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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2018

Tiefe Abgründe in anderen Zeiten

Die andere Seite des Schmerzes
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Fee erzählt von der Geschichte

Judith lernt Don, einen amerikanischen Piloten, kennen. Sie verlieben sich und heiraten. Erst mal ist alles Sonnenschein. Dann lernt Judith seine Eltern kennen und Don muss ...

Fee erzählt von der Geschichte

Judith lernt Don, einen amerikanischen Piloten, kennen. Sie verlieben sich und heiraten. Erst mal ist alles Sonnenschein. Dann lernt Judith seine Eltern kennen und Don muss ein ganzes Jahr nach Vietnam. Damit fangen die Schwierigkeiten an.

Fees Meinung

Cover

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist auch sehr passend zur Story. Judith hat ja oft auf Don gewartet, der immer unterwegs war, in seinem Beruf als Pilot. Auch die Gitarre und was sie an hat ist so flowerpowermäßig.

Charaktere/Protagonisten

Judith und Don haben mir gleich irgendwie gefallen. So locker-flockig, sie sind ein tolles Paar. Der Charakter ist so gut dargestellt, dass man sich die beiden sehr gut vorstellen kann. Ich als Leserin habe sie sehr intensiv erlebt. Und mit beiden gelitten. Allerdings wollte ich sie nicht als reale Freunde haben, dazu sind sie mir beide zu extrovertiert und dann wären sie mir unsympathisch. Aber hier geht es ja um ein Buch.

Eigentlich sind alle anderen Figuren eher Randfiguren. Was jetzt keine Kritik ist, denn es geht ja fast nur um die beiden Hauptfiguren. Judiths Tochter kommt praktisch am Anfang und am Ende vor und dann noch ein bisschen als Baby. Judiths Mutter und Oma sind nicht ganz so blass und die Familie von Don ist so gut charakterisiert, dass einem die wenigen Kapitel voll und ganz reichen. Judiths Freundin taucht auch hin und wieder auf.

Schreibstil

Mir gefiel schon der Einstieg in die Geschichte. Ich fand, das war gut gewählt, so war man gleich mitten in der Story. Der Schreibstil ist sehr gut. Allerdings merkt man manchmal schon, dass die Autorin Journalistin ist. Natürlich bemerkte ich auch gleich, das ist andere Literatur, wie ich sie sonst lese. ? Sonst lese ich ja lieber Krimis und lustige Sachen. Und das ist ja was ganz anderes. Es war sehr fesselnd, sogar spannend, auch wenn manches vorhersehbar war. Das Buch hatte sehr viele Höhen und Tiefen. Es taten sich des Öfteren menschliche Abgründe auf. Wobei ich niemanden verurteilen möchte, denn es war halt zu dieser Zeit „normal“. Ich fand es schade, als das Buch aus war, denn ich hab die beiden sehr gerne begleitet.

Ich fand die Unterschiede von Dons und Judiths Familie sehr plastisch beschrieben. Man kann sich alles so richtig vorstellen. Auch wie die beiden aufgewachsen sind. Oder die Unterschiede vor Vietnam und danach. Ich kann mir das jetzt viel besser vorstellen.

Das ganze wurde aus Judiths Sicht geschrieben. Es gab sehr viele amerikanische Ausdrücke und Worte, weil Don ja oft Deutsch und Englisch sprach, die das ganze sehr authentisch machten und mir die Möglichkeit gaben, mal wieder mein „längst vergangenes Schulenglisch“ zu überprüfen. Ich war überrascht, dass mir das keine Probleme bereitete.

Meine Lieblingsszene

Also ich möchte jetzt nicht so viel verraten, aber eins doch: Meine Lieblingsszene, bei der ich am meisten Spaß hatte, war in Paris, nachts, als der Hausherr und Judith sich in der Küche trafen und aßen. Auch ihre Gespräche fand ich toll.

