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Veröffentlicht am 01.12.2022

Winterzauber

Der kleine Wintermarkt am Meer
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„Auch wenn es manchmal schwer ist, so muss man Chancen doch nutzen, wenn sie sich ergeben.“

„Der kleine Wintermarkt am Meer“ ist ein weihnachtlicher Liebesroman von Julia Rogasch. Er ist in sich abgeschlossen ...

„Auch wenn es manchmal schwer ist, so muss man Chancen doch nutzen, wenn sie sich ergeben.“

„Der kleine Wintermarkt am Meer“ ist ein weihnachtlicher Liebesroman von Julia Rogasch. Er ist in sich abgeschlossen und erschien im September 2022 im Ullstein Verlag.
Seit Josis Oma gestorben ist, fehlt Josi ein wichtiger Halt im Leben. Gerade die Weihnachtstage erhielten durch ihre Großmutter einen besonderen Glanz, der ohne sie nur schwer zu erreichen ist. Schon gar nicht, wenn alles so gefeiert werden muss, wie ihre Schwägerin Felicitas möchte… Der Anruf von Josis Freundin Linnea kommt ihr daher gerade recht, Linnea benötigt nämlich Hilfe beim Weihnachtsmarkt auf Sylt. Dies lässt Josi sich nicht zweimal sagen und fährt kurzerhand zu ihrer Freundin auf die Nordseeinsel.

Hach, endlich wieder eine Reise nach Sylt. Auch wenn diese natürlich nur literarisch stattfindet, schafft Julia Rogasch es wieder einmal brillant, das Inselsetting an den Leser zu transportieren. Ich konnte mir bildlich vorstellen, wie das Meer rauscht und das Dünengras im Wind weht… Umso nachvollziehbarer daher auch, dass Josi sich nach dem Inselleben sehnt und ihr Herz an Sylt verloren hat. Sie freut sich aus diesem Grund sehr, ihrer Freundin Linnea auszuhelfen und spekuliert auch schnell mit dem Gedanken langfristig auf der Insel zu bleiben.
Als sie dann noch einen alten Foodtruck in Linneas Schuppen entdeckt, schlägt ihr Herz schnell höher. Einen geeigneteren Ort für den Weihnachtsmarkt und die Getränke, die dort ausgeschenkt werden sollen, gibt es ja wohl kaum.
Als Josi Linnea jedoch auf den Foodtruck anspricht und die Restaurierung später mit Linneas Bekanntem Erik bespricht, distanziert Linnea sich plötzlich immer mehr. Josi ist stark verunsichert, denn in ihrem Bauch hüpfen die Schmetterlinge seit der ersten Begegnung mit Erik umher, doch es scheint, als ob auch Linnea ihr Herz an Erik verloren hätte…
Josi nähert sich aus diesem Grund nur sehr vorsichtig an Erik an und hat große Angst, sich mit ihrer Freundin zu überwerfen.
Im Laufe der Handlung stellt sich dann heraus, worauf Linneas Zurückhaltung eigentlich basiert und ich muss sagen – diese Wendung hatte ich nicht erwartet! Die Autorin baut hier eine Nebengeschichte ein, die ich persönlich sehr mochte und auch sehr spannend fand. Tatsächlich steht sie für mich sogar im Zentrum des Romans und lässt Josi und Erik ein wenig langweilig danebenstehen. Ihre Geschichte ist zwar niedlich und herzerwärmend, insgesamt aber eher unspektakulär. Die Dramatik, die hineingebracht wird, wirkte auf mich eher konstruiert und das Drama am Ende sogar überflüssig. Auch zeigen sich in diesem Roman viele Parallelen zu vorherigen Romanen der Autorin, was ich persönlich etwas schade fand.
Insgesamt lies sich die Geschichte aber sehr leicht und unkompliziert lesen. Der Schreibstil ist, wie immer, flüssig und die Einstimmung auf Weihnachten beim Lesen garantiert. Letztlich ist es ein lockerer Weihnachtsroman zum „weglesen“, spannende Abschnitte sind dabei und auch an romantischen Szenen mangelt es nicht.
Die Figuren sind insgesamt gut charakterisiert, wobei die Hauptfiguren für mich ein wenig in den Hintergrund geraten und ich gerade die Nebenfiguren interessant fand.

