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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2024

Bäuerliches Leben heute

Alles büddn wild
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Die Autorin betreibt einen preisgekrönten Instagram-Kanal mit 150.000 Followern, auf dem sie in kurzen Filmchen die Arbeit auf dem Bauernhof vorstellt. Nun also ein Buch.
Sie schreibt witzig und manchmal ...

Die Autorin betreibt einen preisgekrönten Instagram-Kanal mit 150.000 Followern, auf dem sie in kurzen Filmchen die Arbeit auf dem Bauernhof vorstellt. Nun also ein Buch.
Sie schreibt witzig und manchmal nachdenklich. Schon auf Instagram hat sie viel Humor an den Tag gelegt, der macht jetzt ihre gedruckten Texte angenehm zu lesen. Sie schildert Autobiografisches, auch aus ihrer Kindheit und Jugend. Damit umfasst ihr Buch rund dreißig Jahre bäuerliches Leben in Deutschland.
Ich hatte etwas mehr skurrile Geschichten erwartet, so wie in der Leseprobe. Zwar beginnt jedes Kapitel mit einer witzigen und schrägen Anekdote, aber meistens folgen Betrachtungen und Gedanken über das heutige Leben der Bäuerinnen und Bauern. Das ist interessant für Leute aus der Stadt, die davon keine Ahnung haben, aber hohe Ansprüche an ihre Nahrung stellen. Und es ist interessant für Leute vom Lande, die sich manchmal auch Gedanken machen müssen, wie es weiter gehen kann mit der Landwirtschaft, mit dem eigenen Hof und den Tieren.
Somit war es ein interessanter und unterhaltsamer Einblick in eine Welt, über die ich wenig wusste, allerdings mit Längen.

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Gegensätze?

C.R.E.D.O.
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Woran glauben Aliens? Soll man einen Roboter taufen, wenn er darum bittet? Kann ein Christ Walhalla betreten? Hier erzählen moderne Science-Fiction-Autorinnen und -Autoren, was im Themenkreis Science Fiction ...

Woran glauben Aliens? Soll man einen Roboter taufen, wenn er darum bittet? Kann ein Christ Walhalla betreten? Hier erzählen moderne Science-Fiction-Autorinnen und -Autoren, was im Themenkreis Science Fiction und Religion für Geschichten entstehen können. Die Fragestellungen sind breit gestreut, ein Fachartikel über den Glauben nordamerikanischer First Nations rundet die religiöse Thematik ab.
Die Geschichten sind alle sehr gut und flüssig zu lesen. Man merkt, dass hier Profis am Werk sind. Es gibt sehr kurze Storys, die es in sich haben. Es gibt Geschichten wie mitten aus dem Leben und solche um Wesen und Lebensweisen, die uns überaus fremd sind. Einige haben mir besonders gut gefallen, zum Beispiel „Krokus“, um einen Gläubigen aus einer fremden Welt, der auf der Erde strandet. Mit anderen konnte ich weniger anfangen, aber das ist eben Geschmackssache. Nicht in allen Texten kommen beide Themen vor. Religion ist überall, aber anstelle von Science Fiction steht auch mal reine Fantastik.
Eine Zusammenfassung ähnlicher Geschichten in Kapitel wäre hilfreich gewesen; so gerät man bei jeder neuen Überschrift in ein völlig fremdes Land. Verrückte Abenteuer, abstruse Ideen und jede Menge gute Geschichten warten darauf, entdeckt zu werden.

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Veröffentlicht am 22.11.2024

Witziges und Schräges für zwischendurch

Wenn ich nicht Urlaub mache, macht es jemand anderes
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Die Autorin wurde mit dem Podcast „Drinnies“ bekannt und hat bereits einen Roman veröffentlicht. Zur Caroline Kebekus Show hat sie ebenfalls beigetragen. Hier gibt es jetzt Kurztexte, Superkurztexte und ...