Die Situation der „Vietnam-Veteranen“

Ich finde es schlimm, dass den Soldaten nicht wirklich geholfen wurde. Denn Tabletten sind einfach keine Lösung. Allerdings hat sich bis heute nichts geändert, finde ich, denn in Deutschland werden Depression etc. auch erst mal versucht mit Tabletten unter Kontrolle zu bekommen. Das finde ich sehr schlecht. Und Vietnam überlebt man sicher nicht so ohne weiteres, wenn man nicht ein roher, gewalttätiger Mensch ist. Die Hülle überlebt zwar, aber nicht der innere Teil, der bleibt irgendwie zurück und findet nicht mehr in die Gegenwart. ? Allerdings hat der finnische Arzt „Wunder“ bei Don bewirkt. Jedenfalls hat die Autorin die Situation danach megagut beschrieben. Ich hab mit Judith gelitten.

Es gab sehr viele Dramen: Krieg, Trauma, Depressionen, Drogen, Alkohol, Tabletten….

Sonstiges

Ich finde es gut, wie die Autorin mit dem Tod umgeht. Auch hier habe ich sie besonders einfühlsam erlebt. Wie im ganzen Buch. Sie spricht alles direkt an, einfühlsam und nicht wertend, eher erklärend.

Fees Fazit

Also dieses Buch hat auf jeden Fall mehr Anspruch, wie das was ich sonst lese. Es ist mal was anderes. So was lese ich sehr, sehr selten. Die Geschichte ist sehr packend, hart, schonungslos, dramatisch, spannend, mitreißend, realistisch und sehr einfühlsam geschrieben. Ich finde das Buch wirklich toll. Wenn ich könnte würde ich diesem Buch mehr als 5 Sterne geben.

Veröffentlicht am 14.10.2018

Wiederlesen mit Freu(n)den

Mord am Wildkogel (Ein-Tina-Gründlich-Krimi 6)
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Fee erzählt von der Geschichte

Tina Gründlich möchte mit ihrer Freundin Bärbel zu ihrer Almhütte fahren und dort Urlaub machen. Dort finden sie leider eine Leiche in der Zisterne. Nun ist der Urlaub zu ...

Fee erzählt von der Geschichte

Tina Gründlich möchte mit ihrer Freundin Bärbel zu ihrer Almhütte fahren und dort Urlaub machen. Dort finden sie leider eine Leiche in der Zisterne. Nun ist der Urlaub zu Ende und sie müssen gleich ermitteln.

Fee meint zum Buch

Cover

Wie immer gefällt mir das Cover sehr gut. Ich finde, dass der blaue Himmel, die Berge, Wiesen etc. herausstechen. Dieses Mal ist noch ein Tier mit drauf, ich vermute mal eine Gemse. Jedenfalls hat das Cover immer einen Wiedererkennungseffekt. Außerdem denk ich da immer an Urlaub und da ich die Berge liebe, ist das perfekt. Manchmal denke ich, schade, dass ich die Ebooks lese, als Buch würden sie sehr gut im Bücherschrank aussehen. Das Cover bekommt von mir die Note 1.
Serie

Es ist Teil 6 der Serie um Inspektorin Tina Gründlich und ihrer Freundin. Beide ermitteln zusammen im Team. Gut ist, dass man die Vorgängerbände nicht gelesen haben kann. Man kann zu jederzeit mittendrin einsteigen. Dies wird in diesem Band dadurch erleichtert, dass die Hauptprotagonisten ganz am Anfang des Buches aufgelistet und beschrieben werden. So hatte ich es ganz einfach.

Lokalkolorit

Mir gefällt sehr gut, dass Tina mit Bärbel immer ein richtig schönes tiefes Österreichisch sprechen. Sonst wird fast nur Hochdeutsch gesprochen. Das liest sich einfach und sehr gut. Bisher habe ich noch alles verstanden. Dazu wird die Umgebung sehr gut beschrieben. Das ganze spielt in Zell am See, wo ich schon mal Urlaub gemacht habe. Am Schluss des Buches gibt es ein Nachwort, wo der Autor noch mal drauf eingeht und besondere Orte erwähnt, die man besuchen kann und die in der Serie als Handlungsort erwähnt wurden. Vielleicht sollte ich mich auch mal auf die Suche nach den wertvollen „Steinen“ begeben.

