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Lenna

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2021

Erschreckend

Der Gesang der Berge
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"Der Gesang der Berge" hat mich von Anfang bis Ende sehr beeindruckt und berührt. Ich muss gestehen, dass ich mich mit Vietnam und der Geschichte dieses Landes so gut wie gar nicht auskenne. Das allein ...

"Der Gesang der Berge" hat mich von Anfang bis Ende sehr beeindruckt und berührt. Ich muss gestehen, dass ich mich mit Vietnam und der Geschichte dieses Landes so gut wie gar nicht auskenne. Das allein war für mich schon ein Grund dies mit dem Buch zu ändern - und was soll ich sagen, es ist einfach nur erschreckend was dieses Land und seine Bewohner*innen alles durchmachen mussten! Im Mittelpunkt steht Huong und ihre Großmama Diêu Lan. Ihre Familiengeschichte wird erzählt, die stark mit den Entwicklungen des Landes verbunden ist. In Rückblicken berichtet Diêu Lan ihrer Enkelin Huong von ihrer Heimat und ihrer Vertreibung. Neben diesen Rückblicken begleitet man die beiden während des Vietnamkrieges und man muss mit den beiden so einiges durchstehen. Auf diese Weise begleitet man die Familie über mehrere Jahrzehnte und erfährt unheimlich viel über die Untaten, die Vietnam und seinen Bewohnern von ihren Besatzungsmächten angetan wurden. Ich habe still mit ihnen mitgelitten und ich war wütend über die Ungerechtigkeit der ganzen Sache. Trotzdem gab es auch immer wieder schöne Momente und besonders die vietnamesischen Sprichwörter haben mir gut gefallen!

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Veröffentlicht am 14.09.2021

Düstere Geschichte

Der letzte Rabe des Empire
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"Der letzte Rabe des Empire" erweckt die Geschichte von Jack the Ripper wieder zum Leben. Das ganze ist eine Fantasyjugendbuch mit düsterer Atmosphäre und einer aufgeweckten und sympathischen Hauptfigur. ...

"Der letzte Rabe des Empire" erweckt die Geschichte von Jack the Ripper wieder zum Leben. Das ganze ist eine Fantasyjugendbuch mit düsterer Atmosphäre und einer aufgeweckten und sympathischen Hauptfigur. Melvin ist ein Straßenjunge von London, der ganz auf sich gestellt sein Leben meistert bis er aus ihm unerfindlichen Gründen in die Mordserie Jack the Rippers hineingezogen wird. Dabei lernt er neue und sehr mysteriöse Freunde kennen, die ihn unterstützen und beschützen. Mir haben besonders die liebenswürdig gestalteten Figuren gefallen, die mir alle sofort sympathisch waren - natürlich abgesehen von den Bösewichten der Geschichte.

Zunächst hatte ich Startschwierigkeiten und kam nicht gut in die Geschichte hinein. Die vielen und schnellen Persepektivwechsel haben mich verwirrt. Die kurzen Kapitel gaben nur wenig Informationen, sodass man etwas orientierungslos war. Dies legte sich jedoch mit der Zeit und die Perspektivwechsel wurden zu kleinen Puzzleteilen, die man als Leserin gebannt zusammensteckte. Nach und nach wurde so das feine Beziehungsgeflecht der Figuren sichtbar, was ich unheimlich faszinierend fand! An Spannung fehlte es definitiv auch nicht, sodass ich nach der kurzen Irritation am Anfang das Buch, dieses nicht mehr aus der Hand legen konnte und wollte.

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Veröffentlicht am 09.09.2021

Zwischen Witz und Wut

Barbara stirbt nicht
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Im Roman von Alina Bronsky "Barbara stirbt nicht" hat mich vor allem die Hauptfigur des Walter Schmidt fasziniert, amüsiert und zur Weißglut getrieben. Herr Schmidt ist ein alter Mann - wie alt erfährt ...

