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Veröffentlicht am 11.09.2021

Schwierig zu bewerten

Das Flüstern der Bienen
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In der kleinen mexikanischen Stadt Linares erzählt man sich noch immer von dem Tag, an dem die alte Nana Reja ein Baby unter einer Brücke gefunden hat. Von einem Bienenschwarm umhüllt, erweckt der kleine ...

In der kleinen mexikanischen Stadt Linares erzählt man sich noch immer von dem Tag, an dem die alte Nana Reja ein Baby unter einer Brücke gefunden hat. Von einem Bienenschwarm umhüllt, erweckt der kleine Simonopio zunächst Misstrauen bei den abergläubischen Dorfbewohnern. Doch die Gutsbesitzer Francisco und Beatriz Morales nehmen den wilden stummen Jungen bei sich auf und lieben ihn wie ihr eigenes Kind. Während die Spanische Grippe die Region trifft, und um sie herum die mexikanische Revolution wütet, lernen sie Simonopios Gabe zu vertrauen und können die Familie so vor dem größten Unheil bewahren. Doch nicht alle Bewohner der Hacienda meinen es gut mit dem Jungen.

„Das Flüstern der Bienen“ von Sofia Segovia ist ein Buch, welches es mir wirklich schwer gemacht hat. Ich wollte es unbedingt lesen, da ich so viele gute Stimmen dazu gehört habe und das Buch oft als „märchenhaft“ und „poetisch“ beschrieben wurde.
Der Klappentext alleine hätte mich nicht unbedingt gereizt.
Erzählt wird die Geschichte der Familie Morales, die in Linares auf einem Gutshof leben und Zuckerrohr und Mais anbauen. Die alte Mutter vom Gutsbesitzer Francisco findet eines Tages ein Baby mit Hasenscharte, über und über mit Bienen bedeckt. Sie nennen ihn Simonopio. Während ich erwartet hatte, dass sich die Geschichte hauptsächlich um den Jungen dreht, wurde ich doch mit einer sprunghaften Erzählung überrascht.
Mal geht es um Francisco, dann um seine Frau Beatriz oder um die Leute oder Ereignisse drum herum. Um den Krieg, die Länderenteignung, die spanische Grippe, um die Arbeiter auf dem Gut, die Menschen im Dorf usw.
Simonopio spielt schon eine Hauptrolle aber oft begleitet er alles oder lenkt es mehr unbewusst als bewusst in gewisse Bahnen.
Wirklich chronologisch wird nichts erzählt. Die Geschichte springt eher durch die Sichtweisen der Figuren.
Der Schreibstil ist wirklich an einigen Stellen poetisch und erzählt alles so bildhaft, dass es durchaus wie ein Märchen wirkt. Sogar Schreckliches wie die spanische Grippe wirkt dadurch wir eine Geschichte am Lagerfeuer.
Simonopio wird so gelungen beschrieben, dass er trotz seiner ungewöhnlichen Beziehung zu den Bienen und seiner Begabung die Welt wie sie wahrzunehmen und Dinge vorzuahnen, einfach real wirkt. Als wäre es absolut möglich, dass jemand so ist wie er.
Leider konnte mich das Buch durch das Sprunghafte, den losen roten Faden und diesen Geschichtencharakter nicht wirklich fesseln. Ich musste mich immer wieder sehr dazu drängen weiterzulesen und war oft nach 30 Seiten wieder abgelenkt.
Mein Buch war es nicht, auch wenn ich verstehe, woher die guten Bewertungen kommen. Ich denke, man muss einfach der richtige Typ für dieses Buch sein.

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Veröffentlicht am 05.09.2021

Süße Young Adult Liebesgeschichte

So leise wie ein Sommerregen
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Genügt ein Tag, um sich zu verlieben? Als Hope Cooper kennenlernt, ist sie wütend. Wütend auf ihre Mutter, die ihren Vater hintergangen hat, wütend auf die Welt, die ihr einen geliebten Menschen genommen ...