Mein Fazit: Ich habe den Roman insgesamt gerne gelesen, hatte mir aber mehr erhofft. Es fehlte mir ein wenig an neuen Handlungsideen und auch der Fokus auf den Figuren war für mich nicht ganz stimmig. Dennoch habe ich es geliebt, wieder nach Sylt reisen zu können und mich schonmal ein wenig in Weihnachtsstimmung zu bringen! Von mir gibt es daher 4 von 5 Sternen für eine unkomplizierte und leichte Liebesgeschichte.

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Veröffentlicht am 01.12.2022

Seelenheimat

Mittsommernachtsküsse
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„Liebe ist immer kompliziert, sonst wäre es nämlich keine Liebe.“

„Mittsommernachtsküsse“ ist der erste Band der „Liebe auf Shetland“-Dilogie von Cornelia Engel. Er erschien im Oktober 2022 im Montlake ...

„Liebe ist immer kompliziert, sonst wäre es nämlich keine Liebe.“

„Mittsommernachtsküsse“ ist der erste Band der „Liebe auf Shetland“-Dilogie von Cornelia Engel. Er erschien im Oktober 2022 im Montlake Verlag von Amazon Publishing.
Mara erbt unverhofft eine kleine Pension auf Shetland. Kurzerhand fliegt sie auf die Insel, um die Pension auf Vordermann zu bringen und eine Leitung für diese zu suchen. Auf Shetland angekommen trifft sie jedoch auf ihre Jugendliebe Gavin und schnell werden ihre ursprünglichen Pläne durcheinandergewirbelt…

Der neue Roman von Cornelia Engel begann für mich irgendwie etwas zäh und wenig emotional. Ich habe mich zunächst sehr schwergetan, in die Geschichte zu finden und mich auf die Figuren einzulassen. Auch der Schreibstil war zunächst etwas abgehackt und gerade das Wort „Aufriss“ (von jemanden „aufreißen“) tauchte mir einmal zu oft auf und störte mich irgendwie sehr. Glücklicherweise gab sich dies aber im Laufe der Handlung vollständig. Der Schreibstil wurde flüssiger, die Handlung spannender und auch die Emotionen waren mehr und mehr greifbar.
Mara habe ich zunächst als eher unsicher und träumerisch empfunden, sie freut sich zwar, Shetland wiederzusehen, richtig zu freuen scheint sie sich aber nicht. Dabei hat die Insel so einiges zu bieten und alleine landschaftlich muss man sich einfach sofort in das wunderschöne Land verlieben. Mit der Zeit gewinnt sie aber an Selbstbewusstsein, lässt ihre Gefühle zu und ergreift die Chancen, die sich ihr bieten. Dennoch steht ihr aber die größte Entscheidung für ihre Zukunft noch bevor: Soll sie ihre Zelte in München abbrechen und auf Shetland bleiben oder den ursprünglichen Plan weiterverfolgen und langfristig nach München zurückkehren?
Die Inselbewohner sind unglaublich freundlich und offen, man fühlt sich schnell zu Hause und in die Gemeinschaft aufgenommen. „Wir halten zusammen“ ist das gängige Motto und wo eine helfende Hand gebraucht wird, ist diese auch nicht weit…
Wenn da nicht Marjoleen wäre, die Mutter von Gavin und gleichzeitig diejenige, der das Nachbarhotel zu Maras Pension gehört. Entgegen dem allgemeinen Charme der Inselbewohner ist Marjoleen kalt und gehässig, gerade Mara gegenüber kommt eine wahre Hexe ans Tageslicht. Der Grund dafür liegt zum einen in der gemeinsamen Vergangenheit, aber es scheint auch noch mehr dahinter zu stecken, denn auch Agnes, die Vorbesitzerin der Pension, hatte Probleme mit Marjoleen…
Insgesamt habe ich aber alle Figuren sehr ins Herz geschlossen, sie sind niedlich charakterisiert und absolut authentisch dargestellt. Gerade Lowrie mag ich sehr gern.
Das letzte Drittel des Romans hat mir dann schließlich unglaublich gut gefallen. Die Spannung wird hier sehr gut aufgebaut und enthält einen sehr guten Plottwist. Ich habe spätestens hier wirklich mit Mara mitgefiebert und so sehr auf ein Happy End gehofft – ob es eins gibt? Tja, dafür müsst ihr den Roman wohl selber lesen...
Ich freue mich nun sehr auf den nächsten Band der Reihe, denn man bekommt bereits eine Idee, um wen es in diesem Teil gehen könnte…

Mein Fazit: Nach einem etwas schwierigen Einstieg konnte mich der Roman vollständig überzeugen und mitreißen. Ich habe mich in die Figuren und das Setting verliebt und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 01.12.2022

Fehdewesen

Die letzte Fehde an der Havel
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„Du wirst ihn nicht töten, weil du ihn liebst. Du liebst Dietrich von Quitzow wie einen Vater.“

„Die letzte Fehde an der Havel“ ist ein historischer Roman von Silke Elzner. Er erschien im Oktober 2022 ...

