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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2025

Schwer verständlich

Unmöglicher Abschied
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Inseon und Gyeongha sind Künstlerinnen. Als Inseon sich schwer an einer Hand verletzt und im Krankenhaus bleiben muss, ruft sie ihre Freundin zu Hilfe: Gyeongha soll in ihre Wohnung fahren und sich um ...

Inseon und Gyeongha sind Künstlerinnen. Als Inseon sich schwer an einer Hand verletzt und im Krankenhaus bleiben muss, ruft sie ihre Freundin zu Hilfe: Gyeongha soll in ihre Wohnung fahren und sich um ihr Haustier kümmern, einen Vogel.
Auf Gyeonghas Reise tauchen immer wieder Erinnerungen an Massaker auf. Gebeine wurden gefunden, in Massengräbern. Der Koreakrieg ist zur dieser Zeit erst seit wenigen Jahrzehnten vorbei und gehört damit zur Familiengeschichte der beiden Frauen. Diese Erinnerungen vermischen sich mit dem, was Gyeongha erlebt, wie in einem Fiebertraum. Zum Teil muss man sogar rätseln, wer hier gerade spricht und an wessen Erinnerungen wir teilhaben. Das damals Geschehene ist grausam.
Ich konnte damit nicht viel anfangen. Ich mag es lieber, wenn ich weiß, ob etwas gerade wirklich passiert in einer Geschichte oder ob es nur erinnert ist und viel früher stattfand. Und ich schätze es, wenn ich weiß, von wem hier die Rede ist und wer hier eigentlich spricht. Das Ganze scheint mir eher eine Metapher oder eine persönliche Aufarbeitung zu sein. Selbst der Vogel, der die Handlung antreiben soll, ist nur ein poetisches Bild. So ein Tier, wie dort beschrieben wird, gibt es nicht. Dies ist keine Geschichte sondern eine künstlerische Erinnerungsbewältigung.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Bewegendes Drama aus der Zeit des Ersten Weltkrieges

Durch das große Feuer
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Sidney Elwood und Henry Gaunt sind Schüler an einem englischen Elite-Internat. Sie lieben Lyrik und alte Sprachen. Obwohl sie formal noch zu jung sind, melden sie sich für den Einsatz im Ersten Weltkrieg. ...

Sidney Elwood und Henry Gaunt sind Schüler an einem englischen Elite-Internat. Sie lieben Lyrik und alte Sprachen. Obwohl sie formal noch zu jung sind, melden sie sich für den Einsatz im Ersten Weltkrieg. Was sie dort erleben, ist grauenhaft.
Die Autorin schildert eindrücklich, wie die Kriegserfahrungen die Menschen innerlich verändern. Die Tatsache, dass die Protagonisten schwul sind, spielt nur eine untergeordnete Rolle angesichts der Schlachtereien, an denen sie teilhaben. Die körperlichen Verletzungen, die sie zufügen und miterleben, sind bizarr und oftmals tödlich. Doch schlimmer sind die psychischen Schäden, die die Überlebenden davontragen. Die Geschichte ist sehr spannend und äußerst bewegend zu lesen. Sie ähnelt einer Abenteuergeschichte voller Grausamkeit und Irrsinn.
Am Ende gibt es Heilung. Das ist anders in vergleichbaren Büchern, die die Gräuel des Schützengrabens zum Thema haben. Die besondere Liebe zwischen den Protagonisten macht diesen ungewöhnlichen Ausgang möglich. Das ist schön!

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Veröffentlicht am 03.01.2025

Kurz, knackig, witzig

Prima, fein gemacht!
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Martina Brandl ist seit vielen Jahren als Kabarettistin und Komikerin auf deutschen Bühnen und im Fernsehen unterwegs. Sie hat bereits etliche Preise gewonnen. In diesem Buch sind lustige Kurztexte zu ...

