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Veröffentlicht am 24.10.2018

Ein beeindruckendes und wichtiges Buch

Kompass ohne Norden
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Gebundene Ausgabe: 345 Seiten
Verlag: Carl Hanser (20. August 2018)
ISBN-13: 978-3446260467
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Originaltitel: Challenger Deep
Übersetzung: Ingo Herzke
Preis: 19,00 €
auch als ...

Gebundene Ausgabe: 345 Seiten
Verlag: Carl Hanser (20. August 2018)
ISBN-13: 978-3446260467
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Originaltitel: Challenger Deep
Übersetzung: Ingo Herzke
Preis: 19,00 €
auch als E-Book erhältlich

Ein beeindruckendes und wichtiges Buch

In „Kompass ohne Norden“ verarbeitet Neal Shusterman zum Teil die Krankheit seines eigenen Sohnes Brendan, dessen Illustrationen den Buchtext anschaulich unterstreichen.

Der Protagonist Caden ist ein ganz normaler 15-Jähriger. Er geht zur Schule, trifft sich mit Freunden oder unternimmt etwas mit der Familie. Doch immer öfter driftet er in eine Fantasiewelt ab, in der er sich auf einem Schiff befindet auf dem Weg zum tiefsten Graben des Meeres. Hier herrscht Misstrauen vor, er kann weder dem Kapitän trauen noch dem Papagei.

In der realen Welt fällt Caden immer mehr auf, er zieht sich aus Gesprächen zurück, wirkt abwesend, kann nicht stillsitzen. Dies verschlimmert sich immer mehr, bis seine Eltern die Reißleine ziehen.

Auf eindringliche und eigentümlich fesselnde Weise gelingt es Neal Shusterman, Nichtbetroffene an die Krankheit Schizophrenie heranzuführen. So wie er Cadens Inneres beschreibt, stelle ich mir die Psyche eines Erkrankten vor. Besser gesagt, es ist eine Möglichkeit, wie man sie sich vorstellen kann. Denn jeder Erkrankte ist anders. Und doch bekommt man durch dieses Buch, das sich an Jugendliche und Erwachsene sowie an Betroffene und Nichtbetroffene richtet, eine gute Vorstellung, was in einem psychisch erkrankten Menschen vorgehen könnte.

Shusterman macht klar, dass psychische Krankheiten langwierig sind, dass sie vielleicht nie ganz geheilt werden können und stets im Hintergrund lauern, dass es aber trotzdem möglich ist, ein ganz normales Leben zu führen. Dieses Buch weckt einerseits Verständnis und macht andererseits viel Hoffnung.

Meine Empfehlung: Lesen!

★★★★★

Veröffentlicht am 23.10.2018

Überraschend, aber nicht ganz überzeugend

Aura 3: Aura – Der Fluch
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Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH (9. Oktober 2018)
ISBN-13: 978-3522202435
empfohlenes Alter: ab 13 Jahren
Preis: 18,00 €
auch als E-Book ...

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH (9. Oktober 2018)
ISBN-13: 978-3522202435
empfohlenes Alter: ab 13 Jahren
Preis: 18,00 €
auch als E-Book erhältlich

Überraschend, aber nicht ganz überzeugend

Inhalt:
Hannah und ihre Freunde müssen aus der Akademie fliehen. Sie schmieden einen Plan, um Dr. Levander das Handwerk zu legen. Doch der ist äußerst riskant. Nebenbei muss sich Hannah auch noch mit einem Gefühlschaos herumschlagen.

Meine Meinung:
Dies ist der 3. Band der Aura-Trilogie. Er schließt nahtlos an den Vorgänger an, ausführliche Rückblenden gibt es nicht. Es ist daher unbedingt notwendig, die ersten beiden Bände zu kennen, um hier der Handlung folgen zu können.

Nachdem mich der 2. Band begeistern konnte und durchweg spannend war, freute ich mich auf den 3. Meine Erwartungen waren hoch, doch leider konnte mich dieser Teil der Trilogie wieder nicht so richtig überzeugen - wie schon der 1. Band. Die Protagonistin und Ich-Erzählerin Hannah hat mich über weite Strecken einfach nur genervt. Immer wieder geht es nur um sie, sie, sie. Dabei blieb mir Hannah trotz der persönlichen Erzählperspektive sehr fremd. Aber auch den anderen Charakteren bin ich nicht nahegekommen. Viele Handlungsweisen konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Für meinen Geschmack war es zu viel „tell“ und zu wenig „show“.