Schreibstil

Ich mag den Schreibstil des Autors und es ist wie ein Daheim sobald ich das Buch anfange zu lesen. Es ist sehr bildlich-erzählend geschrieben und auch der Dialekt ist einfach schön.

Charaktere/Protagonisten/Protas

Tina und Bärbel mag ich sehr. Dass sie ein Paar sind, wird nur erwähnt und nicht störend hervorgehoben. Mir gefällt auch, dass es keine billigen Sexszenen gibt, wie in manchen anderen Krimis. Beide Hauptcharaktere sind sehr sympathisch. Ihr Chef ist gewöhnungsbedürftig, aber es ist schon nachvollziehbar, dass er so reagiert bzw. agiert.

Ich fand auch die Namen – der Verdächtigen – einfach und hab sie nicht miteinander verwechselt.

Die Story

Erst ging es so schön los, mit Urlaub in der Hütte und dann finden Tina und Bärbel erst mal ne Leiche. Ich hab so richtig mit ihnen mitgelitten. Denn an Urlaub war ja nicht zu denken. Verwüstete Hütte, keine Vorräte mehr, Leiche im Wasser, wenn ich dran denke, dass die das ja auch irgendwann wieder aufräumen müssen. Oh je. Also mein Kopfkino hat das alles richtig deutlich vor sich gesehen. Die Geschichte war eigentlich recht einfach, aber dadurch, dass die Verdächtigen so stur waren, geflohen sind, nicht geredet haben, wurde das ganze spannend und es dauerte lang, bis ich bemerkt habe, wer jetzt schuldig ist und wer nicht. Aber es wäre ja auch langweilig, wenn ich das gleich wüsste. Eigentlich wäre es ja „nur“ ein Kunstdiebstahl gewesen, aber da die Protagonisten sich nicht einig waren und alle Millionäre werden wollten, gab es dazu noch Erpressung und eben den Mord.

Gut fand ich, dass der Krimi mit einem Augenzwinkernden Schmunzeln erzählt wird und es gerade nicht so blutig ist, wie von einigen amerikanischen Autoren, wo es immer ein hoffnungsloses Gemetzel gibt.

Die Serie ist auch deshalb so schön, weil dann auch einiges schief geht, wie z. B. dass die Mutter der verstorbenen das mitbekommt, als telefoniert wird. Das ist makaber lustig. Schief ging auch, dass die Inspektorin einfach einschläft und ihre Freundin/Kollegin nicht früh morgens im KH besuchen kann, sondern sofort zur Dienststelle kommen muss, aber bei so aufregenden Nächten ist das kein Wunder.

Dass es noch Polizisten gibt, die den Namen der Angehörigen aus dem Adressbuch suchen, auch wenn es einfacher übers Internet ist dadurch geschuldet, dass die ältere Generation das schon immer so gemacht hat, was soll man da auch ändern. Leute, die so aufgewachsen sind, finden darin nichts Befremdliches. Jeder macht das so, wie er möchte.

Fees Fazit

Ich fand den Krimi spannend. Aber ich mag auch das drum herum mit den Protas, ihr Privatleben, ihr Berufsleben, ihre Kollegen, Freunde, Familie, den Dialekt, die Landschaft, den manchmal makaberen Humor. Mir gefällt das Buch wieder sehr gut und ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.

Veröffentlicht am 04.10.2018

Fees schlechtestes Buch des Jahres 2018 Der Hype ist nicht gerecht

Der Zopf
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Fee erzählt von der Geschichte

Eigentlich sind es ja drei Geschichten von 3 Frauen. Die Geschichten sind miteinander verflochten, wie ein Zopf.

Smita, lebt in Indien und möchte dass ihre Tochter lesen ...

Fee erzählt von der Geschichte

Eigentlich sind es ja drei Geschichten von 3 Frauen. Die Geschichten sind miteinander verflochten, wie ein Zopf.

Smita, lebt in Indien und möchte dass ihre Tochter lesen und schreiben lernt. Dafür opfert sie einem Gott ihre Haare und die ihrer Tochter.

Sarah, lebt in Montreal, ist erfolgreiche Anwältin, wird befördert und dann erfährt sie, dass sie schwer krank ist. Brustkrebs ist die Diagnose, sie verliert ihre Haare und bekommt aus Sizilien eine Perücke.

Giulia, lebt in Italien bzw. Sizilien (Palermo), und nach dem schweren Unfall ihres Vaters findet sie heraus, dass ihr Familienunternehmen (die letzte Perückenfabrik der Insel) fast ruiniert ist.



Fee meint zum Buch

Cover

Das Cover gefällt mir sehr gut. Der Zopf passt wunderbar zum Buch. Die Farben sind nicht zu aufdringlich (türkis mit gold, einfach schön) und so hab ich mich auf einen interessanten Roman gefreut. Auch das Lesebändchen hat mich sehr erfreut. Ich würde dem Cover, Rückentext eine 1 geben. Nachdem ich das Buch gelesen habe, fand ich die Kommentare nicht wirklich so gut, denn ich war nicht wirklich berührt. Daher gebe ich dem Buchcover eine 1 und dem Rückentext (siehe auch Spannung) eine 4.



Schreibstil

Ein Buch aus dem Koffer, :) daher hab ich das Buch zu Ende gelesen, aber ich hab mich extrem gequält, weil ich die Gefühle und Emotionen nicht wirklich nachvollziehen konnte. Das ganze war so langwierig bzw. langweilig beschrieben. Ich kam nicht wirklich gut in die Geschichte rein und hätte das Buch schon gerne sehr früh zur Seite gelegt. Ich wurde mit dem Buch und den Protagonisten nicht wirklich warm. Ich fand die Idee, als ich den Covertext gelesen habe toll, leider war die Umsetzung weniger gut. Die Schreibqualität ist, also mein Deutschlehrer hätte sie „unterirdisch“ genannt. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Autorin oder Übersetzerin ein wenig mit den Zeiten durcheinander gekommen ist.



Hier nahmen auch die Redewendungen überhand. Wenn man alle raus streichen würde, wären es halt dann doch noch ein paar Seiten weniger wie 280 Seiten. (mal den Epilog mit schätzungsweise einer halben Taschenbuchseite ausgenommen) Auch so, die Seitenanzahl bei einem normalen Taschenbuch schätze ich dann auf 150! Und dafür 20 Euro zu verlangen finde ich persönlich schon dreist!



Charaktere

Die Protagonistinnen erschienen mir nicht sehr glaubwürdig. Es war teilweise – für mich – nicht vorstellbar oder auch nur zu glauben. Ich fand sie einfach nicht sympathisch und mit vielen Klischees zersetzt. Keine der drei Frauen wurde zu einer Freundin für mich, so lange ich das Buch gelesen habe, sie erschienen weit entfernt und so typische Frauen, die einen „langweilen“. Keine kann ich mir in Wirklichkeit vorstellen. Ich hatte nicht mal großes Mitleid für die Inderin, Smita, und das will bei mir was heißen! Sonst leide ich mit, wenn die Leute in übervollen Zügen fahren müssen (mein Kopfkino meldet sonst immer gleich Panik!) und dazu Sachen sammelt, die ich nicht aussprechen bzw. schreiben kann, weil Amazon sonst meine Bewertung nicht annimmt. Und klar, die Italienerin ist Sophia Loren oder so eine bekannte Schauspielerin, vom Aussehen her. Italienerinnen sehen alle toll aus, da sieht jeder andere blass dagegen aus. Und dann noch die Erotik, die ich als billig empfand. Fast witzig, aber solche ärgerlichen Klischees nerven und langweilen mich inzwischen. Dafür lese ich zu viel. Ich möchte einfach mal „das Andere“ lesen.



