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Veröffentlicht am 10.10.2025

Generationenwechsel

Das Kamelienhaus
1

Die Kamelieninsel ist der Traum von Lucys Familie. Hier haben sie sich ihre Existenz aufgebaut und die schönsten Dinge, die das Leben so mitbringt, erlebt. Von hier aus leiten sie das Kamelienhaus mit ...

Die Kamelieninsel ist der Traum von Lucys Familie. Hier haben sie sich ihre Existenz aufgebaut und die schönsten Dinge, die das Leben so mitbringt, erlebt. Von hier aus leiten sie das Kamelienhaus mit der dazugehörigen Kosmetiklinie.
Doch als sich ein Geschäftspartner nicht mehr meldet, steht die Zukunft des Familienunternehmens auf der Kippe.

Tabea Bachs „Das Kamelienhaus“ ist Band 1 der dazugehörigen neuen Saga der bekannten Autorin. Die Saga ist eine Nachfolgesaga der „Kamelien-Insel“-Trilogie. Gem. Angabe kann jedoch die jüngere Saga auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Ich hatte keine Vorkenntnisse, was die Reihe betrifft und es kam mir zum Großteil nicht so vor, als hätte ich etwas verpasst. Lediglich, was die Personen betrifft, fühlte es sich manchmal an, als würde etwas Vorwissen fehlen, aber das würde ich jetzt nicht zu sehr überbewerten.

Mir hat vor allem der Einstieg in das Buch gefallen. Die Beschreibung der malerischen Kamelieninsel und ihrer Bewohner schaffte für mich sofort eine Wohlfühlatmosphäre, die ihresgleichen sucht. Gleiches galt für die Beschreibungen der Insel Soshima. Auch hier schaffte es der Autorin die Beschreibungen so zu gestaltend, dass ich gedanklich in die grüne, entspannende Umwelt von Soshima abgedriftet bin.
Die Hauptfigur Lucy ist sehr angenehm, aber hatte für mich auch manchmal unnahbare Aspekte.
Sie ist in einer liebevollen Familie aufgewachsen, was auch von der ersten Seite an, zu erkennen ist. Diesen Zusammenhalt, auch im Bekannten- und Freundeskreis, fand ich sehr angenehm und beispielhaft.
Die ersten Erlebnisse mit Finn waren traumhaft, während ich die Veränderung der beiden Charaktere zueinander dann wirklich extrem fand. Auch Lucys Haltung zur japanischen Kultur und ihre guten Sprachkenntnisse erschienen mir eine Spur zu unrealistisch. Da Lucy ein Austauschjahr in Japan, zehn Jahre zuvor, verbracht hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Kenntnisse immer noch so doll ausgeprägt sind, wie es hier dargestellt wird.
Der anstrengende Part am Roman ist Lucys beste Freundin Lilly. Sie benimmt sich wie ein pubertierender Teenager, was im völligen Kontrast zu Lucys Verhalten steht

Der Kern der Geschichte, der Generationenwechsel im Familienunternehmen, verbunden mit Existenzängsten, ist eine realistisch gewählte Thematik. Vor allem in der heutigen Zeit, in der Umweltschutz und Bioprodukte immer mehr an Bedeutung gewinnen, regt dieser Roman zum Nachdenken über die Natur an.

Das Ende fand ich in allen Facetten sehr überraschend und endet quasi mit einem Cliffhanger, was Finn und Lucy betrifft.
Alles in allem ein gut gelungener Roman mit einer sehr interessanten Thematik. 
Das Buch ist eine Empfehlung für all jene, die Gegenwartsromane mögen und sich auch gerne mal aufgrund landschaftlicher Beschreibungen in einem Buch verlieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 02.10.2025

Vergangene und neue Liebe

Weihnachten in Applemore
0

Die Weihnachtszeit steht kurz vor der Tür und Polly wird immer klarer, dass ja all ihre Geschwister vergeben sind, während sie nach wie vor als Single durch die Gegend wandelt. Doch ihr wird auch bewusst, ...

Die Weihnachtszeit steht kurz vor der Tür und Polly wird immer klarer, dass ja all ihre Geschwister vergeben sind, während sie nach wie vor als Single durch die Gegend wandelt. Doch ihr wird auch bewusst, dass sich das Verhältnis zu ihrem bestem Freund Harry gewandelt hat und auch Harry merkt dies. Beide sind unsicher wie sie damit umgehen sollen. Als dann noch Influencerin Ivy auftaucht, fangen beide an, nachzudenken.