Dabei ist die Geschichte aber recht spannend und auch manchmal überraschend. Immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen. Der Kampf gegen den Leiter der Akademie, Dr. Levander, scheint aussichtslos, denn er ist einfach zu stark, als dass die Jugendlichen eine Chance gegen ihn haben könnten. Und doch ist ein Sieg über ihn die einzige Möglichkeit zu entkommen bzw. Hannahs Leben zu retten. Hannah war mir allerdings hier von vorne bis hinten überhaupt nicht sympathisch, und so war es mir nicht möglich, mit ihr und ihren Freunden mitzufiebern.

Es gibt leider auch wieder einige sehr grausame Szenen, die ich für 13-Jährige nicht passend finde. Insofern sollte das vom Verlag empfohlene Lesealter besser heraufgesetzt werden.

Die Trilogie:
1. Die Gabe
2. Der Verrat
3. Der Fluch

★★★☆☆

Veröffentlicht am 22.10.2018

Beginnt langsam, aber das Ende ist furios

Oxen. Gefrorene Flammen
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Broschiert: 592 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (31. August 2018)
ISBN-13: 978-3423261807
Originaltitel: De Frosne Flammer
Übersetzung: Friederike Buchinger
Preis: 16,90 €
auch als E-Book und als ...

Broschiert: 592 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (31. August 2018)
ISBN-13: 978-3423261807
Originaltitel: De Frosne Flammer
Übersetzung: Friederike Buchinger
Preis: 16,90 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Beginnt langsam, aber das Ende ist furios

Inhalt:
Der ehemalige Elite-Soldat Niels Oxen gilt als tot. Doch er hat das Attentat in der Ostsee überlebt und konnte sich auf eine schwedische Schäreninsel retten. Von hier aus macht er sich auf nach Dänemark, wo er schließlich mit Margrethe Franck und Axel Mossman im Kampf gegen den Danehof zusammenarbeitet. Den beiden sowie auch Mossmans Neffen Christian Sonne wird durch den Danehof das Leben schwergemacht.

Meine Meinung;
Dies ist der 3. Teil der Danehof-Trilogie. Die ersten beiden Bände sollte man unbedingt vorher gelesen haben, denn auch wenn vieles wiederholt wird, dürfte es sonst schwerfallen, der Handlung zu folgen.

Zu Anfang braucht der Roman einige Zeit, um in die Gänge zu kommen. Es passiert nicht allzu viel. Es wird auf das bisher Geschehene zurückgeblickt und mit der aktuellen Situation gehadert. Richtig spannend wird es erst in der zweiten Hälfte des Buches. Hier geht es wieder Schlag auf Schlag. Mossman & Co. kommen dem Leiter des Danehof Ost immer näher und geraten dabei auch selbst immer wieder in Gefahr. Oxen versucht auch, den Mörder von Fisch zu finden, um sich zu rehabilitieren. Jens Henrik Jensen hat hier die Netze der verschiedenen Geheimdienste sehr schön dargestellt. Man kann sich gut vorstellen, dass es auch in der Realität so läuft.

Immer wieder gibt es falsche Spuren und falsche Verdächtige, aber am Ende wird alles zur Zufriedenheit aufgelöst. Trotz einiger Längen ist diese Trilogie absolut empfehlenswert.

Die Reihe:
1. Das erste Opfer
2. Der dunkle Mann
3. Gefrorene Flammen

★★★★☆

Veröffentlicht am 19.10.2018

Leider ziemlich vorhersehbar

Die wundersame Mission des Harry Crane
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Broschiert: 537 Seiten
Verlag: Insel Verlag (2. Oktober 2018)
ISBN-13: 978-3458363620
ASIN: 3458363629
Originaltitel: Harry's Trees
Übersetzung: Alexandra Kranefeld
Preis: 15,95 €
auch als E-Book erhältlich

Leider ...

Broschiert: 537 Seiten
Verlag: Insel Verlag (2. Oktober 2018)
ISBN-13: 978-3458363620
ASIN: 3458363629
Originaltitel: Harry's Trees
Übersetzung: Alexandra Kranefeld
Preis: 15,95 €
auch als E-Book erhältlich


Leider ziemlich vorhersehbar

Inhalt:
Als Harry Crane seine geliebte Frau Beth durch einen Unfall verliert, fällt er in ein schwarzes Loch. Er zieht sich in die Wälder der Endless Mountains in Pennsylvania zurück, wo er die neunjährige Oriana und ihre Mutter Amanda kennenlernt, die ebenso wie Harry trauern, denn vor einem Jahr ist Amandas Mann Dean ganz plötzlich verstorben.

