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Veröffentlicht am 10.03.2019

Ein fantasievolles Weltgebilde, aber leider zu blasse Charaktere

Die Spiegelreisende 1 - Die Verlobten des Winters
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Gebundene Ausgabe: 535 Seiten
Verlag: Insel Verlag (11. März 2019)
ISBN-13: 978-3458177920
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Originaltitel: Les Fiancés de l’hiver
Übersetzung: Amelie Thoma
Preis: 18,00 €
auch ...

Gebundene Ausgabe: 535 Seiten
Verlag: Insel Verlag (11. März 2019)
ISBN-13: 978-3458177920
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Originaltitel: Les Fiancés de l’hiver
Übersetzung: Amelie Thoma
Preis: 18,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein fantasievolles Weltgebilde, aber leider zu blasse Charaktere

Inhalt:
Ophelia lebt auf der Arche Anima. Hier ist sie Hüterin eines kleinen Museums. In dieser Aufgabe geht sie vollkommen auf. Ophelia ist eine sogenannte Leserin, sie kann die Vergangenheit von Gegenständen erlesen, wenn sie sie berührt. Außerdem kann sie durch Spiegel von einem Ort zum anderen reisen. Auch in ihrer Welt können das nicht viele Menschen.

Ophelias bescheidenes Leben bekommt einen riesigen Knick, als die Matriarchinnen ihrer Familie beschließen, dass sie heiraten muss, und zwar nicht einen jungen Mann von Anima, sondern sie wird gezwungen, einem vom Pol in seine Heimat zu folgen. Hier machen ihr nicht nur das raue Klima, sondern vor allem die üblen Intrigen das Leben schwer …

Meine Meinung:
Immer wieder wird dieses Buch mit Harry Potter verglichen. Doch das ist wie Äpfel mit Bohnen zu vergleichen. So wie Äpfel und Bohnen Früchte aus der Natur sind, so sind „Die Verlobten des Winters“ und „Harry Potter“ Bücher aus dem Genre Jugendfantasy. Damit hat sich die Gemeinsamkeit aber auch fast schon. Was sonst noch ähnlich ist, z.B. Gebäude, die sich verändern, oder Gegenstände mit einer Art Bewusstsein, wirkt dann eher abgekupfert als phänomenal. Die Protagonistin Ophelia kann es mit einem Harry Potter bei Weitem nicht aufnehmen. 

Schön geschrieben ist das Buch aber allemal. Der Sprachstil passt gut zum Plot. In dem Weltentwurf kann man sich beim Lesen verlieren und immer wieder Neues entdecken. Aber leider komme ich den Protagonisten nicht nahe, die Handlung pendelt hin und her, ohne wirklich voranzuschreiten.

Dabei fiel es mir oft schwer, Ophelias Handlungsweisen nachzuvollziehen. Ihre Gefühle waren für mich nicht immer logisch. Sie ist zwar eine besondere Heldin, aber zeigt meiner Meinung nach zu wenig Rückgrat. Viel zu oft lässt sie sich in eine Richtung schubsen, in die sie gar nicht will.

Am Ende des Buches sind fast mehr Fragen offen als am Anfang. Dieser erste Band der Saga endet völlig offen und damit sehr unbefriedigend.

Fazit:
Viel Hype um eine relativ blasse Geschichte, die möglicherweise im nächsten Band erst so richtig in Fahrt kommt.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 09.03.2019

Wirklicher Thrill kommt erst zum Schluss auf

Vanitas - Schwarz wie Erde
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Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Knaur HC (1. Februar 2019)
ISBN-13: 978-3426226865
Preis: 14,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Wirklicher Thrill kommt erst zum Schluss auf

Inhalt:
Carolin ...

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Knaur HC (1. Februar 2019)
ISBN-13: 978-3426226865
Preis: 14,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Wirklicher Thrill kommt erst zum Schluss auf

Inhalt:
Carolin Bauer versteckt sich vor einer brutalen Verbrecherbande. Kaum jemand weiß, dass Carolin, die als Polizeispitzel gearbeitet hat, noch lebt, und das soll auch so bleiben. Ausgerechnet in einem Blumenladen am Wiener Zentralfriedhof fühlt sie sicher. Doch dann wird sie zu einem Auftrag nach München beordert, der zunächst recht einfach wirkt. Sie soll sich mit Tamara Lambrecht, der Tochter eines Bauunternehmers anfreunden, in dessen Umfeld es zu mysteriösen Todesfällen kam.

