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Veröffentlicht am 29.07.2025

Lügen

Fürchte die Schatten
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„Wir lügen ständig, täglich, stündlich. Wir belügen Menschen, die wir lieben, ebenso wie Fremde, Freunde, Verwandte. […] Lügen ist absolut fundamental für unsere Existenz; es ist in unsere DNA eingeschrieben.“

„Fürchte ...

„Wir lügen ständig, täglich, stündlich. Wir belügen Menschen, die wir lieben, ebenso wie Fremde, Freunde, Verwandte. […] Lügen ist absolut fundamental für unsere Existenz; es ist in unsere DNA eingeschrieben.“

„Fürchte die Schatten“ ist der zweite Band der Thrillerreihe um den Psychologen Cyrus Haven von Michael Robotham. Er erschien im Dezember 2021 im Goldmann Verlag. Er ist unabhängig lesbar, sinnvoller ist es aber, zunächst „Schweige Still“ zu lesen.

Cyrus hat Evie Cormac kennengelernt, sie wurde sein Mündel und musste trotzdem zurück ins Jugendheim. Und obwohl Evie ihn darum gebeten hat, lässt Cyrus nicht locker und sucht nach Spuren aus Evies Vergangenheit. Als dann auch noch der Mord an einem ehemaligen Polizisten Hinweise auf Evies Geschichte liefert, lässt Cyrus sich erst Recht nicht mehr aufhalten und bringt damit sich und Evie in Gefahr.

Wie schon im ersten Band der Reihe beginnt die Handlung eher gemächlich. Die Story entwickelt sich eher langsam und mündet schließlich, genretypisch, in einer lebensbedrohlichen Situation für Cyrus und Evie. Erneut hätte ich mir für einen Psychothriller eine höhere Geschwindigkeit und mehr Spannung gewünscht.
Nichtsdestotrotz gibt einem Michael Robotham aber genug Rätsel auf. Wie kann der Mord an einem pensionierten Cop mit Evie zusammenhängen? Gibt es eine Verbindung zwischen Evie und den Ermittlungen des Polizisten? Wer jagt Evie noch heute und wer hat den Polizisten ermordet? Fragen über Fragen, denen auch Cyrus zunächst ratlos gegenüber steht.
Die wechselnde Ich-Perspektive von Cyrus und Evie vermittelt hierbei einen guten Einblick in die Gedanken der Protagonisten und lässt ihre Handlungen nachvollziehbar werden. Wie bei vielen Thrillerreihen üblich, stehen sie und ihre Entwicklung im Fokus der Handlung. Der Leser erfährt in diesem Band mehr über Evies Vergangenheit und ihr erlebtes Martyrium - sie ist für mich weiterhin eine sehr spannende Figur. Man versteht mehr und mehr, wieso sie ist, wie ist. Auch, was sie verpasst hat und dass sie in vielerlei Hinsicht zwar erfahren tut, aber eigentlich gar nicht weiß, wie sie sich im Umgang mit anderen Menschen verhalten muss. Sie ist alles andere als ein normales Mädchen und hat im Grunde nur gelernt, zu überleben. Ihre Entwicklung ist in diesem Band nicht so groß, wie ich erhofft habe, dennoch ist sie sichtbar und ich bin sehr gespannt, wie es mit ihr weitergeht.
Auch Cyrus‘ Entwicklung fand ich nicht sehr stark, zudem fehlte mir, was mit seiner Freundin aus Band 1 geworden ist. Sie scheint nicht mehr vorhanden zu sein, ein wenig wurde dies auch schon angedeutet, einen Abschluss hätte ich mit an dieser Stelle aber dennoch gewünscht. Wie schon in Band 1 bleibt er für mich zudem eher undurchschaubar. Noch immer verstehe ich nicht genau, warum er gerade Evie so in sein Herz geschlossen hat, wohingegen in deutlich besser verstehe, warum sie ihn so mag. Auch seinen erneuten erneuten Egotrip fand ich ein wenig anstrengend, wobei es natürlich in diesem Buchgenre typisch ist, dass die Protagonisten nicht unbedingt die klügsten, sondern die scheinbar einfachsten Entscheidungen treffen, bei denen sie niemand anderen einweihen müssen. Traue niemandem ist eben das Motto! So auch hier und schließlich kommt es eben auch nur so zu den wirklich spannenden Szenen. Wer viel Blut und rasante Szenen sucht, kommt mit „Fürchte die Schatten“ aber definitiv nicht auf sein Kosten.
Der Mordfall wird diesmal gut in die Handlung integriert und spielt eine größere Rolle als zuvor. Schließlich ist er der Schlüssel, der schließlich zur Aufklärung von Evies Vergangenheit führt.
Obwohl ich einige Kritikpunkte habe, muss ich auch sagen, dass der Thriller insgesamt gut lesbar war und mich gut unterhalten hat.