Im Roman von Alina Bronsky "Barbara stirbt nicht" hat mich vor allem die Hauptfigur des Walter Schmidt fasziniert, amüsiert und zur Weißglut getrieben. Herr Schmidt ist ein alter Mann - wie alt erfährt man nicht - der so gut wie alle Vorurteile zu besitzen scheint, die es so gibt. Als seine Frau eines Tages zum Pflegefall wird, steht Herr Schmidt vor der wohl größten Aufgabe seines Lebens: seine Frau zu versorgen so wie sie ihn jahrelang mit allem versorgt hat. Dabei entstehen solch skurrile Situationen, die man sich kaum vorstellen kann. Vieles birgt eine richtige Situationskomik, die mich trotz der verzwickten Situation zum Lachen brachte. Herr Schmidt wusste beispielsweise nicht einmal wie man einen ganz normalen Kaffee zubereitet. Dass hierbei nur Chaos entstehen kann, ist wohl fast schon selbstverständlich. Neben diesen komischen Elemente gab es aber auch immer wieder Aussagen und Verhaltensweisen des Herrn Schmidts, die mich einfach nur fassungslos, wütend und schockiert zurückgelassen haben. Er ist definitiv keine einfach Figur und ich war mir nie sicher, ob ich ihn nun leiden kann oder nicht. Etwas irritiert hat mich auch das Ende des Buches, da ich gerne noch viel mehr erfahren hätte. "Barbara stirbt nicht" und seine Hauptfigur Walter Schmidt haben mich fasziniert und sie haben mir für viele Vorurteile, die immer nicht existieren, die Augen geöffnet.

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Veröffentlicht am 02.09.2021

Traurig

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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Die gute erste Hälfte des Buches "Das geheime Leben des Albert Entwistle" hat mich traurig und gleichzeitig wütend gemacht. Man lernt Albert in seinem zurückgezogenen Leben kennen, spürt seine Einsamkeit ...

Die gute erste Hälfte des Buches "Das geheime Leben des Albert Entwistle" hat mich traurig und gleichzeitig wütend gemacht. Man lernt Albert in seinem zurückgezogenen Leben kennen, spürt seine Einsamkeit und seine Hemmschwelle gegenüber sozialer Interaktion. Man fragt sich warum? Stück für Stück erfährt man dann mehr über Albert - auch über die kleineren Rückblenden, die Ausschnitte aus seiner Vergangenheit enthüllen. Am liebsten hätte ich Albert in den Arm genommen und hätte ihm erklärt, dass es okay sei zu lieben - egal wen man möchte! Seine Geschichte hat mich wirklich mitgenommen und ich war wahnsinnig wütend darüber, dass er aufgrund seiner Sexualität so leiden musste! Albert ist eine sehr liebenswürdige Figur, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe - wahrscheinlich war ich deshalb auch so aufgebracht!
Das Buch ist aber nicht nur traurig, denn Albert beschließt nach einem weiteren Schicksalsschlag sein Leben grundlegend zu verändern. Mit dieser Entscheidung beginnt sich auch die Stimmung zu verändern und man erlebt wie Albert aus seinem Schneckenhaus hervorkommt. Diese Entwicklung hat mir richtig gut gefallen und ich habe mich riesig für ihn mit gefreut! Besonders schön fand ich die neu geschlossenen Freundschaften von ihm! Auch alle anderen Figuren waren sehr herzlich gestaltet und ich war froh, dass sie Alberts Leben bereicherten! Das Buch hat mich traurig und wütend gemacht, am Ende jedoch auch richtig glücklich.

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Veröffentlicht am 31.08.2021

Erschreckend realistisch

Heimatsterben
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"Heimatsterben" von Sarah Höflich hatte mich von der ersten Seiten bis zum Ende gepackt. Sarah Höflich zeichnet in ihrem Buch ein erschreckend realistisches Bild eines Deutschland, das man ihr von Anfang ...

"Heimatsterben" von Sarah Höflich hatte mich von der ersten Seiten bis zum Ende gepackt. Sarah Höflich zeichnet in ihrem Buch ein erschreckend realistisches Bild eines Deutschland, das man ihr von Anfang bis Ende abkauft. Viele der aufgezeigten politischen Entwicklungen - vor allem der Ruck nach Rechts - waren so authentisch in Szene gesetzt, dass ich oft Fiktion und Realität kaum voneinander trennen konnte. Ich hatte oft eine dicke Gänsehaut, da ich Parallelen zu unserer jetztigen politischen Situation finden konnte. Zwischendurch musste ich das Buch immer mal wieder weglegen, weil das Ganze mir zu heftig wurde - einfach weil es so real wirkte. Die Familiengeschichte die in die ganze explosive politische Mischung hineingewoben ist, kommt dabei fast schon zu kurz. Man verliert sie zwischenzeitlich fast schon aus den Augen, weil alles andere so wahnsinnig spannend ist. Trotzdem trägt auch sie dazu bei, dass man das Buch kaum aus der Hand legen will, obwohl es einem eine Gänsehaut beschert. Mich hat "Heimatsterben" nachdenklich zurück gelassen und mich daran erinnert, dass egal wie schlecht die Lage sein mag - man sich auf die Familie verlassen kann.

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