Profilbild von Lesebienchen

Lesebienchen

Lesejury Star
offline

Lesebienchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lesebienchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.06.2022

Bewegend und mittreißend erzählt

Berlin Friedrichstraße: Tränenpalast
0

Nachdem ich mit großer Begeisterung den ersten Teil „Novembersturm – Berlin Friedrichstrasse“ von Ulrike Schweikert gelesen habe, wartete ich schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung, dieser ist nun unter ...

Nachdem ich mit großer Begeisterung den ersten Teil „Novembersturm – Berlin Friedrichstrasse“ von Ulrike Schweikert gelesen habe, wartete ich schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung, dieser ist nun unter dem Titel „Tränenpalast – Berlin Friedrichstrasse“ im rowolt Verlag erschienen. Endlich geht die Geschichte um Lilli und deren Freunden weiter
Wie schon im ersten Band konnte mich auch hier der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin in seinen Bann ziehen. Ulrike Schweikert ist eine der wenigen Autorinnen, die weiß womit sie ihre Leserschaft begeistern kann. Sie hat ein unglaubliches Talent ihre Worte bildhaft dem Leser nahe zu bringen, so dass man fast meint, man sei Teil dieser Geschichte. Unglaublich und während des Lesens lief mein Kopfkino auf Hochtouren. Wer dieses Buch liest, wird ziemlich schnell merken, mit wieviel Herzblut die Autorin diesen Roman geschrieben hat. Akribisch hat sie sich durch zahlreiche Fakten und Informationen gearbeitet und ausgewertet, um diese dann in ihre Geschichte einzuweben. Gerade dies ist es, was ich so an historischen Romanen so liebe: eine fiktive Handlung, die durch historische Begeben-heiten ihre Authentizität unterstreicht, so dass man meinen könnte, die Geschichte hätte sich genauso in Berlin abgespielt. Der erste Teil endet Anfang der 30erJahre und seitdem sind einige Jahre vergangen. Mittlerweile befinden wir uns in der schrecklichsten Zeit, die die Welt je zu Gesicht bekommen hat und genau von dort an startet diese Reise. Der zweite Weltkrieg ist voll im Gange und grausame Szenarien sind leider an der Tagesordnung. Wie viele bereits wissen, gehört Berlin zu den Städten, die am meisten zerstört worden sind und genau diese Bilder hatte ich vor Augen. Sirenenalarm, Flucht in den Bunkern, Bombenangriffe, zerstörte Häuser, sowie zahlreiche Verletzte und Tote. Ein Grauen, dass die Hinterbliebenen nicht mehr vergessen werden, wie auch die Hauptcharaktere Lilli, Johannes, Carla, Ella oder Ines, nur um einige zu nennen. Schonungslos und unverblümt erzählt die Autorin auch von dem Einmarsch der Russen, die vor nichts und niemanden abschreckten. Ihre Gräueltaten machen nicht nur sprachlos, sondern auch wütend. Man ist regelrecht schockiert, dass sowas stattgefunden hat. Trotz der schrecklichen Ereignisse halten die Freunde zusammen und überstehen selbst diese grauenvolle Zeit. Wenn es ein erklärtes Ziel der Freunde gab, dann war es ein Stück von der Normalität in ihr Leben bringen, aber so einfach war dies nicht. Aber aufgeben gab es nicht und es ist wirklich sehr interessant und zugleich spannend wie Lili und Co ihr Leben meistern. Wer jetzt meint, Lillis Geschichte spielt sich nur im Krieg ab, der irrt. Ulrike Schweikert erzählt wie es politisch im Ostteil von Berlin weitergeht. Ein neues Regime, Mauerbau, Flüchtlingspolitik und sogar der Mauerfall spielen hier eine Rolle. Mir machte es unglaublich viel Spaß Lilli und ihre Freunde über zwei Bände zu begleiten. Ihr bewegendes Leben zu verfolgen, sich mit ihnen zu freuen oder zu leiden.

