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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2026

Ein ungleiches Ermittlerduo

Léon und die Frau im blauen Kleid
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Der Côte d’Azur-Krimi Léon und die Frau im blauen Kleid ist der erste Band der Reihe de Cavallier und Bentaleb ermitteln von Alexander Oetker.
Die Handlung spielt an den berühmten Schauplätzen Nizza, Antibes ...

Der Côte d’Azur-Krimi Léon und die Frau im blauen Kleid ist der erste Band der Reihe de Cavallier und Bentaleb ermitteln von Alexander Oetker.
Die Handlung spielt an den berühmten Schauplätzen Nizza, Antibes und Monaco an der malerischen Côte d’Azur. Direkt vor dem traditionsreichen Hotel Negresco wird eines Morgens die Leiche einer Frau angespült. Da sie keinerlei Papiere bei sich trägt, tappt die Polizei zunächst im Dunkeln.
Der zuständige Commissaire Léon de Cavallier stammt aus adligem Hause und hätte es finanziell gar nicht nötig zu arbeiten. Seine neue Kollegin Nadia Bentaleb, eine Polizistin mit nordafrikanischen Wurzeln, könnte unterschiedlicher kaum sein. Sie ist in den Banlieues von Paris aufgewachsen, musste sich früh durchsetzen und ging aus Überzeugung zur Polizei, um gegen Kriminalität vorzugehen.
Léons zweifelhafter Ruf eilt ihm voraus, weshalb sich die beiden zunächst vorsichtig und mit zahlreichen Wortgefechten annähern. Die Dialoge sind pointiert und spiegeln die unterschiedlichen Lebenswelten und Ansichten der beiden wider. Trotz seiner arroganten und versnobten Art zeigt Léon jedoch auch Herz. Anfangs begegnet er Nadia noch mit Distanz, doch nach und nach erkennt er ihre Fähigkeiten und beginnt, sie zu schätzen. Was die beiden miteinander verbindet, ist, dass jeder ein Geheimnis mit sich trägt, Nadia insbesondere eine offene Rechnung aus ihrer Vergangenheit.
Der Krimi überzeugt durch eine gelungene Mischung aus Humor, Spannung und eindrucksvollem Lokalkolorit. Die Côte d’Azur wird so atmosphärisch beschrieben, dass man sofort Fernweh bekommt. Wer die Region bereits besucht hat, wird viele Schauplätze direkt wiedererkennen. Besonders schön fand ich auch die eingestreuten französischen Begriffe, die meist direkt im Text erklärt werden und so für eine authentische Atmosphäre sorgen.
Ich habe den Auftakt dieser Krimireihe sehr genossen und freue mich bereits auf die Fortsetzung, auf die das Ende vielversprechend vorbereitet. Hoffentlich lässt sie nicht allzu lange auf sich warten.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Eine unkonventionelle Ermittlerin

Mord in der Pension Möwennest
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Der Kriminalroman Mord in der Pension Möwennest von Jess Kidd hat mich schon allein durch sein Cover magisch angezogen. Doch auch die Geschichte der ehemaligen Nonne Nora, die nach 30 Jahren ihr Klosterleben ...

