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Veröffentlicht am 16.02.2023

10. Fall - Jubiläum für Rosa und Rudi

Tote Lämmer lügen nicht
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Mit „Tote Lämmer lügen nicht“ feiern Dorfpolizist Rudi und Hobbydetektivin Rosa ihr Jubiläum, denn dies ist bereits der zehnte Fall für die beiden. Ich muss gestehen, dass ich weder die Autorin Christiane ...

Mit „Tote Lämmer lügen nicht“ feiern Dorfpolizist Rudi und Hobbydetektivin Rosa ihr Jubiläum, denn dies ist bereits der zehnte Fall für die beiden. Ich muss gestehen, dass ich weder die Autorin Christiane Franke noch Cornelia Kuhnert kannte oder gar einen ihrer Ostfriesen-Krimis gelesen habe. Keine Ahnung warum, aber dem ist leider so und so feierte ich mein Lesedebüt!

Allein schon das Cover ist ein wahrer Hingucker und nachdem ich den Klapptext gelesen hatte, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss.

Der flüssige und leichte Schreibstil der beiden Autorinnen hat mich angenehm überrascht und entführte mich bereits ab der ersten Seite nach Neuharlingersiel. Auch wenn ich die vorherigen neun Bände nicht kenne, so hatte ich keine Probleme mich mit den Charakteren anzufreunden. Dorfpolizist Rudi ist alleinerziehender Vater eines Sohnes und liebt seinen Job. Lehrerin Rosa ist eine begeisternde Hobbydetektivin und steckt, zum Leidwesen der hiesigen Polizei, ihre Nase in jeden Fall, die sie manchmal sogar in brenzlige Situationen bringt. Hauptoberkommissar Schnebel ist ein Wichtigtuer und am liebsten wäre es, wenn er jeden seiner Fälle nach seinen Methoden lösen dürfte. Dies sind nur drei Hauptfiguren, die in der Krimireihe eine bedeutende Rolle spielen. Ganz egal welche Person wir hier herausnehmen würden, auf mich wirkten sie allesamt authentisch und lebensnah. Durch ihre Anwesenheit bereichern sie die Geschichte und ich würde ungern auf einer dieser Hauptfiguren verzichten wollen. Dies ist aber nur ein Punkt, womit das Autorenduo punkten kann. Franke und Kuhnert verstehen ihr Handwerk und wissen ganz genau, womit sie ihre Leserschaft begeistern können: mit der Handlung! Hierbei handelt es sich um einen sehr humorvollen und gut durchdachten Krimi, der wirklich großen Spaß macht. Rosa, die ehrenamtlich für einen Wohltätigkeitsverein Essen für alleinstehende Männer verteilt, vermisst Lenny Kramer. Kurz darauf beschließt sie Lenny das Essen vorbei zu bringen, aber was sie dort in seiner Wohnung findet ist alles andere als erfreulich: Lenny liegt erschossen in seinem Wohnzimmer. Sofort beginnen Rudi und sein Team mit den Ermittlungen. Schnell sind einige Tatverdächtige gefunden, aber sind es wirklich die Täter? Als kurz darauf auch noch die Leiche von Gerhard Janßen, dem Deichschäfer, gefunden wird, steht der Fall kurz vor der Auflösung oder etwa doch nicht? Während des Lesens merkte ich, wie mich dieses Buch mehr und mehr in seinen Bann zog und ich es kaum noch aus den Händen legen wollte. Zu jedem Zeitpunkt musste ich wissen, wer der oder die Täter sind. Genauso sollte ein perfekter Krimi sein: fesselnd und durch seine diversen Wendungen den Leser an den Fall binden. Auf knapp 260 Seiten (Personenliste und Rezeptteil abgezogen) habe ich mitgerätselt, aber den Fall konnte ich nicht lösen. Ein Ende, mit dem ich so nicht gerechnet habe. Einfach perfekt und brillant ausgearbeitet und umgesetzt. Wow….mein Kompliment an beide Autorinnen!

Wie schon erwähnt, befindet sich am Ende des Buches eine Liste mit all den Personen, die mitwirken. Falls jemand auch noch Appetit bekommen haben sollte, stehen alle Rezepte der Köstlichkeiten, die ebenfalls einen Platz in diesem Buch gefunden haben, im Anhang. Viel Spaß beim Nachkochen bzw. Backen!


