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Laurel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2026

Zum Glück das letzte Buch

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Als ich die Leseprobe las, wurde ich stark an die Bücher von Joël Dicker erinnert. Das Setting der Geschichte, Leute der Oberschicht am Genfer See, ein Schriftsteller, der aus der Ich-Perspektive schreibt ...

Als ich die Leseprobe las, wurde ich stark an die Bücher von Joël Dicker erinnert. Das Setting der Geschichte, Leute der Oberschicht am Genfer See, ein Schriftsteller, der aus der Ich-Perspektive schreibt sowie die Strukturierung der Kapitel sind exakt das, was wir in der Vergangenheit von Dicker gelesen haben. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch.

Die Geschichte handelt von Marceau Miller, der bereits auf den ersten zwei Seiten stirbt, seiner Familie und seinen Freunden. Seine Frau Sarah macht es sich nach seinem mysteriösen Tod zur Aufgabe, zu beweisen, dass es sich dabei um einen Mord handelt und will diesen Fall zu lösen.

Beladen mit endlos vielen Klischees (die Freunde sind doch nicht so perfekt, wie sie dachte, sie kann niemandem mehr trauen, mehrere Male entrinnt sie dem Tod…) wird eine flache Geschichte um Sarah gesponnen, die weder mit der Spannung von Dickers Romanen mithalten kann, noch irgendwie nachvollziehbar ist. Sarah geht völlig aggressiv und unauthentisch vor, dass bei mir als Leserin überhaupt kein Mitgefühl für ihre Lage aufkommt.

Mir scheint, als hätte da jemand den Stil von Dicker kopieren wollen, jedoch nicht das nötige Handwerk und die Kreativität gehabt. Schade. Das war für mich wirklich das letzte Buch von Marceau Miller.

Veröffentlicht am 28.03.2026

Krasses Debüt

Kala
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Die letzten hundert Seiten haben mich richtig gepackt – ich wollte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Geschichte rund um Kalas Verschwinden ist spannend aufgebaut und entwickelt einen starken Sog.

Nach ...

Die letzten hundert Seiten haben mich richtig gepackt – ich wollte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Geschichte rund um Kalas Verschwinden ist spannend aufgebaut und entwickelt einen starken Sog.

Nach und nach lernt man die Freundesgruppe besser kennen. Durch die wechselnden Perspektiven von Helen, Mush und Joe sowie die Zeitsprünge zwischen 2003 und der Gegenwart fügen sich die einzelnen Puzzleteile immer klarer zusammen. Vergangenheit und Gegenwart greifen dabei stimmig ineinander.

Zum Ende hin zieht das Tempo deutlich an, was für zusätzliche Spannung sorgt. Auch die Figuren sind gelungen gezeichnet: vielschichtig, mit Grautönen und dadurch sehr authentisch. Besonders Kala, Helen und Mush sind mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen. Es fühlt sich an, als würde ich mich dem Weglegen des Buchs gute Freunde verlieren. Deshalb würde ich mich sehr über eine Fortsetzung freuen – es wäre schön, noch mehr über die Zukunft der Figuren zu lesen.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2026

Feinfühlig

Moosland
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Katrin Zipse schreibt in einer sehr einfühligen Art und Weise über ein mir bisher nicht bekanntes Kapitel der deutschen Geschichte.

Nach dem Krieg emigrierten rund 300-400 deutsche junge Frauen von Höfen ...

Katrin Zipse schreibt in einer sehr einfühligen Art und Weise über ein mir bisher nicht bekanntes Kapitel der deutschen Geschichte.

Nach dem Krieg emigrierten rund 300-400 deutsche junge Frauen von Höfen aus Deutschland nach Island. So sollten sie den katastrophalen Nachkriegsumständen in Deutschland entkommen und die Chance auf eine Familiengründung in Island bekommen. Wie man sich vorstellen kann, Diese Zeit des Umbruchs muss unglaublich schwierig für die jungen Frauen gewesen sein. Den Krieg noch in den Knochen, die ungeheuren Traumata in der Seele mussten sie sich auf einen kompletten Neustart zwischen Menschen, deren Sprache sie nicht verstanden, wagen. Was retrospektiv zuerst wie eine große Chance aussieht, war bestimmt mit extremen psychischen Herausforderungen verbunden.

Dieser Roman überzeugt mit seiner Leichtigkeit, obwohl die schweren Themen behandelt werden. Die Autorin lässt mich als Leserin unglaublich mit dem Schicksal der Hauptfigur mitfühlen. Die Alltagsbeschreibungen sind so anschaulich, das innere Leben der jungen Deutschen so feinfühlig beschrieben. Ganz großer Roman über ein Stück vergessene Geschichte!

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Neustart

Salto
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Mit Salto schreibt Kurt Prödel nun den zweiten, sehr einfühlsamen Coming-of-Age-Roman.

Die Geschichte beginnt nach den Abiturprüfungen. Prödel lässt uns diese Lebensphase, in der man plötzlich erwachsen ...

Mit Salto schreibt Kurt Prödel nun den zweiten, sehr einfühlsamen Coming-of-Age-Roman.

Die Geschichte beginnt nach den Abiturprüfungen. Prödel lässt uns diese Lebensphase, in der man plötzlich erwachsen ist und seinen Weg finden muss, noch einmal durchleben.

Im Mittelpunkt steht Marko. Er weiß noch nicht wirklich, wer er ist und wohin er gehört. Vielleicht ist sein großer Traum, Arzt zu werden. Doch nachdem er von allen deutschen Universitäten abgelehnt wird, bleibt ihm nur der Weg an die Privatuni in Budapest. Die hohen Studiengebühren drohen jedoch eine Last für ihn und seinen Vater zu sein. Zwischen Leistungsdruck, Selbstzweifeln und finanziellen Sorgen gelingt es Marko nicht, im Studium wirklich anzukommen. Ein Schicksalsschlag zwingt ihn dann auch noch zur Rückkehr nach Deutschland.

Parallel dazu erlebt auch seine Freundin Claire eine schwierige Zeit nach dem Abitur. Gemeinsam stehen Marko und Claire nun vor der Herausforderung, ihren eigenen Weg ins Erwachsenenleben zu finden.

Der Roman zeigt eindrücklich, wie brüchig und orientierungslos diese Phase der Lebensfindung sein kann. Er überzeugt vor allem durch seine große emotionale Feinfühligkeit. Die Figuren sind sympathisch und nahbar, ihre Unsicherheiten und Hoffnungen werden sehr authentisch geschildert. Man leidet richtig mit ihnen. Kurt Prödel ist eine sensible Darstellung des Übergangs zwischen Jugend und Erwachsensein gelungen.

Veröffentlicht am 01.02.2026

Überleben

Liefern
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Dieses Buch sollte von uns gelesen werden – von all jenen, die in westlichen, wirtschaftsstarken Ländern aufgewachsen sind. Tomer Gardi gelingt es, die Leser aus den eigenen, oft bequemen Perspektive herauszuholen ...

Dieses Buch sollte von uns gelesen werden – von all jenen, die in westlichen, wirtschaftsstarken Ländern aufgewachsen sind. Tomer Gardi gelingt es, die Leser aus den eigenen, oft bequemen Perspektive herauszuholen und fremde Schicksale wirklich zu begreifen. Er zeigt Menschen, die uns in Westeuropa täglich mit ihrer Arbeit dienen, als das, was sie sind: Menschen mit Gefühlen, Beziehungen und vor allem mit existenziellen Problemen. Probleme, die nicht selten durch uns „Reiche“ mitverursacht werden.

Der Gegenwartsroman erzählt von verschiedenen Personen, die weltweit für Lieferdienste arbeiten. Für sie ist diese Arbeit keine Wahl, sondern die einzige Möglichkeit zu überleben. Besonders berührend finde ich die Geschichte von Filmon. Er flieht aus der Diktatur in Eritrea nach Israel, während seine Frau mit dem gemeinsamen Kind – das Filmon aufgrund seiner Flucht noch nie im Arm halten konnte – nach Berlin gelangt. Von dort aus versucht sie, ihn nachzuholen. Filmon arbeitet in Tel Aviv für einen Lieferdienst, um Geld für seine Familie zu verdienen. Gezeichnet von Bürokratie, Arbeitslosigkeit und unüberwindbar scheinenden Hindernissen kämpfen beide unermüdlich darum, wieder als Familie zusammenleben zu können.

Die dargestellten Schicksale wirken erschreckend realistisch und authentisch. Man fühlt sich den Figuren schnell verbunden und leidet mit ihnen. Dieses Buch öffnet die Augen – und lässt einen die eigene Rolle in dieser globalen Realität nicht mehr ausblenden.