Genügt ein Tag, um sich zu verlieben? Als Hope Cooper kennenlernt, ist sie wütend. Wütend auf ihre Mutter, die ihren Vater hintergangen hat, wütend auf die Welt, die ihr einen geliebten Menschen genommen hat. Doch Cooper gelingt es mit seiner unvergleichlichen Art, Hope zumindest für ein paar Stunden ihre Sorgen vergessen zu lassen. Auch Cooper genießt die gemeinsame Zeit und wünscht sich am Ende des Tages, Hope wiederzusehen. Denn nach allem, was er erlebt hat, waren die Stunden mit ihr die glücklichsten seit Langem. Doch dann erfährt Cooper, dass Hopes Mutter ausgerechnet mit seinem Stiefvater eine Affäre hat. Er behält es für sich – wohl wissend, dass dieses Geheimnis seine Beziehung zu Hope zerstören könnte.

„So leiste wie ein Sommerregen“ von Leonie Lastella hat mich direkt mit diesem tollen Cover neugierig gemacht. Ich finde die Farben und die Zeichnung einfach schön.
In diesem Buch geht es um Hope und um Cooper. Hope hat ihren Vater verloren, findet heraus, dass ihre Mom schon lange einen anderen Mann hat und muss auch noch umziehen. Cooper zieht zurück zu seinem Stiefvater und weg von den Problemen, in die er durch seinen richtigen Vater geraten ist. Beide spüren sofort eine Verbindung, obwohl sie nicht mal wissen, dass sie sich schon bald wiedersehen werden.
Hope war mir gleich ziemlich sympathisch. Sie ist eine starke Hauptfigur und besonders ihre Gefühle konnte die Autorin gut rüberbringen. Der Verlust, der Verrat, die Wut, die Schuldgefühle aber auch die Gefühle für Cooper kamen unheimlich emotional bei mir an. Sie tat mir unglaublich leid und gleichzeitig war es einfach schön, sie und Cooper zusammen zu erleben. Cooper ist einfach ein herzensguter Mensch, auch wenn er es selbst nicht so sieht. Bei ihm war es klasse, eine gute Charakterentwicklung verfolgen zu können.
Die ganze Geschichte ist ein bisschen vorhersehbar und trotzdem fand ich es schön, wie die Autorin alles gelöst hat. Das ist ja doch immer ein bisschen anders und so konnte ich mit den Beiden weiter mitfiebern.
Die Kapitel sind mal aus Hopes Sicht und mal aus der von Cooper geschrieben und geben so einen guten Blick hinter die Kulissen. So wusste man als Leser manchmal mehr als die Figuren, was in diesem Falle gut gepasst hat.
Leonie Lastella hat eine schöne Geschichte voller Gefühl entwickelt, die zeigt, dass man einfach öfter ehrlich sein sollte und die Menschen viel mehr miteinander reden müssen. Mehr muss es manchmal gar nicht sein.
Mir hat das Buch richtig gut gefallen.

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Veröffentlicht am 05.09.2021

Viele ungesagte Dinge

Aber vielleicht wird auch alles gut
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Emilia ist fast dreißig, single, mittelmäßig glücklich – ach ja, und sie leidet unter einer Angststörung. Alles fällt ihr schwer: vom Einkaufengehen über soziale Kontakte bis hin zu einem »normalen« Beruf. ...

Emilia ist fast dreißig, single, mittelmäßig glücklich – ach ja, und sie leidet unter einer Angststörung. Alles fällt ihr schwer: vom Einkaufengehen über soziale Kontakte bis hin zu einem »normalen« Beruf. Am liebsten verkriecht sie sich in ihrer Wohnung und blendet die Welt aus. Doch dann stellt ihre Schwester ihr ein Ultimatum: Entweder du machst eine Therapie, oder ich rede nie wieder mit dir! Also überwindet Emilia sich und wagt sich hinaus in die Welt. Im Wartezimmer ihres neuen Therapeuten sitzt ausgerechnet Jack, dem sie eigentlich nie wieder begegnen wollte. Und wie es kommen muss, landen die beiden durch eine Verwechslung in einer Paartherapie. Plötzlich ist Emilia gezwungen, sich ihren Ängsten ein für alle Mal zu stellen.

