Profilbild von Leiraya

Leiraya

Lesejury Star
offline

Leiraya ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Leiraya über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2023

Gelungene Fortsetzung, die manches klärt, weiterhin aber gekonnt Fragen offen lässt

Vergissmeinnicht – Was bisher verloren war
0

Kerstin Gier hat meiner Meinung nach ein großes Talent, spannende Geschichten zu erzählen, in die man richtig gut abtauchen kann. Mit dem zweiten Teil der Vergissmeinnicht-Trilogie gelingt ihr das wieder ...

Kerstin Gier hat meiner Meinung nach ein großes Talent, spannende Geschichten zu erzählen, in die man richtig gut abtauchen kann. Mit dem zweiten Teil der Vergissmeinnicht-Trilogie gelingt ihr das wieder ganz ausgezeichnet und ich konnte ganz wunderbar in die spannende Parallelwelt des "Saums" abtauchen.

Gut gefällt mir an der Reihe, dass abwechselnd aus der Sicht der Hauptcharaktere Quinn und Matilda erzählt wird, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die beiden scheinen auf den ersten Blick nicht viele Gemeinsamkeiten zu haben: Quinn ist beliebt, aus gutem Hause und cool; Matilda kommt aus einer sehr konservativen, katholischen Familie und entspricht eher dem Label "uncool. Trotzdem passen die beiden aber ganz wunderbar zueinander und ergänzen sich bestens, z.B. auch weil die überlegte Matilda den impulsiven Quinn gut zu bremsen weiß. Was es genau mit dem Saum auf sich hat, wird in diesem Teil schon etwas klarer. Außerdem kommen auch die Ungerechtigkeiten dieser vermeintlich perfekten Welt etwas genauer ans Tageslicht. Trotzdem bleibt auch noch vieles im Unklaren, weshalb sicherlich auch der dritte Teil der Reihe sehr spannend und interessant zu werden scheint. Auch die Beziehung von Quinn und Matilda hat noch viel Entfaltungspotential, das sicherlich auch noch zum Tragen kommen wird.

Im zweiten Teil der Trilogie konnte mich Kerstin Gier wieder mit viel Wortwitz und Einfallsreichtum überzeugen. Auch die erneuten Treffen mit bekannten historischen Persönlichkeiten wie Jeanne d'Arc oder Nietzsche tragen humorvoll zu einem gelungenen Hörerlebnis bei. Die Sprecher, die abwechselnd Quinns und Matildas Sicht erzählen, erledigen ihren Job ebenfalls bestens und unterstreichen die verschiedenen Sichtweisen der Charaktere sehr ansprechend.

Eine absolut zu empfehlende Reihe für alle Fantasy-Fans, die Spannung, etwas Gefühl und Witz mögen. Für mich war das Hörbuch leider viel zu schnell zu Ende und ich bin schon sehr gespannt, was Matilda und Quinn noch herausfinden werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2023

Magisch, spannend und mit klopfendem Herzen

Twisted Fate. Wenn Magie erwacht
0

Bianca Iosivoni ist eine feste Größe in der YA-Bücherwelt. Und da ich hin und wieder auch sehr gerne in magische Welten abtauche, habe ich mich sehr auf ihre neueste Romantasy gefreut. Bisher hatte ich ...

Bianca Iosivoni ist eine feste Größe in der YA-Bücherwelt. Und da ich hin und wieder auch sehr gerne in magische Welten abtauche, habe ich mich sehr auf ihre neueste Romantasy gefreut. Bisher hatte ich nur eins ihrer Bücher gelesen, und war daher sehr gespannt, wie mir ihr neuestes Werk gefallen würde.

