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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2025

Inspirierend

30 Pflanzen pro Woche
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Ich habe mir schon öfter vorgenommen, mindestens 30 verschiedene Pflanzen pro Woche zu essen, weil das sehr gut für das Mikrobiom im Darm sein soll. Meistens habe ich das Ziel dann aber schnell nicht mehr ...

Ich habe mir schon öfter vorgenommen, mindestens 30 verschiedene Pflanzen pro Woche zu essen, weil das sehr gut für das Mikrobiom im Darm sein soll. Meistens habe ich das Ziel dann aber schnell nicht mehr aktiv und bewusst verfolgt. „30 Pflanzen pro Woche“ ist ein Kochbuch, das nicht nur zum Nachkochen einlädt, sondern auch einen Motivationsboost zu einem gesünderen Lebensstil liefert. Basierend auf Erkenntnissen der Mikrobiomforschung zeigt Katharina Seiser, wie wichtig pflanzliche Vielfalt für unsere Gesundheit ist – und wie leicht man sie im Alltag umsetzen kann. Von Gemüse und Obst bis zu Nüssen, Kräutern und Gewürzen: Das Buch macht Lust darauf, neue Zutaten auszuprobieren und die eigene Küche bunter und abwechslungsreicher zu gestalten.

Besonders gefallen hat mir der übersichtliche und interessante Infoteil zu Beginn. Die beiliegende Wochen-Checkliste – sowohl im Buch als Kopiervorlage als auch online verfügbar – ist ein praktisches Tool, das den spielerischen Ansatz des Buches unterstreicht und hilft, die guten Vorsätze zu verfolgen. Die anschließenden Rezepte sind vielfältig und jedes Rezept ist anschaulich bebildert. Die Gerichte stammen nicht nur von Seiser selbst, sondern auch von renommierten Köch*innen wie Haya Molcho, Stevan Paul oder Feminine Food, was die Qualität und Kreativität der Rezepte garantiert. Besonders gelungen finde ich, wie durch die Rezepte die Tipps aus dem Infoteil konkret umgesetzt werden: Es wird mit einer breiten Palette an Kräutern, Gewürzen und Gemüsesorten gearbeitet, die über die gewohnte Alltagsküche hinausgehen, was sich als Prinzip aber auch auf eigene Lieblingsgerichte übertragen lässt. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass einige Zutaten – wie Yuzu, Sumach oder Asafoetida – selbst für mich in einer Großstadt schwer im direkten Umfeld zu bekommen sind. Hier hätte ich mir Vorschläge für Alternativen gewünscht, um den Zugang zu den Gerichten zu erleichtern.

Insgesamt ist „30 Pflanzen pro Woche“ aber ein inspirierendes und durchdachtes Kochbuch, das nicht nur leckere Rezepte bietet, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu einer gesünderen Ernährung leistet. Es ist ein Buch, das ich gerne zur Hand nehme – sei es, um die Checkliste für meine Woche zu nutzen, oder einfach, um mich von den farbenfrohen Gerichten inspirieren zu lassen.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Tolles Konzept

Tunesisch vegan
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„Tunesisch vegan“ bietet eine spannende Reise durch die tunesische Küche – authentisch, vielfältig und rein pflanzlich interpretiert. Mit 60 Rezepten, die von Frühstücksideen über einfache und aufwendigere ...

„Tunesisch vegan“ bietet eine spannende Reise durch die tunesische Küche – authentisch, vielfältig und rein pflanzlich interpretiert. Mit 60 Rezepten, die von Frühstücksideen über einfache und aufwendigere Hauptgerichte bis hin zu Gebäck reichen, richtet sich das Kochbuch an alle, die die Aromen Tunesiens entdecken wollen. Besonders gelungen sind die einführenden Kapitel: Sie erklären nicht nur die typischen Gewürze und Zutaten, sondern setzen sich auch kritisch mit kultureller Aneignung auseinander. Solche Gedanken findet man selten in Kochbüchern und sie verleihen dem Buch zusätzliche Tiefe. Es hat mir großen Spaß gemacht, das Kochbuch nicht nur zu nutzen, sondern tatsächlich von vorne bis hinten durchzulesen – was bei mir eine Seltenheit ist!