In „Aber vielleicht wird auch alles gut“ erzählt Lea Melcher die Geschichte von Emilia und Jack. Emilia kämpft mit ihrer Angststörung, durch die sie so gut wie nie vor die Tür geht. Nachdem diese Störung zu einem riesen Desaster auf der Hochzeit ihrer Schwester geführt hat, zwingt diese sie zu einer Therapie, bei der sie mit ihrem Ex Jack in einer Paartherapie landet.
Emilia ist ein sympathischer Charakter. Ihr Angststörung ist wirklich gut beschrieben, so dass ich mich hineinversetzen konnte. Sie ist keine Powerfrau, die mirnichts dirnichts aus ihrer Angst herauskommt, sondern wirklich einen Kampf angehen muss. Besonders, dass sie sich selbst nichts Gutes zugesteht und immer nur vom Schlimmsten oder Negativsten ausgeht war Kern der Sache und hat sie auch manchmal ein wenig nerven lassen. Aber als Leser mag ich Figuren, die nicht nur positiv sind.
Jack lockt Emilia aus der Reserve. Das merkt man ziemlich schnell. Er ist ein netter, loyaler Typ. Man merkt jedoch schnell, dass bei ihm auch einiges im Dunkeln liegt, was ans Licht geholt werden sollte.
Emilias Schwester und der Rest ihrer Familie, sowie die anderen Nebenfiguren wandeln alle zwischen sympathisch und nervig bzw. anstrengend. Ganz so, wie im echten Leben.
Die Geschichte folgt einem guten Verlauf und auch die Charakterentwicklung kann sich sehen lassen. Ich hatte viel Freude dieses Buch zu lesen bzw. zu hören.
Zwei Kritikpunkte habe ich trotzdem. Emilia kommt sehr schnell aus ihrem Schneckenhaus, wenn Jack dabei ist. Plötzlich traut sie sich Dinge und macht einfach Sachen. Das kam mir manchmal ein wenig unrealistisch vor. Wenigstens ein paar Rückschritte zwischendurch hätte ich erwartet oder merkliche Unsicherheiten. Sie zieht die Situationen aber einfach durch, um ihm was zu beweisen.
Dazu hat mich gestört, dass keiner so richtig offen redet. Bei Emilia passt es zu ihrer Störung aber bei dem Rest fand ich es doch eher befremdlich. Grade die Verwechslung beim Therapeuten wird in meinen Augen zu lange aufrechterhalten. Ich weiß, dass das Buch und die Geschichte von den ganzen ungesagten Dingen lebt und hier der Kern des Ganzen liegt aber das war nicht so ganz mein Ding.
Trotzdem ein schönes Buch!

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Veröffentlicht am 05.09.2021

Für Fans von „The Kissing Booth”

Das Avery Shaw Experiment
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Avery Shaw ist schon ewig in ihren besten Freund Aiden verliebt. Doch als sie ihm endlich ihre Gefühle gestehen will, läuft es ganz und gar nicht nach Plan. Zum Glück weiß sie aber einen Weg, wie sie ihr ...

Avery Shaw ist schon ewig in ihren besten Freund Aiden verliebt. Doch als sie ihm endlich ihre Gefühle gestehen will, läuft es ganz und gar nicht nach Plan. Zum Glück weiß sie aber einen Weg, wie sie ihr gebrochenes Herz heilen kann: Nämlich mit Hilfe der Wissenschaft! Für einen Wettbewerb will sie die sieben Schritte der Trauer durchlaufen. Dabei bekommt sie unerwartete Unterstützung von Aidens Bruder Grayson, der sich ihr als Projektpartner anbietet. Im Gegenzug gibt Avery ihm Nachhilfe in Physik, damit er nicht aus seinem Basketballteam fliegt. Die beiden gehen einen Deal ein, und plötzlich passiert etwas, womit Avery am allerwenigsten gerechnet hat.

„Das Avery Shaw Experiment“ ist eine weitere YA Lovestory aus der Feder von Kelly Oram.
Das Cover ist ein richtiger Blickfand und perfekt für das Genre.
Wir begleiten Avery Shaw durch die sieben Schritte der Trauer, weil ihr bester Freund nicht nur das gemeinsame Wissenschaftsprojekt gecancelt hat, sondern auch noch mit einer neuen Beziehung herausgeplatzt ist und das obwohl Avery schon ewig in ihn verliebt ist.
Ein bisschen hat mich die Geschichte durchweg an den Film „The Kissing Booth“ erinnert. Zum Glück im positiven Sinne. Avery und Aiden sind schon seit ihrer Geburt beste Freunde, gehen durch dick und dünn, es kommt zum Streit und sie bandelt mit seinem Bruder an. Same same but different aber eben auf eine gute Art und Weise.
Avery ist süß und tut einem richtig leid. Man möchte Aiden einfach nur schütteln, wohingegen man Grayson am liebsten knutschen würde.
Die Geschichte ist oft ziemlich vorhersehbar aber dabei einfach so schön und immer wieder witzig, dass ich da gerne drüber hinweggesehen habe. Das Buch macht einfach Spaß und lässt an die eigenen Dramen aus der Jugendzeit zurückdenken.
Egal ob Avery grade mit Grayson im Zwecke der Wissenschaft unterwegs ist oder ihm Nachhilfe gibt. Die zwei sind einfach süß.
Die Konflikte mit Aiden sind herzbrechend und lassen den Leser nach Versöhnung und Happy End lechzen. Der Autorin gelingt zum Glück die Wendung, bevor man Aiden gar nicht mehr leiden kann.
Begleitet wird das Buch von Einträgen aus Averys ziemlich distanziertem Wissenschaftslogbuch und Graysons eher gefühlvollem Wissenschaftstagebuch. So bekommt man als Leser noch wunderbare Einblicke hinter die Kulisse.
Also, kein Buch, das Welten bewegt aber in paar Herzen oder Mundwinkel ganz bestimmt. Mir hat es gefallen und ich finde, es ist genau das Richtige für jeden, der einfach Lust auf eine young adult Lovestory hat.

