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Veröffentlicht am 20.08.2019

Gute Fortsetzung mit toller Charakterzeichnung, aber überschaubarem Handlungsfortschritt

Renegades - Geheimnisvoller Feind
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Renegades – Geheimnisvoller Feind von Marissa Meyer ist der zweite Band der Renegades-Reihe und die Fortsetzung zu Renegades – Gefährlicher Freund.
Nach dem gutem ersten Band führt dieses Buch die Geschichte ...

Renegades – Geheimnisvoller Feind von Marissa Meyer ist der zweite Band der Renegades-Reihe und die Fortsetzung zu Renegades – Gefährlicher Freund.
Nach dem gutem ersten Band führt dieses Buch die Geschichte um die Anarchistin Nova und den Renegade Adrian weiter. Beide stehen als Anhänger zweier verfeindeter Gruppen eigentlich auf verschiedenen Seiten, aber nichtsdestotrotz haben sie sich ineinander verliebt. Die in den Dienst der Renegades eingeschleuste Nova hat aber ebenso ihr Geheimnis zu wahren, wie Adrian seins, als geheimer Wächter. Als die Renegades eine Waffe entwickeln, mit welcher die Superheldenkräfte der sogenannten Wunderkinder neutralisiert werden können, wird es für Nova immer gefährlicher. Denn was geschieht, wenn Adrian erfährt, dass sie eigentlich seine schlimmste Feindin ist?

Die Fortsetzung überzeugt als grundsolide Geschichte, welche das Geschehen rund um die Wunderkinder mit ihren Superkräften und die Renegades-Truppe mit Adrian und Nova fortführt und die Welt um weitere Aspekte und Charaktere ergänzt. Mit den beiden Hauptcharakteren lässt sich mitfiebern, da sich ihr jeweiliges Geheimnis wie ein Spannungsbogen um sie legt. Auch die anderen Team-Mitglieder und im ersten Band aufgetretenen Charaktere erhalten weiteren Inhalt und werden mit frischen Ergänzungen vertieft. Allerdings fehlte mir in diesem Band etwas der Aha-Moment, beziehungsweise das erkennbare Fortschreiten der Hintergrundgeschichte. Ich hatte mehr zusätzliche Infos rund um das Geschehen zwischen Anarchisten und Renegades erhofft. Den beiden Hauptcharakteren Adrian und Nova verleiht dieser Band aber zusätzliche Tiefe und kann so vor allem mit einer überzeugenden Beziehungsentwicklung punkten.

Die Sprache und Formulierungen sind einfach, passend und der Geschichte angemessen, sorgen für einen angenehmen Lesefluss und machen es leicht der Geschichte zu folgen. Die Gefühle der Charaktere sind dabei ein besonders stimmig beschrieben.

Insgesamt kann der zweite Band, wenn auch mit Schwächen, überzeugen, sodass ich meine Hoffnungen nun ganz auf den dritten Band lege, um dort endlich die erwarteten Fortschritte der Geschichte zu erhalten. Das Ende hat auf jeden Fall Potential für eine interessante Fortsetzung. Wer den ersten Teil und seine Charaktere mochte, wird sich auch mit diesem Teil gut unterhalten fühlen.

Veröffentlicht am 09.04.2019

Guter Science-Fiction-Roman mit interessantem Konzept

Die Reise
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Die Reise von Marina Lostetter behandelt auf 550 Seiten die Geschichte der namensgebenden Reise in den interstellaren Raum. Als Reginald Straifer mitten im Weltall ein Objekt entdeckt, welches offenbar ...

Die Reise von Marina Lostetter behandelt auf 550 Seiten die Geschichte der namensgebenden Reise in den interstellaren Raum. Als Reginald Straifer mitten im Weltall ein Objekt entdeckt, welches offenbar größer ist als ein Stern und möglicherweise künstlich, erhält er die Genehmigung für eine Expedition in die Tiefen der Galaxis. Die Reise wird Jahrhunderte dauern und so machen sich eine Million sorgsam ausgesuchte Menschen auf den Weg, während fortlaufend eine weitere Generation aus Klonen ebendieser Menschen heranwächst und die Reise fortsetzt.
Allerdings ist nicht jeder Klon eine perfekte Kopie, sondern verfügt über seine ganz natürlichen Eigenheiten. Jede Generation ist anders und so wird die Reise selbst zu einem eigenen Abenteuer, während das eigentliche Ziel noch unbekannt auf sie wartet.