Ein Regionalkrimi, der einerseits spannend ist, aber anderseits auch Lust auf mehr macht. Dies ist definitiv nicht mein letzter Fall von Rosa und Rudi.

5 von 5 Sternen und ein unbedingtes Muss für Krimifans!

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Marianne und der Familienbetrieb

Die Frauen vom Lindenhof - Ein Neuanfang für uns
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Nach einigen Buchprojekten von Claudia Hornung und Andrea Bottlinger haben die beiden Autorinnen (Katharina Oswald) sich nun zusammengetan und ihr neustes Werk „Die Frauen vom Lindenhof“, das im Januar ...

Nach einigen Buchprojekten von Claudia Hornung und Andrea Bottlinger haben die beiden Autorinnen (Katharina Oswald) sich nun zusammengetan und ihr neustes Werk „Die Frauen vom Lindenhof“, das im Januar 2023 im Fischer Verlag erschienen, vorgelegt. Ich muss leider gestehen, dass ich weder die beiden kenne, noch eins ihrer Bücher gelesen habe und so wurde dieser Roman auch mein Debüt. Seit einigen Jahren bin ich ein großer Fan von historischen Romanen bzw. Familiensagas und daher auch immer wieder auf der Suche nach interessanten Geschichten. Das Cover hat mich sofort angesprochen und nachdem ich den Klapptext gelesen hatte, war meine Neugierde geweckt und ich wusste, dass ich das Buch unbedingt lesen muss.

Der flüssige und leichte Schreibstil der beiden Autorinnen hat mich angenehm überrascht und gefiel mir auf Anhieb. Bereits nach der ersten Seite merkte ich, wie mich dieses Buch immer mehr und mehr in seinen Bann zieht und ich in Mariannes Geschichte ein – und abtauchte. Den Roman konnte bzw. wollte ich kaum noch aus den Händen legen. Zu jedem Zeitpunkt musste ich wissen, wie die Handlung weitergehen wird. Wird Marianne ihren Traum verwirklichen oder nicht? Nicht nur der Erzählstil gefiel mir, auch die Charaktere waren ein perfekt. Authentisch und lebensnah wurden sie eingefangen und wieder gespiegelt. Irgendwie hatte ich fast den Eindruck, dass ich sie alle schon seit Jahren kenne, so vertraut waren sie mir. Ich könnte noch nicht einmal schreiben, wer mir besonders gut gefallen hat. Jede einzelne Person hatte ihren Platz und bereicherte die Geschichte. Zu den brillanten Figuren gesellt sich eine perfekte Kulisse. Nicht nur die Umgebung von Hohenlohe um 1953 wurde detailliert beschrieben, sondern auch die Schreinerei. Wer schon einmal in einer Schreinerei besucht hat, kennt den Duft von frisch geschnittenem Holz, den feinen Staub, der noch in der Luft schwebt oder die Hobelspäne, die auf dem Fußboden liegen und genau dieses Bild hatte ich während meiner gesamten Lesezeit permanent vor Augen. Einfach herrlich! Jetzt aber zu der Handlung. Marianne, die älteste Tochter der Familie Wagner lebt mit ihrer Mutter, ihrem Großvater und den beiden jüngeren Schwestern (Henni und Lottchen) auf dem Hof, wo auch die Schreinerei ihres Vaters steht. Nach dessen Tod wurde der Betrieb eingestellt und das Gebäude verfällt immer mehr. Marianne, die die Arbeit mit Holz immer geliebt hat, möchte die Schreinerei „wieder zum Leben“ erwecken. Nur wie? Ohne Geld und dann noch als Frau, der man eine Geschäftsführung schon gar nicht zutraut. Marianne weiß, dass sie kämpfen muss und mit ihrer Idee könnte es vielleicht klappen. Aber nicht nur beruflich, sondern auch privat hat sie einige Hürden zu meistern. Ihre Liebe zu dem geheimnisvollen Alexandre ist bei den Dorfbewohnern ein Dorn im Auge. Werden die beiden dennoch eine Zukunft haben oder wird Alexandre Hohenlohe verlassen, um seinen Traum zu verwirklichen?