Anschaulich, bewegend, informativ und spannend zugleich ist diese zweitteilige Reihe Berlin Friedrichstrasse. Wer historische Bücher liebt, der MUSS dieses Buch unbedingt gelesen haben.
5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.05.2022

Ein starker zweiter Teil

Die Hofgärtnerin − Sommerleuchten
0

Mit „Sommerleuchten“ hat Rena Rosenthal nun den zweiten Band zu ihrer erfolgreichen Trilogie „Die Hofgärtnerin“ vorgelegt, der nun im Penguin Verlag erschienen ist. Leider muss ich gestehen, dass ich weder ...

Mit „Sommerleuchten“ hat Rena Rosenthal nun den zweiten Band zu ihrer erfolgreichen Trilogie „Die Hofgärtnerin“ vorgelegt, der nun im Penguin Verlag erschienen ist. Leider muss ich gestehen, dass ich weder die Autorin noch den ersten Teil dieser Reihe kenne. Das hat mich nicht davon abgehalten, dieses Buch zu lesen. Trotz der nicht vorhandenen Vorkenntnisse bin ich recht gut in die Geschichte hineingekommen, dennoch würde ich jedem Leser raten, mit dem ersten Teil zu beginnen. Während des Lesens merkte ich rechtschnell, dass mir hier und da einige Informationen und Details zu den vorangegangenen Ereignissen fehlen.
Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin hat mich angenehm überrascht und ließ mich sofort in die Geschichte der Hofgärtnerei ein- und abtauchen. Der bildhafte Erzählstil sorgt sofort für ein brillantes Kopfkino und so entstanden zahlreiche Bilder von der perfekt eingefangenen Kulisse und Charakteren, die authentisch und sehr zeitgemäß dargestellt worden sind. Die Geschichte dreht sich in erster Linie um Marleene und Julius, die nach dem Verlassen der familiären Hofgärtnerei nun ihre eigene aufmachen möchten. Nur wo und wovon? Als ihr gemeinsamer Traum fast zu zerplatzen drohte, bekommen sie ein tolles Angebot. Allerdings müssen sie es schaffen, ihre Gärtnerei innerhalb kürzester Zeit aufzubauen und mit ihren Pflanzen an der Hamburger Gartenschau teilnehmen. Wenn sie dort auch noch den ersten Preis bekommen, hätten sie es geschafft. Ihr Weg ist hart und steinig, aber nicht nur dieser. Ihre Liebe und auch die anstehende Hochzeit stehen auf dem Prüfstein. Werden Marleene und Julius es trotzdem schaffen, ihre beruflichen und privaten Träume zu verwirklichen? Rena Rosenthal hat es geschafft, mich hautnah an den Geschehnissen rund um Hofgärtnerei teilhaben zu lassen. Von Beginn an hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich konnte bzw. wollte dieses Buch kaum noch aus den Händen legen. Zu jedem Zeitpunkt wollte, nein, musste ich wissen, wie es mit Marleene und Julius weitergehen wird. Jetzt wird der eine oder andere Leser bestimmt sagen: ein über 700seitiges Buch kann doch nur langatmig oder gar zähflüssig werden. Ganz das Gegenteil ist hier der Fall. Irgendetwas passiert immer und seien es noch so Kleinigkeiten, die mich als Leserin fesseln konnten. Es macht unglaublich viel Spaß, die beiden auf den Weg zu ihrer eigenen Gärtnerei zu begleiten.

Die Hofgärtnerei „Sommerleuchten“ von Rena Rosenthal ist ein wundervoller historischer Roman, der den Leser in die Welt einer Hofgärtnerei entführt. Eine sehr emotionale und zugleich spannende Familiengeschichte, die mich begeistert zurückließ.

Jetzt freue ich mich schon auf Band 3.
4 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.05.2022

Eine emotionale Fortsetzung

Die Landärztin - Der Weg ins Ungewisse
0

Nachdem ich mit großer Begeisterung den ersten Band der erfolgreichen Saga „Die Landärztin- Aufbruch in ein neues Leben“ von Felicia Otten gelesen habe, wartete ich nun sehnsüch-tig auf den zweiten Teil ...

