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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2025

Leise erzählt,mit großer Sogwirkung

Ein stilles Mädchen
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Die sechsjährige Kandis wird von Sverre Gusse entführt und in eine einsame Hütte,tief in den Wäldern Norwegens,verschleppt.Ihr Entführer erzählt ihr, dass im Wald, ein einsamer Wolf lauert und dass sie ...

Die sechsjährige Kandis wird von Sverre Gusse entführt und in eine einsame Hütte,tief in den Wäldern Norwegens,verschleppt.Ihr Entführer erzählt ihr, dass im Wald, ein einsamer Wolf lauert und dass sie die Hütte auf keinen Fall verlassen darf. Währenddessen erscheint ihr Vater ganz aufgeregt bei der Polizei und erstattet eine Anzeige ,weil seine Tochter verschwunden ist.Er hat das Glück, auf den Beamten Eddie Feber zu treffen,der Kinder im gleichen Alter hat und sich äußerst engagiert auf die Suche nach dem kleinen Mädchen begibt. die Geschichte wird nun im Wechsel aus Alfies Sicht.,später kommt auch noch seine Schwester Anna dazu,sowie der Situation in der Hütte zwischen Gusse und Kandis,sowie den polizeilichen Ermittlungen,erzählt.
Zuerst fürchtet man um das Leben des Kindes ,aber mit der Zeit entwickelt sich die Geschichte in eine sehr ungewöhnliche Richtung….

Wer einen blutrünstigen Krimi mit viel Action erwartet ,wird hier nicht zufriedengestellt werden.Es ist eine Geschichte der leisen Töne,welche auf der psychologischen Schiene einen Sog entwickelt, dem man sich kaum entziehen kann.Die Protagonisten haben in ihrem Leben soviel Schlimmes erlebt ,dass sie zerstört hat und zu Handlungen verführt hat ,die kaum nachvollziehbar waren.
Ich habe der beeindruckenden Stimme von Frank Stieren mit atemloser Spannung gelauscht ,das Ende hat mich total überrascht und ließ mich einigermaßen sprachlos zurück.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Mit Arbeit kann man sich den ganzen Tag verderben

Wer sich zuerst bewegt hat verloren
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Die Protagonistin tritt nach acht Jahren Studium hochmotiviert ihren Dienst in der öffentlichen Verwaltung Frankreichs an.Schnell erfährt sie,die große Kunst der Tötigkeit die Arbeitsvermeidung ist,bzw, ...

Die Protagonistin tritt nach acht Jahren Studium hochmotiviert ihren Dienst in der öffentlichen Verwaltung Frankreichs an.Schnell erfährt sie,die große Kunst der Tötigkeit die Arbeitsvermeidung ist,bzw, die zugeteilten Aufgaben erfolgreich auf andere Schultern abzuwälzen.
Mit spitzer Feder und sehr viel Humor schildert sie die“ anstrengenden“Zeiten zwischen Arbeitsbeginn ,den diversen Pausen und Büroschluss.Jeder bemüht sich ,mal mehr ,mal weniger gestresst zu wirken und die Kunst der Prokrastination stetig zu verbessern.
Köstlich beschrieben sind die ellenlangen Sitzungsmarathons,die ohne jegliches Ergebnis beendet oder vertagt werden.
Auch wenn es hier speziell um die Verwaltung geht, findet man solche Arbeitspraktiken quer durch alle Berufe und der ein oder andere kann sich (wenn er das will) sicher wieder erkennen.
Das Buch hat mich für einige Stunden gut unterhalten und ich vergebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Gegensätze ziehen sich an,oder?

Vier sind zwei zu viel
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Die Psychotherapeutin Evi fühlt sich ,auch ohne feste Beziehung,in ihrem Leben wohl.Ihr Beruf erfüllt sie,in ihrem Privatleben, hat sie, Maren und Markus als beste Freundin/Freund.Als sie bei einer Fortbildung ...

Die Psychotherapeutin Evi fühlt sich ,auch ohne feste Beziehung,in ihrem Leben wohl.Ihr Beruf erfüllt sie,in ihrem Privatleben, hat sie, Maren und Markus als beste Freundin/Freund.Als sie bei einer Fortbildung den charmanten Ben kennenlernt, gefallen ihr seine Annäherungsversuche und der äußerst höfliche Umgang mit ihr,seine charmante und witzige Art,sehr. Nach einem Abendessen mit anschließendem stunden langen Gespräch über Gott und die Welt, kann Evi sich sogar vorstellen, ihr Singledasein ihm zuliebe aufzugeben.Doch nach und nach kristallisieren sich die Gegensätze heraus. Während Evi im Hier und Jetzt lebt und ein Genussmensch ist, möchte Ben unbedingt sehr lange leben,dieser Gedanke bestimmt seinen Tag,den er zwischen Fitnesstraining,Eistonne,Laufband usw.verbringt.Werden sie diese Gegensätze überbrücken können?Ein Kurztrip nach Paris bringt die Entscheidung.

Auf eine lockere ,leichte,witzige,Art ,bei der aber durchaus ernste Töne mitschwingen,hat sich die Autorin mehrerer Themen angenommen.Die Frage was wichtig ist ,die Chance auf ein sehr langes Leben,was viel Disziplin und Enthaltsamkeit, im Hier und Jetzt beinhaltet, oder Freude und Genuss im täglichen Leben, wird von verschiedenen Seiten betrachtet.Das geschieht auf eine humorvolle Art,gepaart mit etwas Tiefgang und etlichen Lebensweisheiten.

Desweiteren spielt das Thema Freundschaft eine wichtige Rolle.Wie lebensbestimmend und unterstützend sie sein kann ,wird gut herausgestellt.

Es ist für mich das erste Buch der Autorin ,aber sicher nicht mein letztes.
Obwohl es eine leichte,lockere Lektüre war ,bleibt etwas Nachdenklichkeit zurück,von,mir fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Zuviel Dahingeplätscher

Lieber solo als allein
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Leonie und Luca wollen heiraten,natürlich soll dieses Ereignis in seiner italienischen Heimat stattfinden und die ganze Familie soll mitfeiern.So reisen Oma Gabriele,die nach der Trauerphase wieder etwas ...

Leonie und Luca wollen heiraten,natürlich soll dieses Ereignis in seiner italienischen Heimat stattfinden und die ganze Familie soll mitfeiern.So reisen Oma Gabriele,die nach der Trauerphase wieder etwas Abenteuerlust verspürt ,sowie Katrin und Oliver ,Leonies getrennt lebende Eltern,an.Sofia und Carlo,Lucas Eltern ,heißen sie herzlich im Famlienhotel willkommen.Nach außen hin scheint alles vollkommen,doch nicht nur die Fassade des Hotels bröckelt,sondern auch die Beziehung von Carlo und Sofia.


Ich kenne und liebe die Autorin und ihre Bücher, die meistens mit ganz viel Witz, Liebe und Charme daher kommen.


Leider konnte mich dieses Buch nicht einfangen.Die Geschichte war von Anfang an völlig vorhersehbar,die verschiedenen Protagonisten waren für mich nicht greifbar und auch das italienische Flair war nur sehr spärlich vorhanden,ansonsten plätscherte die Geschichte nur so dahin.


Auch wenn alle Bücher der Autorin ein Happyend haben und das auch durchaus erwartbar war,erschien es mir hier stark überzogen.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Mutige Frauen im Widerstand

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Die Moderatorin Gwen erhält bei der BBC einen äußerst interessanten Auftrag.Sie soll einen Bericht über die Frauen des Widerstands schreiben,die während des zweiten Weltkriegs im besetzten Frankreich als ...

Die Moderatorin Gwen erhält bei der BBC einen äußerst interessanten Auftrag.Sie soll einen Bericht über die Frauen des Widerstands schreiben,die während des zweiten Weltkriegs im besetzten Frankreich als SOE Agentinnen tätig waren.Zu Recherchearbeiten fährt sie mit ihrer Tochter und ihrer Tante nach Paris.Auf Vermittlung einer Freundin erhält sie die Adresse von Pat,die ihr als Zeitzeugin und ehemalige Agentin,behilflich sein könnte, doch diese möchte nicht mehr über die Vergangenheit reden.
Als sie,die von ihrer Großmutter besprochenen Kassetten mit ihren Lebenserinnerungen, hört werden erste Zusammenhänge klar und plötzlich bricht auch Pat ihr Schweigen.

Die Geschichte wird im Wechsel zwischen Vergangenheit ( hauptsächlich 1942) und Gegenwart (1998)erzählt.
Wie immer bei Romanen, welche auf mehreren Zeitebenen spielen, ist der Part in der Vergangenheit, der deutlich interessantere Teil.
Bisher habe ich von den Frauen der Résistance noch nichts gehört und fand es sehr wichtig ,dass sie aus ihrer Bedeutungslosigkeit herausgenommen und ihnen ein Forum geboten wurde.
Die Aufträge,mit welchen sie betraut waren,forderten ihnen einiges ab und brachte sie öfter in Lebensgefahr.
Es erforderte höchste Konzentration,die verschiedenen Personen,inklusive ihrer Tarnnamen auseinanderzuhalten,besonders weil es beim Hörbuch kein Namensverzeichnis gibt.
Der sowieso bedeutungslosere Teil in der Gegenwart,wurde durch viele Belanglosigkeiten zusätzlich in die Länge gezogen.Mir gefiel es zwar gut,dass dem französischen Lebensgefühl,bei dem das Essen eine wichtige Rolle spielt,ein größerer Rahmen gegeben wurde, jedoch fand ich es deutlich übertrieben,die Worte Baguette und Croissant habe ich unendliche Male gelesen.
Obwohl ich, aufgrund der beschriebenen Kritikpunkte,dem Buch leider nur drei Sterne vergeben kann,möchte ich der hervorragenden Sprecherin Elisabeth Günther, ein großes Lob aussprechen.

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