mara ist eine furchtlose junge Frau, die ihr Leben trotz ihrer Schlaflosigkeit im Griff hat. Doch das alte Herrenhaus bringt in ihren Träumen Bilder und Dinge zum Vorschein, die eines Geisterjägers würdig wären. Die Story ist atemberaubend und unvorhersehbar, sorgt für steten Richtungswechsel und einigen Überraschungen, die, wenn man sie zulässt, dieses Buch zu einem einzigartigen Lesevergnügen machen! Mir hat es ausgezeichnet gefallen!

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Bizarr, tricky, undurchsichtig und voller Überraschungen!

Der lange Schatten
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Imogens Mann, unerwartet verstorben bei einem Autounfall, war das Oberhaupt einer großen Familie und hinterlässt gleich mehrere Ehefrauen und zwei Kinder. Imogens Trauer ist groß, verzehrend und voller ...

Imogens Mann, unerwartet verstorben bei einem Autounfall, war das Oberhaupt einer großen Familie und hinterlässt gleich mehrere Ehefrauen und zwei Kinder. Imogens Trauer ist groß, verzehrend und voller zwiespältiger Gefühle. Aus denen sie schnell herausgerissen wird, denn der Reihe nach finden sich die Familienmitglieder bei ihr ein und sorgen für reichlich Ablenkung.

Das Cover zeigt ein gemütliches Zimmer in einem alten Landhaus, draußen sieht es nach Schnee aus. Es erscheint mir sehr stimmig, denn auch der Erzählstil von Celia Fremlin ist liebenswert antiquiert, geradezu poetisch und geheimnisvoll, aber sehr lebendig und anschaulich. Man taucht ein, wird überrascht von den seltsamen, ja unheimlichen Ereignissen und amüsiert sich gleichzeitig über den schwarzen Humor und die skurrilen Protagonisten. Was sich da im Laufe des Weihnachtsfestes abspielt, ist wirklich seltsam, völlig undurchsichtig und liefert eine Überraschung nach der anderen. Man wird zum Beobachter, zum Kritiker, darf sich einfühlen und aufregen und unmerklich kommt Vorahnung auf, steigt die Erwartung auf einen besonderen Höhepunkt, der auch prompt eintritt.
Die Geschichte trägt Züge von Agatha Christie, aber auch Ingrid Noll, sie ist herrlich bizarr und vor allem unglaublich unterhaltsam und hat mir ausgezeichnet gefallen!

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Ein verflixt undurchsichtiger, super spannender Krimi mit Tiefgang! Lesen!

Mörderisch malerisches Malcesine
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Die Traunsteiner Anwältin Monika Bacher reist nach Malcesine am Gardasee. Ihre Absicht: Die Auktion eines berühmten, verschollenen Gemäldes zu verhindern und die Rückgabe an die Nachfahren seiner jüdischen ...

Die Traunsteiner Anwältin Monika Bacher reist nach Malcesine am Gardasee. Ihre Absicht: Die Auktion eines berühmten, verschollenen Gemäldes zu verhindern und die Rückgabe an die Nachfahren seiner jüdischen Vorkriegsbesitzer zu erwirken. Doch am malerischen Gardasee wird sie Opfer eines Giftanschlags und die Ermittler stehen vor einem Rätsel.

Das farbenfrohe, eher fröhliche Cover lädt an den Gardasee ein und schon auf den ersten Seiten gerät man regelrecht in den Sog einer Geschichte, die spannender nicht sein könnte!
Marta Donato hat akribisch recherchiert und präsentiert auf unglaublich fesselnde Weise einen Krimi, der weit in die Vergangenheit reicht und bis heute nicht nur Sammler, sondern auch Fälscher, Betrüger und andere zwielichtige Geschäftemacher anzieht. Ihr liebenswertes Ermittlerteam, versehen mit Eigenheiten, Ecken und Kanten, sehr menschlich und real dargestellt, trägt die Puzzleteilchen länderübergreifend zusammen und steht nicht nur vor einem Rätsel.
Was die Autorin da in einen absolut fesselnden, verflixt trickreichen und undurchsichtigen Krimi verpackt hat, macht bei näherem Hinsehen auch nachdenklich und bietet nicht nur erstklassige Spannung und warmherziges italienisches Flair, sondern verblüfft und berührt auch mit unleugbaren Fakten.
Meine unbedingte Empfehlung für Leser, die kurzweilige, exzellente Spannung bis zur letzten Seite lieben!