Der Kriminalroman Mord in der Pension Möwennest von Jess Kidd hat mich schon allein durch sein Cover magisch angezogen. Doch auch die Geschichte der ehemaligen Nonne Nora, die nach 30 Jahren ihr Klosterleben hinter sich lässt, um nach ihrer Freundin Frieda zu suchen, ihrer einstigen Novizin, die den Konvent ebenfalls verlassen hat, hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Der Roman ist wunderbar erzählt, zugleich humorvoll und spannend, mit einer charmanten Ermittlerin und viel atmosphärischem Lokalkolorit, also genau das, was ein gelungener Cosy Crime braucht.
Nora checkt in der Pension Möwennest ein, ausgerechnet in jenem Zimmer, aus dem ihre Freundin kurz zuvor verschwunden ist. Während die übrigen Bewohner ihr Verschwinden herunterspielen, hat Nora bereits Briefe von Frieda erhalten, die darauf hindeuten, dass viele der MitbewohnerInnen etwas zu verbergen haben.
Als kurz nach Noras Ankunft ein weiterer Todesfall eintritt, der von der Polizei schnell als Selbstmord eingestuft wird, beschließt sie, selbst Nachforschungen anzustellen. Das nötige kriminalistische Wissen hat sie sich schließlich über Jahre hinweg durch das Lesen zahlloser Kriminalromane angeeignet.
Jess Kidd versteht es meisterhaft, ihren Figuren unverwechselbare Eigenheiten zu verleihen, die sie gleichermaßen skurril wie liebenswert erscheinen lassen. Mit viel Gespür baut sie Spannung auf und schafft es mühelos, die Leserinnen und Leser bis zum Schluss zu fesseln.
Die Handlung spielt im Jahr 1954, also in der Nachkriegszeit, was auch atmosphärisch immer wieder mitschwingt. Traumatisierte und versehrte Kriegsheimkehrer, die spartanischen Essgewohnheiten und das allgemeine Lebensgefühl jener Zeit bilden einen glaubwürdigen Hintergrund. Nora ist dabei für ihre Epoche eine bemerkenswert selbstbewusste Frau. Der ermittelnde Inspector Rideout begegnet ihr auf Augenhöhe, ist offen für ihre Ansichten und schätzt ihren scharfen Verstand.
Gemeinsam bilden die beiden ein herrlich unterhaltsames Ermittlerduo, und ich würde mich sehr freuen, wenn es weitere Fälle für Nora und Rideout geben würde.
Ich habe mich in der Pension Möwennest rundum bestens unterhalten gefühlt und kann diesen Cosy Crime wärmstens empfehlen, selbst all jenen, die sonst eigentlich keine Krimis lesen.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Eine berührende Reise zu Selbstliebe und Sichtbarkeit

Mit anderen Augen
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Das Buch „Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist ein eindringliches Plädoyer für Selbstliebe und Selbstwert.
Tilda Finch ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Mit ihrer Firma This Is A Sign verkauft sie motivierende ...

Das Buch „Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist ein eindringliches Plädoyer für Selbstliebe und Selbstwert.
Tilda Finch ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Mit ihrer Firma This Is A Sign verkauft sie motivierende Werbeartikel und inspirierende Memes. Doch eines Tages macht sie eine verstörende Entdeckung. Ihr kleiner Finger ist verschwunden. Bei einem Arztbesuch erfährt sie schließlich die erschütternde Diagnose. Sie leidet an der unheilbaren Krankheit „Unsichtbarkeit“, die in vier Phasen verläuft.
Zunächst bricht für Tilda eine Welt zusammen. Doch ihre Freundin Leith setzt alle Hebel in Bewegung und verschafft ihr einen Termin bei Selma, einer Therapeutin, die selbst einst an dieser Krankheit litt, geheilt wurde und nun anderen Betroffenen hilft. Für Tilda beginnt damit eine herausfordernde Reise zu sich selbst, hinaus aus ihrer Komfortzone und hinein in die Auseinandersetzung mit ihren eigenen Ängsten, negativen Glaubenssätzen und ihrem mangelnden Selbstwertgefühl. Nur wenn sie lernt, sich selbst anzunehmen und zu lieben, hat sie eine Chance auf Heilung.
Die von ihrer Ärztin empfohlene Selbsthilfegruppe erweist sich dabei allerdings eher als wenig hilfreich. Umso schöner ist es, Tilda auf ihrem Weg mit all seinen Höhen und Tiefen zu begleiten. Die Geschichte ist zugleich warmherzig, humorvoll und berührend erzählt. Besonders die humorvollen Szenen sorgen dafür, dass das Buch trotz seiner ernsten Themen nie zu schwer wirkt.
Mich hat die Geschichte sehr inspiriert, und ich konnte viele positive Gedanken daraus für mich selbst mitnehmen. Auch die metaphorische Darstellung der „Unsichtbarkeit“ fand ich äußerst gelungen und nachvollziehbar. Denn tatsächlich erleben viele Frauen ab einem gewissen Alter, dass sie beruflich oder gesellschaftlich zunehmend übersehen oder nicht mehr als Frauen wahrgenommen werden.
Für mich ist dieses Buch ein absolutes Lesevergnügen mit einer wichtigen Botschaft und viel Tiefgang, daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Turbulentes Dino-Abenteuer

Hilfe, zu viele Saurier!
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Schon das Cover von „Hilfe, zu viele Saurier!“ von Mars-Leo Frei macht sofort klar, dass es hier alles andere als langweilig wird. Die witzigen Schwarz-Weiß-Illustrationen ziehen sich durch das ganze Buch ...