Die Idee des Buches ist wirklich faszinierend, eine immer wieder nachgeklonte Crew, welche durch das Universum reist und sich mit jeder Generation verändert, vor neuen Problemen steht und ganz eigene Entscheidungen trifft, bietet wirklich viel Potential für interessante Situationen und Blickwinkel. Allerdings gelingt es der Autorin nicht völlig dieses Potential auszuschöpfen. Die Geschichte ist gut und hat mich auch in keinem Moment dazu verleitet das Buch unnötigerweise wegzulegen, aber das Konzept hat in seiner Umsetzung nicht restlos überzeugt. Die Zeitsprünge waren zu erwarten, um die einzelnen Generationen und die gesamte Zeit der Reise wiedergeben zu können, aber manchmal geht es nur wenige Jahre weiter, manchmal werden ganze Generationen übersprungen. Dadurch erhalten manche Momente eine zu flache Tiefe, wo es zum Teil der Geschichte meiner Meinung nach förderlich gewesen wäre und es wirkt immer mal wieder gehetzt, was zu einer Reise, welche Jahrhunderte dauert, nicht wirklich passt.

Nichtsdestotrotz habe ich mich gut unterhalten gefühlt und der angenehme Schreibstil lässt sich wunderbar lesen. Der Autorin gelingt es eine interessante Perspektive auf die Zukunft, die Menschheit und den Einfluss der Zeit über Generationen hinweg, zu werfen und regt somit durchaus auch zum Nachdenken an. Wer Science-Fiction mag oder aber auch nur das Konzept spannend findet, wird sich gut unterhalten fühlen, weshalb sich über die Schwächen der Umsetzung hinwegsehen lässt.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Tolle Hörspiel-Umsetzung eines der Psychothriller schlechthin

Die Blutlinie - Teil 1/4
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Cody McFadyens Psychothriller „Die Blutlinie“ als Hörspiel? Ja! Und ich muss sagen, es funktioniert.
„Die Blutlinie“ ist der erste Band der Smoky Barrett Buchreihe von Cody McFadyen und wurde nun als vierteiliges ...

Cody McFadyens Psychothriller „Die Blutlinie“ als Hörspiel? Ja! Und ich muss sagen, es funktioniert.
„Die Blutlinie“ ist der erste Band der Smoky Barrett Buchreihe von Cody McFadyen und wurde nun als vierteiliges Hörspiel umgesetzt, diese Bewertung umfasst den ersten dieser Teile („Ohne mein Team“).

Die FBI-Agentin Smoky Barrett wurde durch den Mord an ihrem Mann und ihrer Tochter vom Schicksal schwer gezeichnet, sowohl innerlich, als auch äußerlich. Sie schlägt sich mit Selbstmordgedanken herum, als sie erfährt, dass eine gute Freundin ermordet wurde und sie die Vormundschaft für deren Tochter erhalten hat. Smoky macht es sich zur Aufgabe den Mörder zu finden und wird mit ihrem Team bald immer mehr vom Sog der Ereignisse um den angeblichen Nachfahren von „Jack the Ripper“ erfasst.

Das Cover ist im Stil der Buchvorlage gehalten und stellt die Hauptsprecherin Katy Karrenbauer als Smoky Barrett in den Vordergrund. Meine Vorstellung trifft Smoky so nicht wirklich, aber die Stimme passt super und darauf kommt es bei einem Hörspiel viel mehr an.

Die Sprecherauswahl ist allgemein sehr gut gelungen. Die verschiedenen Sprecher für die unterschiedlichen Rollen passen meiner Meinung nach fast durchgehend zu den Charakteren und ich hatte nie das Gefühl mich zu fragen, wer gerade spricht oder dass eine Stimme überhaupt nicht zu meiner Vorstellung passt. Alle Sprecher liefern jedenfalls eine mitreißende Vorstellung ab, was natürlich auch an der literarischen Vorlage liegt.