„Du wirst ihn nicht töten, weil du ihn liebst. Du liebst Dietrich von Quitzow wie einen Vater.“

„Die letzte Fehde an der Havel“ ist ein historischer Roman von Silke Elzner. Er erschien im Oktober 2022 im Gmeiner Verlag.
Carl wächst in einem kleinen Dorf in Brandenburg auf. Sein Lebensweg scheint klar, er wird Bauer und irgendwann den Grund seiner Familie übernehmen. Eines Tages wird das Dorf jedoch überfallen und ausgeraubt. Carl selbst wird bei dem Überfall entführt und schließt sich nach einiger Zeit des Widerstands seinem Entführer Dietrich von Quitzow an. Gemeinsam mit ihm zieht er als Waffenknecht durch die Lande, seinen Hass gegen Dietrich vergisst er jedoch nie…

Als Carl von Dietrich von Quitzow und seinen Kumpanen entführt wird, ist er voller Hass und Angst. Sein einziger Gedanke ist Flucht, doch obwohl er es mehrfach versucht, will es ihm nicht gelingen, sich aus den Fängen des Ritters zu befreien. Nach einiger Zeit der Gefangenschaft gibt er schließlich auf und aus dem einstigen Feind wird eine Art Vaterfigur oder sogar Freund. Carl beginnt sich in Dietrichs Haushalt wohlzufühlen. Aus dem Bauern wird ein starker Kämpfer und ein Gegner, den man nicht unterschätzen sollte. Tatsächlich vergisst Carl seinen Hass zwischenzeitlich vollständig und wäre da nicht Mette, Magd in Dietrichs Haushalt und seine Geliebte, würde ihm wohl auch die schließliche Flucht nicht gelingen…
Carl ist für mich ein Protagonist, mit dem ich absolut nicht warmwerden konnte. Ich empfinde ihn als naiv, feige und unehrenhaft. Natürlich muss er sich zunächst aus Zwang dem Haushalt von Dietrich anschließen und tatsächlich hat er es dort auch nicht immer leicht - Dietrich ist exzentrisch und reizbar, man sollte sich bei ihm nie zu sicher sein und schlussendlich ist er sich selbst der Nächste. Was Carl allerdings an Dietrich verachtet, ist meiner Meinung nach ein Wesenszug, denn er selbst ebenso in sich trägt und der während der gesamten Handlung auch immer wieder zum Vorschein kommt. Carl hat eigentlich kein Ziel im Leben. Er hängt sein Fähnchen in den Wind und lässt sich treiben. Er ist ein Verräter und ein Feigling – selbst Freunde hintergeht er, ohne mit der Wimper zu zucken. Lediglich am Ende des Romans beweist er etwas Mut, wobei auch hier sein Handeln wenig gnädig ist.
Deutlich besser als Carl haben mir die Nebenfiguren gefallen. Mette ist eine interessante Person, die deutlich klüger als Karl zu sein scheint und die für sich selbst einsteht und kämpft. Auch die Quitzow-Brüder als historische Figuren fand ich authentisch dargestellt und gut charakterisiert.
Die Handlung selbst fand ich insgesamt spannend. Die Taten von Dietrich und seinem Bruder basieren auf wahren Begebenheiten und das Fehdewesen des Mittelalters war mir in diesem Ausmaß bislang unbekannt. So war das Lesen auf keinen Fall langweilig. Die Handlung umfasst mehrere Jahre, überspringt dabei aber immer wieder größere Zeitabschnitte, und konzentriert sich somit auf die wesentlichen Inhalte.
Leider konnte ich mich aber mit Carl absolut nicht identifizieren. Obwohl sein Handeln vielleiht durchaus menschlich zu sein scheint und natürlich nicht jede Figur ein Held sein kann, haben mich ob seiner Handlungen meist einfach nur wütend gemacht. Zudem hatte ich arge Schwierigkeiten mit seiner Sprachweise, bei der meistens die Pronomen fehlen. Dies hat ihn für mich noch dümmer erscheinen lassen, als er vielleicht sein sollte und genervt hat es mich außerdem.