Die beiden Autorinnen Katharina Oswald haben einen warm herzigen und wunderschönen Roman über eine starke Frau namens Marianne Wagner geschrieben. Als Leserin fieberte ich mich durch die Geschichte. Zum einen freute man sich, wenn der eine oder andere Erfolg gefeiert wurde, aber zum anderen litt man auch, wenn Marianne „die berühmten Steine“ in den Weg gelegt wurden. Schade, dass das 440seitige Buch so schnell ausgelesen war. Zum Glück dauert es nicht mehr lange, am 24.05.2023 (ebenfalls im Fischer Verlag) der zweite Band Die Frauen vom Lindenhof „Zusammen können wir träumen“. Ich freu mich auf ein Wiedersehen auf dem Lindenhof.

Kaum hat dieses Jahr begonnen, schon habe ich, dank dieses Auftaktbandes, schon mein erstes Lesehighlight 2023. So kann es weitergehen.

5 von 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung obendrauf!

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Veröffentlicht am 04.02.2023

Eine spannende Fortsetzung

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe (Hafenärztin 3)
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Nach den Veröffentlichungen von Die Hafenärztin („Ein Leben für die Freiheit der Frauen /Bd. 1“ und „Ein Leben für das Glück der Kinder /Bd.2“) hat Henrike Engel nun mit Band 3 „Ein Leben für das Recht ...

Nach den Veröffentlichungen von Die Hafenärztin („Ein Leben für die Freiheit der Frauen /Bd. 1“ und „Ein Leben für das Glück der Kinder /Bd.2“) hat Henrike Engel nun mit Band 3 „Ein Leben für das Recht auf Liebe“, der im Dezember 2022 im Ullstein Verlag erschien, vorgelegt. Da ich bereits die ersten beiden Teile schon mit großer Begeisterung gelesen habe, wollte ich nun auch wissen, wie es mit der Ärztin Anne von der Zwaan (Anne Fitzpatrick) und dem Kommissar Berthold Rheydt weitergehen wird. Nun endlich geht auch für mich die Reise weiter

Wer schon die vorherigen Bücher der Autorin kennt, weiß den flüssigen und leichten Schreibstil zu schätzen, der mich erneut begeistern konnte. Seite für Seite zog mich der Roman mehr und mehr in seinen Bann und so konnte ich relativ schnell in die Geschichte um die Hafenärztin ein und abtauchen. Dies ist eindeutig auf den exzellenten Erzählstil zurück zu führen. Zudem merkte ich, mit wieviel Herzblut Henrike Engel die Fortsetzung geschrieben hat. Wichtige Informationen und Fakten hat sie aus der Zeit zusammengetragen, um diese auszuwerten und sie perfekt in die Handlung einzuweben. Dieses Hintergrundwissen trägt dazu bei, dass der Leser eine Menge über die Beziehung zwischen China und Hamburg im 19. Jahrhundert erfährt, die im zweiten Weltkrieg mit den Nazis endete. Eine spannende Zeitreise, die durch die authentischen Charaktere zu einem wahren Highlight wird. Die Hafenärztin Anne Fitzpatrick stellt sich ihrer Vergangenheit und kehrt als Anne von der Zwaan nach Hamburg zurück, wo sie weiterhin als Ärztin arbeitet. Als bei ihrem Arbeitseinsatz eine junge Chinesin stirbt, will sie nur eins: die Täter fassen und sie zur Rechenschaft ziehen. Aber alleine wird sie dies nicht schaffen und so holt Kommissar Berthold Rheydt mit „ins Boot“. Für ihn steht schnell fest, dass die Handschrift, wie das Opfer starb, nur einem zugeordnet werden kann: dem Hafenmörder! Aber war er es wirklich, denn seit seiner letzten Tat ist er untergetaucht. Eine akribische Spurensuche beginnt. Aber nicht nur beruflich steht er vor einigen Problemen, auch privat. Helene Curtius weckt bei ihm Gefühle, die er seit dem Tod von Frau und Sohn nie mehr erlebt hat. Wird er seinen Gefühlen nachgeben und Helene seine Liebe gestehen?

Fortsetzungsromane sind immer einer gewissen Anforderung ausgesetzt. Können sie dem vorherigen Band standhalten oder werden sie besser bzw. schlechter? Die ersten Romane hatten (für mich) die Messlatte schon ziemlich weit nach oben gelegt. Nach Beendigung des dritten Bandes kann ich aber eins schreiben: auch dieser Teil braucht sich nicht zu verstecken. Ganz im Gegenteil. Selbst wenn es hier und da einige Wiederholungen gibt, so geht die Geschichte um Anne von der Zwaan spannend weiter. Für mich war es ein sehr durchdachter Fall und auch die Weiterentwicklung der einzelnen Personen fand ich sehr authentisch und lebensnah.