Spannung

Also Spannung fehlte – für mich gänzlich – ich fand alles zu vorhersehbar. Und der Aufbau selber war so langweilig, dass ich wochenlang an dem Buch gelesen habe (dazwischen hab ich x andere Bücher ausgelesen). Tja, und dann ist es auch so, dass man vom Rückentext eigentlich schon alles weiß. Das ist wie ein Film, das im Trailer schon die tollsten Szenen verrät und man dann aus dem Kino geht und es praktisch keinen Höhepunkt mehr gab.



Schmerz

Sollte das Buch prägen, das hat mich irgendwann geärgert. Schon alleine, dass es unglaubwürdig war und die Phrasen (dass in der Welt ein rauer Wind weht, das Leben grausam ist…) zielt ja nur darauf hin, dass man Schmerz empfinden soll.





Sonstiges, Unglaubwürdig

Wahrscheinlich bin ich doch nicht die Zielgruppe, wobei ich solche Bücher gerne lese und sie durchaus in mein Beuteschema passen. Dabei war ich so neugierig, denn ich hab so viel „gutes“ über das Buch gehört. Aber Werbung ist einfach nicht alles, das Buch selber konnte mich einfach nicht überzeugen.



Warum – frage ich mich – hat dieses Buch, das eigentlich drei so ernste Themen begleitet, keinen Tiefgang?



Wie kommt eigentlich so eine arme Inderin plötzlich an ein Fahrrad?Warum meint sie, sie könnte es dann auch noch im Bus/Zug mitnehmen? Warum verlässt sie mit ihrem Kind ihren Mann, wenn sie so arm ist? Dann erzählt sie ihre Geschichte im Zug! Das würde doch eine Inderin nie tun! Kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Mich hat diese Erzählung, die in meinen Augen eigentlich nicht wirklich zu Ende erzählt wurde einfach nicht überzeugt.



Auch bei den Geschichten der anderen beiden Frauen gab es einiges Unglaubwürdiges.



Bei manchen Autoren wünsche ich mir, dass ich die beste Freundin der Autorin wäre, damit ich die Bücher vorab lesen dürfte. Hier bin ich echt froh, dass ich kein Buch der Autorin mehr lesen muss!



Fees Fazit

Es gibt so viele Autorinnen, die tolle Bücher schreiben! Man muss sich nicht mit solchen Büchern rumkriegen, wo der Leser die Hype-Werbung teuerst mitbezahlen muss! Klischees, Phrasen, platt, leblos, nicht wirklich gut geschrieben und dann noch langweilig und quälend zum lesen. Ich bin wirklich froh, dass ich durch bin. Für mich das schlechteste Buch des Jahres 2018!

Veröffentlicht am 30.09.2018

Bad-Hair-Day, Rabbi Jacob und Schtärnesiech

Quittengrab
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Fee erzählt von der Geschichte

Bei einer Lesung wird der Autor – Dan Weisz – auf der Toilette schwer verletzt. Während Commissario Werner Meier in Zürich ermittelt, ist seine Frau in London und schnüffelt ...


Fee erzählt von der Geschichte

Bei einer Lesung wird der Autor – Dan Weisz – auf der Toilette schwer verletzt. Während Commissario Werner Meier in Zürich ermittelt, ist seine Frau in London und schnüffelt der Frau von Weisz nach und in deren Umfeld.

Fees Meinung

Erst mal war es ein totales Durcheinander mit massig vielen Leuten. In der Leserunde mit der Autorin bekam ich dann eine Liste mit Schauplätzen und Personen. Vielen Dank noch mal. Ich wünsche mir, dass – in Zukunft – Serien und Bücher mit vielen Personen damit ausgestattet werden.

Es gab sehr viele Stränge, vor allem die Gruppe der Ex-Studierenden waren sehr, sehr viele.

Cover

Das Cover gefällt mir sehr gut, mit der Quitte darauf. Es gibt auch ein Grab, bei Quittenbäumen, daher ist das sehr gut gewählt. Auch die Rückseite mit Buchinhalt passt sehr gut dazu. Emons Bücher sind einfach toll, weil sie aus der Masse – schon von außen – ausstechen. Ich würde dem Aussehen und Äußeren des Buches eine 1 geben.