Mein Fazit: Die Romanidee finde ich gut, den historischen Kontext gelungen. Insgesamt liest sich der Roman flüssig und leicht. Da ich aber mit Carl als Protagonist leider überhaupt nicht warm werden konnte und ich ihn einfach nicht mag, fällt es mir sehr schwer eine gute Bewertung abzugeben. Ich vergebe daher nur 3,5 von 5 Sternen und empfehle euch, euch ein eigenes Bild über den Roman zu verschaffen! Nur weil er mir mit diesem Protagonisten nicht lag, heißt es nicht, dass er nicht lesenswert wäre!

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Veröffentlicht am 12.11.2022

Hochzeit und Freiheit

Ulla und die Wege der Liebe
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„Ich will kein ruhiges Leben – doch, schon. Aber kein Leben, das fremdbestimmt wäre. Ich will ich sein.“

„Ulla und die Wege der Liebe“ ist der dritte Band der Familiensaga „Eine Familie in Berlin“ von ...

„Ich will kein ruhiges Leben – doch, schon. Aber kein Leben, das fremdbestimmt wäre. Ich will ich sein.“

„Ulla und die Wege der Liebe“ ist der dritte Band der Familiensaga „Eine Familie in Berlin“ von Ulrike Renk. Der Roman kann grundsätzlich unabhängig von den ersten beiden Teilen gelesen werden, ich würde dies aber eher nicht empfehlen. Er erschien im August 2022 im Aufbau Verlag.
Hamburg, 1919 – Der Krieg ist zu Ende, Heinrich endlich zurück. Doch er ist nicht mehr derselbe wie zuvor und auch Ulla ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie ihn wirklich heiraten möchte. Schließlich will sie auch Künstlerin bleiben und ist man in einer Ehe nicht eher Ehefrau und Mutter als Künstlerin…?

Ulla ist nach wie vor ein Freigeist und etwas Besonderes. Sie liebt die Kunst, muss immer Zeichnen und geht vollständig in Farben auf. Gleichzeitig ist sie aber auch unglaublich empathisch und verständnisvoll. Sie kann die Gefühle anderer gut einschätzen und verstehen, was ihr gerade in der komplizierten Dehmel-Familie immer wieder zugutekommt und ihr die Rolle des Vermittlers einbringt. Ich bewundere sie für diese ruhige und besonnene Art.
Immer noch ist sie eng mit Vera Dehmel befreundet und steht auch dem Rest der Dehmel-Familie nahe. Auch mit Richard Dehmel hat sie mittlerweile keine Berührungsängste mehr und als absehbar ist, dass er sterben wird, steht sie ihm und seiner Frau Ida eng mehr zur Seite. Dabei hat sie eigentlich eigene Sorgen, denn Heinrich ist verändert aus dem Krieg zurückgekehrt. Die Gefühle zueinander sind anders als zuvor und auch die Frage, ob Ulla nach einer Hochzeit überhaupt noch Künstlerin sein kann, beschäftigt sie sehr.
Im dritten Band der Familiensaga stehen Heinrich und Ulla im Fokus, wobei auch gerade der Tod von Richard Dehmel eine zentrale Rolle einnimmt. Der Roman gibt die Ereignisse von 1919 bis 1924 wieder, wobei die ersten drei Jahre sehr eingängig und fast schon langatmig beschrieben werden, die letzten zwei Jahre dann aber plötzlich in großen Zeitsprüngen abrupt abgehandelt werden. Dies fand ich ein bisschen schade, denn es wirkte fast so, als ob das Buch nun endlich zu Ende sein sollte und viele wichtige Punkte zu Heinrich und Ulla werden in diese Seiten fast schon lieblos heruntergerattert.
Der Rest des Romans ist deutlich langsamer und ausführlicher, wobei es trotzdem nicht langweilig wird. Ulrike Renk schafft es, die Szenen und die herrschende Atmosphäre äußerst bildlich darzustellen. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und leicht, die Ereignisse plätschern teilweise etwas langsam vor sich hin, gelangweilt habe ich mich aber zu keiner Zeit.
Durch die personale Erzählperspektive aus Ursulas Sicht erfahren wir ihre persönlichen Ansichten zu den Ereignissen und Situationen und können mir ihr als Protagonistin sehr gut mitfühlen. Insgesamt werden Figuren und Ereignisse authentisch dargestellt und gut in den historischen Kontext eingearbeitet. Das sehr persönlich Nachwort der Autorin rundet die Geschichte, die auf der wahren Familienchronik der Familie Dehmel basiert, vollends ab und hat mir persönlich sehr gut gefallen.