Angeblich soll es noch einen vierten Fall geben, dem wäre ich nicht abgeneigt. Zu gerne würde ich gerne wissen, wie es mit Anne oder Berthold weitergehen wird.

Volle Punktlandung (5 Sterne) und oben drauf gibt es eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.01.2023

Tolle Fortsetzung

Die Kinder von Schönbrunn (Die Schönbrunn-Saga 2)
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Nachdem im Januar 2022 der Auftaktroman (Die Frauen von Schönbrunn) der Schönbrunn-Saga erschien, hat Beate Maly nun ihr neustes Werk „Die Kinder von Schönbrunn“, das im Januar 2023 im Ullstein veröffentlicht ...

Nachdem im Januar 2022 der Auftaktroman (Die Frauen von Schönbrunn) der Schönbrunn-Saga erschien, hat Beate Maly nun ihr neustes Werk „Die Kinder von Schönbrunn“, das im Januar 2023 im Ullstein veröffentlicht wurde, vorgelegt. Mit großer Begeisterung hatte ich den ersten Teil gelesen und wartete neugierig auf die Fortsetzung, die nun endlich im Buchhandel erhältlich ist.

Wer schon das eine oder andere Buch der Autorin gelesen hat, weiß den flüssigen und leichten Schreibstil zu schätzen. Bereits nach wenigen Sekunden hatte mich dieser in seinen Bann gezogen und ich wollte bzw. konnte den Roman kaum noch aus den Händen legen. Ich flog quasi nur so durch die Seiten. Beate Maly kann aber nicht nur mit ihrem bezauberten Erzählstil punkten, sondern auch mit den Charakteren, die erneut sehr authentisch und lebensnah dargestellt worden sind. Für mich war dies auch so eine Art nach Hause kommen, da ich die Hauptfiguren wie z.B. Emma, Greta und Julius schon kannte und so freute ich mich auf ein Wiedersehen. Aber nicht nur die drei genannten konnten mein Herz erobern, auch der kleine Emil oder Gisi, die Tochter von Greta. Eigentlich ist es ziemlich gleich, wenn man hier herausnehmen würde, denn jeder hat seinen Platz und bereichert durch seine Anwesenheit die Geschichte. Die Handlung ist der perfekte Anschluss an Band eins. Der Krieg ist zu Ende, aber Greta muss einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Ihr Mann Gustav ist aus dem Krieg nicht mehr Heim gekommen und gilt als vermisst. Tiefe Trauer lähmt sie, aber ihre kleine Tochter Gisela ist ihr ein und alles. Im Schönbrunn trifft sie auf eine junge Frau, die sich zu einer Ausbildung als Erzieherin anmelden möchte. In Greta erwacht sowas wie Neugierde und sie beschließt ebenfalls sich anzumelden. Eine Arbeit mit Kindern würde ihr Freude bereiten, aber schon bald stößt sie auch Widerstand und Konflikte. Ihr Ausbilder Michael Brenner scheint einige ihrer Meinungen zu teilen, aber nicht nur das: er hat sich in Greta verliebt. Wird sie es schaffen, Gustav loszulassen, um sich auf eine neue Liebe einzulassen?

Auch bei diesem Roman merkte ich, wieviel Herzblut Beate Maly wieder in ihr Werk gesteckt hat. Erneut hat sie zahlreichen Recherchen getätigt und sämtlicher Fakten zusammengetragen, um sie auszuwerten und gekonnt in ihre Geschichte einzuweben, so dass am Ende ein Roman entsteht, der auf einer wahren Begebenheit basiert. Ich fand es sehr informativ, dass man das Schloss Schönbrunn tatsächlich als Kinderheim und Ausbildungsstätte genutzt hat. Dies ist aber nur ein Punkt, der mich begeistert zurückließ. Ich fand das Gesamtkonzept um Greta sehr stimmig und mir gefiel die Weiterentwicklung der jungen Frau. Schade nur, dass die Geschichte um Schlossbrunn (vorerst) auserzählt sein soll. Vielleicht gibt es doch noch einen dritten Band.

Ein wunderschöner Roman, der ein tolles Setting, mit authentischen Charakteren und eine emotionale Geschichte besitzt. Für mich hat sich die Reise nach Schönbrunn mehr als nur gelohnt.

