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Veröffentlicht am 20.03.2019

Wettlauf mit einem Mörder

Mitternachtsmädchen (Ein Nathalie-Svensson-Krimi 3)
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Eine blonde Studentin wird tot im anatomischen Theater der Universität Uppsala aufgefunden. Sie wurde erwürgt und es fehlt der linke Schuh. Zuvor wurden zwei ebenfalls blonde Studentinnen vergewaltigt ...

Eine blonde Studentin wird tot im anatomischen Theater der Universität Uppsala aufgefunden. Sie wurde erwürgt und es fehlt der linke Schuh. Zuvor wurden zwei ebenfalls blonde Studentinnen vergewaltigt und der linke Schuh mitgenommen. Die Überfälle ereigneten sich immer rund um das Universitätsgelände und der Zeitpunkt war jeweils um Mitternacht. Da es sich um einen Serientäter zu handeln scheint, wird die Psychiaterin Nathalie und der Kriminalbeamte Johan hinzugezogen, um ein Täterprofil zu erstellen. Alle Ermittler gehen davon aus, dass der Täter erneut zuschlagen wird. Das muss unbedingt verhindert werden, damit nicht erneut eine junge Frau stirbt. Drei Verdächtige geraten in das Visier der Ermittler : der Freund des letzten Opfers , ein gerade entlassener Sexualstraftäter und ein Student, der Mitglied in einer obskuren Verbindung ist. Die Polizei hofft auf den entscheidenden Hinweis, während die Minuten bis Mitternacht unerbittlich herunter ticken.
Der vorliegende Krimi ist der dritte Fall rund um Nathalie und Johan. Es gibt zwar im Verlaufe der Handlung einige Anspielungen auf Geschehnisse in den Vorgängerbänden, aber die Handlung ist dennoch klar verständlich.
Die Stimmung im Buch ist von Anfang an geprägt durch die Notwenigkeit, den Täter vor Mitternacht zu fassen, um einen erneuten Mord zu verhindern. Der Wunsch, die Ermittler mögen sich beeilen, wird beim Leser noch verstärkt, indem der Autor parallel das nächste mögliche Opfer vorstellt und schildert, wie der Mörder sie in Sicherheit wiegt und ein Treffen verabredet. Das Ermittlerduo harmoniert gut, wobei mir Johan sympathischer war. Er ist ein Ermittler, der sich voll auf seine Aufgabe konzentriert und persönliche Probleme zur Seite schiebt. Bei Nathalie waren meine Empfindungen zwiespältig. Manche Handlungsweisen waren mir zu emotional und unprofessionell. Ein wenig gestört haben mich die persönlichen Rückblenden des Täters und damit verbundene Erklärungsversuche seiner möglichen psychischen Störung. Dennoch fand ich den Krimi gut zu lesen und er hat mich insgesamt gefesselt. Die Spannung lebt für mich eindeutig vom Wettlauf gegen die runter tickende Uhr bis zum nächsten Tatzeitpunkt.

Veröffentlicht am 11.03.2019

Kommissar Sito unter Verdacht

Der Wolf vom Bodensee
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Kommissar Sito macht zusammen mit seiner Freundin Miriam über den Jahreswechsel ein paar Tage Urlaub in Gaienhofen. Drei Ereignisse lassen den Urlaub beinahe zum Alptraum werden. Ein weißer Wolf ...


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Kommissar Sito macht zusammen mit seiner Freundin Miriam über den Jahreswechsel ein paar Tage Urlaub in Gaienhofen. Drei Ereignisse lassen den Urlaub beinahe zum Alptraum werden. Ein weißer Wolf wird gesichtet und spaltet die Bevölkerung in Jäger und Beschützer. Ungewöhnlich heftiger Schneefall blockiert die Straßen. Zeitgleich mit Sitos Ankunft am Urlaubsort wird eine Schriftstellerin brutal zu Tode geprügelt. Sie erwähnt Sito in ihrem Manuskript und Sito gerät unter Verdacht. Als dann auch noch ein kleines Mädchen tot aufgefunden wird, kochen die Emotionen hoch.
Ich muss gestehen, ich habe einige Seiten gebraucht, bis ich einen roten Faden in der Geschichte gefunden habe. Die Autorin macht viele Andeutungen, zitiert Hesse, so dass ich Mühe hatte zwischen realem Geschehen und Gedankenspielen zu unterscheiden. Erst in der 2. Hälfte des Buches ergeben die Puzzleteile ein Muster und Zusammenhänge werden deutlich. Der Schluss ist dann auch logisch.
Insgesamt konnte mich das Buch nicht völlig überzeugen. Sehr gelungen sind die Schilderungen der Bodenseelandschaft im Winter mit ihrem Nebel. Und die Krimihandlung an sich war auch spannend . Was mich aber sehr gestört hat, war in meinen Augen das bemüht Mystische und die Vermischung der Realität mit der Phantasie der toten Schriftstellerin zusammen mit unzähligen Hesse-Zitaten und Hinweisen auf das Hesse-Haus und Otto Dix, der ebenfalls dort zuhause war . Das hat für mich nicht gepasst und ich fand es eher ermüdend.