Allerdings bleibt „Tunesisch vegan“ hinter seinem Potenzial zurück. Der Verzicht auf Fotos für jedes Rezept ist ein großer Schwachpunkt, besonders bei einem Kochbuch, das sich auf weniger bekannte Gerichte konzentriert. Oft bleibt die Vorstellungskraft gefragt, da viele Seiten neben den Rezepten nur mit dekorativen Zeichnungen gefüllt sind. Das wirkte auf mich unfertig. Auch die Vielfalt der Rezepte hätte durch geschickteres Zusammenfassen und Ergänzen noch besser zur Geltung kommen können – gerade die zahlreichen Shakshuka-Varianten hätten auf einer Doppelseite gebündelt werden können. Auch wenn das Buch auf Authentizität setzt, hätte ich mir generell mehr Flexibilität und Variationsvorschläge gewünscht, etwa wie man bestimmte Zutaten ersetzt, die man vor Ort nicht bekommen kann, oder wie man das Nährstoffprofil der Gerichte mit oft wenigen Zutaten durch die Zugabe von Gemüse oder frischen Kräutern anreichern kann. Für Leser*innen ohne Zugang zu spezialisierten Märkten wären solche Hinweise hilfreich gewesen. Die Gerichte, die ich ausprobiert habe, habe ich tatsächlich selbst noch ergänzt, weil mir oft etwas Frisches gefehlt hat, ich wäre neugierig gewesen, was hier die Vorschläge des Autors gewesen wären.

Insgesamt ist „Tunesisch vegan“ ein ambitioniertes Kochbuch mit einem tollen Konzept, das aber in der Umsetzung noch Luft nach oben hat. Ich hoffe sehr, dass es eine zweite, überarbeitete Auflage geben wird. Das Potenzial ist definitiv da, denn ich finde sowohl den Löwenzahn Verlag als auch den Autoren des Kochbuchs ganz großartig!

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Entzückend wie immer

Mama Muh. Willst du mein Freund sein?
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Mit „Mama Muh – Willst du mein Freund sein?“ kehrt die liebenswerte Kuh Mama Muh mit einer warmherzigen Geschichte über Freundschaft zurück. Der neuste Band der Reihe beleuchtet, was wahre Freundschaft ...

Mit „Mama Muh – Willst du mein Freund sein?“ kehrt die liebenswerte Kuh Mama Muh mit einer warmherzigen Geschichte über Freundschaft zurück. Der neuste Band der Reihe beleuchtet, was wahre Freundschaft ausmacht, und erzählt dabei von einem Missverständnis zwischen Mama Muh und ihrer besten Freundin, der frechen Krähe. Als die Krähe die Tochter der Bäuerin als ihre „einzige Freundin“ bezeichnet, weil sie ihr Essen hingestellt hat, ist Mama Muh tief enttäuscht. Es folgt ein Auf und Ab der Emotionen bei Krähe und Mama Muh, bis schließlich alles gut wird.

Ich mag an der Reihe, wie einfühlsam und gewitzt die Dialoge geschrieben sind, sodass Kinder und Erwachsene sich darüber freuen. Dazu trägt auch die durchdachte Übersetzung von Maike Dörries bei. Die Zeichnungen von Sven Nordqvist sind wie immer ein Highlight: Sie fangen die gesamte Bandbreite an Emotionen – von Enttäuschung über Wut bis hin zu Freude – detailreich und ausdrucksstark ein. Ein schöner Pluspunkt an der Geschichte ist für mich, dass Mama Muhs vorherige Abenteuer in den neuen Band eingeflochten werden: Ihre Fähigkeiten, die sie in anderen Geschichten gelernt hat, kommen hier erneut zum Einsatz, wie etwa ihr Fahrradfahren.

„Mama Muh – Willst du mein Freund sein?“ ist eine wunderbar illustrierte und herzerwärmende Geschichte, die vermittelt, wie wichtig es ist, Enttäuschungen in einer Freundschaft zu überwinden, einander zu verstehen und gut zu kommunizieren. Ein Must-have für alle kleinen und großen Fans von Mama Muh – und für alle, die Geschichten über Freundschaft lieben.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Liebesroman des Jahres

Für Polina
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Der Roman wird vom Verlag auf dem Klappentext als „Liebesroman des Jahres“ angekündigt, worauf ich erst mit innerem Augenrollen reagiert habe - nach dem Lesen muss ich zugeben: Es stimmt, vielleicht ist ...

Der Roman wird vom Verlag auf dem Klappentext als „Liebesroman des Jahres“ angekündigt, worauf ich erst mit innerem Augenrollen reagiert habe - nach dem Lesen muss ich zugeben: Es stimmt, vielleicht ist es sogar zusätzlich noch der Coming-of-age-Roman des Jahres!