Mein Fazit: „Fürchte die Schatten“ ist ein solider Psychothriller, der insgesamt eher ruhig als actionreich ist. Der Einstieg ist eher langsam, die Handlung braucht einige Zeit um sich zu entwickeln und die Figuren stehen mehr im Vordergrund als Mordermittlung und Spannung. Nichtsdestotrotz hat mir das Lesen aber Spaß gemacht und gerade die Geschichte von Evie ist interessant und hat mich zum Weiterlesen motiviert. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen und ich bin gespannt, wie es in Band 3 mit Cyrus und Evie weitergeht.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Erfüllung

This could be home
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„Egal, welche Probleme ich mit mir herumtrage oder was mich belastet. Das Meer spült sie von mir ab in dem Moment, in dem ich ins Wasser springe.“

„This could be home“ ist der zweite Band der Hawaii-Love-Trilogie ...

„Egal, welche Probleme ich mit mir herumtrage oder was mich belastet. Das Meer spült sie von mir ab in dem Moment, in dem ich ins Wasser springe.“

„This could be home“ ist der zweite Band der Hawaii-Love-Trilogie von Lilly Lucas. Er erschien im Januar 2025 im Knaur Verlag und kann unabhängig von Band 1 gelesen werden. Dennoch ist es natürlich schön, die vorherigen Charaktere sowie das Setting zu kennen und so schneller in die Geschichte hineinzufinden.

So ging es mir nämlich im Grunde sofort, als ich das Buch aufgeschlagen habe. Zurück auf Hawaii, zurück am Strand, zurück in wundervoller Atmosphäre.
Diesmal dreht sich alles um Laurie - sie ist Vince Schwester und bereits aus Band 1 bekannt. Dort habe ich Laurie als fröhlichen und freundlichen Wirbelwind kennengelernt, der Louisa mit offenen Armen empfangen hat und nicht unwesentlich zum Verlauf der Handlung beigetragen hat.
Nun wird die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt und anhand ihrer Gedanken und Gefühle, die durch die Ich-Perspektive besonders deutlich werden, wirkt sie plötzlich gar nicht mehr so taff wie zuvor. Die äußere Fassade täuscht ein wenig, denn hinter der schlagfertigen jungen Frau stecken auch viele Unsicherheiten. Während der Zeit bei ihrem Bruder bemerkt sie, dass sie ihr Studium nicht weiterführen möchte und sich einen Neustart wünscht - sie möchte Rettungsschwimmerin werden. Was für sie plötzlich sonnenklar ist, trifft jedoch in ihrem Umfeld (gerade bei Vince) auf recht großen Widerstand. Sie sei zu klein, könne nicht gut genug schwimmen und überhaupt ist das Meer vor Hawaii kein Spielplatz…Das jedoch lässt Laurie sich nicht sagen und ist bereit, für ihren Wunsch zu kämpfen. Während ihres Praktikums begegnet sie dann Tristan, der zwar unausstehlich ist, aber dennoch sofort eine gewisse Anziehungskraft auf Laurie ausübt. Tristan hat mir von Anfang an gut gefallen. Obwohl er zunächst eher unnahbar und sogar herablassend wirkt, ist er gleichzeitig unglaublich verantwortungsbewusst, selbstsicher und reflektiert. Auch hier steckt nämlich hinter der Fassade ein weicher Kern und das Knistern zwischen den beiden verstärkt sich immer mehr. Natürlich mochte ich auch Tristans Hund Koa sehr.
Insgesamt sind die Figuren also wieder authentisch und einzigartig beschrieben, sodass ich mich gut mit ihnen identifizieren und in sie hineinversetzen konnte.
Bildlich und emotional beschreibt Lilly Lucas, wie Tristan und Laurie sich näherkommen und dabei so manches Hindernis aus dem Weg räumen müssen. Ich habe mich sehr gerne in ihre Geschichte fallen gelassen und Handlung, Setting und Schreibstil absolut genossen.
Überzeugt haben mich auch die wunderschöne Buch- und Kapitelgestaltung sowie die wunderschöne Overlaypage!
Gleichzeitig gibt die Autorin einige Einblicke in den Rettungsschwimmerberuf und verdeutlicht, wie kräftezehrend und anstrengend dieser tatsächlich ist.