Veröffentlicht am 11.03.2019

Die neue Hüterin von Sisong - ein ungewöhnlicher Fantasy-Roman

Cats Bestimmung
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Catriona Thalmann - genannt Cat - fängt ihren Dienst bei der Frankfurter Kriminalpolizei an. Gleich ihr erster Fall ist sehr ungewöhnlich. Eine junge nackte Frau wird tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. ...

Catriona Thalmann - genannt Cat - fängt ihren Dienst bei der Frankfurter Kriminalpolizei an. Gleich ihr erster Fall ist sehr ungewöhnlich. Eine junge nackte Frau wird tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. Die Tatwaffe ist ein altertümlich wirkender Dolch. Gleichzeitig nimmt Cat Veränderungen an sich selbst wahr. Ihre Augenfarbe verändert sich. Sie kann Gedanken lesen und hört Stimmen in ihrem Kopf. Cat ist irritiert, arbeitet aber weiter an der Aufklärung des Falles. Kurz darauf kommt Cats Mutter bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Dieser Tod löst eine Reihe von Ereignissen aus. Nun sieht Cat auch noch einen Mann, der dann wieder spurlos verschwindet. Kurz bevor Cat an ihrem Verstand zweifelt, erklärt ihr der Mann, der sich als Hunter vorstellt, dass er und sein Freund dafür da sind, Cat zu beschützen. Sie gehört wie die beiden zum Volk der Sisoner. Zudem leben auch Iszeroniten unter den Menschen. Zwischen den beiden Völkern herrscht Krieg. Cat ist besonders gefährdet, da sie eine wichtige Rolle bei den Sisonern übernehmen wird. Bald weiß Cat nicht mehr, wem sie trauen kann. Sogar einer der Wächter scheint ein falsches Spiel zu spielen.
Zu Beginn der Geschichte habe ich mich etwas schwer getan. Der Einstieg mit dem Mord fand ich gut, weil gleich Spannung aufgebaut wurde. Als dann die Wächter in das Geschehen eingreifen, wird es ein wenig kompliziert, da sie Cat und so mit dem Leser eine ganze Reihe an Informationen über die Sisoner und Iszeroniten geben. Das ist aber notwendig für das weitere Verständnis. Dann wird es wieder richtig spannend, gilt es doch weiterhin den Mord an der jungen Frau aufzuklären. Zeitgleich wird es für Cat immer bedrohlicher. Wem kann sie trauen? Und natürlich gibt es eine Liebesgeschichte, die mir persönlich etwas zu rührselig war. Da es sich um eine Fortsetzungsgeschichte handelt, endet das Buch mit vielen offenen Fragen.
Insgesamt hat mich der Roman gut unterhalten. Gut gefallen hat mir der ungewöhnliche Ansatz, die Geschichte auf der bekannten Erde spielen zu lassen. Cat ist mir sympathisch und wächst immer mehr in ihre neue Rolle hinein. Ich bin gespannt, wie sie mit der Bedrohung durch die Iszeroniten weiter umgeht.

Veröffentlicht am 07.03.2019

Luise - Opfer politischer Machtinteressen

Die Schand-Luise
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Luise ist der letzte Spross aus dem Hause Sachsen - Gotha- Altenburg. Luises Mutter stirbt kurz nach ihrer Geburt. Liebevoll und voller Fürsorge kümmert sich ihre Großmutter und später ihre Stiefmutter ...

Luise ist der letzte Spross aus dem Hause Sachsen - Gotha- Altenburg. Luises Mutter stirbt kurz nach ihrer Geburt. Liebevoll und voller Fürsorge kümmert sich ihre Großmutter und später ihre Stiefmutter Karoline um das kleine Mädchen. Allzu streng ist die Erziehung der jungen Prinzessin nicht. Durch ihrer lebhafte Phantasie lebt sie in einer Welt voller Märchen und heldenhafter Ritter. Da Luise die einzige Nachkommin bleibt, hat sie einen beträchtlichen Wert auf dem Heiratsmarkt. Das weckt das Interesse des Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg , dessen Chancen auf eine vorteilhafte Verbindung durch seinen Lebenswandel erheblich weniger gut sind. Sein Verhältnis mit einer gewissen Madame Panam- eine angeblich junge Griechin, aus dem auch ein illegitimer Sohn hervorgegangen sein soll, erregt die Gemüter europaweit. In einer Schmähschrift , die damals sehr beliebt waren, bezichtigt Madame Panam Ernst, er habe sie als Minderjährige verführt und dann mit dem gemeinsamen Sohn im Stich gelassen. Wutentbrannt versucht Ernst seine ehemalige Geliebte zum Schweigen zu bringen, erregt dadurch aber nur noch mehr Aufsehen. Es kommt zur Heirat mit der gerade 16jährigen Luise, die voller romantischer Träume in Ernst ihren Ritter sieht. Nach einem rauschenden Hochzeitsfest siedelt Luise nach Coburg über. rasch hintereinander bekommt sie zwei Söhne - Ernst und Albert, den späteren Gemahl der englischen Königin Victoria. Nachdem Luise ihre Pflicht zur Sicherung der Erbfolge erfüllt hat, verliert Ernst das Interesse an seiner Frau. Luise fühlt sich von ihm vernachlässigt und sucht Zerstreuung durch Feste und Tändeleien. Ernst bezichtigt sie des Ehebruchs und Hochverrats und verbannt sie nach St.Wendel. Sie wird ihre Kinder nie wiedersehen und lebt in bescheidenen Verhältnissen. Sie stirbt mit 31 Jahren. Das Buch gibt interessante Einblicke in das haus Sachsen-Coburg und Gotha. Auf der einen Seite Ernst, der dem Gedankengut des Anciem Regime anhängt und als absoluter Herrscher agiert. Die zeigt sich deutlich in seinem Verhalten und Umgang mit seinen Mitmenschen. Luise ist nur ein Mittel, um seine wirtschaftliche Position zu stärken und sein Hoheitsgebiet auszudehnen. Im Gegensatz zu Ernst ist sein Bruder Leopold den Gedanken der Aufklärung verpflichtet, ausgestattet mit einem hohen Maß an Diplomatie, der vorausschauend die Geschicke Europas zu lenken versucht. Und Luise ? War sie möglicherweise eine frühe Verfechterin der Frauenrechte ? In meinen Augen ist sie eher das weltfremde, vertrauensselige Mädchen, das glaubte den Ritter aus ihren Träumen zu heiraten. Leider entpuppte sich dieser als kalter Machtmensch. Das Buch hat mir gut gefallen, da es viele Aspekte der damaligen Zeit anspricht. Allein die Sprache war gelegentlich eine Herausforderung, da die Autorin viele Zitate in den Text einfließen lässt, die in Schreibweise und Stil so gar nicht mehr der heutigen Zeit entsprechen.

Veröffentlicht am 06.03.2019

Amor vincit omnia

Gleann Comhann - Gefangen im Tal der Tränen
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Catriona - genannt Cat - Campbell ist eine Nachfahrin jenes Clanführers Campbell, der für das historisch verbriefte Massaker am MacDonald-Clan in Glencoe im 17. Jahrhundert verantwortlich war. Cat hatte ...

Catriona - genannt Cat - Campbell ist eine Nachfahrin jenes Clanführers Campbell, der für das historisch verbriefte Massaker am MacDonald-Clan in Glencoe im 17. Jahrhundert verantwortlich war. Cat hatte bisher kein Glück mit ihrer Männerauswahl und hat erstmal genug von der Liebe. Während eines Spazierganges trifft sie auf den Geist von Dusten MacDonald, der am Tag des Massakers ins Feenreich entführt wurde. Aus einem unbestimmten Gefühl der Verantwortung beschließt Cat zusammen mit ihrer Freundin Gwenny und Fiona, einer Nachfahrin Dustens, ihn aus dem Feenreich zu retten, obwohl er ihr alles andere als sympathisch ist. Mit Hilfe eines Feenbanners gelangt Cat nicht wie erwartet ins Feenreich , sondern auf die MacDonald-Burg einige Woche vor den tragischen Ereignissen. Sie lernt Dusten kennen und lieben. Und von da an hat Cat nur noch ein Ziel. Sie muss Dusten aus dem Feenreich befreien.
Das Buch ist eine bezaubernde Liebesgeschichte. Sie ist dabei nicht rührselig, sondern die Autorin erzählt das Ganze mit einem zwinkernden Auge, so dass man das Taschentuch eher für die Lachtränen benötigt. Besonders gut hat mir der Abschnitt gefallen, in dem sich Cat auf der Burg befindet. Die Schilderung des Burglebens erscheint mir realistisch und war sehr interessant. Cat war mir rundum sympathisch und ich war beeindruckt, wie gut sie mit den für sie ungewohnten Lebensumständen zurecht kam. Die Wortgefechte zwischen Cat und Dusten sind sehr amüsant. Es gibt aber eine Szene, die ist ganz großes Herzkino. Allerdings müssen die beiden, nachdem sie zueinander gefunden haben, noch einige Hürden genommen werden, bis sie ein richtiges Paar sind.
Das Buch bietet wunderschöne Unterhaltung mit viel Herz und Humor. Wer mal wieder in eine Welt voller Romantik abtauchen will, sollte dieses Buch unbedingt lesen.