Charaktere

Dadurch, dass es in Zürich so viele Leute gab, blieben die eher blass – gegenüber denen, die in London spielten. Auch wenn Aliza Bloom sehr selten, aktiv dabei war, hat sie mich doch am meisten berührt. Zita und Beth mochte ich auch sehr. Mit Beanie hatte ich Mitleid wegen ihrer Frisur. So Bad-Hair-Days sind einfach der absolute Mist. Nussbaum als Chef würde ich erst mal absetzen. Wobei ja Beanie, Zita, Meier wohl zur Stammbesetzung gehören.



Serie

Dieses Buch ist Teil 4 einer Serie. Man kann es ohne Vorgänger lesen, aber so eine Schauplatz- und Personenliste wäre von Vorteil um alle mitspielenden Charaktere auseinanderdröseln zu können. Weil es doch enorm viele sind. Für diesen Fall braucht man jedoch nicht die anderen Teile. Es würden nur „kleine“ Fragen zu den einzelnen Hauptpersonen geklärt.



Lokalkolorit

Der war zweifellos vorhanden. Auch wenn es als schweizer Krimi deklariert wird, ist man doch international. Er spielt auch in Schweden und GB. Es gibt einen schweizer Ausdruck, der sich durch das Buch zieht: Schtärnesiech. Wird dann zum Schluss ein Mal von „Gopferteckel“ (d) und noch einem anderen Ausdruck, der seinen Unmut zum Ausdruck gibt, ersetzt. Mir gefällt der charmante Satzbau und die typischen Wörter und Wortstellungen im Krimi.



Highlights und Showdown

Es gab mehrere Highlights. Das Showdown in London auf dem Friedhof gefiel mir sehr gut. Auch die Spurensuche nach Alizia in Schweden. Es war total spannend. Der absolute Höhepunkt ist natürlich auf dem Turm in Zürich. Aber auch die Suche nach der Wasserader und der Fund des Grabes fand ich sehr gut beschrieben.



Humor

Besonders lustig bzw. makaber (!) war Beanies Bad Hair Day und Meier, als er dann ihr Stilberater wurde. Lustig war auch der Pfarrer, der immer auf Zitas und Meiers Kinder aufgepasst hat. Das hatte was! Das Buch ist mit einem augenzwinkernden Humor geschrieben. Nicht, dass es gewollt wäre, die ganze Zeit zu lachen, das nicht. Es gibt wenig, dafür sorgt es ein wenig für „Entspannung“.



Krimi, Spannung und Tempo

Der Krimi hatte von Anfang an ein Tempo, so dass man sich anschnallen musste. Man merkte das aber erst später, als man die Personen und Orte kannte. Denn es gab sehr viele Stränge. Dadurch wiederum konnte man sich ein paar Sachen denken, ein paar Sachen wurden „sanft“ aufgelöst und vieles blieb – für mich – bis zum Schluss fast – im Dunkeln. Es war von Anfang an – bis zum Schluss – sehr spannend.



Politik

Es gab 2 politische Stränge im Krimi. Erst mal die Wahl in Amerika Hillary – Trump. Wobei die Frauen mit ihrem Genderbewußtsein alle für Hillary waren. Alle waren – wie ich – genauso enttäuscht und fassungslos als Trump gewann. Und egal, was Hillary (wie jeder andere Politiker auch!) verbrochen hat oder nicht, sie ist eine FRAU und hier hat eine FRAU verloren und das spricht dafür, dass Frauen – zumindest in Amerika – sehr wenig an Wert haben. Bei dieser Wahl wurden „wir Frauen“ wieder um Jahrzehnte zurückgeworfen. Wenn ich die Wahl zwischen Hillary Clinton und Donald Trump habe, ist ganz klar, dass ich mich für die „Frau“ entscheide. Wie die Leserin bzw. der Leser sieht, ist das mein Thema.