5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung oben drauf.

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Veröffentlicht am 17.01.2023

Die Malerin Vanessa Bell

Die Liebenden von Bloomsbury – Vanessa und die Kunst des Lebens
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Nach ihrer Veröffentlichung von „Die Liebenden von Bloomsbury – Virginia und die neue Zeit“ hat Stephanie H. Martin nun Band zwei ihrer Trilogie „Die Liebenden von Bloomsbury – Vanessa und die Kunst des ...

Nach ihrer Veröffentlichung von „Die Liebenden von Bloomsbury – Virginia und die neue Zeit“ hat Stephanie H. Martin nun Band zwei ihrer Trilogie „Die Liebenden von Bloomsbury – Vanessa und die Kunst des Lebens“, der im Januar 2023 im Aufbau Verlag erschienen ist, vorgelegt. Nachdem ich mit großer Begeisterung den Auftakt dieser Reihe gelesen habe, wollte ich nun mehr über Virginias Schwester Vanessa erfahren und endlich geht es weiter.

Wer schon den vorherigen Band gelesen hat, kennt bereits den flüssigen und leichten Schreibstil der Autorin und weiß diesen zu schätzen. Bereits nach den ersten Seiten tauchte ich in Vanessas Geschichte ein und ab. Stephanie H. Martin weiß ganz genau, womit sie ihre Leserschaft in ihren Bann ziehen kann. Nicht nur mit ihrem exzellenten Erzählstil kann sie punkten. Sie hat es zudem geschafft, die Atmosphäre der damaligen Zeit brillant einzufangen und wieder zu spiegeln, so dass ich das Gefühl hatte, ich befände mich mitten im Geschehen. Wow, so ein Feeling schaffen die wenigsten Autoren. Aber nicht nur die perfekt eingefangene Kulissenbeschreibung trägt dazu bei, dass ich den Roman so liebte. Zum einem war es die akribische und detaillierte Arbeit der Autorin, die Fakten und Informationen über Vanessa Bell zusammengetragen und ausgewertet hat, um sie dann gekonnt in die Handlung einfließen zu lassen. Zum anderen waren es die authentisch dargestellten die Charaktere. So stelle ich mir den einen oder anderen Künstler vor: lebensfroh, launisch, selbstkritisch und mit ihren Werken meistens unzufrieden. Im ersten Band durfte ich Virginia Woolfs Leben kennen lernen, wo natürlich auch ihre Schwester Vanessa Raum bekam. Jetzt dreht sich vornehmlich alles um Vanessa Bell, die verheiratet mit Clive und ihren beiden Kindern in London lebt. Eine glückliche Ehe ist es zwar nicht, aber sie geben sich jeweils die Freiheiten ihr Leben, mit all seinen Vorzügen, zu genießen. Als Vanessa auf Roger Fry trifft, meint sie den Mann fürs Leben getroffen zu haben. Er beflügelt sie regelrecht und dies nicht nur im künstlerischen Bereich. Zum ersten Mal spürt sie eine Leidenschaft, die sie mit ihrem Ehemann noch nie wahrgenommen hat. Aber kann sie Roger Fry wirklich für sich gewinnen?

Für ihre Schwester Virginia läuft es nicht so gut. Sie heiratet zwar Leonard Woolf, der eigentlich der perfekte Ehemann für sie wäre, aber glücklich wird sie dennoch nicht. Ihre Krankheit hält sie in Schach und verhindert, dass sie an ihren Werken weiterarbeiten kann. Mit viel Liebe und Geduld schafft Leonard es, dass Virginia wieder am Leben teilnehmen kann.

Natürlich darf die damalige Künstlerszene um 1910 auch hier wieder nicht fehlen und so erhält der Leser erneut einen sehr guten Einblick in das Geschehen.

Stephanie H. Martin hat es erneut geschafft, nicht nur einen historischen Roman zu schreiben. Sie nimmt ihre Leser auf eine künstlerische Reise mit, aber vor allen Dingen, gibt sie Virginia Woolf einen Raum sie und ihr damaliges Leben näher kennenzulernen. Zumindest hat sie es bei mir geschafft. Jetzt warte ich voller Vorfreude auf Band 3 „Die Liebenden von Bloomsbury – Vita und der Garten der Liebe“ (erscheint voraussichtlich Frühjahr 2023im Aufbau Verlag).

4 von 5 Sternen.

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