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Veröffentlicht am 10.07.2023

Wenn einfach alles schief läuft

Ausgerechnet Liebe (Die kleine Burg in Irland)
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Job verloren, Handwerker, die nicht auf sie hören, mitten in einem fremden Land und inmitten von Menschen, die sie nicht kennt. Für Laura könnte es nicht schlimmer laufen. Nachdem sie ihre Arbeit im Reisebüro ...

Job verloren, Handwerker, die nicht auf sie hören, mitten in einem fremden Land und inmitten von Menschen, die sie nicht kennt. Für Laura könnte es nicht schlimmer laufen. Nachdem sie ihre Arbeit im Reisebüro verloren hat, findet sich Laura im Auftrag ihres Bruders auf einer Burg in Irland wieder. Dabei begegnet sie Jack, dem Nachbarn der Burg, der ihr eine heiße Dusche bieten kann, aber es scheint, als hätte er sich ansonsten gegen sie verschworen.

„Ausgerechnet Liebe“ von Hanna Holmgren ist der Start der neuen Irland-Reihe der Autorin.
Ich habe bisher alle Romane der Autorin gelesen und war also auch wieder auf diesen gespannt. Schon das Cover vor der wunderschönen irischen Landschaft macht neugierig auf den Roman. Auch der Klappentext hört sich durchaus interessant an und von Hanna Holmgren bin ich bisher nur absolute Wohlfühlromane gewöhnt.
Allerdings muss ich dieses Mal sagen, dass ich bis zuletzt nicht mit der Protagonistin Laura warm geworden bin. Sie ist ein sehr impulsiver und trotziger Mensch, der sich auch anderen Menschen gegenüber oftmals sehr ablehnend gibt oder diese vor den Kopf stößt.
Wunderschön wiederum fand ich die Beschreibung der Landschaft und der Menschen des Dörfchens Kilfarosan.

Der Roman ist gut geschrieben, aber kann leider nicht mit den vorhergehenden Romanen mithalten. Dennoch eine Empfehlung für alle, die Irland lieben.

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Veröffentlicht am 09.07.2023

Ein guter Beginn

Danzig
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Stark beunruhigt, aber doch voller Vorfreude kehrt Johanna in ihre Heimatstadt Danzig zurück. Diese hatte sie Hals über Kopf verlassen um in der Ferne mit ihrer großen Liebe zu leben. Doch daraus wurde ...

Stark beunruhigt, aber doch voller Vorfreude kehrt Johanna in ihre Heimatstadt Danzig zurück. Diese hatte sie Hals über Kopf verlassen um in der Ferne mit ihrer großen Liebe zu leben. Doch daraus wurde nichts und so macht sie sich reumütig auf den Weg zum Vater und ihren Brüdern. 
Als sie zu Hause ankommt, lebt der Vater nicht mehr, der älteste Bruder, Theodor, hat das Erbe angetreten und den jüngeren Bruder, Ernst, zum Studium fortgeschickt.
Theodor behandelt Johanna wie eine Hausangestellt und lässt sie leiden. Doch zu Johannas Freude hält der Berthold Forster, ein älterer Bootsbauer, um ihre Hand an und befreit sie aus den Fängen des eigenen Bruders. 
Im Hause Forster entdeckt Johanna ihre Leidenschaft fürs Geschäft und träumt von einer Werft. Dabei kommt ihr Forsters Sohn zur Hilfe. Doch nicht nur dabei kommen sich die beiden näher.

„Danzig - Tage des Aufbruchs“ von Hilke Sellnick ist der erste Band der Danzig-Saga der Autorin.
Hilke Sellnick schreibt auch unter dem Pseudonym der Anne Jacobs. Diese Bücher liebe ich wirklich sehr, zumal mir der Schreibstil dabei immer gut gefallen hat. Aber mit dem Schreibstil in diesem Buch hatte ich wirklich so meine Schwierigkeiten. Er ist auch schwierig zu beschreiben. Es wirkte, als würde jemand die Geschichte erzählen.
Die Geschichte um die junge Johanna, ihre Strebsamkeit, ihr Durchsetzungswille, aber auch ihre menschliche Ader machen sie zu einer spannenden und absolut sympathischen Protagonistin. 
Ich war und bin gespannt, wie sich der Aufbau der Werft, aber speziell Johannas und Pawels Leben entwickelt. Auch die Atmosphäre des damaligen deutschen Danzigs finde ich toll gewählt und die Umgebung wundervoll beschrieben. Auch kann man über die Architektur der damaligen Zeit viel lernen (z.B. was Beischläge sind und wie sie aussehen).
Auch Pawel ist für mich eine interessante Persönlichkeit. Er ist handwerklich begabt, offen, hat viel Wissen und er weiß Johanna einzuschätzen. Im ersten Moment hatte ich meine Probleme ihn einzuschätzen, aber ich glaube, Band 2 und Band 3 werden schon aufgrund dieser beiden Charaktere spannend.
Ebenso sollte man Johannas Bruder Ernst nicht unterschätzen. Auch da bleibt noch genug Potenzial für die Folgebände. Er ging mir am Anfang sehr auf die Nerven, aber entwickelte sich im Laufe der Geschichte wirklich gut und ich denke, es gibt da auch noch Probleme zwischen ihm und Theodor.