Meine Meinung:
Dies ist der Auftaktband einer neuen Thriller-Reihe von Ursula Poznanski, der für mich ein bisschen unglücklich anfing. Es dauert eine gute Zeit, bis die Handlung richtig in Fahrt kommt. Carolins Vorgeschichte spielt offenbar eine riesige Rolle, jedoch erfährt man nie, was eigentlich genau passiert ist. Trotzdem wird immer wieder erwähnt, wie groß ihre Angst vor dieser russischen Verbrecherbande ist, ihre Angst überschattet ihre gesamten Handlungen, sodass der aktuelle Fall oft fast ein wenig in den Hintergrund tritt.

Dieser Fall entwickelt sich dabei sehr kompliziert. Es gibt unzählige Tote und der Zusammenhang ist zunächst nicht ersichtlich. Gekonnt legt die Autorin falsche Spuren und verwirrt die Lesenden. So bleibt man gerne am Ball, um schließlich hinter des Rätsels Lösung zu kommen, die gegen Ende präsentiert wird. Hier kommt es zu einer dramatischen Wendung, die endlich den ersehnten Thrill mit sich bringt und mich vollkommen überrascht hat.

Ganz witzig und interessant fand ich die Art und Weise, wie Carolin mit ihrem Beschützer beim BKA in Verbindung tritt, nämlich oft über Blumen und deren besondere Symbolik.

Fazit:
„Vanitas. Schwarz wie Erde“ besticht durch einen undurchsichtigen Plot. Allerdings dürfte die Spannungskurve gerade am Anfang gerne etwas steiler sein.

★★★★☆

Veröffentlicht am 06.03.2019

Inzwischen recht antiquiert

Mit Jeans in die Steinzeit
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Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. August 1988)
ISBN-13: 978-3423701440
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Preis: 7,95 €

Inzwischen recht antiquiert

Inhalt:
Die dreizehnjährige ...

Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. August 1988)
ISBN-13: 978-3423701440
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Preis: 7,95 €

Inzwischen recht antiquiert

Inhalt:
Die dreizehnjährige Isabelle besucht in den Ferien ihre Verwandten in Südfrankreich. Ihre Cousine und ihre Cousins haben vor Kurzem eine aufregende Entdeckung gemacht, die sie nun mit Isabelle zusammen weiter verfolgen wollen. Dabei begeben sie sich in große Gefahr …

Meine Meinung:
Ganz entfernt erinnert dieses Jugendbuch an die „Fünf Freunde …“ von Enid Blyton, ist aber leider bei Weitem nicht so spannend. Es gibt nicht besonders viel Handlung, dafür mehr Beschreibungen und Erklärungen. Sehr oberlehrerhaft erfährt man hier einiges über die Cromagnon-Menschen. Das ist ja eigentlich ganz interessant, aber die Art und Weise, wie das Wissen vermittelt wird, gefällt mir überhaupt nicht. Isabelles Cousin Regis kennt sich in der Geschichte gut aus und hält den anderen immer wieder Vorträge. Schöner wäre es gewesen, die Fakten nebenbei einfließen zu lassen.

Zudem verhalten sich die Kinder wirklich dumm und unverantwortlich, was mich ziemlich genervt hat. Eine überraschende Wendung gegen Ende wird so aufgelöst, wie es langweiliger nicht geht. In einem Kinderbuch mag das noch angehen, für ältere Leser wäre das ein No go.

Auch der Schreibstil konnte mich nicht begeistern. Er wirkt recht altbacken und mit seinen vielen Partizipialkonstruktionen recht hölzern.

Sie bildeten einen Kreis und tanzten, mit ihren Fersen den lehmigen Boden zertrampelnd und im gleichen Rhythmus markerschütternde Kriegs- und Jagdgesänge brüllend, um den immer noch unbeweglich mit erhobenen Händen wie gebannt oder verzaubert dastehenden Meister. (S. 190)

★★★☆☆

Veröffentlicht am 05.03.2019

Berührend, bedrückend, gewaltig

Ein wenig Leben
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Taschenbuch: 958 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (4. September 2018)
ISBN-13: 978-3492308700
Originaltitel: A Little Life
Übersetzung: Stephan Kleiner
Preis: 16,00 €
auch als Hardcover, als E-Book und ...

Taschenbuch: 958 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (4. September 2018)
ISBN-13: 978-3492308700
Originaltitel: A Little Life
Übersetzung: Stephan Kleiner
Preis: 16,00 €
auch als Hardcover, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Berührend, bedrückend, gewaltig

Inhalt:
Jude, Willem, Malcolm und JB - vier Jungs, die sich in New York auf dem College kennenlernen und ein Leben lang befreundet bleiben. Den Mittelpunkt der Gruppe bildet Jude, dessen Vergangenheit ihm schwer zu schaffen macht, was auch die Interaktionen in der Gruppe beeinflusst.

