Spannende Fortsetzung der Münchner Ärztinnen
Goldene Zeiten. Die Münchner ÄrztinnenNachdem ich mit großer Begeisterung den Auftaktband „Goldene Träume“ der Trilogie „Die Münchner Ärztinnen“ gelesen habe, wartete ich voller Ungeduld, wie es mit den drei Freundinnen weitergehen wird. Im ...
Nachdem ich mit großer Begeisterung den Auftaktband „Goldene Träume“ der Trilogie „Die Münchner Ärztinnen“ gelesen habe, wartete ich voller Ungeduld, wie es mit den drei Freundinnen weitergehen wird. Im Januar 2025 war es endlich soweit. Unter dem Pseudonym Ina Bach hat Regina Ramstetter nun ihr neustes Werk „Goldene Zeiten – Die Münchner Ärztinnen“, dass im Goldmann – Verlag erschienen ist, vorgelegt. Meine Reise ins damalige München konnte, rein buchtechnisch, starten.
Wie schon beim vorherigen Teil konnte mich der bildhafte und flüssige Schreibstil erneut in seinen Bann ziehen. Dies hatte zufolge, dass ich das Buch nicht einfach so zu Seite legen konnte. Ich wollte, nein, musste wissen, wie es mit den drei Freundinnen weitergeht. Wer bereits schon den ersten Band gelesen hat, kennt die authentischen und detaillierten Charaktere. Für mich war es eine Art Wiedersehen unter Freunden.
Wo der erste Teil im Jahr 1899 endet, starten wir im Herbst 1902.
Lulu, Fanny und Elsa verfolgen immer noch ihren großen Traum: eines Tages und ganz offiziell Medizin an einer Münchner Universität studieren zu dürfen. Aber die Verwirklichung erweist sich steiniger als gedacht. Das Königreich Bayerns ist immer noch gegen die Zulassung von Frauen an der Uni, aber dass hält die drei Freundinnen nicht davon ab, dafür zu kämpfen, dass dies bald geändert wird. Bevor sie überhaupt über ein mögliches Studium nachdenken, müssen sie zuvor die Abiturprüfungen erfolgreich ablegen. Was letzteres anbelangt ist Lulu weniger zuversichtlich. Sie hat Angst, dass sie die Prüfung nicht bestehen wird und somit das Studium abschreiben kann.
Währenddessen arbeitet Elsa weiterhin in der Kinderklinik als Wächterin und dieser Job bereitet ihr immer noch große Freude. Allerdings macht ein junger Assistenzarzt ihr das Leben zur Hölle. Er schikaniert sie, wo er nur kann. Aber nicht nur beruflich läuft es nicht ganz so gut, auch privat legt man ihr Steine in den Weg. Ihr Mutter weigert sich, sie im Studium zu unterstützen und auch die Suche nach ihrer Tochter zerreißt ihr das Herz. Wird sie dennoch ihren Traum Ärztin zu werden, verwirklichen können?
Was Fanny anbelangt, geht es ihr auch nicht besser. Zwar studiert sie, aber nicht unter ihrem Namen, sondern als Anton Painter, ihrem Zwillingsbruder. Falls sie das Examen erfolgreich abschließen sollte, ist es keinen Pfennig wert. Die Situation ist mehr als verfahren, aber auch finanziell sieht es nicht besser aus.
Trotz der vielen Hindernisse geben die drei nicht aus und jede noch so kleine Möglichkeit wird ergriffen, um ihr Recht als angehende Studentinnen durchzusetzen.
Mit ihrem neuen Roman hat es Ina Bach erneut geschafft, dass damalige Münchner Leben mit all ihren Facetten und Widrigkeiten aufleben zu lassen. Dank ihrer guten und detaillierten Recherche, die sie in ihre fiktive Geschichte einfließen lässt, kann sich ihre Leserschaft auf eine sehr unterhaltsame, aber auch informative Zeitreise einlassen. Allein schon etwas über die damalige medizinische Arbeit zu erfahren, fand ich sehr interessant und spannend. Die knapp 483 Seiten wirken vielleicht im ersten Moment leicht abschrecken, aber dem ist nicht so. Der immer wiederkehrende Perspektivenwechsel lässt die Handlung aufleben und dies führt dazu, dass das Ganze nie langatmig oder gar langweilig wird. Eher im Gegenteil. Man kann es kaum erwarten, wie die Geschichte weitergehen wird.
Zum Glück brauche ich nicht allzu lange auf den Abschlussband zu warten, denn der soll voraussichtlich im März 2025 erscheinen.