Mein Fazit: Ein weiterer wunderschöner Roman aus der Feder von Lilly Lucas, in dem man sich einfach nur wohlfühlen kann! Ich habe die Seiten nur so verschlungen und hatte unglaublich viel Spaß beim Lesen! Daher gibt es auch klare 5 von 5 Sterne.
Nun freue ich mich auf den letzten Band der Buchreihe, wobei ich natürlich auch hier wieder traurig sein werde, wenn es vorbei ist!

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Bauchgefühl

Frühlingsgefühle im kleinen Bonbonladen am Meer
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„Du weißt, Insa hat ein unheimlich gutes Gespür für zwischenmenschliche Töne. Wenn was nicht stimmt, merkt sie das meistens. Ihre Gedanken dazu verunsichern mich ein wenig.“

„Frühlingsgefühle im kleinen ...

„Du weißt, Insa hat ein unheimlich gutes Gespür für zwischenmenschliche Töne. Wenn was nicht stimmt, merkt sie das meistens. Ihre Gedanken dazu verunsichern mich ein wenig.“

„Frühlingsgefühle im kleinen Bonbonladen am Meer“ ist ein Liebesroman von Julia Rogasch und der zweite Band der Buchreihe „Frühlingsgefühle auf Sylt. Er erschien im Mai 2025 im Ullstein Taschenbuchverlag.Grundsätzlich ist er unabhängig lesbar, schöner ist es jedoch, wenn man den ersten Band der Reihe kennt.