Meine Meinung:
Selten fiel es mir so schwer, etwas über einen Roman zu schreiben. Ähnlich wie der Protagonist Jude bin ich nach der Lektüre innerlich zerrissen. Zu nah habe ich das beschriebene Leid an mich herankommen lassen.

Die Geschichte von Jude, Willem und den anderen hat mich auf eine Achterbahn der Gefühle geschickt, bei der es allerdings mehr abwärts als aufwärts geht. Was Jude in seiner Kindheit und Jugend passiert ist, ist mehr, als ein Mensch ertragen kann. So ist es kein Wunder, dass Jude alles andere als psychisch gesund ist. Ohne seine Freunde, die bedingungslos für ihn da sind, wäre er von Anfang an verloren gewesen. Die wunderschönen Szenen der Freundschaft und Liebe holen die Lesenden immer wieder aus dem tiefen Loch hoch, doch hält dieser Zustand nie lange an.

Hanya Yanagiharas Schreibstil fand ich sehr ansprechend, bildhaft, eindringlich, wortgewaltig, dabei aber locker zu lesen. Mich konnte sie damit tief in die Geschichte hineinziehen. Auch wenn manche Handlungsweisen bei Außenstehenden nur ein Kopfschütteln bewirken, war es für mich doch stets nachvollziehbar, warum die Leute so und nicht anders handeln.

Dieses Buch ist keine leichte Kost, aber absolut lesenswert. Jede einzelne der 958 Seiten hat ihre Berechtigung, trägt zur Handlung bei, beleuchtet Hintergründe, schafft Verständnis.

Die Erzählung erstreckt sich dabei über einen Zeitraum von über fünfzig Jahren. In Rückblenden wird nach und nach der Panzer, den Jude um sich geschaffen hat, aufgebrochen und die brutalen Verletzungen der Kinderseele und des Kinderkörpers kommen immer mehr zum Vorschein. Für zartbesaitete Leser*innen ist das nichts. Alle anderen sollten Taschentücher bereitlegen.

★★★★★

Veröffentlicht am 02.03.2019

Spannender und hochaktueller Thriller

Der Patriot
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Broschiert: 470 Seiten
Verlag: Tropen (28. Februar 2019)
ISBN-13: 978-3608503654
Originaltitel: Patrioterna
Übersetzung: Nike Karen Müller
Preis: 16,00 €
auch als E-Book erhältlich

Spannender und hochaktueller ...

Broschiert: 470 Seiten
Verlag: Tropen (28. Februar 2019)
ISBN-13: 978-3608503654
Originaltitel: Patrioterna
Übersetzung: Nike Karen Müller
Preis: 16,00 €
auch als E-Book erhältlich

Spannender und hochaktueller Thriller

Inhalt:
Carl Cederhielm will nicht weiter tatenlos zusehen, wie sein Land von Arabern und sonstigen Flüchtlingen okkupiert wird. Besonders linke Journalisten, die mit ihren Lügenartikeln dem Vorschub leisten, wie er meint, sind ihm ein Dorn im Auge. So beginnt er eine Serie von Morden, die immer schlimmere Ausmaße annimmt.

Meine Meinung:
Pascal Engman hat in Schweden selbst als Journalist gearbeitet und man merkt seinem Thrillerdebüt an, dass er weiß, worüber er schreibt. Er selbst wurde als Journalist auch bedroht und hat seinen Job beim Expressen zugunsten seiner Schriftstellertätigkeit aufgegeben. So liefert Engman uns Einblicke in eine Nachrichtenredaktion, die ich sehr interessant fand.

Der Plot teilt sich anfangs zwischen Ereignissen in Schweden und Chile auf, wobei es in Schweden gleich zur Sache geht, während die Erzählung über Chile nicht ganz so spannend ist. Aber sie hat natürlich auch ihren Sinn und führt schließlich nach Schweden, wo beide zusammenlaufen.

Die Handlung um den Serienkiller empfand ich als schockierend, aber leider auch sehr realistisch. Diese Geschichte könnte genau so auch in Deutschland spielen. Geschickt verwebt Engman verschiedene Handlungsfäden und überrascht dabei immer wieder mit unvorhersehbaren Wendungen. Der Zufall bzw. unvorsichtiges Verhalten spielt für meinen Geschmack zuweilen eine zu große Rolle, weshalb ich nicht hundertprozentig begeistert bin. Dennoch ist dieser Thriller auf jeden Fall lesenswert und sorgt für einige Stunden spannende Unterhaltung, die in einem nervenaufreibenden Showdown gipfelt.

★★★★☆