Oriana hat ihre ganz eigene Art, mit dem Tod ihres Vaters umzugehen - eine Art, die Amanda sehr beunruhigt. Doch in Harry findet das Mädchen einen Menschen, der bereit ist, sich auf Märchen einzulassen. So erleben die beiden ein ganz besonderes Abenteuer und wachsen daran.

Meine Meinung:
Der Anfang des Buches hat mich stark begeistert. Die große Liebe zwischen Beth und Harry war in allen Sätzen spürbar und ging mir unter die Haut. Leider driftete die Geschichte dann aber ziemlich schnell ins leicht Kitschige und vor allem leicht Vorhersehbare ab. Zwar gibt es immer wieder mal gefühlvolle Stellen, aber wirklich verzaubern konnte mich der Roman nicht.

Der Schreibstil gefiel mir ganz gut. Er war flüssig zu lesen und es gab einige Sätze, die ich mir merken wollte. Allerdings musste ich mich auch durch manche Längen quälen. Hier hätte man die Beschreibungen durchaus rigoros straffen können.

Mit den Charakteren kam ich nicht so gut klar. Harry ist ein durch und durch guter Typ, während sein großer Bruder Wolf der Böse ist. Das war mir zu sehr schwarz-weiß. Bei Oriana störte mich, dass sie manchmal wie ein kleines Kind ist, dann aber wieder mehr Durchblick hat als die Erwachsenen. Und die Männer in dem kleinen Städtchen werden mir einfach zu platt und hinterwäldlerisch dargestellt. Hier hat der Autor etwas zu heftig in die Klischeekiste gegriffen.

Die Handlung ist bald vorhersehbar und kann nicht wirklich überraschen. Schnell ahnt man, wie die Story enden wird. Am besten gefiel mir, wie gezeigt wird, dass man auf unterschiedliche Arten trauern kann, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss, mit einem Verlust und Schuldgefühlen fertig zu werden.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 15.10.2018

Definitiv kein 08/15-Thriller

Bösland
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Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: btb Verlag (1. Oktober 2018)
ISBN-13: 978-3442756384
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Definitiv kein 08/15-Thriller

Inhalt:
Der dreizehnjährige ...

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: btb Verlag (1. Oktober 2018)
ISBN-13: 978-3442756384
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Definitiv kein 08/15-Thriller

Inhalt:
Der dreizehnjährige Ben landet nach dem Mord an seiner Freundin in der Psychiatrie. Er ist total traumatisiert und kann und will sich nicht an die Tat erinnern. Nach seiner Entlassung versucht er, im Leben wieder Fuß zu fassen, bis ihn ein Ereignis dazu bringt, das damalige Geschehen mit Hilfe seiner Therapeutin aufzuarbeiten. Langsam kommen die Erinnerungen ans Tageslicht …

Meine Meinung:
Bernhard Aichners Schreibstil mag man oder man mag ihn nicht. Er schreibt recht minimalistisch. Ausufernde Beschreibungen findet man hier nicht. Der Autor beschränkt sich auf das Wesentliche, das oft sogar nur zwischen den Zeilen zu lesen ist. Ganze Kapitel bestehen aus reinem Dialog, wobei die einzelnen Reden nur jeweils mit Bindestrich abgesetzt sind. Ich mag dieses knappe, prägnante Schreiben sehr, und deshalb hat mich auch „Bösland“ leicht in seinen Bann ziehen können.

Die Handlung ist durchweg spannend. Das Böse ist unterschwellig ständig zu erahnen, sodass ich quasi mit angehaltenem Atem durch dieses Buch gerauscht bin. Aichner hat immer wieder kleine Wendungen eingebaut, die ich so nicht vorhergesehen habe. Der Ich-Erzähler Ben war mir trotz oder vielleicht auch gerade wegen seiner psychischen Defizite von Anfang an sympathisch. Ich habe mit ihm gefühlt, als nach und nach seine Erinnerungen an das Böse und das „Bösland“ wieder einsetzten, denen er sich nicht gewachsen fühlte.

Ein kleines Manko sind - wie schon bei der Toten-Trilogie - die vielen leeren Seiten in diesem Buch. Ich habe 105 ganz leere gezählt und 71, auf denen jeweils nur eine Kapitelüberschrift steht. Arme Bäume, die unnötig sterben müssen!