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Veröffentlicht am 18.09.2024

Grenzen der Wahrnehmung

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Grace ist pensionierte Mathematiklehrerin. Sie hat Ehemann und Sohn verloren und führt ein trauriges, trostloses Leben. Überraschend erbt sie ein Haus auf Ibiza und fährt hin, um es sich anzusehen. Hier ...

Grace ist pensionierte Mathematiklehrerin. Sie hat Ehemann und Sohn verloren und führt ein trauriges, trostloses Leben. Überraschend erbt sie ein Haus auf Ibiza und fährt hin, um es sich anzusehen. Hier trifft sie auf ein Wesen von einem anderen Stern.
Wie schon in früheren Werken setzt der Autor Science-Fiction und Fantasy ein, um Fragen zu stellen: Was zeichnet das Leben aus? Was macht es zu etwas Besonderem? Wie kann man Heilung finden?
Für mich hatte das durchaus einen Sog. Die rationale Mathematikerin ist ein glaubhafter Charakter und der Esoterik vollkommen unverdächtig. Gemeinsam mit ihr erleben wir Erstaunliches. Sie erfährt eine fundamentale Veränderung hin zum Besseren.
Was Grace auf Ibiza erlebt, regt zum Nachdenken an. Eine gute Geschichte ist es außerdem. Empfehlenswert für Inselfans und Freunde der Fantastik.

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Geblümte Kaffeetassen

Ein tugendhafter Mann
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Das Cover zeigt schönes Geschirr. Darauf kommt es an: Aus schönem Geschirr zu essen und zu trinken. Das ist das uneingestandene Lebensziel des Protagonisten.
Lewis Percy erforscht für seine Doktorarbeit ...

Das Cover zeigt schönes Geschirr. Darauf kommt es an: Aus schönem Geschirr zu essen und zu trinken. Das ist das uneingestandene Lebensziel des Protagonisten.
Lewis Percy erforscht für seine Doktorarbeit Helden in der Literatur. Dort bleiben sie auch, die Helden. Denn Percy selbst ist kein Held. Er tut das, wovon er glaubt, dass es von ihm erwartet wird. Die straffen Rollenbilder der 1960er Jahre helfen ihm dabei.
Die Gedanken Percys stehen im Mittelpunkt. Wir erfahren ausführlich, was Percy glaubt, dass die anderen denken. Was sie wirklich denken, oder wie sich irgendwer fühlt, können wir nur raten. Immer wieder scheint auf, was offenbar Thema des Romans ist: Der Gegensatz zwischen Literatur und dem „wahren Leben‟. Eine Interpretation des Romans findet sich im Nachwort. Die Autorin ist preisgekrönte Literaturprofessorin.
Percy absolviert sein Leben, und alle anderen tun das auch. Es gibt keine echten Gefühle, keine Leidenschaft, keine Ziele, nur die Verwirrung Percys, der doch immer alles richtig gemacht zu haben glaubt. Gegen Ende gibt es eine Weiterentwicklung dieser Figur, die allerdings wenig überzeugt.
Was es mit den Beziehungen zwischen den Menschen macht, wenn alle nur versuchen, den Erwartungen zu entsprechen, ist äußerst bedrückend. So wird das ganze Buch ein eher frustrierendes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 03.09.2024

Der böse Wolf

Lupus
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Jenny ist Tierärztin und lebt mit ihrem Vater auf einen Hof in der Nähe von Greifswald. Eines Tages ist ihr Vater verschwunden. Dann wird sie gerufen, um eine Herde Schafe, von denen die meisten von einem ...

Jenny ist Tierärztin und lebt mit ihrem Vater auf einen Hof in der Nähe von Greifswald. Eines Tages ist ihr Vater verschwunden. Dann wird sie gerufen, um eine Herde Schafe, von denen die meisten von einem wilden Tier gerissen wurden, zu untersuchen. War das etwa ein Wolf? Schon sind wir mitten drin in einer Geschichte um wilde Tiere, Nachzuchten und den Schutz der Natur. Es geht zurück bis in die alte DDR. Da es auf der anderen Seite um Jennys familiäre Herkunft geht und dann auch noch eine Liebesgeschichte hinzukommt, wird das Ganze nicht nur lang sondern auch überfrachtet. Da ging mir unterwegs die Spannung verloren.
Wir haben hier einen fesselnden, höchst professionell erzählten Thriller. Die Personen sind nicht allzu komplex, aber zumindest Jenny ist sympathisch genug, dass man ihr gerne folgt. Sie trägt allerdings nicht über die ganze, lange Geschichte. Und das ist das Dilemma: Für einen Thriller ist das Ganze zu überladen, für einen erzählenden Roman aber sind die Personen zu flach.
Mit dem Lektorat war ich nicht so zufrieden. So sind zum Beispiel an einer Stelle die Protagonisten schon per Du, obwohl das erst später dran ist.
Vielleicht hätte Rode sich mehr fokussieren sollen und ausführlicher in ein oder zwei der Themen einsteigen können. So ist einfach alles zuviel.