Schon das Cover von „Hilfe, zu viele Saurier!“ von Mars-Leo Frei macht sofort klar, dass es hier alles andere als langweilig wird. Die witzigen Schwarz-Weiß-Illustrationen ziehen sich durch das ganze Buch und lockern den Text herrlich auf.
Sören hat ein klares Ziel, er möchte unbedingt mit seinem coolen Klassenkameraden Tommy befreundet sein. Also präsentiert er ihm stolz seine neueste Errungenschaft, nämlich ein „Giganten-der-Urzeit“-Set vom Flohmarkt. Leider hält sich Tommys Begeisterung stark in Grenzen, und Sören verbannt das Set enttäuscht in den Keller. Am nächsten Morgen folgt jedoch die Überraschung. Tommy ruft an und berichtet, dass ein Brontosaurus aus seinem Pool trinkt. Sören tippt zunächst auf einen Aprilscherz, bis plötzlich auch noch vier Velociraptoren auftauchen. Spätestens da ist klar, dass das alles andere als ein Witz ist.
Gemeinsam mit Sörens schlauer kleiner Schwester Fine versuchen die beiden Jungs, sich vor den Dinos in Sicherheit zu bringen und gleichzeitig einen Plan zu schmieden, wie sie die urzeitlichen Besucher wieder loswerden können.
Die Geschichte ist gespickt mit Wortwitz, Humor und einer ordentlichen Portion Spannung. Besonders schön ist der Zusammenhalt der Kinder. Selbst Sören erkennt, dass seine vermeintlich nervige kleine Schwester ihm ganz schön fehlen würde, wenn sie nicht mehr da wäre.
Ein echtes Highlight ist Fine. Ihre schlagfertigen, oft erstaunlich klugen Kommentare sitzen jedes Mal perfekt und sorgen für viele Lacher. Gleichzeitig wachsen die Kinder über sich hinaus. Vor allem Sören entwickelt im Laufe der Geschichte mehr Mut, den er in diesem turbulenten Abenteuer auch dringend braucht.
Fazit: Eine witzige, spannende Geschichte mit tollen Illustrationen und liebenswerten Figuren. Absolute Empfehlung für diese neue Reihe! Und jetzt bin ich schon gespannt auf den nächsten Band, wo es zu viel von etwas gibt, vielleicht Zaubereulen?

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Nette Sommerlektüre

Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord
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Der Cozy Crime „Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord“ von Catherine Mack entführt seine Leser an die sonnige Amalfiküste – mit viel Lokalkolorit, traumhaften Schauplätzen und reichlich Limoncello Spritz.
Im ...

Der Cozy Crime „Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord“ von Catherine Mack entführt seine Leser an die sonnige Amalfiküste – mit viel Lokalkolorit, traumhaften Schauplätzen und reichlich Limoncello Spritz.
Im Mittelpunkt steht die Bestsellerautorin Eleanor Dash, die zu einer Lesereise nach Italien aufbricht. Gemeinsam mit anderen Autoren und einem begeisterten Fanclub sucht sie dort Inspiration für den finalen Band ihrer erfolgreichen Krimireihe. Ihr erklärtes Ziel ist, ihren Serienhelden Connor sterben lassen, ausgerechnet jenen Charakter, der sie auf dieser Reise begleitet und der der heimliche Liebling ihrer Leserschaft ist.
Doch was zunächst wie eine kreative Idee klingt, nimmt schnell eine ganz andere Wendung. Plötzlich scheint jemand Connor tatsächlich nach dem Leben zu trachten, und auch Eleanor gerät ins Visier. Bald ist klar, dass der Täter sich unter den Teilnehmern der Lesereise befinden muss. Als ein erster Hauptverdächtiger auftaucht und kurz darauf selbst ermordet wird, beginnt ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel. Die Frage ist nun: Wem kann man noch trauen?
Die Handlung ist detailreich und wird aus Eleanors Autorenperspektive erzählt, wodurch ein raffinierter „Krimi im Krimi“ entsteht. Besonders auffällig sind die zahlreichen humorvollen Fußnoten, die zusätzliche Informationen und gelegentlich auch kleine Spoiler liefern. Anfangs sorgen sie für Unterhaltung, wirken im weiteren Verlauf jedoch etwas überladen und bremsen stellenweise den Lesefluss.
Insgesamt bietet der Roman eine unterhaltsame Urlaubslektüre, die vor allem durch ihre atmosphärische Darstellung der malerischen Amalfiküste punktet.

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