Die Geschichte beginnt mit einem Epilog einige hundert Jahre zuvor auf einer schottischen Insel. Ein erbitterter Kampf tobt zwischen einer Gruppe Menschen und einem Dämon. Vieles bleibt jedoch unklar. Und auch im Anschluss wird man zunächst einmal ins Jetzt katapultiert, in dem die Protagonistin Faith gerade ihr Studium im schönen schottischen Dundee beginnt. Schnell erfährt man, dass sie die magische Fähigkeit, sich und ihren Bruder zu heilen besitzt. Ihre kranke Mutter jedoch kann sie nicht heilen. Ihr Bruder Levi, der der Telekinese mächtig ist, und Faith wissen beide nicht, woher diese besonderen Fähigkeiten stammen. Sicher ist jedoch, dass ihre Familie immer ein Geheimnis daraus gemacht hat und sie deshalb auch oft umgezogen sind. Als sie an ihrem Studienort nun plötzlich Nate, ihrem großen Schwarm aus Jugendtagen, gegenübersteht, der sie damals abblitzen ließ. Auf der Suche nach einem Nebenjob lernt sie außerdem den attraktiven Jax kennen, zu dem sie sich unglaublich stark hingezogen fühlt. Als sie dazu immer wieder auf merkwürdige Symbole in der Stadt stößt, überschlagen sich bald die Ereignisse und Faith findet sich in einem Strudel aus (Halb-)Wahrheiten wieder, der alles durcheinanderwirbelt. und sie sich aber auch zu Jax, dem Barkeeper hingezogen fühlt.

Iosivoni hat wirklich eine tolle Art, ihre Geschichten zu schreiben. Sie sind spannend und man fühlt total mit den Protagonisten mit. Die jugendlichen Gedanken und Gefühle trifft sie meiner Meinung nach sehr gut und ich kann den Hype um ihre Bücher daher absolut verstehen. Den Plot fand ich auch in ihrem neuesten Buch sehr gelungen und spannend. Ein wenig unglaubwürdig sind für mich jedoch manche Figuren, die ohne magische Kräfte trotzdem zu übermenschlichen Taten fähig sind. Das passt für mein Empfinden nicht so ganz ins Bild.
Absolut gelungen finde ich jedoch, dass man (beeinflusst durch Faiths starke Gefühle) genau wie Faith selbst oft nicht so genau weiß, was man glauben oder wem man trauen kann. Das steigert auch die Spannung immens. Die Sprecherin des Hörbuchs, das ich im Wechsel mit der Printausgabe gelesen habe, macht dabei ihren Job sehr gut und moduliert mit ihrer Stimme passend zu Emotionen und Handlung.

Sehr gespannt bin ich schon auf den zweiten Teil und kann das Buch allen empfehlen, die gerne YA-Romantasys lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2023

Ein tolles türkisches Kochbuch!

Meine Süperküche
0

Vor einigen Jahren kam ich glücklicherweise einmal den Genuss, leckeres türkisches Essen zu probieren, das über die bekannteren Köstlichkeiten wie Börek, Pide und Köfte hinausging. Die ehemalige Kollegin, ...

Vor einigen Jahren kam ich glücklicherweise einmal den Genuss, leckeres türkisches Essen zu probieren, das über die bekannteren Köstlichkeiten wie Börek, Pide und Köfte hinausging. Die ehemalige Kollegin, die uns mit diesen Leckereien verwöhnte, sagte auf Nachfrage, sie habe keine Rezepte, da alles Familienrezepte seien, die man "ganz alltäglich kocht". Natürlich konnte ich mir das meiste, was sie übers Kochen erzählte, auch nicht merken. Umso mehr freue ich mich über das tolle Kochbuch von Meltem Kaptan.

In der Einleitung beschreibt sie nämlich genau das: ihre Mutter kocht auch meist ohne Rezept und doch gelingt es ihr sehr oft, die leckeren Gerichte sogar noch mit dem "gewissen Etwas" zu versehen, was Meltem erst gelang, nachdem sie ihrer Mutter stundenlang aufmerksam beim Kochen zusah. Meltem Kaptan ging mit ihrem Buch aber noch einen Schritt weiter: ihr deutscher Mann kochte alle Rezepte nach und verhalf ihr somit, auch kulturelle Unterschiede des Kochens zu vereinfachen. Herausgekommen ist ein fabelhaftes Kochbuch mit interessanten (kulturellen) Erklärungen zu den Rezepten, appetitlichen Bildern sowie unglaublich leckeren Ergebnissen. Toll finde ich, das die Rezepte nicht nur gut gelingen und die Gerichte überzeugen, sondern, dass sie darüber hinaus überwiegend gesund, oft vegetarisch oder sogar vegan sind. Besonders angetan hat es uns der Kichererbsensalat mit Granatapfel und Minze und meine Kinder haben Pfannkuchen-Börek in die Riege der Lieblingsessen aufgenommen.