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Veröffentlicht am 28.08.2021

Spannend und blutig

Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
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Doch nun bekommt er es mit einem Killer zu tun, der dem Wort Grausamkeit eine neue Dimension verleiht: dem Blutkünstler.
Der Blutkünstler foltert seine Opfer lange und genüsslich, ehe er ihr Blut und ihre ...

Doch nun bekommt er es mit einem Killer zu tun, der dem Wort Grausamkeit eine neue Dimension verleiht: dem Blutkünstler.
Der Blutkünstler foltert seine Opfer lange und genüsslich, ehe er ihr Blut und ihre Körper dazu benutzt, um etwas Großes zu erschaffen. Ein Kunstwerk. Ein Vermächtnis. Ein Farbenspiel aus Fleisch und Blut.
Tom Bachmann, der „Seelenleser“, wie ihn seine Kollegen nennen, setzt alles daran, den Blutkünstler zur Strecke zu bringen. Dabei muss er sich einer verstörenden Wahrheit stellen, einer Wahrheit, die erklärt, warum er der Einzige ist, der den Killer aufhalten kann.

Chris Meyer hat mit „Der Blutkünstler“ eine neue Thriller-Reihe ins Leben gerufen.
Der „Seelenleser“ Tom Bachmann ermittelt gegen die ganz gestörten Typen und liest dabei in ihrem psychologischen Profil wie kein anderer.
Tom Bachmann ist selbst nicht perfekt und auch kein typischer Ermittler. Durch seine eigenen Kindheitserfahrungen schrammt er immer knapp an der Grenze zur Dunkelheit. Menschliche Nähe ist nebensächlich für ihn. Positiv aufgefallen ist mir seine Art, mit seinen Mitarbeitern im Team zu arbeiten. Dieser Kontrast hat mir gefallen.
Er ist nicht wirklich sympathisch aber ich fand Tom und seine Vergangenheit aber auch sein Profiling sehr interessant. Obwohl ich gestehen muss, dass die Ausführungen zu seinem Profiling sehr Standard sind. Das oder Ähnliches kann man so in den meisten Thrillern lesen. Hier hätte mich etwas frischer Wind gefreut.
Auch die anderen aus seinem Team haben meine Neugier geweckt, auch wenn sich die Aufmerksamkeit erst mal auf Ira konzentriert hat. Ich könnte mir vorstellen, dass in den nächsten Büchern andere aus dem Team in den Fokus rücken.
Der Fall an sich ist ebenfalls sehr interessant aber leider nichts, was man nicht schon kennt. Was auch mein einziger Kritikpunkt ist. Wir haben das typische Prinzip. Ein kranker Serienkiller mit schwerer Vergangenheit, einige falsche Fährten und Journalisten, die alles noch komplizierter machen. Die Morde sind wirklich blutig und der Autor schreckt auch nicht vor detaillierten Szenen zurück. Da gab es auf jeden Fall einen Gruselfaktor.
Leider konnten der Fall und die Ermittlungen mich nicht überraschen. Schön wären Wendungen und Ereignisse gewesen, die wirklich aus dem Raster fallen und die mich noch nachträglich beschäftigt hätten.
So haben wir hier einen soliden Thriller, der es aber leider nicht ganz an die Spitzenklasse schafft. Vielleicht gelingt dies dem Autor mit den Fortsetzungen.

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