Buch aufschlagen, auf Sylt ankommen, wohlfühlen. Dies ist die Devise bei den Roman von Julia Rogasch und auch Herzklopfen, Strandzauber und Herzensinselmomente sind garantiert.
So auch diesmal, als sich alles um die Hochzeit von Insa und Marla dreht. Die Handlung ist wechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden geschrieben, wobei Insa, gemeinsam mit der neu auf Sylt angekommenen Cleo, für mich die Protagonistin ist.
Cleo soll als Hochzeitsplanerin die Trauung der beiden Freundinnen organisieren. Auf Grund ihrer eigenen Geschäfte fehlt ihnen für die Organisation nämlich meist die Zeit und auch ihre Partner - Thore und Peer - haben nur wenig Zeit dafür.
Cleos Ankunft kommt also wie gerufen und auch sympathisch sind sich die Frauen auf Anhieb. Eigentlich kann also nichts mehr schiefgehen, doch plötzlich meldet sich Insas Bauchgefühl. Es scheint, als würde Cleo sich in Gegenwart von Thore und Insa merkwürdig verhalten - die Hochzeitsvorbereitungen werden schwieriger, das mulmige Gefühl bei allen verstärkt sich. Kann die Doppelhochzeit wie geplant stattfinden? Was verbirgt Cleo? Oder bildet Insa sich alles ein?
Wie immer fängt die Autoren Gefühle und Emotionen gut ein. Sie stellt gerade Insas Zweifel brillant dar und schafft es, die Handlung authentisch und nachvollziehbar zu gestalten. Gefallen hat mir, wie besonnen Marla auf die Ereignisse reagiert. Anstatt nervös und fahrig zu werden, ruht sie weiterhin in sich, versucht Lösungen zu finden und unterstützt Insa. Diese wird nämlich immer unruhiger und muss mehrfach von Marla beruhigt werden… Sehr schön dargestellt sind aber auch die Nebenfiguren. Die Kinder Levke und Linus bekommen einen besonderen Platz in der Geschichte, aber auch Alva sowie weitere Figuren aus vorherigen Romanen werden geschickt eingebunden. Ich mag dies sehr, da sich so ein traumhaftes Bild der Insel zeichnet. Die Inselbewohner halten zusammen und haben wunderschöne individuelle Läden, in die mich zu gerne hineinträume!
Die Handlung selbst ist insgesamt eher ruhig und bedächtig. Es werden viele Einblicke in den Arbeitsalltag von Marla und Insa gegeben, die Geschichte entwickelt und entfaltet sich eher langsam. Dabei ist die Story aber nicht zäh, sondern einfach gemütlich. Das Finale des Romans und die Auflösung des Konflikts hat mich dann auch tatsächlich überrascht, ich hatte eine andere Vermutung, welche sich aber nicht bestätigt hat.
Auch der Schreibstil passt zur eher ruhigen Handlung, er ist angenehm und flüssig, das gewohnte und liebgewonnene Setting rundet das Leseerlebnis ab. Auch das Buchcover ist wieder wunderschön.

Mein Fazit: Erneut schreibt Julia Rogasch einen charmanten und ruhigen Wohlfühlroman. Figuren und Setting sind wunderschön, die Geschichte liest sich leicht und angenehm. Es war schön, wieder nach Sylt reisen zu dürfen und die Geschichte des Bonbonladens weiterzuverfolgen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Traum vom Glück

Über den Wolken wohnen die Träume
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„Auf ihn wartet niemand, dessen Erwartungen er enttäuschen könnte, während er gerade versucht, glücklich zu sein.“

„Über den Wolken wohnen die Träume“ ist ein Roman von Meike Werkmeister. Er erschien ...

„Auf ihn wartet niemand, dessen Erwartungen er enttäuschen könnte, während er gerade versucht, glücklich zu sein.“

„Über den Wolken wohnen die Träume“ ist ein Roman von Meike Werkmeister. Er erschien im April 2025 im Goldmann Verlag.