Nachdem ich mit großer Begeisterung den ersten Band der erfolgreichen Saga „Die Landärztin- Aufbruch in ein neues Leben“ von Felicia Otten gelesen habe, wartete ich nun sehnsüch-tig auf den zweiten Teil „Die Landärztin - Der Weg ins Ungewisse“, der nun im Mai 2022 im blanvalet – Verlag erschienen ist. Endlich geht die Reise um Dr. Thea Graven weiter…..
Wie schon im ersten Teil hat mich der leichte und flüssige Schreibstil der Autorin wieder begeistert und so durfte bzw. konnte ich sofort in die Geschichte von Dr. Thea Graven ein- und abtauchen. Kaum hatte ich dieses Buch angefangen, zog es mich erneut in seinen Bann, der mich fast daran hinderte, dieses Buch vorzeitig aus den Händen zu legen. Zu jeden Zeitpunkt wollte ich wissen, wie es mit Thea Graven und ihrem Freund Dr. Georg Berger weitergehen wird. Auch wenn der erste Teil dieser Reihe nur ein paar Monate zurück liegt, so war ich dankbar für die kurzen Rückblicke, die die Autorin so perfekt in die Handlung einfließen lassen hat. Aber nicht nur der Schreibstil hat meine Erwartungen übertroffen, sondern auch die Charaktere, die erneut authentisch und so lebendig dargestellt worden sind, dass man glaubt, man würde sie schon jahrelang kennen. Auch die Kulissenbeschreibung war wieder ein Highlight und an jedem Ort hatte ich das Gefühl, ich wäre live vor Ort. Detailliert beschreibt sie u.a. das Schlösschen, die Kurklinik oder die Kinderabteilung. Ein wahres Kopfkino begann
Die Handlung dreht sich immer noch um Dr. Thea Graven, die in Eichenborn ihre neue Heimat gefunden hat. Beruflich und auch privat hat sich in den vergangenen Monaten einiges in ihrem Leben verändert. Sie absolviert gerade ihre Ausbildung zur Gynäkologin an der Uniklinik und steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Dr. Georg Berger. Glücklicher könnte sie kaum sein, würde Georg nicht für sie eine Hiobsbotschaft bereithalten. Zudem macht ihr gesundheitlicher Zustand ihr auch noch zu schaffen. Ein plötzlicher Zusammenbruch verändert drastisch ihr Leben, denn die Diagnose ist niederschmetternd. Thea ist nicht, wie sie glaubte, an einer Grippe erkrankt, sondern an Kinderlähmung. Für Thea bricht eine Welt zusammen. Was für eine Hiobsbotschaft hat Georg erhalten? Werden Thea und Georg das Schicksal gemeinsam meistern oder wird die Krankheit ihr Glück zerstören?

In ihrem neuen Roman erzählt Felicia Otten die Geschichte um Dr. Thea Graven weiter, die nach einigen beruflichen und privaten Schwierigkeiten endlich angekommen zu sein scheint, aber es warten neue Probleme auf sie. In diesem Band geht es in erster Linie um Kinderlähmung. Da es noch keinen Impfstoff für sie gab, war sie hochgradig ansteckend und konnte somit jeden treffen. Zudem waren die Behandlungsmethoden noch nicht ausgereift. All diese Informationen hat die Autorin in ihren akribischen Recherchen zusammengetragen und in die Handlung brillant eingewebt. So erhält der Leser wichtige Fakten über Behandlungsmethoden und Heilungschancen, so wie die schwierigen Umstände, die in den Kinderkliniken herrschten. Aber wer jetzt meint, dass es hier nur um Fakten geht, der irrt. Emotional beschreibt die Autorin den steinigen Weg, den die Ärztin in ein ungewisses Leben führt. Die emotionale Berg- und Talfahrt hat mich mehr als nur berührt. So freute ich mich über jeden kleinsten Fortschritt den Thea Graven meisterte, aber zugleich machten mich die Zustände wütend, die in der Kinderabteilung der Klinik herrschten.
Das Ende dieser Saga war stimmig und passte perfekt. Allerdings hoffe ich noch, dass Felicia Otten vielleicht noch einen Band von der Landärztin veröffentlichen darf.