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Veröffentlicht am 05.10.2024

Starre Traditionen und bewegende Schicksale, der steinige Weg einer jungen Hebamme

Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen
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Mit viel Fleiß und Eifer erfüllt sich Maria ihren großen Traum, an einer Gebärschule in München den Beruf der Hebamme zu erlernen. Als ihr langjähriger Freund aus Kindheitstagen ihr eine Anstellung in ...

Mit viel Fleiß und Eifer erfüllt sich Maria ihren großen Traum, an einer Gebärschule in München den Beruf der Hebamme zu erlernen. Als ihr langjähriger Freund aus Kindheitstagen ihr eine Anstellung in ihrer alten Heimat anbietet, scheint ihr Glück perfekt. Doch Anerkennung in einem Dorf, das strenger Tradition folgt, ist nur sehr schwer zu erlangen.

Hörbuchrezension! Das Cover zeigt eine liebevolle Hebamme mit einem Winzling im Arm und darunter einen Ausblick ins bayerische Voralpenland. Durch den Titel geht ein Riss, der einen guten Bezug zu dieser bewegenden Geschichte darstellt.
Denn der Traumberuf, der für die junge Maria zunächst in Erfüllung geht, stellt sich schnell als kompliziert heraus. Nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen ausgebildet, stößt sie im traditionellen bayerischen Dorf schnell auf Unverständnis, ja auf Ablehnung. Als Findelkind in Brannenburg aufgewachsen, wird sie den Ansprüchen der reichen Bauern nicht gerecht und ihre Hoffnung auf Zugehörigkeit erleidet immer wieder Rückschläge.
Linda Winterberg hat eine sehr bewegende Geschichte geschrieben. Ihr Stil ist sehr liebenswert, freundlich, lebendig und authentisch, passt sehr gut nach Oberbayern und erscheint auch sehr stimmig und real. Sie versteht es wunderbar, Atmosphäre zu schaffen und man begleitet Maria durch sämtliche Höhen und Tiefen auf einem steinigen Weg durch das Jahr. Die Autorin schafft es spielend, dass man sich in Marias Hoffnungen und Zweifel bestens einfühlen kann, man mitfiebern und sich auch mitfreuen darf. Es ist eine berührende Story, warmherzig, vielleicht auch minimal kitschig, aber eben genau richtig, um zu Herzen zu gehen.
Eva Becker liest deutlich, exakt und sehr korrekt, engagiert und auch einfühlsam. Ein kleiner Wermutstropfen ist das fehlende, weiche melodische Timbre der bayerischen Mundart, was der zauberhaften Schicksalsgeschichte aber keinen Abbruch tut.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Drei Freunde, zarte Bande, und der Lauf des Lebens

Bei Licht ist alles zerbrechlich
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Davide und Teresa leben in einem italienischen Dorf, die Zeiten sind schlecht, Bildung bleibt den Reichen vorbehalten. So hütet Davide die Schweine seines Vaters und ist dessen Launen ausgesetzt, Teresa ...

Davide und Teresa leben in einem italienischen Dorf, die Zeiten sind schlecht, Bildung bleibt den Reichen vorbehalten. So hütet Davide die Schweine seines Vaters und ist dessen Launen ausgesetzt, Teresa arbeitet bereits im Familienbetrieb, kann lesen und schreiben und wird dafür von Davide bewundert. Als 1942 ein jüdischer Junge aus Neapel zwangsumgesiedelt wird, werden die drei zu Freunden und für Davide ergibt sich die Chance, lesen zu lernen. Doch der Krieg trennt die Jugendlichen, und erst Jahrzehnte später sehen sie sich wieder.

Das Cover zeigt drei Kinder oder Teenager im Wasser, daher passt das Cover ausgezeichnet zur Geschichte, die von Davide, Teresa und Nicolas erzählt. Und ihren Lebenslinien, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich dann auf tragische Weise voneinander lösen.
Gianni Solla erzählt in einer subtilen, sanften und ganz besonderen Sprache eine Geschichte, die berührt und bewegt. Davide begeistert mich mit seinem innigen Wunsch, Bildung zu erlangen und seinem mutigen Einsatz, mit dem er dieses Ziel verfolgt. Traurig macht mich, dass das Leben seinen eigenen Plan verfolgt, die Realität sich oft rau und unversöhnlich zeigt, und man nur bedingt Einfluss nehmen kann. So könnte es auch in Wirklichkeit geschehen und ich verstehe, dass es auf diese Weise nicht immer ein Happyend geben kann. Mir hat es ein bisschen gefehlt, ich habe mir da wohl mehr erhofft. Aber trotzdem ist es eine zutiefst menschliche, berührende und auch versöhnliche Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat.

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