Martina Brandl ist seit vielen Jahren als Kabarettistin und Komikerin auf deutschen Bühnen und im Fernsehen unterwegs. Sie hat bereits etliche Preise gewonnen. In diesem Buch sind lustige Kurztexte zu verschiedenen Themen versammelt.
Humorvoll , selbstkritisch und oft bissig schildert die Autorin ihre Begegnungen mit Menschen und Dingen. Die Geschichten sind mitten aus dem Leben gegriffen und schilern eine fministische und zugleich selbstironische Sicht. Manchmal wird sie ganz schön radikal, was mir besonders gut gefallen hat, zum Beispiel in der Geschichte über BHs. Auf der anderen Seite ist sie so normal, dass ein Hund ihr Leben komplett auf den Kopf stellt. Ein Fischbrötchen zu interviewen, ehe man es isst, darauf muss man auch erstmal kommen. Oder einen Leuchtturm. Der nachdenkliche Text über die Hoffnung - „schlimm!“ - ist ein guter Abschluss. Daraus nehme ich sogar etwas mit.
Das Buch ist unterhaltsam und leicht zu lesen, dabei weder platt noch anspruchslos.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Weihnachtskrimi mit Dackel

Morden ohne Sorgen - Tannenmord im Weihnachtswald
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Die skurrilen Geschichten um den Lokaljournalist Frederik Loebell gehen hier in die dritte Runde. Es werden Weihnachtsbäume gestohlen und eine Leiche wird gefunden. Das zuständige Polizeiteam, die Presseleute ...

Die skurrilen Geschichten um den Lokaljournalist Frederik Loebell gehen hier in die dritte Runde. Es werden Weihnachtsbäume gestohlen und eine Leiche wird gefunden. Das zuständige Polizeiteam, die Presseleute und die Mutter des Protagonisten sind aus früheren Folgen der Reihe bekannt. Doch diesmal ist die Polizei involviert. Ein Ruheständler von auswärts wird hinzubeordert.
Der Dackel Wilhelm spielt wie immer eine schweigende, aber tragende Rolle. Der starke Schneefall in Potsdam bringt eine weihnachtliche Atmosphäre. War das schön, als es noch in Wirklichkeit so geschneit hat!
Die Geschichte ist unterhaltsam und nicht allzu komplex. Sie ist amüsant zu lesen. Mein Lieblingszitat: „Bäume werden von Männern gefällt. Frauen sägen nur an Stühlen.“
Weil das Buch mit kaum 150 Seiten sehr kurz ist, können daran auch Menschen Spaß haben, die eigentlich eher selten lesen.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Im Süden lebt es sich angenehmer

Es kann so schön sein, das Leben
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Eigentlich wissen wir alle ganz genau, wie man besser leben könnte: Sich Zeit lassen, Solidarität mit anderen pflegen, gut essen, sich Bewegung gönnen und einiges andere mehr. Jeder weiß das, aber kaum ...

Eigentlich wissen wir alle ganz genau, wie man besser leben könnte: Sich Zeit lassen, Solidarität mit anderen pflegen, gut essen, sich Bewegung gönnen und einiges andere mehr. Jeder weiß das, aber kaum jemand tut es. Der Autor, deutscher Journalist und Frankreich-Experte, schaut sich an, wie die Menschen im Süden Europas leben und listet auf, warum es ihnen so gut geht. Auch Frankreich zählt er zu diesem „Süden“.
Die Tipps, die er ausschließlich aus persönlichen Erlebnissen und Beobachtungen folgert, sind naheliegend und längst bekannt. Er verortet sie geografisch, im Sinne des französischen „Savoir-Vivre“ oder des italienischen „Dolce Vita“.
Wenn also im Süden tatsächlich alles besser ist, warum dann nicht auswandern? Diesen konsequenten Schritt ist er anscheinend selbst gegangen. Was das für den Einzelnen bedeuten kann, welche Gedanken und Entwicklungen damit verbunden sind. Leitsätze, die dabei helfen können, runden das Buch ab. Ganz am Ende findet sich ein unterhaltsames Alphabet des „Dolce Vita“.
Das Lektorat sorgt an einigen Stellen für Fragen – hier war offenbar eine automatische Rechtschreibprüfung aktiv, die nicht weiter kontrolliert wurde.
Dies ist vielleicht eine inspirierende Zusammmenstellung für Menschen, die Leichtigkeit in ihrem Leben vermissen. Insgesamt gibt es aber wenig Neues.

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