Die Geschichte eignet sich tatsächlich sehr gut als Hörspielvorlage. Natürlich kommt es zu entsprechenden Kürzungen, aber das tut der Geschichten keinen Abbruch und hilft dem Hörspiel absolut. Deshalb ist meine Meinung auch, dass neben dem Buch und dem Hörbuch auch das Hörspiel eine Existenzgrundlage hat. Während das Buch die gesamte Geschichte umfasst und das Hörbuch mit Kürzungen auf etwa 7 Stunden kommt, erreicht das Hörspiel nur 5 Stunden, so das jedes Medium einen eigenen Mehrwert hat und den hat das Hörspiel einfach durch seine Umsetzung.

Das Hörspiel lebt neben seinen Sprechern vor allem von den Umgebungsgeräuschen, es entsteht in Verbindung mit der spannenden Geschichte nach und nach ein Kinofilm für die Ohren. Ich bin obwohl ich Buch und Hörbuch bereits kenne, mit jeder Minute weiter in die Geschichte eingetaucht und habe diesen ersten Teil sehr genossen.

Über die Aufteilung auf vier Teile lässt sich mit Sicherheit streiten, so ergibt sich ein Cliffhanger am Ende und nicht jedem dürfte auf Anhieb klar sein, dass es sich wirklich um ein vierteiliges Hörspiel für ein Buch handelt, aber natürlich ist so eine Hörspiel-Umsetzung mit höheren Kosten verbunden und ob jeder potentielle Käufer bereit wäre direkt mehr als 30€ in die Gesamtgeschichte zu investieren ist nicht sicher, so kann man jedenfalls erst einmal „reinhören“. Ein normales Hörspiel liegt in etwa auch in dieser Preiskategorie (z.B. Die drei ??? – 70 Min ca. 7-8€).
Gut gefallen hat mir die Aufteilung auf viele kürzere Tracks, so lässt sich leichter ein Stück zurückspringen ohne einen langen Abschnitt noch einmal hören zu müssen.

Mein Fazit für diesen ersten Teil ist jedenfalls eindeutig, egal ob man das Buch kennt oder nicht, das Hörspiel erzeugt ein ganz eigenes Gefühl der Unterhaltung und wird der Geschichte absolut gerecht. Ich werde mir jedenfalls die weiteren Teile zulegen um das Hörspiel komplett erleben zu können.

  • Cover
  • Stimmen
  • Atmosphäre
  • Musik/Geräusche
  • Handlung
Veröffentlicht am 13.07.2018

Gelungene Fortsetzung zu Eisenberg

Eifersucht
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Eifersucht ist der zweite Teil der Eisenberg-Reihe von Andreas Föhr und überzeugt auf seinen knapp 420 Seiten wieder mit einer tollen Mischung aus Ermittlung und Verhandlung.

Rechtsanwältin Rachel Eisenberg ...

Eifersucht ist der zweite Teil der Eisenberg-Reihe von Andreas Föhr und überzeugt auf seinen knapp 420 Seiten wieder mit einer tollen Mischung aus Ermittlung und Verhandlung.

Rechtsanwältin Rachel Eisenberg gerät zufällig in einen neuen Fall, als sie in einem Biergarten auf eine flüchtige Bekannte trifft, welche dort plötzlich wegen Mordes verhaftet wird und daraufhin Rachel als Anwältin verlangt. Judith Kellermann soll ihren Lebensgefährten Eike Sandner aus Eifersucht mit einer Bombe ermordet haben. Als dann auch noch Sprengstoffspuren in ihrer Wohnung gefunden werden, sieht es für Judith nicht gut aus und ihre abenteuerliche Erklärung, dass es ein Ex-Soldat war, welcher ihr den Mord in die Schuhe schieben will, überzeugt weder Polizei noch Richter. Da sich die Polizei in ihrer Sache sicher ist, wird nicht mehr in andere Richtungen ermittelt, woraufhin Rachel den Detektiv Axel Baum beauftragt sie zu unterstützen und um Details rund um die Tat und die beteiligten Personen herauszufinden. Als nach und nach neue Informationen über Sandner herauskommen, stellt sich immer mehr die Frage, was und wer steckt wirklich dahinter?