Dieser Roman ist anders, als die, die ich bisher von Meike Werkmeister gelesen habe. Er verbindet die Geschichte von Morlen, 17 Jahre alt und Heather, ungefähr 40 Jahre alt. Morlen darf als Au-Pair-Mädchen zu Heather und ihrer Familie nach Amerika fliegen. Sie möchte ein Auslandsjahr machen und einfach reisen, dass sie tatsächlich auch Verantwortung übernehmen muss, wird ihr erst nach einiger Zeit klar.
Ich hatte Schwierigkeiten mit ihr als Person klarzukommen. Sie wirkt wie ein stereotyper Jugendlicher mit schlechter Laune und voller Undankbarkeit. Anstatt Heather zu helfen, lässt sie sich bedienen und benimmt sich eher wie ein weiteres Kind, als wie ein Au-Pair. Sie ist auf dem Weg zum Erwachsenwerden und hat natürlich ihre ganz eigenen Sorgen und Probleme. Was sind das zum Beispiel für Gefühle, die sie ihrem Gastbruder entgegenbringt…? Insgesamt konnte ihr Part mich aber irgendwie nicht erreichen.
Heather hingegen hat alle Hände voll zu tun mit ihrer Familie und ihrem Job. Sie möchte allen gerecht werden und hat Angst, sich um ihre eigenen Träume zu kümmern. Diese sind im Familienalltag auf der Strecke geblieben und während Heathers Mann den ganzen Tag arbeitet, trägt sie den kompletten Mental Load der Familie. Und dem Druck, der auf ihr lastet, leidet auf Dauer jedoch nicht nur ihre eigene Gesundheit. Gerade ihr ältester Sohn merkt, dass etwas nicht stimmt und zieht sich immer weiter von seinen Eltern zurück.
Die Geschichte ist aus wechselnder Ich-Perspektive von Morlen und Heather geschrieben. Die jeweilige Perspektiven vermittelt ein vielschichtiges Bild der Personen und der Handlung. Morlens Ankunft und auch ihre Ansichten bewegen bei Heather einiges, was gerade durch die wechselnde Perspektive deutlich wird.
Der Roman ist insgesamt eher ruhig, dabei aber absolut authentisch. Gerade Heather wirkt auf mich absolut realistisch und ihre Geschichte beschreibt vermutlich den Alltag von vielen Frauen, die sich nahezu allein um die gesamte Familie kümmern. Der Roman erzählt von verlorenen Träumen, von zerstörten Plänen und einer Hoffnungslosigkeit, die einen zu erdrücken scheint. Alle scheinen ihren Alltag besser zu meistern, erfolgreicher zu sein und „alles zu schaffen“. Und man selbst? Ist „nur“ Mutter, hetzt von Termin zu Termin und hat für nichts wirklich Kraft. Ausbrechen ist schwer, aber vielleicht möglich. Oder vielleicht kann man ja auch einfach „nur“ Mutter sein und damit glücklich? Man braucht in jedem Fall Hilfe, muss sich selbst hinterfragen und Dinge verändern - ist Heather dafür bereit oder wählt sie einen anderen Weg?
Beide Protagonistinnen entwickeln sich im Laufe des Romans, was für mich ebenfalls gut und realistisch dargestellt wurde. Überrascht war ich dann vom Romanende, dies hatte ich so tatsächlich nicht erwartet, mochte es aber gern!
Atemberaubend ist natürlich auch die Kulisse, vor der der Roman spielt. Nordkalifornische Strände, Surfen, Sonne, Strand und Meer - wunderschön! Ebenso wunderschön sind die liebevoll gestalteten Kapitelbebilderungen und die Beschreibung des perfekten Strandtags in Kalifornien am Buchende.
Gestört hat mich, dass im Roman unterschwellig ein Erziehungsbild am Hund dargestellt wird, das meiner Meinung nach überholt und unnötig ist. Kein Hund muss mit Anzischen oder „unmissverständlicher Körpersprache“ erzogen werden und ein solcher Umgang nicht als normal dargestellt werden!

Mein Fazit: Meike Werkmeister hat mit „Über den Wolken wohnen die Träume“ also einen durchaus authentischen und eher ernsten, manchmal melancholisch stimmenden Roman geschrieben, den ich grundsätzlich als gut gelungen beschreiben würde.
Der eher langsame Handlungsverlauf und die mir deutlich unsympathische Morlen haben mir das Lesen allerdings nicht leicht gemacht. Vielleicht lag es auch an meiner Erwartungshaltung, denn irgendwie hatte ich einen locker fröhlichen Sommerroman erwartet. Diesen bekommt man als Leser diesmal aber nicht und für mich hat es einfach nicht gepasst, sodass es von mir nur 3,5 von 5 Sternen gibt.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Sehnsucht

Aurora Love
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„Maman war wie die schwarze Farbe, die all meine bunten Träume überdeckte.“

„Aurora Love - Bis wir uns wiederfinden“ ist ein Liebesroman von Alexandra Fischer. Er erschien im Februar 2025 bei Books on ...

„Maman war wie die schwarze Farbe, die all meine bunten Träume überdeckte.“

„Aurora Love - Bis wir uns wiederfinden“ ist ein Liebesroman von Alexandra Fischer. Er erschien im Februar 2025 bei Books on demand und ist ein Einzelband.

