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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2024

Bezaubernd

Wolke Sieben ganz nah
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Der erste Eindruck war so toll, die Farbgebung des Covers, der Klappentext. Da wusste ich sofort, das will ich lesen und ich wurde sogar positiv überrascht. Denn selten wird so unaufgeregt über eine AB ...

Der erste Eindruck war so toll, die Farbgebung des Covers, der Klappentext. Da wusste ich sofort, das will ich lesen und ich wurde sogar positiv überrascht. Denn selten wird so unaufgeregt über eine AB geschrieben und die Reaktionen darauf sind die meiste Zeit im Buch so, wie man es sich auch im echten Leben wünschen würde. Dafür liebe ich Frieda zum Beispiel, weil sie gar nicht darauf reagier, als Delphie gesteht, nie eine Beziehung gehabt zu haben. Also mal ein kleiner Appell an alle, die es lesen … Bitte reagiert genau so und macht es den AB‘s nicht unnötig schwer. Das Thema ist schon schambehaftet genug.

Aber zum Inhalt: Delphie stirbt, doch ihre Jenseits Therapeutin Merrit möchte ihr (zu ihrer eigenen Unterhaltung) eine Chance geben. Innerhalb von 10 Tagen muss Delphie ihren Selenverwandten finden und küssen, sonst wird sie wieder sterben und erneut in Evermore als Tote verweilen müssen. Es beginnt eine Jagd auf einen Mann, der sich nicht daran erinnern kann, Delphie in Evermore gesehen zu haben.

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das Leben, an die Freundschaft und die Liebe. Denn in den 10 Tagen erkennt Delphie, wie toll das Leben wirklich ist.

Herrlich geschrieben (nur einen einigen Kritikpunkt habe ich, die Wortwiederholungen ganz besonders von buchstäblich hätten vermieden werden können) und auch ein wenig Augen öffnend. Klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 17.06.2024

Spannend umgesetzt

Vierzehn Tage
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Wir erinnern uns vermutlich alle nur zu gut an das Frühjahr 2020 - die Unsicherheit, nicht zu wissen, was da auf uns zukommt und doch die Gewissheit, dass es etwas Großes und die Welt veränderndes ist. ...

Wir erinnern uns vermutlich alle nur zu gut an das Frühjahr 2020 - die Unsicherheit, nicht zu wissen, was da auf uns zukommt und doch die Gewissheit, dass es etwas Großes und die Welt veränderndes ist. Die COVID-Pandemie. Auch New York wurde regelrecht überrannt von der Welle und schockiert in den lock down geschickt. Genau darum geht es in diesem Buch, an dem 36 Autor:innen beteiligt waren. Doch es ist keine Anthologie, wie ich sie kenne, in der mehrere Kurzgeschichten von verschiedenen Schreibenden enthalten sind. Nein, es ist eine große Zusammenhängende Story, in der mehrere kleinere Erzählungen enthalten sind. Manche davon waren mir etwas zu verworren oder verrückt, deswegen hat es „nur“ für 4,5 Sterne für mich gereicht, aber die Grundidee finde ich richtig klasse. Denn durch den Lockdown treffen sich die Bewohner eines NewYorker Hochhauses auf der Dachterrasse und erzählen sich gegenseitig Geschichten, so bilden sie eine Einheit innerhalb der vielen Einzelschicksalen und der zwangsweise angeordneten Isolation. Und die Wendung am Ende hatte ich nicht erwartet. Da ich das Hörbuch gehört habe, habe ich nicht erkennen können, wer bzw. wessen Schreibfeder hinter der jeweiligen Teilerzählung steckt und nur manchmal konnte man einen etwas anderen Erzählstil ausmachen. Daher finde ich dieses Projekt richtig spannend und toll umgesetzt. Unbedingt lesen, denn inzwischen sind die teilweise schmerzhaften Erinnerungen an die Isolation der Pandemie etwas abgeklungen. Für mich war es das erste Buch, das die Zeit der Pandemie beleuchtet hat.

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Veröffentlicht am 17.06.2024

Hochaktuell

Ungleich vereint
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Ungleich vereint ist ein enorm zeitaktuelles Buch, wenn man sich die Ergebnisse der Europawahl anschaut und welche Partei da in den neuen Bundesländern vorne liegt. Woran liegt es, dass Osten und Westen ...

Ungleich vereint ist ein enorm zeitaktuelles Buch, wenn man sich die Ergebnisse der Europawahl anschaut und welche Partei da in den neuen Bundesländern vorne liegt. Woran liegt es, dass Osten und Westen so unterschiedlich ticken, nach all den Jahren nach der Wiedervereinigung. Obwohl in den Neunzigerjahren vorhergesagt wurde, die Unterschiede würden sich angleichen, scheint es doch eher eine emotionale, geographische und soziale Trennung oder zumindest weiterhin große Unterschiede zu geben. Diesen geht dieses Buch sehr genau und anhand von Studien und Erinnerungen an der Geschichte Deutschland sowie der topographischen Besonderheiten und damit einhergehenden anderen Ängsten was die Lage und Situation des Krieges in der Ukraine angeht.
Mir hat das Sachbuch meine Gedankenanstösse gegeben, warum Osten und Westen noch immer ungleich sind, obwohl es schon so lange vereint ist. Zudem gibt es einige Lösungsvorschläge, daher hoffe ich, dass die entsprechenden Personen dieses Buch entdecken werden.

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Veröffentlicht am 17.06.2024

Eindrucksvolle Perspektiven

Und alle so still
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Es ist ein interessantes Gedankenspiel zu einem Fakt, den wir alle nicht abstreiten können - einen Großteil der Care-Arbeit verrichten Frauen. Allerdings möchte ich kurz erwähnen, dass auch viele Männer ...

Es ist ein interessantes Gedankenspiel zu einem Fakt, den wir alle nicht abstreiten können - einen Großteil der Care-Arbeit verrichten Frauen. Allerdings möchte ich kurz erwähnen, dass auch viele Männer diese Aufgaben übernehmen, sie werden immer schnell bei solchen Gedankenspielen vergessen, dennoch sind Frauen trotz der Vielzahl und bei aller Gleichberechtigung noch benachteiligt (pay gap um nur ein Beispiel zu nennen). Bei diesem Buch finde ich es aber gut, dass eben die männliche Perspektive nicht ganz vergessen wurde. Wir erleben die Geschichte aus den Perspektiven der Influencerin Elin, der Krankenschwester Ruth und des Niedriglohnjobbers Nuri. Zudem haben wir noch zwei ich-Erzähler Stimmen, die ich sehr spannend fand, die Sicht einer Pistole und die einer Gebärmutter - sie bleiben, obwohl klar ist, worum es geht ein wenig geheimnisvoll und erst zum Schluss klärt sich, was es genau mit diesen beiden besonderen Perspektiven auf sich hat. Das fand ich besonders eindrucksvoll.

Was passiert, wenn die Frauen ihre Arbeit niederlegen und alles still und sprachlos wird? Der Roman spielt jedenfalls gut mit diesem Bild.

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Veröffentlicht am 11.06.2024

Liebe zu unterschiedlichen Zeitpunkten

Man sieht sich
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Das Cover in Kombination mit dem Titel hatten mich direkt angesprochen. Und ich fand es richtig gelungen, dass man den Titel direkt im ersten Teil der Geschichte auch wiedererkennt.
Wir begleiten Friederika ...

Das Cover in Kombination mit dem Titel hatten mich direkt angesprochen. Und ich fand es richtig gelungen, dass man den Titel direkt im ersten Teil der Geschichte auch wiedererkennt.
Wir begleiten Friederika und Robert von ihrer Schulzeit, bis in ihre Fünfziger, immer mal wieder aus einer der beiden Perspektiven. Lebensabschnitte, die sie gemeinsam verbringen, wie die Zeit kurz vor dem Abschluss, die Zeiten der Entzweiung durch Auslandsaufenthalte und verschiedene Ausbildungswege und wie unterschiedlich ihre Leben verlaufen obwohl sie beide schon immer so viel verbunden hat. Ein wenig hat es mich an „Zwei an einem Tag“ erinnert, ist aber dennoch eine sehr eigene Geschichte. Ich mochte auch das Setting in Deutschland sehr gerne. Frie, wie Friederika sich nach eigener Entscheidung dann ab dem Abi nennt, weiß was sie will und möchte sich niemals von einem Mann so abhängig machen, wie ihre Mutter es einst hat. Ihren Charakter fand ich sehr stark, nur bei ihrer Entdeckung der Schwangerschaft fand ich sie kurz unsympathisch, unverantwortlich und zu egoistisch, das löste sich aber schnell wieder auf. Robert hingegen fand ich die ganze Zeit über super sympathisch, wie er versucht seinen Weg zu gehen, auch wenn er schon immer in Frie verliebt war und dabei aber auf sich und sein Herz geachtet hat. Was natürlich dann für die Wendungen sorgte. Zwei, die zueinander gehören, aber nie die richtige Zeit gekommen zu sein scheint. Auch die Nebenfiguren fand ich gut ausgearbeitet.
Toll eingesprochen, daher eine klare Empfehlung für dieses Hörbuch.

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