„Weihnachten in Applemore“ von Rachael Lucas ist Band 4 der Reihe „Das Erbe von Applemore“. 
Für mich war es das erste Buch der Autorin und somit auch das erste Buch dieser Reihe, sodass ich keine Vorkenntnisse aus der Reihe hatte. Ich denke, das hatte auch keinen großen Einfluss auf das Lesevergnügen, jedenfalls kam es mir nicht so vor, als hätte mir Wissen gefehlt.
Das Buch spielt im nordöstlichen Schottland, Nähe Inverness im fiktiven Ort Applemore. Die Bewohner und der ganze Ort sind familiär beschrieben, was mir gut gefallen hat. Auch die Beziehungen untereinander sind freundschaftlich und liebevoll.
Die Geschichte plätscherte für mich jedoch einfach so dahin, sodass mich die Autorin nicht abholen konnte und das leider von der ersten bis zur letzten Seite. Die Geschichte ist vorhersehbar mit den üblichen Dorfcharakteren, aber auch bei den Handlungen war mir oft klar, was als nächstes kommen wird. Auch das immer wieder auf die Beziehungen der Geschwister verwiesen wurde und auf die Kinder war mir nachher doch zu viel des Guten und ich habe dabei leider immer wieder abgeschaltet. Auch das, was auf dem Klappentext angedeutet wird, wird erst auf der Zielgeraden erzählt und dabei wird regelrecht durch die Geschichte gerannt.
Auch die weihnachtliche Stimmung kam mir leider zu kurz. Da hätte ich mir doch mehr Romantik und Weihnachten gewünscht.

Fazit: Ein netter Roman für entspannte Lesestunden, der aber leider nicht im Gedächtnis haften bleibt, der aber mit menschlichen Beziehungen begeistert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.10.2025

Miteinander in St. Peter-Ording

Winterlicht am Meer
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Kurz vor Weihnachten bricht sich Imkes Vater, Pfarrer in St. Peter-Ording, ein Bein. In ihrer Verzweiflung bittet ihre Mutter Imke um Hilfe. Sie eilt in ihren Heimatort, um die Weihnachtsvorbereitungen ...

Kurz vor Weihnachten bricht sich Imkes Vater, Pfarrer in St. Peter-Ording, ein Bein. In ihrer Verzweiflung bittet ihre Mutter Imke um Hilfe. Sie eilt in ihren Heimatort, um die Weihnachtsvorbereitungen durchzuführen und stößt dabei auf Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit sowie auf ihre beste Freundin aus Jugendtagen, Sinja.

„Winterlicht am Meer“ von Tanja Janz reiht sich wunderbar in die liebevolle St. Peter-Ording-Reihe der erfolgreichen Autorin ein. Auffallend ist dabei das wunderschöne Cover des Romans.
Für mich ist es immer ein Nachhausekommen, wenn ich ein neues Buch über den Ort mit dem schönsten Strand der Welt lesen darf. Oftmals sind viele Figuren schon alte Bekannte und auch mit den beschriebenen Orten verbinde ich mittlerweile die verschiedenen Geschichten der Autorin.
In diesem Buch sind mir keine vertrauten Personen begegnet, dennoch waren wieder viele bekannte St. Peteraner Orte Handlungsorte, sodass ich immer ein reales Bild vor Augen hatte.
Imke war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist sehr unkompliziert, liebevoll und geht in ihrer Aufgabe als Pfarrerin völlig auf. Dabei nimmt sie ihre Umgebung in besonders aufmerksamer Form wahr und setzt sich für sie ein.
Auch ihre beste Freundin aus Jugendtagen, Sinja, ist mir total ans Herz gewachsen, weil sie völlig unkompliziert ist. Eine Freundin, wie man sie sich nur wünschen kann. Das Duo aus den beiden Frauen passt wirklich gut zur Geschichte.
Simo ist auch ein sehr sympathischer Mensch. Auch wenn viel über die Geschehnisse der Vergangenheit beschrieben wird, ist er mir insgesamt sogar ein bisschen zu kurz in der Geschichte gekommen, ebenso das Ende der Geschichte um die beiden.
Eine tolle Botschaft fand ich den Kern der Geschichte, nämlich das Miteinander und das Verständnis füreinander. Das zeigt sich vor allem an der Kirchenarbeit, die auch so manches skeptische Gemeindemitglied überzeugt hat.

Fazit: Ein wunderschönes Buch zum Abschalten und zum Hinübergleiten in die vorweihnachtliche Stimmung. Alles Fans der Autorin und von St. Peter-Ording sind hier wieder absolut richtig aufgehoben.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Die Macht des Wassers

Grand Hotel Avalon
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June Hudson kann das Wasser beeinflussen. Das Wasser rund um das und mitten im Grand Hotel Avalon. Das Wasser bestimmt die Abläufe im Hotel, doch es gelangt in Unruhe als die Wirren des 2. Weltkriegs auch ...

June Hudson kann das Wasser beeinflussen. Das Wasser rund um das und mitten im Grand Hotel Avalon. Das Wasser bestimmt die Abläufe im Hotel, doch es gelangt in Unruhe als die Wirren des 2. Weltkriegs auch vor dem Luxushotel nicht Halt machen.