Cassian lebt in Paris, Jules in einem kleinen Ort in Kanada. Ihre Leben könnten nicht unterschiedlicher sein und doch verbindet sie etwas.
Cassian fühlt sich schon immer fremd in seinem eigenen Leben - nur in Kanada fühlt er sich ganz. Jules hingegen ist gefangen in ihrer Welt, Paris ihr geheimer Traum. Doch die psychische Erkrankung ihrer Mutter führt dazu, dass weder sie noch ihr Bruder von Zuhause weggehen können. Dabei ist da doch noch so viel mehr auf der Welt und gerade Cassian zeigt Jules auf, was außerhalb ihres Lebens auf sie warten könnte…

Alexandra Fischer schreibt einen Roman über zwei Menschen, die durch das Nordlicht geleitet werden und immer wieder zueinander finden. Sie thematisiert psychische Erkrankungen, Sehnsucht, Freiheit, Selbstzweifel, Wut, Zusammenhalt, Liebe und Familie. Sie zeigt auf, wie schwierig es ist, mit psychischen Erkrankungen zu leben. Welchen Einfluss diese nicht nur auf die betroffene Person haben, sondern auch auf deren Familie. Immer wieder stellt man sich die Frage, wie weit sind Kinder für ihre Eltern verantwortlich? Sollten sie ihr Leben aufgeben, um sich um sie zu kümmern? Wie sehen gerechte Zukunftschancen aus? Wie geht man als Außenstehender mit einer solchen Situation um? Schaltet man Behörden ein, oder macht man damit alles schlimmer? Was ist richtig, was ist falsch…?
Auch nach dem Lesen des Romans kann ich diese Fragen nicht beantworten. Vielleicht gibt es kein Richtig und Falsch, sondern eher Graubereiche. Alexandra Fischer nähert sich in ihrem Roman diesen Fragen an. Sie beachtet dabei, dass es sich um schwierige Themen handelt und schreibt eine ausführliche Content Note, die mir sehr gut gefallen hat. Sie gibt einen umfassenden Einblick auf den Inhalt des Romans und man kann sich ein gutes Bild davon machen, ob er für einen geeignet ist oder nicht. Gleichzeitig können diese Angaben jedoch spoilern, schaut also, ob ihr sie lesen möchtet oder nicht!
Der Schreibstil der Autorin ist wieder einmal mitreißend und tiefgehend. Die wechselnde Ich-Perspektive von Jules und Cassian bringt dem Lesenden Gefühle und Gedanken der beiden sehr nahe. Ich habe mit ihnen gelacht und gelitten sowie ihre Geschichte gebannt verfolgt. Gerade Jules Geschichte ist mir sehr nah gegangen und hat mich zum Nachdenken gebracht. Doch auch Cassians Rolle ist nicht leicht und zurecht muss er sich die Frage stellen, wie viel er bereit ist, für die Liebe zu geben. Kann er dabei er selbst bleiben oder muss er sich aufgeben, damit es funktioniert? Kann die Beziehung überhaupt funktionieren? Bei aller Schwere bleibt die Romantik aber nicht auf der Strecke und vielleicht gibt es sie ja - Seelenverwandschaft, Kugelmenschen…?
Gefallen hat mir auch die Entwicklung der Figuren. Durch den langen Zeitraum (Alter der Protagonisten von 15 - 35 Jahre) über den die Geschichte spielt, kann man diese sehr gut verfolgen und nachvollziehen, gleichzeitig ist die Handlung für mich authentisch. Sie ist nicht rosarot, aber auch nicht grauschwarz. Sie bewegt sich auf einer realistischen Ebene, was mir sehr gut gefallen hat.
Sensationell sind die bildlichen Settingbeschreibungen und die unglaublich schöne Buchgestaltung. Ein Blick ins Buch lohnt sich daher nicht nur auf Grund der Handlung, sondern auch auf Grund der Zeichnungen!!

Mein Fazit: Wieder einmal schreibt Alexandra Fischer einen bewegenden und tiefgehenden Roman über die Liebe. Sie greift dabei aber auch weitere Themen auf und macht „Aurora Love“ so zu einem komplexen Geschichte, die zum Nachdenken anregt! Wer eine seichte Handlung sucht, ist hier also falsch! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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