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Veröffentlicht am 19.07.2025

Vincent und Greta

Pinguine fliegen nur im Wasser
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Als der Unternehmensberater Vincent ,in Gretas Taxi steigt, hat er gerade den absoluten Tiefpunkt in seinem Leben erreicht. Der Job ist weg, wofür seine Geliebte gesorgt hat, die Kollegen lassen ihn fallen ...

Als der Unternehmensberater Vincent ,in Gretas Taxi steigt, hat er gerade den absoluten Tiefpunkt in seinem Leben erreicht. Der Job ist weg, wofür seine Geliebte gesorgt hat, die Kollegen lassen ihn fallen und da er bisher in einer Firmenwohnung lebte, ist er nun sozusagen obdachlos.Da macht ihm Greta ein Angebot, was er in seiner Situation kaum ablehnen kann. Sie hat von ihren Großeltern eine alte Villa geerbt, die stark renovierungsbedürftig ist. Greta möchte sie herrichten, um sie anschließend zu verkaufen, und bietet Vincent Kost und Logis gegen Beteiligung an den Renovierungsarbeiten.Ob das gutgeht?denn der ruhige Vincent und die quirlige Greta sind so verschieden,wie zwei Menschen nur sein können,oder?

Ich hatte gleich zu Beginn klare Bilder im Kopf, und Greta erschien mir, nach der Beschreibung, irgendwie wie die erwachsene Pippi Langstrumpf da passte doch die „Villa Kunterbunt „ gut ins Bild.Ich habe mit großer Begeisterung verfolgt, wie sich die beiden völlig verschiedenen Menschen, einander annähern und man nach und nach feststellt, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben, als man vermuten konnte.

Nach und nach kamen noch andere Personen dazu ,die mir mit ganz wenigen Ausnahmen,sehr gut gefallen haben.Besonders hervorheben möchte ich Kurt , der einen festen Platz in meinem Herzen erobert hat, ein wirklich besonderer Mensch.Außerdem gab es die kleine Matilda,welche mich mit ihren besonderen Sprüchen zum Lachen brachte und mich bezaubert hat.

Die Autorin hat mit ihrem emotionalen,besonderen Schreibstil viele Themen wie Wohlstandsvernachlässigung,Depression,Einsamkeit,um nur einige zu nennen ,in der Geschichte platziert,ohne dass diese überladen wirkte.

Ich habe die Geschichte in kurzer Zeit förmlich verschlungen, dabei geschmunzelt, manchmal laut gelacht, aber auch die ein oder andere Träne verdrückt. Ich kann das Buch nur empfehlen und vergebe fünf Sterne mit der Hoffnung auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Aufwühlende Geschichte - teilweise etwas überfrachtet

Der Sommer am Ende der Welt
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Hanna ist Journalistin und möchte ein lange totgeschwiegenes Thema aufarbeiten, nämlich die traumatischen Erfahrungen der sogenannten „Verschickungskinder“,zu denen auch ihre Mutter gehörte.Dazu reist ...

Hanna ist Journalistin und möchte ein lange totgeschwiegenes Thema aufarbeiten, nämlich die traumatischen Erfahrungen der sogenannten „Verschickungskinder“,zu denen auch ihre Mutter gehörte.Dazu reist sie mit ihrer 15-jährigen Tochter Katie ,während der Sommerferien auf die Insel Borkum, um vor Ort zu recherchieren.Sie wohnt im Hotel Dünenschloss,jenem Haus in welchem früher, unter dem Namen Villa Aurelia,ein Kinderkurheim betrieben wurde.
Schon kurz nach ihrer Ankunft findet Hanna vor ihrer Zimmertür ein altes Tagebuch,was eine ehemalige Mitarbeiterin der Villa Aurelia verfasst hatte,worin es nicht nur um unfassbare Zustände geht,sondern auch um ein totgeschwiegenes Verbrechen.Als Hanna erfährt,dass die Familie des Inselarztes Ole ,in den sie sich Hals über Kopf verliebt hat,möglicherweise in die Vorfälle verstrickt war,gerät sie in ein Dilemma.

Die von mir geschätzte Autorin hat einen persönlichen Bezug zu diesem Thema. Zwei ihrer Geschwister, haben ähnliche Erfahrungen in Kinderkurheimen auf Norderney und Borkum gemacht.Sie hat ihre Erfahrungen in diese Geschichte eingebracht und sie geschickt mit fiktiven Ereignissen unterlegt. Man mag sich gar nicht vorstellen, was diese „Kur“, welche eigentlich die Kinder aufpäppeln und Ihnen eine schöne Zeit bescheren sollte,in den Seelen der Kinder anrichtete.
Es ist erstaunlich,dass es so eine lange Zeit gedauert hat,bis dieses Thema einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde.
Das Buch hat mich sehr bewegt und gefesselt,dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.Lediglich im letzen Teil fand ich die Menge der Themen etwas zu überzogen,daher ziehe ich einen Stern bei der Bewertung ab.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Ein Geschenk mit großen Auswirkungen

Das Geschenk
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Man mag es sich kaum vorstellen, plötzlich baden Elefanten in der Spree.Was klein begann,entwickelt sich zu einer Invasion von 20000 Stück,mit unvorstellbaren Problemen für viele Lebensbereiche.Es handelt ...

Man mag es sich kaum vorstellen, plötzlich baden Elefanten in der Spree.Was klein begann,entwickelt sich zu einer Invasion von 20000 Stück,mit unvorstellbaren Problemen für viele Lebensbereiche.Es handelt sich um ein Geschenk des Präsidenten von Botswana,die Antwort auf ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen durch die Bundesregierung.