Dann gabs dann noch dieses leidige Thema Juden-Palästinenser. Aliza Bloom (ihr Pseudonym fürs „Über“leben) ist Palästinenserin und muss praktisch für den Rest ihres Lebens als „Jüdin“ leben. Man spürt die ganzen Konflikte und ist total mitgerissen. Man wünscht sich nur eins: Frieden. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben. Ach so, doch noch was, ich wurde an Rabbi Jacob erinnert. Teilweise lockte mir der Text so ein Schmunzeln vor. Es war ja nicht alles bierernst und traurig.



Schreibstil und Sonstiges

Meist wurde aus der Sicht von Beanie, Meier und Zita geschrieben. Ich fand den Schreibstil sehr gut. Er war rasant, vieles konnte man sich im Kopfkino vorstellen, manches blieb auch etwas entfernt. Je nachdem wie nahe man dem Thema auch selbst stand. Jedenfalls wurde ich von Anfang an mitgerissen. Der Krimi kommt in mein Emons-Regal. ? Und ich werde versuchen, die anderen 3 Teile aufzutreiben und auch zu lesen. Natürlich freue ich mich schon auf Band 5. ?



Fees Fazit

Mir hat der Krimi von Anfang an sehr gut gefallen. Er war vielschichtig und dazu spannend, mit aktuellen Themen. Sicher ist mir nicht alles aufgefallen und man könnte ein Seminar machen – das über eine ganze Woche geht – und über den Krimi reden und es würde einem dann noch viel mehr einfallen. Meiner Meinung nach und wenn ich könnte, dann würde ich dem Krimi 10 Sterne geben. Es ist einer der besten Krimis des Emons Verlages.

Veröffentlicht am 29.09.2018

2 endlos lange Wochen ;-)

Der letzte Sterz
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Fee erzählt von der Geschichte
Die Kommissare Hawelka und Schierhuber, beide Wiener Ermittler, werden zu einem Fall in die Steiermark versetzt. Ein Toter auf dem Sockel, wo eigentlich der Erzherzog als ...

Fee erzählt von der Geschichte
Die Kommissare Hawelka und Schierhuber, beide Wiener Ermittler, werden zu einem Fall in die Steiermark versetzt. Ein Toter auf dem Sockel, wo eigentlich der Erzherzog als Statue stehen sollte.

Fees Meinung

Ich hatte unheimliche Schwierigkeiten mit dem Buch. Erst mal war ich irritiert von den einzelnen Leserundenteilen. Ich hab dann mal eine andere Teilnehmerin angefragt und die sagte mir: “Du wirst das beim Lesen merken.“ Das ist schon mal schwierig. Man liest und wäre plötzlich fertig – wenn man es bemerken würde. Und zum Schluss war ich einfach nur froh, als ich es schaffte, das Buch auszulesen.

Das Buch fand ich so was von langweilig und langatmig. Für meinen Geschmack gab es viel zu viele Dialoge und die Monologe bzw. Gedankengänge des Kommissars (teilweise seitenlang), empfand ich echt schlimm. Wäre ich nicht in der Leserunde, ich hätte keine 50 Seiten gelesen und das Buch weggelegt und nicht wieder angesehen.

Cover
Das Cover gefällt mir sehr gut von der Aufmachung. Emons Bücher gefallen mir sowieso sehr gut, denn sie sind unverkennbar. Man weiß sofort, dass es ein Emons ist. Der Titel: „Der letzte Sterz“ bezeichnet eine Zubereitungsart einfacher Gerichte und in dem Fall ist irgendwo im Buch mal vom Mageninhalt die Rede. Somit passt das auch. Dem Cover würde ich eine 1 geben.

Serie
Der letzte Sterz ist Teil 3 einer Serie. Die beiden Vorgänger erschienen im Haymon Verlag. Man braucht die Vorgänger nicht zu lesen und kommt auch so mit. Aber vielleicht tut man sich beim Lesen einfacher, wenn man die Vorgänger kennt und schon gelesen hat?