„Grand Hotel Avalon“ von Maggie Stiefvater wirkte in der Leseprobe sehr überzeugend auf mich. Sie spiegelte den Alltag in einem Hotel der Schönen und Reichen wider und erzählte von den fleißigen Bienchen im Hintergrund.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht June Porter Hudson, die sich von der einfachen Fahrstuhlführerin zur Direktorin des Hotels hochgearbeitet hat. Das alles mit der Unterstützung des Inhabers. June ist eine einfühlsame, aber strebsame Frau, die sich ihren Respekt erarbeitet hat, aber dabei immer nah an ihren Angestellten ist. Sie versucht einerseits Abstand zu ihren Gästen zu halten, lässt sie aber andererseits manchmal doch emotional zu sehr an sich ran.
Die Geschichte, die sich hinter diesem fiktiven Roman verbirgt, der aber dennoch von einigen wahren Begebenheiten abgeleitet wurde, ist traurig, spannend, aber in gewisser Form auch erschreckend.
Trotzdem muss ich zugeben, dass mich die Geschichte nicht ganz mitgenommen hat. Ich fand den roten Faden mit dem Wasser zu kurios. Das war mir in gewisser Hinsicht zu esoterisch.
Was mir gut gefallen hat, war die Darstellung von June vor dem Hintergrund der damaligen Zeit. Den Erzählstrang um ihr Liebesleben hätte das Buch auch nicht nötig gehabt, weil er wieder die Klischees erfüllt.

Alles in allem konnte mich das Buch leider nicht abholen. Ich hatte andere Vorstellungen von der Geschichte und dem Alltag im Avalon. Dennoch ist der historische Hintergrund wirklich interessant gewesen, was die Diplomaten betrifft. Wer sich also für den Umgang mit deutschem diplomatischen Personal in den USA interessiert, ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Ein toller Auftakt

Lisa Heynrichs: Die Schatten hinter uns
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Als der beliebte Fernsehmoderator Philipp Kerstensen tot in seiner Villa gefunden wird, ist dies ein Fall für die Berliner Mordkommission. Kerstensens Haus wird für Kriminalhauptkommissarin Lisa Heynrichs ...

Als der beliebte Fernsehmoderator Philipp Kerstensen tot in seiner Villa gefunden wird, ist dies ein Fall für die Berliner Mordkommission. Kerstensens Haus wird für Kriminalhauptkommissarin Lisa Heynrichs eine Reise in ihre Vergangenheit. Dabei steht sie erst am Anfang der Ermittlungen und dabei am Anfang ihrer Erinnerungen.

Anke Schläger hat sich mit „Lisa Heynrichs: Die Schatten hinter uns“ in ein neues Genre gegeben. Sie begründet damit ihre erste Krimireihe - „Lisa Heynrichs“. Schläger ist bisher eher als Romanautorin, meist verbunden mit einer Liebesgeschichte, bekannt.
Passend zum Namen des Buches ist das Cover in einem dunklen Stil gestaltet und wer das Buch liest, wird erkennen, was es damit auf sich hat.
Jedes Kapitel wird mit einer Überschrift eingeleitet, dass kurz die nachfolgende Geschichte zusammenfasst. Der Leser wird dabei Teil der Erlebnisse von Protagonistin Lisa Heynrichs, aber auch von der Geschichten und den Gedanken einer unbekannten Person, die eine Schlüsselfigur der Handlung bildet.
Lisa Heynrichs ist für mich eine unnahbare Person. Sie hat m.E. zwei Gesichter. Es gibt die unnahbare, strebsame und stolze Lisa, die nichts und niemanden an sich heranlässt, außer ihre Freundin Henriette und eventuell ihren Kollegen Meinolf. Es gibt aber auch die junge, empfindsame Lisa, die Träume und Hoffnungen hat und damit sehr menschlich wirkt. Ich habe sie jedoch in diesem ersten Band noch nicht richtig zu greifen bekommen.
Lisas Geschichte und damit auch die Geschichte der unbekannten Person bilden den roten Faden des Krimis und ich habe wirklich lange im Dunkeln getappt, wer sich dahinter verbirgt.
Die Geschichte ist spannend geschrieben, jedoch hatte ich ein kleines Problem mit Lisas Ausflug. Das passte für mich nicht stimmig zu ihrer „heutigen“ Professionalität. Auch erfüllt Lisa wieder das typische Klischee Polizeibeamter, wie man sie in Film und Fernsehen erlebt - keine Familie, keine Bindung und Probleme in der Vergangenheit, aber da bin ich optimistisch, denn hierbei gibt es eine Art Cliffhanger, dessen Auflösung mich mehr als interessiert, da ich eine Art Vorahnung habe.
Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen, da ich den Schreibstil sehr angenehm fand. Anke Schläger verwendet kurze und knappe Sätze, die das Ganze für mich greifbarer und alltäglich machten.

Fazit: Ein sehr guter Einstieg der Autorin in ihre erste Krimireihe und damit auch ein gelungener Einstieg in das neue Genre! Wer also deutsche Krimis mag, ist bei Lisa Heynrichs richtig. Meinerseits gibt es daher 4 Sterne!

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