Mein Fazit: Für diesen Band der Buchreihe gibt es von mir 4,5 von 5 Sternen. Ich freue mich auf die nächsten Teile!

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Veröffentlicht am 12.11.2022

Zeitschenker

Herbstzeitleuchten
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„Es galt, jeden Moment zu leben, nichts zu verzögern.“

„Herbstzeitleuchten“ ist der erste Band der „Liebe in den Bergen“ Dilogie von Lotte Römer. Er erschien im Oktober 2022 im Montlake Verlag von Amazon ...

„Es galt, jeden Moment zu leben, nichts zu verzögern.“

„Herbstzeitleuchten“ ist der erste Band der „Liebe in den Bergen“ Dilogie von Lotte Römer. Er erschien im Oktober 2022 im Montlake Verlag von Amazon Publishing.
Jassy ist Influencerin – 24/7 ist sie online und lebt für Likes und Follower. Als sie auf dem Geburtstag eines gemeinsamen Freundes den naturverbundenen Kenneth kennenlernt, sagt sie spontan zu, ihn auf einer Eselwanderung durch die Berge zu begleiten. Ihre Zunge war schneller als ihr Gehirn, doch ein Zurück gibt es nicht, sodass die gemeinsame Tour Jassy zurück in ihre Heimat führt, die sie eigentlich hinter sich lassen wollte…

Ehrlich gesagt hatte die Autorin mich bereits innerhalb der ersten 30 Seiten vollkommen begeistert. Der Roman ist in einem lockeren und flüssigen Schreibstil geschrieben und das Setting in den Bergen sowie die liebe- und humorvolle Einbindung des Esels Momo haben mich einfach sofort gefesselt.
Die anfängliche Begegnung von Kenneth und Jassy – Jasmin – sowie ihre erste gemeinsame Zeit der Wanderung sind locker, oberflächlich und an vielen Stellen sehr humorvoll. Ich habe häufig geschmunzelt, gerade über die Eseldame Momo sowie die Charakterisierung und Beschreibung dieser. Daher hatte ich mich auf einen lockeren und eher oberflächlichen Liebesroman eingestellt, Lotte Römer hat mich dann aber im Laufe der Handlung ein weiteres Mal positiv überrascht. Hinter Jassys Influencer-Fassade steckt nämlich deutlich mehr, als man ahnt und die Wanderung in den Bergen, bei der irgendwie die Zeit stehen bleibt, konfrontiert Jassy nicht nur mit ihren persönlichen Ängsten, sondern auch mit ihrer Familie und damit mit ihrer Vergangenheit.
In Kenneth findet sie einen unerwarteten Halt, unglaublich viel Verständnis und Unterstützung. Denn auch er hat ein Päckchen zu tragen und musste seinen persönlichen Weg mit großen Schwierigkeiten finden. Auch zarte Gefühle branden zwischen den beiden auf und es war wunderschön zu lesen, wie sie sich miteinander entwickeln und ihren Gefühlen mehr und mehr Raum geben.
Insgesamt wird der zunächst unglaublich locker wirkende Liebesroman durch die Einbindung von Jassy Vergangenheit und ihren damit verbundenen Problemen deutlich tiefgründiger und authentischer. Die Beschreibung der Gefühle und die transportierten Gefühle sowie die Atmosphäre am Berg sind unglaublich gut gelungen und waren für mich nahezu greifbar.
Mein Favorit ist natürlich Momo, aber auch Kenneth und Jassy mochte ich als Protagonisten sehr gerne. Gefallen hat mir zudem die Einbindung des Buchtitels in die Geschichte.

Mein Fazit: Ein lockerer und leichter Liebesroman mit unglaublich gutem Unterhaltungswert und einer fesselnden Geschichte vor atemberaubender Kulisse! Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.

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