Lustige oder schöne Szenen, schwarzer Humor

Also ich liebe ja schwarzen Humor, aber ich hab ihn nicht gefunden, obwohl ich ihn auf 296 Seiten gesucht habe. Es gab zwar ein paar wenige gute Szenen, aber keine wo ich wirklich lachen konnte. Auch nicht bei meinen Lieblingscharakteren.

Mir gefiel die Tankstellenszene gut. Die war gut beschrieben und dauerte nicht so lange.

Dass sich die Kommissare verfahren haben, war irgendwie lustig, unglaubwürdig und blöde zugleich.

Die Damen vom Schreibbüro gefielen mir gut. Das war immer – irgendwie - humorvoll verpackt, nicht zu lange oder langatmig beschrieben. Aber der letzte Kick zum Lachen hat dann halt doch gefehlt.

Charaktere
Die meisten Protagonisten empfand ich persönlich als zu blass. Allerdings, wenn man zu viel beschreibt ist es halt auch nichts. Aber ich hatte etwas Spaß an der Chefin im Schreibbüro. Die drei Damen fand ich cool, authentisch und manchmal irgendwie lustig und ich mochte sie auch. Pipi und Papi fand ich als lustige Namen. Manchmal waren die beiden auch noch lustig. Aber je mehr sie agieren durften, desto langweiliger empfand ich sie. Oder eher unsympathischer.

Der Krimi
Ja, es war ein Krimi. Erst kam er nicht in Gang und als er dann bei nach den ersten 2/3 in Fahrt kam, wurde der Showdown so lange ausgeweitet, bis er auch wieder öde und langweilig wurde. Zuerst war noch Spannung da, da es aber so lange gedauert hat, wurde es einfach zu lang. Es war auch alles so unglaubwürdig. Ich glaube auch nicht wirklich, dass Kommissare in Österreich so tollpatschig (zuerst landen sie im falschen Ort, makaber) sind, wie ich sie empfunden habe. Es gab auch viel Sozialkritik in dem Krimi, was diesen natürlich nicht gerade spannender machte.

Alkohol
Spielte in diesem Krimi eine große Rolle. Das gefiel mir auch nicht wirklich, diese „Saufgelage“. Es war auch vorhersehbar, dass Pipi irgendwann Alkohol trinken würde. Und zum Schluss uferte es total aus und sorgte für einen ellenlangen Showdown, dass ich froh war, als ich das Buch ausgelesen hatte. Teilweise hatte ich Angst aufzuhören und das Buch nie wieder weiter zu lesen!

Lokalkolorit und Schreibstil
Also was mir gut gefiel, war der geschriebene österreichische Dialekt, den ich sehr gut verstanden habe. Er gab auch den meisten Lokalkolorit ab. Die Landschaft fand ich ein wenig blass dargestellt. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich finde, dass Österreich landschaftlich eins der schönsten Länder der Welt ist. Trotzdem wurde ich mit dem Schreibstil sonst einfach nicht warm. Ich hab mich regelrecht durch das Buch gequält. Das mit den Bräuchen ist irgendwie untergegangen. Jedenfalls bei mir. Hinterher weiß ich, ich hab was darüber gelesen, aber ich hab immer drauf gewartet, dass da was kommt. Es gab auch unwahrscheinlich viele Fußnoten.

Fees Fazit
Emons Regionalkrimis sind neben zwei anderen Verlagen meine Lieblingskrimis, so fällt es mir jetzt wirklich schwer eine Bewertung abzugeben.
Ich hab mich durch das Buch gequält, fand es langatmig und nicht spannend. Vor allem der viel zu lange Showdown (ca. 1/3 des Buches) mit zu viel Alkohol und dadurch resultierender Gewalt, war kaum auszuhalten. Und eigentlich würde ich solch ein Buch mit einem Stern bewerten. ABER ich hatte Lieblingscharaktere (die Damen im Schreibbüro) und mir gefiel es den Dialekt zu lesen/verstehen, daher vergebe ich 2 Sterne