Profilbild von Kristina_AL

Kristina_AL

Lesejury Star
offline

Kristina_AL ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kristina_AL über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2025

Bildschöner Überblick über Wellnessoasen in Europa

KUNTH Wellness mit Flair
0

Dieser Bildband gibt einen sehr umfangreichen Überblick über Orte in Europa, die teilweise schon vor sehr langer Zeit der Erholung und Gesunderhaltung dienten - lange bevor das Wort „Wellness“ unseren ...

Dieser Bildband gibt einen sehr umfangreichen Überblick über Orte in Europa, die teilweise schon vor sehr langer Zeit der Erholung und Gesunderhaltung dienten - lange bevor das Wort „Wellness“ unseren Sprachgebrauch eroberte.



Architektonische Bäder - Highlights finden sich an vielen Orten in Europa. Sei es das wunderschöne Marienbad oder die Thermalbäder in Montecatini, überall lassen sich beeindruckende Bauten bestaunen.

Mondäne Seebäder in England oder bei uns in Deutschland erinnern an die Anfänge der „Wellnesskultur“ als hauptsächlich Reiche und Adlige dort Erholung suchten.

Sehr übersichtlich zeigt dieser Bildband die schönsten Plätze in Europa, die der Entspannung und Erholung dienen.

Fantastische Bilder sorgen schon beim Durchblättern für ein wohliges Gefühl.

Hotelempfehlungen gibt es keine, dieser Bildband dient ausschließlich dazu, einen ersten Eindruck zu bekommen bzw. Anregungen zu geben.



Fazit

Hier kommt man wirklich auf den Geschmack, es sich in stilvoller Atmosphäre mal wieder so richtig gut gehen zu lassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
Veröffentlicht am 18.02.2025

Historischer Kriminalroman, der atmosphärisch überzeugt

Nacht der Ruinen
0

Im März 1945 kehrt Joe Salmon als Soldat der Amerikaner in seine Heimatstadt Köln zurück, die er mit seiner Familie aufgrund ihres jüdischen Glaubens vor Jahren verlassen hatte.

Hier soll er nun den Lynchmord ...

Im März 1945 kehrt Joe Salmon als Soldat der Amerikaner in seine Heimatstadt Köln zurück, die er mit seiner Familie aufgrund ihres jüdischen Glaubens vor Jahren verlassen hatte.

Hier soll er nun den Lynchmord an einem gefallenen amerikanischen Piloten aufklären.

Joes Auftrag führt ihn kreuz und quer durch die völlig zerstörte Stadt, wo kaum noch ein Stein auf dem anderen steht. Bitterste Armut und schlechte Versorgung bestimmen den Alltag der meisten übrig gebliebenen Einwohner. Diese erschütternde Atmosphäre hat Cay Rademacher exzellent eingefangen.

Fast wie in einem Film begleitet man Joe, seinen Fahrer und den britischen Journalisten George Orwell durch staubige Straßen, die eigentlich keine mehr sind, vorbei an Ruinen und Trümmerfeldern.

Orwell ist nur eine der historischen Persönlichkeiten, die der Autor auf sehr glaubwürdige Weise in die Handlung mit einbaut. Auch Konrad Adenauer und die Schriftstellerin Irmgard Keun finden immer wieder Erwähnung.

Die Auflösung des Kriminalfalls zieht sich durch den gesamten Roman und macht doch nur einen Teil des Geschehens aus. Denn Joe nutzt seinen Auftrag, um eigene Ermittlungen anzustellen. Als er Köln damals verließ, musste er zwei sehr gute Freunde dort zurücklassen; Jakub, der ebenfalls Jude ist und Hilda, in die er immer schon heimlich verliebt war. Um etwas über das Schicksal der beiden zu erfahren und gleichzeitig seinen Fall zu lösen, begibt sich Joe teilweise auf gefährliches Terrain und deckt die dunkelsten Seiten des Naziregimes auf.



„Die Nacht der Ruinen“ ist ein sehr gut recherchierter und beeindruckend atmosphärischer Roman, der nicht nur gut unterhält, sondern auch zum vertieften Nachlesen animiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2025

Bildstark-emotional-spannend

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
0

Elijah Leigh kehrt nach einigen erfolglosen Jahren in der Großstadt in seinen kleinen Heimatort Point Orchards zurück. Mit großen Ambitionen aufgebrochen, muss er bei seiner Rückkehr nicht nur ganz von ...

Elijah Leigh kehrt nach einigen erfolglosen Jahren in der Großstadt in seinen kleinen Heimatort Point Orchards zurück. Mit großen Ambitionen aufgebrochen, muss er bei seiner Rückkehr nicht nur ganz von vorn anfangen, er muss es auch noch alleine tun. Denn sein Vater ist zwischenzeitlich verstorben und seine Jugendliebe Nakita empfängt ihn auch nicht mit offenen Armen.

Also schlägt er sich allein durch, baut die Hütte seines Vaters wieder auf und beginnt, sich durch Gemüseanbau und Hühnerhaltung größtenteils selbst zu versorgen.



Die Handlung wird einerseits im Jahr 1994 vorangetrieben, ab dem Zeitpunkt an dem die Leiche der Dorfärztin gefunden wird. Der zweite Erzählstrang führt die Leser in der Zeit zurück, beginnend mit einem Versprechen, das sich Elijah und Nakita im Jahr 1973 geben.

Einerseits verfolgt man die Ermittlungen, andererseits erfährt man durch die Ereignisse in der Vergangenheit, wie es überhaupt soweit kommen konnte, dass die attraktive Ärztin Erin ihr Leben lassen musste.