Ein emotionaler zweiter Teil, der wieder einmal nicht besser hätte geschrieben werden können. Authentisch und lebensnah.
5 von 5 Sternen und ein Muss für jeden Leser, der Familiensagas liebt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2022

Drei Geschwister - drei Schicksale

Die Pfirsichblütenschwestern
0

Die Pfirsichblütenschwestern ist das neuste Werk der Autorin Susanne Morel, dass jetzt im Mai 2022 im Droemer Verlag erschienen ist. Bereits in der Vorschau des Verlages ist mir dieses Buch bereits positiv ...

Die Pfirsichblütenschwestern ist das neuste Werk der Autorin Susanne Morel, dass jetzt im Mai 2022 im Droemer Verlag erschienen ist. Bereits in der Vorschau des Verlages ist mir dieses Buch bereits positiv aufgefallen und nachdem ich den Klapptext gelesen hatte, wusste ich, dass dies genau mein Beuteschema ist. Eine Familiengeschichte mit einem historischen Hintergrund, genau das was ich liebe.

Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin hat mich angenehm überrascht und dank des bildhaften Erzählstils entstanden sofort ein brillantes Kopfkino. Sofort stellte ich mir diese gigantische Pfirsichplantage in Frankreich vor. Es muss herrlich sein, wenn diese Obstbäume blühen und ihre Blüten so einen intensiven Geruch verströmen. Einmalig!

Aber nicht nur mit der einzigartigen Kulissenbeschreibung konnte Susanne Morel punkten, sondern auch mit den Charakteren. Diese wurden so authentisch und lebendig wiedergegeben, so dass das Gefühl entsteht, man würde sie schon seit einigen Jahren kennen. Drei Geschwister, drei Schicksale und von jedem einzelnen wurde ich in seinen Bann gezogen. Ganz egal, ob ich mich gerade in München, Allgäu oder Frankreich befand, ich war Teil ihrer Geschichte. Hautnah durfte ich die Höhen und Tiefen der drei miterleben und manchmal war ich einfach nur schockiert bzw. wütend auf die Ereignisse, die der oder demjenigen widerfahren ist. Besonders der kleine Bruder Lorenz hat mein Herz mehr als nur berührt und ich wünsche ihm, dass er all die schrecklichen Momente, die sein Leben durchkreuzten, verarbeiten kann und er ein halbwegs „normales“ Leben darf. Ich darf aber auch nicht seine zwei älteren Schwestern (Pauline und Konstanze) vergessen, die immer ein herzliches und inniges Verhältnis zueinander hatten. Die Trennung und auch die grausamen Ereignisse des Weltkrieges wirken sich nicht besonders positiv auf die beiden aus und so wird ihre Geschwisterliebe hart auf die Probe gestellt. Während des Lesens stellte ich mir öfters die Frage, wie wird es mit den drein weitergehen? Werden sie jemals ihr Glück finden? Und genau diese Fragen haben dafür gesorgt, dass ich dieses Buch kaum noch aus den Händen legen mochte. Zu jeden Zeitpunkt musste ich wissen, wie es mit den Geschwistern weitergehen wird. Zudem hat es Susanne Morel geschafft, dass ihre Geschichte, durch die Schilderung der grausamen Ereignisse des zweiten Weltkrieges, die sie so perfekt in die Handlung einfließen lassen hat, eine grandiose Authentizität erhielt. Diese menschenverachteten Geschehnisse ließen bei mir ein ums andere Mal die Wut hochkochen. Wie grausam können Menschen sein, dass sie sowas zugelassen haben? Es ist nicht nur schockierend, sondern auch unfassbar bzw. unbegreiflich.