Der Auftakt der Reihe war gut, ich hoffe dennoch, dass ich mit dem Anschlussroman und dem Schreibstil schneller warm werde und bin gespannt, wie es weitergehen wird!

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Veröffentlicht am 09.07.2023

Liebe erleben

Die Liebenden von Bloomsbury – Vita und der Garten der Liebe
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Vita Sackwall-West ist eine erfolgreiche Schriftstellerin des beginnenden 20. Jahrhunderts. 
Virginia Woolf und sie lernen sich durch einen gemeinsamen Bekannten kennen. Virginia weiß von Vita aufregendem ...

Vita Sackwall-West ist eine erfolgreiche Schriftstellerin des beginnenden 20. Jahrhunderts. 
Virginia Woolf und sie lernen sich durch einen gemeinsamen Bekannten kennen. Virginia weiß von Vita aufregendem Liebesleben und lässt sich auf die, auf sie so faszinierende Frau, ein. Virginia lernt körperliche Liebe kennen, aber muss auch lernen, mit der sprunghaften Vita klarzukommen. Vitas Charakter stellt Virginias Psyche dabei manchmal auf eine harte Probe.

„Die Liebenden von Bloomsbury - Vita und der Garten der Liebe“ ist Band 3 der Bloomsbury-Saga der Autorin Stefanie H. Martin.
Die drei Buchcover sehen sich ähnlich und spiegeln die Zeit ihrer Protagonistinnen wider. 
Ich habe alle drei Bände gelesen. Fiel es mir beim ersten Band noch schwer, der Geschichte und ihren Charakteren folgen zu können, wurde es von Band zu Band besser.
Ich finde, es ist der Autorin außergewöhnlich gut gelungen, die Bloomsburys, die damalige Zeit und vor allem auch die Sprachweise, geprägt durch die Literatur der damaligen Zeit und aufgrund des Intellekts der Bloomsbury, darzustellen. 
Hielt ich den Charakter der Virginia Woolf am Anfang noch für sehr schwierig, entwickelte sich jedoch immer mehr Verständnis für ihr Verhalten. Als unwahrscheinlich sensibler Mensch, mit hoher Intelligenz und ihrer Familiengeschichte wurde ihr Charakter und ihre Psyche geprägt. 
Vita Sackwall-West jedoch ist charakterlich vollkommen verschieden von Virginia, sprunghaft, im Intellekt zwar nicht oberflächlich, aber doch nicht so hinterfragend wie Virginia. 
Stefanie H. Martin hat diese Unterschiede wunderbar dargestellt, indem sie die Hochs und Tiefs in der Beziehung der beiden herausgehoben hat.
Ich finde, auch die allgemeinen Beziehungen der Bloomsburys wurden grandios erklärt. Es mag verwirrend klingen, aber auch sie waren oftmals Sklave der gesellschaftlichen Erwartungen. Umso interessanter fand ich die Ehen der Protagonistinnen, sowohl Virginias, als auch Vitas und Vanessas.

Ich muss sagen, ich fand es von Vorteil, alle drei Bände gelesen zu haben. Ich stelle es mir schwierig vor, der Geschichte zu folgen, wenn man die vorhergehenden Bände nicht gelesen hat.

Alles in allem für mich eine grandiose Reihe über grandiose Frauen der Bloomsbury-Ära, die dem Leser diese Charaktere nahe bringen.
Eine Leseempfehlung für all jene, die gerne historische Romane lesen und an Literatur interessiert sind. Ich würde jedoch empfehlen, alle drei Bände ich chronologischer Reihenfolge zu lesen.

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Veröffentlicht am 29.06.2023

Generationen voller Missverständnisse

Der Laden der unerfüllten Träume
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Sarah steht eines Nachts mit verletzten Knien vor ihrem Elternhaus. Sie ist geflüchtet vor einem Schicksalsschlag und vor ihrem Leben. In der Hoffnung, in ihr altes Leben zurückkehren zu können, flüchtet ...

Sarah steht eines Nachts mit verletzten Knien vor ihrem Elternhaus. Sie ist geflüchtet vor einem Schicksalsschlag und vor ihrem Leben. In der Hoffnung, in ihr altes Leben zurückkehren zu können, flüchtet sie in den Schoß ihrer Familie. Doch hier gerät sie zwischen die Fronten. Während sie und ihre Großmutter am familieneigenen Laden hängen, möchte ihre Mutter ihn schnellstmöglich verkaufen. Durch das Aufeinandertreffen der drei Frauen kommen Emotionen und Fragen auf, die viele Jahre verborgen waren. Jede der drei Frauen hat dabei ihre Geheimnisse, die sie vor den anderen beiden versteckt. Doch es fällt schwer, diese Geheimnisse zu wahren, denn vielleicht hilft die Wahrheit, ein neues Leben aufzubauen.

„Der Laden der unerfüllten Träume“ von Amanda Cox ist ein wunderschöner Roman dreier Frauen der Familie Clearwater-Anderson-Ashby. 
Das Buch hat kurze Kapitel, dessen Erzählperspektive immer zwischen heute und der Vergangenheit von Großmutter Glory-Ann und Mutter Rosemary wechselt.
Amanda Cox ist ein wunderschöner Roman gelungen, der die inneren Konflikte der drei Frauen wunderbar aufzeigt. Bei dieser Geschichte wird für mich auf die Tatsache, dass Geschichte sich immer wiederholt, dargestellt.
Ich mag auch die Idylle der Kleinstadtatmosphäre, in der jeder jeden kennt und viele Generationen unter einem Dach bzw. in einem Ort wohnen und mit einfachen Dingen glücklich sind.
Die Geschichte hinter der ganzen Handlung ist traurig, aber gut dargestellt. Drei Frauen, die keinen richtigen Draht zueinander finden, weil sie nie offen miteinander reden und das Leben voller Missverständnisse miteinander verbringen, geprägt davon, die jeweils andere nicht zu belasten. Damit hat für mich diese Geschichte eine wertvolle Message, nämlich, dass man in Familien immer offen miteinander reden sollte, da sich sonst ein ganzes Leben grundlegend anders entwickeln kann, sogar bis hin zur Unzufriedenheit.

Für mich war diese Geschichte eine wunderbare und wertvolle und ich kann es nur allen empfehlen, die Familiengeschichten lieben!

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Veröffentlicht am 29.06.2023

Geschmackssache

Wiener Melange für zwei
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Lissy ist mit Leib und Seele Köchin und möchte ihre Begeisterung dafür an ihr Umfeld weitergeben und damit Menschen glücklich machen. Dazu hat sie den Pizzakummerkasten gegründet. Hier melden sich Leute ...

Lissy ist mit Leib und Seele Köchin und möchte ihre Begeisterung dafür an ihr Umfeld weitergeben und damit Menschen glücklich machen. Dazu hat sie den Pizzakummerkasten gegründet. Hier melden sich Leute und erzählen ihr von ihrem Tag, ihren Gefühlen und Lissy kocht ihnen zu ihrer jeweiligen Stimmung ein Menü.
Eines Tages meldet sich Matthias, der Lissy mehr oder minder kritisiert. Nun ist ihr innerer Ehrgeiz geweckt und sie versucht Matthias von ihren Kochkünsten zu überzeugen. Dabei bleibt es jedoch nicht.

Nadine Faulands „Wiener Melange für zwei“ spielt im schönen Wien während der Corona-Pandemie inmitten des Lockdowns.
Lissy ist eine kreative und freundliche, junge Frau. Sie wirkt etwas schüchtern, ist aber in gewissem Sinne auch spontan und vielleicht ein bisschen duschgeknallt, aber auf jeden Fall emotional intelligent.
Das Cover passt perfekt zum Buch. Die Tassen erinnern mich dabei an die verschiedenen und mitunter schrillen Charaktere dieses Romans.
Die Story selber konnte mich leider nicht richtig begeistern und mitnehmen. Ich habe das erste Drittel gebraucht, um einigermaßen in die Geschichte reinzukommen und musste mich zwingen, weiterzulesen. Danach konnte ich gut folgen, allerdings fand Ichs dennoch sehr langatmig und auch nicht authentisch. Wer setzt sich denn bitte stundenlang vor eine Haustür und schafft es auch Wochen sein gegenüber hinter der Haustür nicht zu sehen? Auch das Geschäftsmodell hat mich nicht überzeugt. Die Idee ist gut, aber nach den Beschreibungen innerhalb des Romans kann ich mir nicht vorstellen, dass man davon leben kann, was ja auch mehrfach zur Sprache kam. Aber dabei fand ich Lissy schon wirklich naiv dargestellt.
Was mir auch nicht gefällt, sind ellenlange Kapitel und das war bei diesem Buch auch so. Das hat für mich auch schwer gemacht, der Geschichte zu folgen.

Alles in allem ein netter Ausflug nach Wien mit skurrilen Persönlichkeiten und einer ernsten Hintergrundgeschichte.

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