Erneut greift Andreas Föhr zu dem erzählerischen Kniff den Roman mit einem Prolog beginnen zu lassen, diesmal allerdings ohne Vorausschau auf das Ende, sondern nur auf eine Geschichte, welche 5 Jahre zurückliegt. Diese Rückblenden begleiten den Leser durch das Buch und liefern den zusätzlichen Kontext für den Fall, welcher sich nach und nach zusammenbaut.

Das Buch überzeugt, wie auch der erste Teil, durch seine Mischung aus Ermittlung von Rachel sowie Detektiv Baum und den gerichtlichen Verhandlungen, auch wenn es hier mehr Haftprüfungen sind. Letztere sorgen für den Unterschied zu klassischen Krimis, welche ausschließlich Augenmerk auf den Fall haben und die Verhandlung als anschließenden Schritt ohne Wert betrachten. Gerade diese Kombination hebt das Buch ab und macht es so lebendig.

Die Geschichte ist interessant und das Ende kann tatsächlich überraschen, ich bin jedenfalls vorher nicht darauf gekommen. Allerdings fehlen dem Finale meiner Meinung nach etwas die Emotionen, was die beteiligten Personen angeht, aber ich weiß natürlich auch nicht, wie ich mich in Extremsituationen verhalten würde.

Nichtsdestotrotz konnte mich der Roman insgesamt überzeugen und hat mir spannende und vergnügliche Stunden bereitet.

Veröffentlicht am 13.07.2018

Knappe Kurzgeschichte zu Francis Ackerman

Racheopfer
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Eins vorweg, es handelt sich hierbei wirklich um eine Kurzgeschichte (150 Seiten), welche vorher bereits als eBook veröffentlicht worden ist und nun auch in gedruckter Form vorliegt.

Die Geschichte behandelt ...

Eins vorweg, es handelt sich hierbei wirklich um eine Kurzgeschichte (150 Seiten), welche vorher bereits als eBook veröffentlicht worden ist und nun auch in gedruckter Form vorliegt.

Die Geschichte behandelt einen kurzen Abschnitt aus dem Leben von Francis Ackerman junior, bekannt aus den „Ich bin …“-Büchern von Ethan Cross. In diesem Abschnitt wird er aus einem Hochsicherheitsgefängnis in eine psychiatrische Klinik verlegt, um dort als berüchtigter Serienmörder für Testzwecke herzuhalten. Doch die Psychiaterin Dr. Jennifer Kelly verfolgt ihre ganz eigenen Ziele und für einen genialen Ausbrecherkönig wie Francis Ackerman ist jede Abweichung im Sicherheitskonzept eine willkommene Möglichkeit. Als er die Chance dazu ergreift, droht alles ganz schnell aus dem Ruder zu laufen.

Der Geschichte fehlt es natürlich an einer gewissen Tiefe, wie man sie aus den „Ich bin …“-Büchern kennt, aber das ist bei Kurzgeschichten so zu erwarten. Wenn man sich damit arrangiert, kann das Buch mit einer kurzweiligen, temporeichen Geschichte aufwarten, auch wenn die Situation stellenweise etwas konstruiert wirkt.

Obwohl Ackerman hier nicht alleine im Mittelpunkt steht, kommt in seinen Szenen, wie immer dieses bestimmte Gefühl hoch, was ich mit ihm verbinde, ein ungutes Grundgefühl und trotzdem kann man ihn nicht gänzlich unsympathisch finden.

Genau deshalb empfehle ich die „Ich bin …“-Bücher. Diese sind absolut fantastisch, sodass diese Kurzgeschichte nicht ganz mithalten kann. Als Einstieg durchaus geeignet, aber nicht zwingend erforderlich. Vor allem die Beschreibung zum Buch als „Vorgeschichte“ verspricht mehr als sie erfüllt, es ist eine Vorgeschichte, aber eben auch nur eine und nicht DIE Vorgeschichte.

Insgesamt eine kurzweilige gute Unterhaltung, ein kleiner Appetizer für mögliche neue Leser der Reihe und für Fans der Reihe durchaus mal einen Blick wert.

  • Cover
  • Action
  • Handlung
  • Spannung
  • Tempo