Geschickt lässt die Autorin die beiden Stränge erst nebeneinander her, dann aufeinander zu laufen, wodurch sich ein regelrechter Sog entwickelt und eine Spannung, die ich in der Art gar nicht erwartet hatte.



Elijahs naturnahe Lebensweise wird so bildhaft beschrieben, dass einen eine tiefe Ruhe überkommt und man seinen Stolz über das selbst Geschaffene teilt, obwohl man nur darüber gelesen hat.

Emotional geht man mit Elijah durch alle Höhen und Tiefen; und wenn er mir auch nicht unbedingt durchgehend sympathisch war, habe ich doch immer mit ihm mitgefühlt.

Seine Beziehung zu Nakita, die sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen muss, ist rührend, ohne kitschig zu sein.

Und schließlich tragen einige unerwartete Wendungen dazu bei, dass man mit Spannung der Auflösung entgegenfiebert.



Fazit

„Middletide“ ist ein stimmungsvoller Roman über Vertrauen, Verlust und die Liebe zur Natur, der sich in kürzester Zeit verschlingen lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2025

Mitreißender Roman, der die Französische Revolution erlebbar macht

Die Farben der Revolution. Éléonore und Robespierre
0

Im Mittelpunkt dieses historischen Romans von Jeanette Limbeck stehen die Malerin Eleonore Duplay und der als brutaler Revolutionsführer in die Geschichte eingegangene Maximilien de Robespierre.
Die beiden ...

Im Mittelpunkt dieses historischen Romans von Jeanette Limbeck stehen die Malerin Eleonore Duplay und der als brutaler Revolutionsführer in die Geschichte eingegangene Maximilien de Robespierre.
Die beiden begegnen sich 1791 in Paris als Jeanette nur knapp einem Blutbad am Rande einer Demonstration entgeht. Die Anziehung zwischen Eleonore und Maximilien ist sofort spürbar, doch die politische Lage ist brisant und Eleonore muss sich entscheiden, ob sie wirklich die Frau an der Seite eines hoch gelobten, aber auch abgrundtief gehassten Revolutionärs sein möchte.

Normalerweise ist mein Lesetempo recht hoch, doch für Jeanette Limbecks Werk habe ich mir viel Zeit gelassen. Denn aus Schulzeiten nur mit einem groben historischen Gerüst, was die Französische Revolution betrifft, ausgestattet habe ich immer wieder über bestimmte Personen und Ereignisse nachgelesen.
Für mich war das einfach wichtig, um die komplizierten politischen Verwicklungen zu dieser Zeit auch wirklich nachvollziehen zu können.
Man kommt allerdings auch völlig ohne andere Quellen aus, da die Autorin sehr viel Wissenswertes übersichtlich am Anfang und Ende des Buches liefert.
In „Die Farben der Revolution“ steckt soviel Wissen gepaart mit guter Unterhaltung, dass es für mich zu einem richtigen Leseerlebnis wurde.
Die Beziehung zwischen Maximilien und Eleonore ist anfangs noch zart und es ist schön, ihre Entwicklung zu verfolgen. Eleonore ist eine interessierte junge Frau, die sich für ihre Überzeugungen lautstark einsetzt und ihre Leidenschaft, das Malen, nie aufgibt.
Robespierre wird in diesem Roman einmal von einer anderen Seite beleuchtet.
War er wirklich einer der brutalsten Revolutionsführer, der Frankreich in den Terror abgleiten ließ oder wurde er Opfer der politischen Wirren und musste als Sündenbock für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung herhalten?
Jeanette Limbeck setzt sich mit diesen Fragen auf äußerst unterhaltsame Weise auseinander und gibt im Nachwort noch Informationen zur historischen Genauigkeit.

Fazit
Ein hervorragend recherchierter historischer Roman für alle, die Geschichte hautnah erleben wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2025

Ein spannender Gedanke

Für immer
0

In ihrem neuen Roman „Für immer“ lässt Maja Lunde die Zeit stillstehen.
Zunächst weiß niemand, wann es geschah und schon gar nicht warum, doch plötzlich kommt es bei den Menschen zum absoluten Stillstand; ...

In ihrem neuen Roman „Für immer“ lässt Maja Lunde die Zeit stillstehen.
Zunächst weiß niemand, wann es geschah und schon gar nicht warum, doch plötzlich kommt es bei den Menschen zum absoluten Stillstand; niemand wird mehr geboren oder stirbt, niemand wächst oder wird älter. Die Natur allerdings folgt weiterhin ihrem ganz normalen Rhythmus.
Gebannt verfolgt man die Auswirkungen, die das auf die Gesellschaft hat und die Reaktionen der Menschen, die gerade in ganz unterschiedlichen Lebenslagen stecken.
Ist die unheilbar kranke Frau, deren Tod jetzt aufgeschoben wird, glücklich? Werden die Kinder, die noch im Mutterleib auf ihre Geburt warten, nie das Licht der Welt erblicken?
Dieses Gedankenexperiment ist unglaublich spannend und so fliegt man förmlich durch zwei Drittel des Romans.
Die Protagonisten, die die Autorin gewählt hat und die diese Situation sehr unterschiedlich erleben, decken einen großen Teil der Bevölkerung ab.
Dadurch dass die Kapitel immer zwischen den verschiedenen Perspektiven wechseln, bleibt es durchweg sehr übersichtlich.
Gegen Ende hat für mich dann aber doch die Tiefe gefehlt. Bei der Frage, was man aus solch einem Gedankenexperiment mitnehmen kann, bleibt das Buch leider zu sehr an der Oberfläche.

Fazit
Ein faszinierendes Thema, mitreißend erzählt, doch der letzte Funke hat irgendwie gefehlt

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere