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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2026

Wie alles begann

Der Morgen (Art Mayer-Serie 1)
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Von der Frau verlassen, vor den Kollegen gedemütigt, die Nachbarin spurlos verschwunden, Diabetes diagnostiziert und von der Vergangenheit eingeholt. Für Artur Mayer könnte es nicht schlechter laufen. ...

Von der Frau verlassen, vor den Kollegen gedemütigt, die Nachbarin spurlos verschwunden, Diabetes diagnostiziert und von der Vergangenheit eingeholt. Für Artur Mayer könnte es nicht schlechter laufen. Als er in einen Verkehrsunfall gerät, ahnt er nicht, dass er wenig später von seinen Kollegen gebeten wird, genau zu diesem Verkehrsunfall zu ermitteln.

„Der Morgen“ von Marc Raabe ist der Beginn der Art Mayer-Serie. Das Hörbuch wird von Peter Lontzek geschrieben.
Für mich war Art Mayer kein neuer Charakter, da ich vorher schon den dritten Teil als Hörbuch gehört habe. Aber genau deswegen war es für mich umso interessanter, die Vorgeschichte Arts kennenzulernen.
Der Krimi spielt in zwei Zeitebenen, der Vergangenheit und damit in Arts Jugend und der Gegenwart. Mittendrin in beiden Ebenen finden sich Juli und Henrik Westphal wieder.
Der Einstieg war schwierig. Ich habe lange gebraucht, um herauszufinden, was der Autor mit der Geschichte aus der Vergangenheit bewirken möchte und wer dabei wer in der Gegenwart ist.
Was mir richtig gut gefallen hat, ist das Kennenlernen von Nele und wie sich die Beziehung zwischen ihr und Art nach und nach aufgebaut hat. Dieser unterschwellige, aber respektvolle Schlagabtausch, der zwischen den beiden stattfindet, fand ich super dargestellt und hat mich so manches Mal zum Schmunzeln gebracht.
Auch Henrik Westphals Figur finde ich äußerst spannend. Die Darstellung seiner Figur in ihrem strategischen Denken bringt nochmal ganz andere Aspekte in den Verlauf der Geschichte. 
Ebenso sind die Verflechtungen zwischen den verschiedenen Charakteren interessant beschrieben. Gleiches gilt für die Geschichte Dana Karaschs. Was sie betrifft, zieht sich Milas Rolle wie ein roter Faden durch die Bücher der Reihe. Für mich ist die kleine Maus eine sehr beeindruckende Persönlichkeit.
Für mich ist der Sprecher auch ein kleines Highlight. Er schafft es seine Stimme und damit die Stimmung immer perfekt an die Lage anzupassen.

Fazit: Ein von der ersten bis zur letzten Minute spannender Thriller, dem ich jedem Krimi- und Thrillerfan nur ans Herz legen kann.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Chipster und Graf Dracula

Mont Lacroix (Band 2) - Falling for Adelaide
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Addi ist für ihr Praxissemester nach Hause zurückgekehrt. Doch leider scheint ihr Projekt dafür zu scheitern, da ihr Sportpartner abgesprungen ist. Als sie zufällig am Klavierzimmer im Hotel vorbeikommt ...

Addi ist für ihr Praxissemester nach Hause zurückgekehrt. Doch leider scheint ihr Projekt dafür zu scheitern, da ihr Sportpartner abgesprungen ist. Als sie zufällig am Klavierzimmer im Hotel vorbeikommt und jemanden spielen hört, ahnt sie nicht, dass es Graf Julian von Lindenburg ist, dem sie schnell den Spitznamen Graf Dracula verpasst. Schnell kommt zum Vorschein, dass die beiden sich gegenseitig sehr nützlich sein können.

„Mont Lacroix - Falling for Adelaide“ von Alexandra Flint ist Band 2 der Reihe „Mont Lacroix“.
Ich habe bereits Band 1 gelesen und war daher sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Was mir hier gleich wieder gefiel, sind die Kapitelanfänge. Die fiktiven Definitionen von Neologismen lockert jedes Kapitel auf und findet sich im Verlauf auch wirklich in der Geschichte wieder. Ich war regelrecht gespannt, wie die Autorin den Bogen zum jeweiligen Wort spannen würde.
Adelaide als Protagonistin dieses Bandes war für mich nicht unbekannt, da sie auch schon im ersten eine Nebenrolle gespielt hat. Daher wusste ich, dass sie mir sympathisch ist.
Die Geschichte der Adoptivkinder der Lacroix’ spinnt sich wie ein roter Faden durch die Gesamtstory und macht neugierig auf die jeweilige Geschichte des jeweiligen Lacroix-Kindes. Auch Adelaides Geschichte war vor diesem Band nicht bekannt und lange Zeit bleibt sie auch ein großes Geheimnis. Der Weg dahin ist eher spekulativ und auf die Auflösung wäre ich so nicht gekommen, daher war es ein spannender Überraschungsmoment, als die Wahrheit ans Licht kam.
Julian von Lindenburg ist ein absoluter Familienmensch. Für seine große Schwester würde er alles tun. Zu seinen Eltern hat er zwar eher ein gespaltenes Verhältnis, ich glaube jedoch, dass das lediglich mit seiner Zwangsverlobung zusammenhängt und das Verhältnis normalerweise liebevoll ist.
Besonders gefallen haben mir die Schlagabtausche zwischen ihm und seinem besten Freund Theo. Theo hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen, aber auch er tut alles für seinen besten Freund, genau wie umgedreht.
Auch das liebevolle und enge Verhältnis der Familie Lacroix ist wieder deutlich erkennbar. Ein bisschen überrascht war ich über Dante. Er wirkte sehr in sich gekehrt und reflektiert. Das kam mir im ersten Band noch anders vor.
Aus diesem Grund bin ich umso gespannter, was es im dritten Band mit seiner Geschichte auf sich haben wird.
Addi und Julian passen wirklich wie die Faust aufs Auge und ergänzen sich echt gut. Die Sprachnachrichten und sonstigen Nachrichten wirken sehr authentisch, aber so manches Mal auch intensiv.

Mein Fazit: Eine wunderschöne Fortsetzung des zweiten Bandes und damit eine tolle Liebesgeschichte mit allen Höhen und Tiefen, aber auch einer Menge Überraschungen, sodass es nicht langweilig wird.
Wer Young Adult mag und auch den ersten Band bereits verschlungen hat, sollte dies auch mit diesem Band machen.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Nachhaltiger Umgang

Wo das Feuerkraut blüht (Die Norrland-Saga, Bd. 2)
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Einige Jahre sind vergangen und Siv und John haben eine Familie gegründet, im Mittelpunkt ihr Sohn Nils, dessen leiblicher Vater Nila ist. Letzterer schwebt nach wie vor durch Sivs Gedanken und auch wenn ...

Einige Jahre sind vergangen und Siv und John haben eine Familie gegründet, im Mittelpunkt ihr Sohn Nils, dessen leiblicher Vater Nila ist. Letzterer schwebt nach wie vor durch Sivs Gedanken und auch wenn Siv John nicht die Wahrheit gesagt hat, ahnt er doch, dass Nils nicht sein Sohn ist.
Eva und ihr Sohn sind nach wie vor bestrebt ihr eigenes Waldgrundstück zu retten, doch jeder auf seine Weise und dabei kollidieren ihrer beider Ansichten nicht gerade wenig. Eva ist trotz allem weiter auf den Spuren ihrer Großmutter Siv.

„Wo das Feuerkraut blüht“ von Ulrika Lagerlöf ist Band 2 der „Norrland-Saga“.
Band 1, „Wo die Moltebeeren leuchten“ hat mir super gut gefallen. Es war ein leichter Roman und einer, der bei mir beim Lesen auf eine besondere Art für Entspannung gesorgt hat. Bei diesem Band ging es mir aber komplett anders. Er war so trüb und berückend. Ich musste mich regelrecht durch das Buch durchquälen.
Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, 1950 und 2022. Die Zeitebene 1950 ist die Erzählebene von Siv und die 2022 die von Eva. Das Buch ist in vier Teile unterteilt.
Siv trägt ihr Schicksal mit sich rum, ohne jemanden an sich ranzulassen und wirkt völlig verwirrt, als ihr Nila wieder begegnet und sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Das fand ich wirklich schade, da es gar nicht zu der Siv passte, die ich im ersten Band kennengelernt habe.
Eva wiederum wirkte deutlich verletzlicher als im ersten Band. Sie hat sich zu einer Kämpferin entwickelt, die nach wie vor auf den Spuren ihrer Großmutter und damit auf der Suche nach ihrer eigenen Geschichte ist.
Aufgrund der Schwere, die zwischen den Zeilen liegt, haben es mir die langen Kapitel nicht leichter gemacht, beim Lesen voranzukommen. Spannung war auch nicht wirklich vorhanden, vielmehr wirkte es auf mich, als würde die Frustration bei Siv, Nils, John, Nila, Eva und Vilgot immer größer werden.

Mein Fazit: Ich hatte mich riesig auf die Fortsetzung des ersten Teils gefreut und musste zugeben, dass ich eher enttäuscht wurde, da die Leichtigkeit des ersten Bandes verloren gegangen ist. Es handelt sich jedoch um eine Familiengeschichte, die ungeschönt und realistisch wiedergegeben wird und als Nebenbotschaft den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt vermittelt.
Ich vergebe daher 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Zwischen Jugend und Alter

Sylt oder Sehnsucht
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Rein in den Porsche und via Fähre ab nach Sylt, angepasst an die Reichen und Schönen - So startet Steffi zu ihrem Klassentreffen, 35 Jahre nach dem Abschluss. Man muss ja schließlich zeigen, was man nicht ...

Rein in den Porsche und via Fähre ab nach Sylt, angepasst an die Reichen und Schönen - So startet Steffi zu ihrem Klassentreffen, 35 Jahre nach dem Abschluss. Man muss ja schließlich zeigen, was man nicht hat. Als sie auf dem Treffen den jüngeren Bruder ihrer ehemals besten Schulfreundin kennenlernt, beginnt bei Steffi das Grübeln über eine Liebe, die es ihrer Meinung nach aufgrund des Altersunterschieds nicht geben sollte.

„Sylt oder Sehnsucht“ von Claudia Thesenfitz knüpft mit der Thematik an bereits vergangene an. Eine Frau in den besten Jahren, auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens während dieses einfach an ihr vorüber plätschert und sie sich mit diesem anspruchslosen Dasein abgefunden hat.
Steffi steht dabei auch wieder stellvertretend für viele Frauen, die sich in den Wechseljahren oder vielleicht auch schon an deren Ende befinden und sich fragen, was das Leben ihnen bisher gebracht hat und was noch vor ihnen liegen mag.
Steffi ist dabei pragmatisch, lustig, aber auch direkt. Im Umgang mit Yannick lernt man eine völlig neue Steffi kennen, während sie bei ihrem Partner Bernd meist den Weg des geringsten Widerstands wählt.
Ich finde dieses Thematik immer super spannend und wichtig und finde es daher umso besser, dass sich die Autorin diesem Thema annimmt. Auch das Thema Altersunterschied spielt in Beziehung oft eine große Rolle.
Aber auch wenn Claudia Thesenfitz hier die ungeschönte Wahrheit aufzeigt, konnte mich dieser Roman dieses Mal nicht begeistern. Das lag aber hauptsächlich an Yannick Rolle. Seine übertriebene Sprache und diese neuen Ausdrucksweisen fand ich sehr anstrengend. Ja, es mag sein, dass die jüngere Generation heute so spricht, aber Yannick ist nur wesentlich jünger, als ich selbst und ich kenne in meinem Umkreis niemanden, der so spricht, sondern kenne es nur von Personen, die deutlich jünger sind (da ist er wieder, der Altersunterschied). Das war mir wirklich viel zu überspitzt und Steffis Unsicherheit, wie man Nachrichten an ihn schreibt oder sich ihm gegenüber verhält, passte eher zu einem verliebten Teenie als zu einer gestandenen Frau. Das war für mich ein Widerspruch zu dem, was die Autorin vermutlich vermitteln wollte.

Mein Fazit: Ein netter Liebesroman über Liebe, die kein Alter kennt, über Thema, die oft ein Tabu darstellen und der aber dennoch hin und wieder Klischees bedient.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Pflanzen und Wahrheiten

Brombeerblaue Tage
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Elisa arbeitet als Landschaftsarchitektin in Berlin und hat sich damit einen Kindheitstraum erfüllt, der entstand, als ihre Oma ihr sämtliches Wissen über Pflanzen beibrachte. 
Eines Tages erhält sie einen ...

Elisa arbeitet als Landschaftsarchitektin in Berlin und hat sich damit einen Kindheitstraum erfüllt, der entstand, als ihre Oma ihr sämtliches Wissen über Pflanzen beibrachte. 
Eines Tages erhält sie einen Anruf ihres Vaters, mit dem sie sonst nur an Weihnachten und Geburtstagen Kontakt hat. Elisa bricht nach Rügen auf, um ihn zu unterstützen. Während sie auf sein Haus aufpasst und er in der Klinik ist, lernt sie auf eine etwas andere Art eine etwas andere Seite ihres Vaters kennen.

„Brombeerblaue Tage“ von Simone Veenstra ist ein Familienroman über unausgesprochene Wahrheiten und den Kampf um ein Leben nach den eigenen Vorstellungen.

Pflanzen sind gerade jetzt, kurz vor Beginn der Sommerzeit, ein sehr schönes und passendes Thema, weshalb ich die Einleitung in die Kapitel toll fand. Hier werden Pflanzen und ihre Herkunft vorgestellt - spannende Zusatzinfos.
Die Kapitel waren mir im Allgemein ein bisschen zu lang. Ich mag es eher, wenn Kapitel relativ übersichtlich, über 10 bis maximal 15 Seiten sind oder in Unterkapitel aufgeteilt sind.
Das Buch ist von seiner Seitenzahl auch sehr überschaubar gehalten, sodass man relativ schnell vorankommt, was durch den angenehmen Schreibstil unterstützt wird.
Ich gebe zu, ich hatte meine Schwierigkeiten mit Elisa und bis zum Schluss war sie eine absolut unnahbare Person für mich. In gewissem Maße konnte ich ihr ihre Emotionen anmerken, aber größtenteils wirkte es auf mich, als hätte sie eine hohe Mauer um sich. Ihre Nachforschungen waren wirklich interessant, aber auch dass hat sie für mich nicht nahbarer gemacht.
Ich fand diesen Strang mit den Nachforschungen zu ihren Eltern gut und auch was die früheren Frauen auf dem Gut betraf, aber bei beiden Strängen fehlte mir die Tiefe. Das hätte noch viel tiefer und gründlicher ausgebaut werden. Es war alles nachvollziehbar, aber dennoch hätte ich mir mehr Details gewünscht.
Auch fehlen durch diese Oberflächlichkeit so eine Art „Aha-Momente“, spannende Entwicklungen, spannende Wahrheiten, aber hier ist es doch eher eine Geschichte auf einer Spannungsebene, ohne große Ausreißer nach oben oder unten.
Auflockernd sind die tierischen Mitbewohner, ob nun der Hund von Elisas Vater oder die Schafe auf den Weiden der Reeses.

Fazit: Ich hatte mir von diesem Buch etwas mehr erwartet und bin enttäuscht über die fehlende Detailtiefe und Gefühle. Ja, es gibt eine Annäherung zwischen Vater und Tochter, aber der Weg dahin ist doch eher kühl.
Wer sich gerne mit Pflanzen und Gärten beschäftigt oder Familiengeschichten mag, kann mit diesem Buch sein Glück versuchen.

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