Erzählt wird die Geschichte des in sich gekehrten Hannes Prager, der mit der intelligenten Polina aufwächst und sich in sie verliebt. Hannes’ Talent ist das Klavierspielen und er komponiert Polina deshalb eine Melodie, die ihre ganze Persönlichkeit einzufangen scheint. Durch einen Schicksalsschlag leben sich die beiden auseinander. Jahre später spürt Hannes die Leere in seinem Inneren so stark, dass er sich mit Hilfe seiner Musik auf die Suche nach Polina macht.

Takis Würger hat eine so einfühlsame und intensive Geschichte geschrieben, dass ich den Roman in nur zwei Tagen verschlungen habe. Die Figuren sind liebevoll und detailliert gezeichnet, auch die Nebencharaktere wie Hannes‘ Mutter, der alte Nachbar Heinrich oder der loyale Kollege Bosch. Alle tragen dazu bei, die Welt von Hannes lebendig und glaubwürdig zu machen. Besonders gelungen fand ich auch das Setting in Hamburg – die Stadt spielt eine spürbare Rolle in weiten Teilen der Geschichte, die Details wirken authentisch und atmosphärisch.

Die Stimmung des Romans ist oft melancholisch, was gut zu Hannes‘ innerer Reise und den Themen des Romans passt. Trotzdem wird diese Melancholie immer wieder durchbrochen, sei es durch Momente der Hoffnung, menschliche Verbundenheit oder humorvolle Augenblicke. Gerade dieser Balanceakt hat mich an Benedict Wells erinnert, einer meiner Lieblingsautoren, und er sorgt dafür, dass der Roman trotz Schwere niemals erdrückend wirkt.

„Für Polina“ ist ein Roman über Verlust, Sehnsucht und die Kraft der Musik und der Liebe – ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich freue mich schon darauf, mehr von Würger zu lesen, das war nämlich mein erstes Buch von ihm, aber definitiv nicht mein letztes.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Nette Zugbekanntschaft

In einem Zug
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„In einem Zug“ von Daniel Glattauer spielt auf einer vierstündigen Zugfahrt von Wien nach München – und der kurzweilige Roman könnte ungefähr auch in dieser Zeit gelesen werden! Im Mittelpunkt steht Eduard ...

„In einem Zug“ von Daniel Glattauer spielt auf einer vierstündigen Zugfahrt von Wien nach München – und der kurzweilige Roman könnte ungefähr auch in dieser Zeit gelesen werden! Im Mittelpunkt steht Eduard Brünhofer, ein erfolgreicher, aber ideenloser Autor von Liebesromanen, der sich mit seiner Ehefrau Gina seit Jahrzehnten in einer stabilen Beziehung befindet. Während der Zugfahrt trifft er auf die neugierige und unverblümte Catrin Meyr, die ihn nicht nur mit indiskreten Fragen zu seiner Ehe löchert, sondern auch auf subtile Weise herausfordert, sich mit seiner Sicht auf die Liebe auseinanderzusetzen.

Die Gespräche zwischen Eduard und Catrin sind geprägt von schlagfertigen Dialogen, die einen starken Fokus auf Witz und Ironie legen. Während viele dies sicherlich als eine Stärke von Glattauer empfinden, war es für mich manchmal etwas zu konstruiert und erinnerte mich stilistisch zu sehr an Autoren wie Horst Evers, dessen Schreibstil mich persönlich nicht anspricht. Der in anderen Rezensionen oft gelobte Twist am Ende des Romans war für mich leider auch vorhersehbar, was mir etwas die Spannung beim Weiterlesen genommen hat.

Was mir allerdings gut gefallen hat, war die Darstellung von Eduards glücklicher Ehe mit Gina. Hier zeigt Glattauer, dass er die leiseren Töne genauso beherrscht wie die humorvollen Spitzen. Die Reflexionen über Langzeitbeziehungen und das, was Liebe nach Jahrzehnten noch ausmacht, haben mir persönlich besser gefallen als die spritzigen Dialoge mit Catrin.

Alles in allem ist „In einem Zug“ ein leicht zu lesender Roman, der mit seinem humorvollen Ton und originellen Szenario unterhält, mich aber nicht nachhaltig begeistert hat. Wer auf tiefere Emotionen oder überraschende Wendungen hofft, könnte etwas enttäuscht werden.

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