Das Buch „Die Pfirsichblütenschwestern“ ist eine grandiose Geschichte, die alles hat, was ein brillanter historischer Roman haben sollte. Eine Familiengeschichte, die den Leser nicht nur auf eine emotionale Reise mitnimmt, sondern ihn daran teilnehmen lässt. Die zahlreichen eingestreuten Wendungen haben mich immer wieder angenehm überrascht und so blieb es bis zum Schluss spannend. Für mich ist dieses Buch ein Lesehighlight und kann es wirklich nur jeden ans Herz legen. Absolut Lesenswert und 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2022

Eine bewegende Zeitreise

Das Land, von dem wir träumen
0

Mit „Das Land, von dem wir träumen“ hat die Autorin Anna Thaler ihr neustes Werk vorgelegt, das im April 2022 im Knaur Verlag erschienen ist. Zeitgleich ist dieser Roman auch der Auftakt ihrer neuen Familiensaga, ...

Mit „Das Land, von dem wir träumen“ hat die Autorin Anna Thaler ihr neustes Werk vorgelegt, das im April 2022 im Knaur Verlag erschienen ist. Zeitgleich ist dieser Roman auch der Auftakt ihrer neuen Familiensaga, die in Südtirol spielt. Zum einen bin ich ein großer Fan von historischen Geschichten und zum anderen konnte mich der Klapptext sofort meine Neugierde wecken und so wusste ich recht schnell, dass ich dieses Buch unbedingt lesen will.

Ab der ersten Seite zog mich der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin in seinen Bann und so konnte ich in Franziskas Geschichte ein und abtauchen. Aber nicht nur der Schreibstil gefiel mir, sondern auch die Charaktere, denn diese wurden sehr zeitgemäß dargestellt. Anna Thaler hat auch darauf geachtet, dass ihre Figuren authentisch und lebensnah dargestellt wurden. Perfekt spiegelten sie das Leben auf dem Hof Ende 1920 wider. Die Handlung ist eine Mischung aus Familiengeschichte und Südtiroler Geschichte. Franziska Bruggmoser kehrt als studierte Lehrerin nach Südtirol zurück. Dort möchte sie gerne ihren Beruf ausüben, aber weil sie die italienische Sprache nicht beherrscht, darf sie nicht unterrichten. Mit diesem Verbot will sie sich nicht abfinden und gründet eine Katakombenschule. Wenn sie erwischt wird, drohen ihr harte Strafen. Aber nicht nur sie muss kämpfen auch ihr Vater hat es nicht leicht. Auf Grund der politischen Situation in Südtirol nimmt der Vater Ludwig Bruggmoser einen italienischen Namen an und heißt nun Ponte. Dieses Verhalten missfällt nicht nur Franziska, sondern auch Ludwigs Freunden und Dorfbewohnern, die sich nach und nach von der Familie abwenden. Was auch dem Hof schadet und um diesen zu retten, muss eine schnelle Lösung her. Wie wird es mit Franziska und dem elterlichen Hof weitergehen? Eine spannende und sehr bewegende Zeitreise beginnt. Während des Lesens merkte ich, dass dieses Projekt eine Herzensangelegenheit von Anna Thaler ist. Sie hat nicht nur die Geschichte um Familie Bruggmoser erschaffen, sondern sie auch noch in ein geschichtliches Zeitfenster eingebettet. Akribisch und detailliert muss die Autorin zahlreiche Fakten und Informationen zusammengetragen haben, um sie dann in die Handlung einfließen zu lassen. Leider muss gestehen, dass ich bis dato keinerlei Vorkenntnisse über die Südtiroler Geschichte hatte und so machte mir die Reise doppelt Spaß. Dank Anna Thaler durfte ich nicht nur Familie Bruggmoser kennenlernen, sondern erhielt zeitgleich einen politischen Einblick, der informativ und lehrreich war.

Die gut 340 Seiten vergingen wie im Flug und jetzt freue ich mich schon auf ein Wiedersehen mit Familie Bruggmoser. Zugern möchte ich wissen, wie es mit Franziska und Co, weitergehen wird. Dieser Roman war ein bewegende Zeitreise, die mir sehr gut gefallen hat.

4 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere