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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2019

Beklemmende Suche eines Vaters nach seiner verschwundenen Tochter

Dunkelsommer
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In den langen schwedischen Sommernächten fährt Lelle Gustavsson jede Nacht aufs neue los, um seine Tochter Lina zu suchen. Lina ist vor drei Jahren spurlos an einer Bushaltestelle verschwunden. Doch dieser ...

In den langen schwedischen Sommernächten fährt Lelle Gustavsson jede Nacht aufs neue los, um seine Tochter Lina zu suchen. Lina ist vor drei Jahren spurlos an einer Bushaltestelle verschwunden. Doch dieser Sommer verändert alles. Die siebzehnjährige Meja zieht mit ihrer Mutter auf einen dortigen einsamen Bauernhof. Um ihren traurigen Lebensumständen zu entkommen, schließt sie sich ein paar Jugendlichen an. Dann verschwindet wieder ein junges Mädchen. Der Schrecken beginnt erneut.
Das Buch ist unglaublich düster, somit hätte der Titel nicht besser gewählt werden können. Die Trauer und die Verzweiflung von Lelle spricht aus jedem Satz, genauso wie seine Einsamkeit und das beiderseitige Unverständnis zwischen ihm und seiner Umwelt. In meinen Augen hat die Autorin dieser Darstellung sehr viel Raum gewährt, was bei mir allmählich zu Langeweile und einem gewissen Überdruss geführt hat. Dem gegenüber steht die junge Meja, die in chaotischen Verhältnissen aufwächst und sich nichts mehr wünscht als ein langweiliges beständiges Familienleben. Ich mochte Meja sehr mit ihrem Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Natürlich hatte ich immer im Hinterkopf, dass bereits ein junges Mädchen in der Gegend verschwunden war und war nicht überrascht, als es wieder passierte, aber erleichtert, dass es nicht Meja war. Die Auflösung des Falles kommt dann ziemlich schnell und ist - bis auf ein paar Kleinigkeiten - auch keine wirkliche Überraschung.
Das Buch war für mich nicht wirklich ein Krimi. Der Schwerpunkt der Erzählung lag für mich auf Lelles Suche und Trauer und Mejas Suche nach dem sicheren Platz im Leben. Die eigentliche Krimihandlung setzt erst im letzten Drittel des Buches ein. Sprachlich ist das Buch ein Volltreffer und sehr gut zu lesen, nur eben für mich nur am Rande ein Krimi.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Kurze Einblicke in das Leben der Anna von Ungarn

Die Luftvergolderin
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Ausgehend von der Entstehung Annas Brautbildes schildert die Autorin einige Stationen aus dem Leben der Anna von Ungarn. Beginnend mit Annas Zeit als Witwe des Kaiser Maximilians 1519 in Innsbruck, als ...

Ausgehend von der Entstehung Annas Brautbildes schildert die Autorin einige Stationen aus dem Leben der Anna von Ungarn. Beginnend mit Annas Zeit als Witwe des Kaiser Maximilians 1519 in Innsbruck, als sie darauf wartet, dass sich erneut ein passender Ehemann findet, über ihre Heirat mit Ferdinand, dem späteren Kaiser bis hin zu ihrem frühen Tod 1546 erhält man Schlaglichter auf
wichtige Ereignisse in Annas Leben.
Wenn ich ehrlich bin, war ich vom Buch doch etwas enttäuscht. Der Beginn war für mich gelinde gesagt zäh, da ausführlich über das Brautbild und seine Entstehung geschrieben wurde. Kurz wird das bisherige Leben des Malers geschildert, was ich sehr interessant fand, aber nichts mit Anna zu tun hatte. Dann folgen einige wichtige Lebensstationen von Anna. Das war unterhaltsam, spannend und sehr gut geschrieben. Für mich was das aber zu wenig. Genau davon hätte ich mir mehr gewünscht.
Womit ich im Zusammenhang mit Annas Leben gar nichts anfangen konnte, war der Anhang. Darin wird das Leben des jüdischen Jungen Kari kurz vor seiner Flucht zusammen mit seiner Familie aus dem nationalsozialistischen Österreich geschildert. Lediglich das Brautbild, das in seinem Zimmer hängt verweist auf Anna. Die Intention dieses Abschnittes hat sich mir nicht erschlossen. Insgesamt finde ich es schade, denn die Autorin weiß ohne Zweifel unterhaltsam und historisch korrekt zu erzählen.

Veröffentlicht am 14.07.2019

ein fast perfekter Mord

Am Ende der Schmerz
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Obwohl bereits einige Zeit verstrichen ist, hat Andrea nicht den Weg zurück zu ihrer Arbeit als Profilerin gefunden. Da erhält Greg einen verstörenden Anruf von der Verwandtschaft in Bielefeld. Gregs Cousin ...

Obwohl bereits einige Zeit verstrichen ist, hat Andrea nicht den Weg zurück zu ihrer Arbeit als Profilerin gefunden. Da erhält Greg einen verstörenden Anruf von der Verwandtschaft in Bielefeld. Gregs Cousin Matthias wurde verhaftet. Er soll seine schwangere Frau und die beiden gemeinsamen Kinder ermordet haben. Greg bittet Andrea, sich des Falles anzunehmen. Trotz innerer Widerstände stimmt Andrea zu und die Familie reist nach Bielefeld. Tatsächlich akzeptiert der deutsche Kommissar nach einigem Zögern Andreas Mithilfe, obwohl oder gerade weil alle Beweise für Matthias als Mörder sprechen. Andrea gelingt es ein zutreffendes Täterprofil zu erstellen. Als Andrea versucht fehlende Beweise für ihre Theorie zu finden, gerät sie in tödliche Gefahr.
Dieses Mal beginnt der Krimi eher verhalten mit einem leichten Unterton der Melancholie. Das Leben im Hause Thornton geht seinen geregelten Gang, aber Andrea fehlt ihre frühere Arbeit, auch wenn sie sich das nicht eingestehen kann. Als sie Greg bittet, seinen Cousin zu entlasten, ist sie zuerst ablehnend und stürzt sich dann aber so in die Arbeit, dass sie alle Vorsicht außer acht lässt und nichts mehr außer dem Fall wahrnimmt. Mir dieses Mal das direkte Duell zwischen Andrea und dem Täter gefallen ; das gegenseitige Abtasten und Taktieren. Das Ende hat mich völlig überzeugt und ließ mich mit einem Gefühl der Zufriedenheit zurück. Dieser Fall war für mich der bisher beste, wenn auch nicht spektakulärste Fall, weil er Andreas persönliche Entwicklung thematisiert und mich die unmittelbare Konfrontation mit dem personifiziertem Bösen - übrigens sehr überzeugend dargestellt - gefesselt hat.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Wer tötete Turids Mutter Ase im Oktober 42 in Oslo ?

Die Frau aus Oslo
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Im August 2015 entdeckt Turid in einer Osloer Zeitung, einen Artikel, der eine Versteigerung ankündigt. Das beigefügte Foto zeigt das Armband, das einmal Turids Mutter gehörte und Turid im November 67 ...

Im August 2015 entdeckt Turid in einer Osloer Zeitung, einen Artikel, der eine Versteigerung ankündigt. Das beigefügte Foto zeigt das Armband, das einmal Turids Mutter gehörte und Turid im November 67 gestohlen wurde. Turid möchte das Arnband unbedingt zurück haben. Nun wird in Rückblenden die Geschichte des Armbandes und den damit verbundenen Mord an Turids Mutter Ase erzählt. Alles begann im Oslo des Jahres 1942. Turids Vater Gerhard, ein aktiver Widerstandskämpfer, muss vor den Nazis nach Schweden fliehen. Auch die junge Jüdin Ester, die beste Freundin von Ase, entkommt nach Schweden, nachdem sie knapp der Verhaftung durch die Osloer Gestapo entkommt. Sie muss verraten worden sein. Zur selben Zeit wird Turids Mutter ermordet. Der Täter wird nie gefasst. Turid kommt zu Adoptiveltern. In Schweden treffen Ester und Gerhard erneut aufeinander. Ester soll Gerhard bei seiner weiteren Flucht nach England helfen. Die Wege der Protagonisten kreuzen sich erneut 1967.Ester wohnt mittlerweile wieder in Oslo.Gerhard, den alle für tot hielten, taucht unerwartet in Oslo auf. Er will seine Tochter wiedersehen . Und er stellt Fragen zu den Ereignissen 1942. Auch für Ester ist die Vergangenheit wieder präsent. Sie möchte wissen, wer sie damals verraten hat. Alle Fäden scheinen bei Sverre zusammen zulaufen. Sverre spielte 1942 eine wesentliche Rolle im norwegischen Widerstand und verhalf Gerhard zur Flucht. War er der Verräter ? Vielleicht sogar der Mörder von Turids Mutter ? Stück für Stück setzt Ester die Ereignisse von damals zusammen und enthüllt das Bild eines miesen und geldgieren Verräters.