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Veröffentlicht am 27.08.2024

Erfindung und Funktion der Märchen

Der Salon der kühnen Frauen
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Ich hatte eine Sammlung von Geschichten erwartet, aber die sind hier mehr ein Instrument. Es geht um Frauen, die keine Geldsorgen hatten, nicht arbeiten mussten und keinerlei Selbstbestimmungsrecht besaßen. ...

Ich hatte eine Sammlung von Geschichten erwartet, aber die sind hier mehr ein Instrument. Es geht um Frauen, die keine Geldsorgen hatten, nicht arbeiten mussten und keinerlei Selbstbestimmungsrecht besaßen. In Madame d'Aulnoys literarischem Salon sitzen sie im 17. Jahrhundert mitten in Paris und erzählen einander Geschichten, die ihr Leben widerspiegeln. Die Märchen werden mündlich erzählt und nicht schriftstellerisch dargestellt. Wichtig ist die Reaktion des Publikums und die des Autors oder der Autorin auf das Publikum. Aber noch wichtiger und folgenschwer ist die Reaktion des absolutistischen Herrschers.
Die Damen haben Vornamen, Titel, Nachnamen und Spitznamen, und das wird alles einzeln und durcheinander verwendet. Das erfordert viel Konzentration beim Lesen. Es gibt eine Personenliste zu Beginnn des Buches, die braucht man auch.
Sehr sinnlich erleben wir die Kälte des Pariser Winters, die Sexualität der Menschen, die sonst nichts zu tun haben, die bittere Armut der Armen sowie Schönheit, Prunk und Protz im Schloss Versailles.
Ich fand es etwas anstrengend zu lesen. Die Autorin ist als Dichterin hervorgetreten, dies ist ihr zweiter Roman. Die Erzählweise ist nicht immer gradlinig, die Sprache nichts Besonderes, und man weiß gar nicht genau, wer hier die Protagonisten sind: die erzählenden Frauen oder die Märchen, die zu dieser Zeit wie eine eigene Sprache erfunden werden. Die Geschichte der Madame d'Aulnoy scheint immer wieder auf, wird aber auch nicht spannend erzählt.
Als Roman wenig fesselnd. Eher ein Kaleidoskop des Frauenlebens einer historischen Epoche.

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Zickenterror an der Magieschule

School of Myth & Magic, Band 1 - Der Kuss der Nixe
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Devin hat Geburtstag, sie wird siebzehn. Bei einem Bad im See zeigt sich, dass sie kein normaler Mensch ist. Sie kann sich in eine Nixe verwandeln. Nun geht sie zu einer besonderen Schule, um zu lernen, ...

Devin hat Geburtstag, sie wird siebzehn. Bei einem Bad im See zeigt sich, dass sie kein normaler Mensch ist. Sie kann sich in eine Nixe verwandeln. Nun geht sie zu einer besonderen Schule, um zu lernen, wie sie das kontrollieren kann.
Bücher über Magieschulen sind inzwischen ein eigenes Genre. Hier geht es zu wie an ganz normalen Schulen, einschließlich Feindseligkeiten, Bündnissen, Freundschaften und Romantik. Die Nixen bilden einen eigenen Schwarm mit festen Regeln, Zickenterror und einer Anführerin. Devin, die sich nicht so richtig zugehörig fühlt, ist eine starke, eigenwillige Persönlichkeit, die hier ihre besonderen Fähigkeiten entdeckt. Und eine neue Welt. Das aus ihrer Sicht zu erleben ist fesselnd und gut zu lesen.
Die Geschichte ist spannend und voller Überraschungen, wie man es von Fantasy gewohnt ist. Es gibt einen Cliffhanger am Ende, der Folgeband ist bereits erschienen.
Ein gelungener Fantasy-Abenteuerroman für Mädchen und Teenager ab 12 Jahren. Besonders für die, die gern ins Wasser gehen.

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