Die Autorin wurde mit dem Podcast „Drinnies“ bekannt und hat bereits einen Roman veröffentlicht. Zur Caroline Kebekus Show hat sie ebenfalls beigetragen. Hier gibt es jetzt Kurztexte, Superkurztexte und Geschichtchen. Es handelt sich um Anekdoten, Spinnereien und Statements zu Alltagsthemen. Sie sind allesamt witzig und von einem äußerst skurrilen Humor geprägt.
Teilweise fragte ich mich schon, was das soll: Horoskope? Selbsttests, ob ich ein Vampir bin oder vielleicht ein Serienmörder? Einfach mal ein Gedicht dazwischen und ein Interview mit einem Bewohner einer Hüpfburg? Aber warum auch nicht. In einigen Texten ist eine mehr oder weniger subtile Gesellschaftskritik verbogen („ein Laden, in dem mir noch nicht einmal ein Schal passt“). Hauptsächlich geht es wohl darum, mit schrägen Ideen Spaß zu haben. Das muss man mögen, oder auch nicht. Ich mochte es.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Frau, Wut, Drachin

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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Eine alternative Gegenwart: Im Jahr 1955 verwandeln sich hunderttausende Frauen in den USA in Drachen. Dieser Sache auf den Grund zu gehen, ist nicht möglich, denn es gibt Denkverbote. Und es gibt Scham. ...

Eine alternative Gegenwart: Im Jahr 1955 verwandeln sich hunderttausende Frauen in den USA in Drachen. Dieser Sache auf den Grund zu gehen, ist nicht möglich, denn es gibt Denkverbote. Und es gibt Scham. Die Drachinnen werden als etwas Unanständiges betrachtet.
In den fünfziger Jahren können Frauen praktisch nur Hausfrau und Mutter sein, etwas anderes ist nicht möglich. Alex ihat eine Begabung für Mathematik, sie hat Mutter und Tante verloren und ihr Vater lehnt es ab, ihr ein Studium zu finanzieren. Um Klos zu putzen, so sein Argument, brauche es keinen Universitätsabschluss.
Die Sprache ist schön, oftmals poetisch und sehr angenehm zu lesen. Die Hauptperson Alex ist leidenschaftlich, zielstrebig und durchaus glaubwürdig. Doch die Geschichte einer Frau, die sich gegen alle Widerstände Bildung und ein eigenes Leben erkämpft, hat man schon allzu oft gelesen. Alle anderen Persönlichkeiten wirken etwas blass.
Die Idee, dass unterdrückte Frauen aus Wut zu Drachinnen werden, funktioniert als Geschichte nicht so richtig. Die Wut ist mehr als begreiflich. Aber Drachen mit Lippenstift und Handtäschchen? Zwar gehören Feuerspeien und das Verschlingen von Menschen zu den Dingen, die diese Drachinnen tun. Doch sie backen auch Kuchen, häkeln und besuchen den Gottesdienst oder eben Schulen und Universitäten.
Eine kühne Idee, deren Umsetzung mich nicht überzeugt hat. Besonders unpassend fand ich den englischsprachigen Titel für ein Buch in deutscher Sprache.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Spannend, aktuell, kritisch

Luna
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Ein privates Raumfahrtunternehmen schickt ein Raumschiff zum Mond, vier Menschen sind an Bord. Etwas geht schief, sie stürzen ab, und nur eine Person schafft es lebend in die Mondstation. Doch die Vorräte ...

Ein privates Raumfahrtunternehmen schickt ein Raumschiff zum Mond, vier Menschen sind an Bord. Etwas geht schief, sie stürzen ab, und nur eine Person schafft es lebend in die Mondstation. Doch die Vorräte werden knapp, eine schnelle Rettungsaktion ist erforderlich.
Der Autor ist Ingenieur und hat bereits mehrere erfolgreiche SF-Romane geschrieben. Mit Raumfahrt kennt er sich aus. Das macht die Geschichte besonders realitätsnah und informativ. Private Raumfahrtmissionen gibt es ja heute schon; wenn etwas schief geht, wer rettet dann die Verunglückten? Wäre eine konzertierte Aktion der „Menschheit“ wirklich möglich? Die Akteure der Geschichte geben sich alle Mühe, sämtliche Verflechtungen aufzudecken und den Start einer Rettungsrakete zu ermöglichen.
Viele Fragen rund um die private Raumfahrt werden diskutiert. Auch Themen aus dem Leben von Astronauten werden dargestellt. Die komplexe Technik ist, wo erforderlich, sehr gut erklärt. Die Geschichte ist professionell und äußerst spannend erzählt. Ich hätte mir etwas mehr Informationen über die Überlebende auf dem Mond gewünscht. Wie bewältigt man so eine Situation? Was bringt sie dafür mit? Doch insgesamt sind die Figuren durchaus glaubhaft. Und es ist faszinierend, einmal ganz nah dran zu sein, an den Menschen, die wirklich ins All fliegen.
Ein informatives und fesselndes Werk für Weltraumbegeisterte.

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