Das Buch ist zu Beginn etwas schwierig zu lesen, da der Autor die Geschichte auf 3 verschiedenen Zeitebenen erzählt. Die Ereignisse von 1942 werden durch Rückblenden innerhalb der Geschehnissen von 1967 berichtet. Der Leser erfährt stückchenweise, was damals passiert ist. Jeder der Beteiligten hat einen anderen Blickwinkel und trägt unterschiedliche Informationen bei. Wie bei einem Puzzle war ich zu Beginn eher ratlos und wusste nicht, was ich mit den einzelnen Informationen anfangen sollte, bis sich dann eine Struktur ergibt. Das hat den Vorteil, dass es unglaublich spannend ist und man mit rätseln kann, wie alles zusammenhängt. Der Nachteil ist, dass am Anfang viele Fragen offen bleiben und man das Buch nicht allzu oberflächlich lesen sollte. Die Auflösung des Falles war bereits mit dem 1. Satz des Krimis angelegt. Jede Begebenheit, ja jedes Wort war mit Bedacht gewählt im Hinblick auf die Lösung des Falles. Das Ende kommt dann nicht völlig überraschend, hat mich aber überzeugt und mein Gerechtigkeitsgefühl zufrieden gestellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 07.07.2019

Showdown Licht gegen Dunkelheit

Die Geschichte der Lilia Joerdis van Luzien / Elbenschwur
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Lilia steht weiterhin vor der schweren Aufgabe den Dämonfürst zu töten. Unterstützung erhofft sie sich von den wenigen Elben die noch auf der Erde sind. Doch sie wird bitter enttäuscht. Die Elben lehnen ...

Lilia steht weiterhin vor der schweren Aufgabe den Dämonfürst zu töten. Unterstützung erhofft sie sich von den wenigen Elben die noch auf der Erde sind. Doch sie wird bitter enttäuscht. Die Elben lehnen die Autorität Lilias ab, da sie eine Halbelbe nicht als ebenbürtig anerkennen. Sie vergessen dabei, dass Lilia ihre einzige Hoffnung ist, die Herrschaft des Bösen zu beenden und ihnen die Möglichkeit zu geben, die Erde zu verlassen. Elben können nicht unter der Erde kämpfen und der Damonfürst sammelt seine Heerscharen in den unterirdischen Gängen und Verliesen von London. Wohlwissend, dass es ihren Tod bedeuten kann, stellt sich Lilia zusammen mit ihrer großen Liebe Alexis der übermenschlichen Aufgabe.
Das Buch hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Gemeinsam mit Lilia war ich bereit, den Kampf gegen den Dämonfürst aufzunehmen. Wer hätte gedacht, dass die größte Enttäuschung und Niederlage aus den Reihen der Elben selbst kommt. Wieder habe ich bewundert, wie sich Lilia einer Aufgabe stellt, die auf den ersten Blick nicht bewältigt werden kann. Doch die Liebe zu Alexis und die unverbrüchliche Freundschaft zu den Halbelben Fingall und Lyall und Lilias unerschütterliche Treue zu r Elbe Elin bilden ein belastbares Band, das Hoffnung gibt, dass Lilia vielleicht doch Erfolg haben könnte. Die Kämpfe gegen die dämonischen Heerscharen sind sehr anschaulich beschrieben und ich war mehrmals froh, dass ich die Erzählung zwar hautnah miterleben konnte, aber nicht riechen. Das Ende ist versöhnlich. Für mich war das Buch ein tolles Leseerlebnis und ein gutes Beispiel für moderne urbane Fantasy.