Ein rundum gelungenes Buch, das wir nicht mehr missen möchten. Die Rezepte sind lecker, überwiegend ausgewogen sowie gesund und mit viel Liebe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2023

Eine wichtige, berühmte Persönlichkeit, über die schon Kinder Bescheid wissen dürfen

Jede*r kann die Welt verändern! - Ich bin Martin Luther King Jr.
0

Meiner Meinung nach gibt es einige berühmte Persönlichkeiten, die mit ihren Taten auch bereits für junge Kinder Vorbilder sein können. Da ich es sehr wichtig finde, dass sich auch kleine Kinder schon ungeachtet ...

Meiner Meinung nach gibt es einige berühmte Persönlichkeiten, die mit ihren Taten auch bereits für junge Kinder Vorbilder sein können. Da ich es sehr wichtig finde, dass sich auch kleine Kinder schon ungeachtet der Hautfarbe freundlich begegnen, finde ich das Buch über Martin Luther King aus der Reihe "Jede*r kann die Welt verändern!" sehr ansprechend.

Beim ersten Lesen fiel uns sofort die farbenfroh gestaltete Comicwelt positiv auf. Meinen Kindern gefiel der Zeichenstil auf Anhieb, auch wenn sie es etwas merkwürdig fanden, dass der kindliche Martin Luther King wie ein kleiner Erwachsener dargestellt wurde. Darüber lässt sich vermutlich streiten, ob so der Wiedererkennungseffekt wichtiger ist oder ob nicht eine "normal altersgerechte" Entwicklung der Hauptfigur sinnvoller wäre.
Gut gefällt mir als Erwachsene, dass Martin Luther Kings Leben und Wirken verständlich für die Kinder dargestellt wird. Durch die kurzen Texte und die passenden Illustrationen schafft es das Buch, die Kinder an den richtigen Stellen Fragen zu stellen (z.B. hilft die Polizei bzw. sollte sie nicht eigentlich helfen?). Gleichzeitig bekommen sie ein Gespür dafür, wie die Situation der Schwarzen vor einigen Jahrzehnten war und warum Martin Luther King sich so für den wichtigen Kampf gegen die Rassentrennung eingesetzt hat.

Für uns war dieser Band der erste dieser Reihe, aber sicherlich nicht der letzte. Denn ich finde nicht nur das Wirken und die Geschichte hinter der berühmten Persönlichkeit Martin Luther King erfahrenswert für Kinder, sondern auch die Vorbildfunktion und das Nachdenken über wichtige Themen wie Rassentrennung und Gleichberechtigung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2023

Kann Wut über mehrere Generationen weitergegeben werden?

Verbrenn all meine Briefe
0

Alex Schulman ist es erneut gelungen einen äußerst gelungenen Roman zu schreiben, der einen regelrecht fesselt und man unbedingt tiefer in die Vergangenheit der Protagonisten eintauchen möchte.

Für diesen ...

Alex Schulman ist es erneut gelungen einen äußerst gelungenen Roman zu schreiben, der einen regelrecht fesselt und man unbedingt tiefer in die Vergangenheit der Protagonisten eintauchen möchte.

Für diesen Roman hat sich Alex Schulmann seiner eigenen Geschichte bzw. der seiner Großeltern bedient, wenngleich er klarstellt, dass es sich trotz der Parallelen um eine fiktive Geschichte handelt. Allein schon aufgrund der Parallelen fand ich es interessant, mehr über den Protagonisten Alex und seinen oft wütenden Großvater zu erfahren. Ich wollte von Anfang an wissen, was die große Wut in diesem Mann wohl zutage gebracht hat und auch, wie sich dies über Generationen hinweg weiterverbreiten konnte. Man wird während der Lektüre an vielen Stellen das starke Gefühl, nicht los dass sich Schulman aus eigener Erfahrung heraus sehr gut in die Protagonisten einfühlen kann. Mit einer interessanten und abwechslungsreichen Wortwahl gelingt es Schulman ausgesprochen gut, die Geschichte von Alex und seinem Großvater zu erzählen. Das dabei gezeichnete Bild der Protagonisten hat mich von Anfang an überzeugt und in seinen Bann geschlagen.

Auch wenn das Buch an manchen Stellen etwas bedrückend ist, so war es für mich doch ein literarischer Genuss, dieses Buch zu lesen. Alex Schulman gelingt es, spannend und ansprechend eine persönlich inspirierte Geschichte zu erzählen, die man nicht mehr weglegen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere