Berührend
Wie das Schweigen vor der FlutWir kehren zurück zur Familie East, nur dieses Mal aus der Sicht von Karla, Greysons älteste Tochter. Sie ist gerade 14 Jahre alt und damit natürlich voll im pubertierenden Alter. Als wäre das alleine ...
Wir kehren zurück zur Familie East, nur dieses Mal aus der Sicht von Karla, Greysons älteste Tochter. Sie ist gerade 14 Jahre alt und damit natürlich voll im pubertierenden Alter. Als wäre das alleine nicht schon schwer genug, hat sie nach dem Tod ihrer Mutter nicht nur seelische Narben, sondern auch physische. Im Gesicht hat sie mehrere Narben und sie kann auch nicht mehr richtig laufen. Das ist für ihre Mitschüler ein gefundenes Fressen. Wir wissen ja alle, wie grausam Kinder sein können. Entsprechend fühlt sich Karla alleine, hässlich, leer und einfach wertlos, weswegen sie auch öfter die Schule schwänzt und lieber am Grab ihrer Mutter sitzt. Dort trifft sie das erste Mal auf Ash, bei dem sie die gleiche Traurigkeit spürt. Kein Wunder, auch er hat jemanden verloren. Seinen jüngeren Bruder Rian. Beide Familien leiden extrem, die ganze Dynamik verändert sich. Während vorher alle glücklich waren und die Liebe nur so sprühte, dominiert jetzt die Traurigkeit und der Verlust. Die Familien entfremden sich nach und nach, jeder versucht irgendwie damit umzugehen. Das Ganze ist sehr authentisch und sehr emotional. Ich habe richtig mitgelitten.
Für alle nicht einfach, für die Teenager mit der Pubertät und den Mitschülern noch schlimmer. Karla will doch einfach nur normal sein. Als Ash und Karla aber dann aufeinandertreffen, fühlen sie sich direkt verbunden, auch wenn Karla ihn zuerst von sich stößt. Nur nachvollziehbar. Umso schöner, dass Ash dranbleibt und weiter den Kontakt zu ihr sucht, für sie da ist. Sie freunden sich an und es entsteht eine wahnsinnig schöne, tiefgründige und süße Freundschaft. Natürlich reden sie viel über ihre Verluste, aber auch über den Tod und alles andere. Die ersten Gefühle entstehen dabei auch. Man merkt richtig, wie beide aufblühen. Das war so schön. Anders als zu Hause. Dort läuft es bei beiden Familien nicht ganz so rund. Aber zumindest bei Karla und ihrem Vater ändert sich was. Das gegenseitige Verständnis wird besser und ganz langsam nähern sie sich an. Ich fand es besonders aus Karlas Sicht interessant, wie viel sie eigentlich sagen wollte, es aber doch nicht konnte. Generell die ganzen Gefühle in ihr, die sie nicht in Worte fassen konnte. Das war schon herzzerreißend.
Doch es kommt, wie es kommen muss bei den Cherry Büchern. Es passiert etwas Tragisches und sie verlieren sich aus den Augen. Bis sie sich wiedertreffen. Der zweite Teil der Story ist eher kürzer gehalten. Ich fand das aber gut, dass es da dann noch eher wenig Drama gab und sie sich schnell angenähert haben. Man erfährt, was sie in den Jahren geprägt hat und wie es ihnen ergangen ist. Besonders Karlas Entwicklung ist natürlich ziemlich krass.
Fazit:
Mal wieder ein sehr emotionales Buch von dieser tollen Autorin. Ich musste mir hier und da einige Tränchen verdrücken, weil die Story mich richtig mitgerissen hat und ich so mit den Charakteren mitgelitten habe. Karla und Ash mussten einiges durchmachen und auch ihre Familien brechen auseinander. Der ganze Trauerprozess und dann auch noch das Selbstvertrauen wieder aufbauen, was Karla verloren hat, ist einiges an Ballast. Ich fand es total schön und kann das Buch nur wärmstens empfehlen.
5/5 Sterne