Gut recherchierte Geschichte,in welcher sich Realität und Satire immer wieder vermischen.Meine Gemütslage wechselte beim Lesen sehr oft zwischen großer Nachdenklichkeit und teilweise lautem Lachen,dabei lief mein Kopfkino auf Hochtouren.
Die Autorin hat den Finger oft tief in die Wunde gelegt,um dann wieder geschickt platzierte Pointen einzuflechten.Sogar die Flüchtlingswelle von vor zehn Jahren wurde bemüht,der Satz „ Elefanten sind keine Flüchtlinge“war sehr passend.
Insgesamt gesehen, fand ich das Buch ein bisschen zu kurz,ein wenig mehr Ausführlichkeit hätte ihm gut getan.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Widerstand gegen das Elend

Die Liebe sucht ein Zimmer
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Ich kenne den Schriftsteller durch. mehrere humorvolle Romane, die mir immer sehr gut gefallen haben. Vor ein paar Jahren habe ich ihn in dem Buch „28 Tage lang“von einer ernsten Seite kennengelernt und ...

Ich kenne den Schriftsteller durch. mehrere humorvolle Romane, die mir immer sehr gut gefallen haben. Vor ein paar Jahren habe ich ihn in dem Buch „28 Tage lang“von einer ernsten Seite kennengelernt und muss sagen, er kann beides sehr gut.
Diese Geschichte spielt im Warschauer Ghetto, wo eine Theatergruppe, mit der Hauptdarstellerin, Sara, das titelgebende Stück, aufführen möchte. Kurz vor Beginn der Premierenvorstellung macht ihr der Regisseur das Angebot, mit ihm gemeinsam zu fliehen. Sara müsste dann aber ihre große Liebe Edmund zurücklassen.Wie wird sie sich entscheiden?
Es wird die Zeit der Vorbereitungen für das Theaterstück beschrieben und immer wieder wird, teilweise in Rückblenden, teilweise in der Gegenwart ,die Lebensgeschichte der verschiedenen Darsteller erzählt. Es ist eine sehr emotionale Geschichte, die aber durchaus humorvolle Elemente hat, was sehr gut in die damalige Zeit passt, anders hätten die Menschen ihr schweres Schicksal nicht ertragen können.
Ich habe ein Problem mit der Beurteilung und mich letztendlich für vier Sterne entschieden, weil es ja in erster Linie um die Geschichte geht. Das Hörbuch wurde von Katharina Thalbach, einer Schauspielerin die ich sehr schätze, vorgelesen und die ich auch schon als Sprecherin bei Hörbüchern kennen gelernt habe. ihre unverwechselbare,etwas kratzige Stimme ,passte meiner Meinung zu diesem Buch überhaupt nicht und hat mir den Hörgenuss etwas vermiest.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Anna,eine außergewöhnliche Frau

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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Der Autor hat seine Urgroßmutter persönlich nie kennengelernt,genauso erging es seinen Eltern.Da ihr Name auf Familienfeiern oft auftauchte, fasste er den Entschluss, den Spuren ihres Lebens auf den Grund ...

Der Autor hat seine Urgroßmutter persönlich nie kennengelernt,genauso erging es seinen Eltern.Da ihr Name auf Familienfeiern oft auftauchte, fasste er den Entschluss, den Spuren ihres Lebens auf den Grund zu gehen.Das war in der Tat eine Mammutaufgabe,weil es kaum Erinnerungsstücke von ihr gab, lediglich ein Kaffeeservice, ein paar Fotos, Poesiealben und ein Verlobungsring existierten im Bestand der Familie.
Anna wurde 1867 als Tochter eines Schankwirts geboren,sie hatte mehrere Geschwister.
Nach dem Tod des Vaters wurde sie im Alter von zwölf Jahren in ein Kloster in den Niederlanden gegeben, wo sie eine Ausbildung zur Lehrerin absolvierte. Mit 20 Jahren, damals, noch vor der Volljährigkeit, trat sie ihre erste Stelle in dem kleinen Dorf Cobbenrode,an. Da man einer Frau, in der damaligen Zeit die Verbindung von Familie und Beruf nicht zutraute, musste sie sich an das sogenannte Lehrerinnen Zölibat halten und unverheiratet bleiben.Aber Anna war ihrer Zeit voraus und so schloss sie zweimal den Bund der Ehe,der erste Mann starb kurz nach der Hochzeit,einmal mit einem sehr viel jüngeren Mann, bekam zwei Kinder und war immer berufstätig. Nachdem sie den Lehrerinnen Beruf bei der ersten Eheschließung aufgegeben hatte, übernahm sie nach dem Tod ihres ersten Mannes , sowohl das im Familien Besitz befindliche Hotel, als auch die örtliche Poststation.

Ihren ungewöhnlichen Lebensweg hat der Autor mit Unterstützung, von Behörden, einigen Freunden und vielen zufälligen Begegnungen, versucht zu rekonstruieren. Er hat dabei aber einige fiktive Gegebenheiten eingefügt, die aber sehr harmonisch mit der Geschichte verknüpft wurden.
Besonders gut gefiel es mir, dass er reale geschichtliche Ereignisse,Erfindungen etc. nach Jahren geordnet, in die Geschichte eingefügt hat. Dadurch wurde das authentische Bild enorm verstärkt.
Die Geschichte hat mich im positiven Sinne total überrascht und bei mir einen solchen Sog ausgelöst, dass ich sie nicht unterbrechen konnte. Das i-Tüpfelchen war dabei die angenehme Stimme von Nina Petri, welche das Hörbuch vorgelesen hat. Ein Buch, was ich allen geschichtlich interessierten Leser/Leserinnen. sehr ans Herz legen kann, ich vergebe fünf Sterne.

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