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Veröffentlicht am 10.12.2017

Ein ergreifendes Schicksal – fesselnd erzählt

Sag nicht, dass du Angst hast
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Broschiert: 252 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag (18. August 2014)
ISBN-13: 978-3813506518
Originaltitel: Non dirmi che hai paura
Preis: 14,99€
auch als E-Book erhältlich

Ein ergreifendes Schicksal ...

Broschiert: 252 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag (18. August 2014)
ISBN-13: 978-3813506518
Originaltitel: Non dirmi che hai paura
Preis: 14,99€
auch als E-Book erhältlich

Ein ergreifendes Schicksal – fesselnd erzählt

Manch einer wird sich vielleicht noch an die Olympischen Spiele 2008 in Peking erinnern, an die somalische Läuferin Samia Yusuf Omar, die das Herz der Zuschauer eroberte, obwohl oder gerade weil sie als Letzte durchs Ziel lief und trotzdem unbändig kämpfte. Sie hatte keine Chance gegen ihre gut trainierte, wohl genährte Konkurrenz, aber ein klares Ziel vor Augen, das sie nicht aufgeben ließ.

Samia wurde 1991 im vom Bürgerkrieg gebeutelten Somalia geboren. Schon früh entwickelte sie eine Leidenschaft fürs Laufen. Trotz der ärmlichen Verhältnisse, in denen sie aufwuchs, und ohne echte Trainingsmöglichkeiten, kämpfte sie sich an die Spitze des Landes vor. Sie wurde dabei behindert und bedroht, denn dass muslimische Frauen laufen, wurde nicht toleriert. Doch Samia gab nicht auf. Für ihre Freiheit und ihren Traum, an die Weltspitze zu gelangen und bei den Olympischen Spielen 2012 in London zu gewinnen, verließ sie ihr Land und wagte die Flucht nach Europa. Im April 2012 ertrank sie – wie so viele – im Mittelmeer vor Lampedusa.

Der italienische Journalist Giuseppe Catozzella recherchierte Samias Geschichte. Er sprach mit Menschen, die sie kannten, vor allem mit ihrer Schwester, der die Flucht nach Helsinki gelungen war und mit der Samia auch während ihrer beschwerlichen Reise immer wieder Kontakt hatte. Aus den zusammengetragenen Fakten schuf Catozzella schließlich diesen Roman, in dem er den vielen anonymen Flüchtlingen ein Gesicht und eine Stimme gibt.

Die Erzählung in der Ich-Form aus Samias Perspektive bringt die Lesenden ganz nah an die Protagonistin heran. Man kann ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Wünsche und Hoffnungen, ihre Verzweiflung, ihren Kampfgeist in jedem Wort spüren und sehr leicht nachvollziehen. Die Sprache ist recht einfach und eingängig, die Erzählung unheimlich fesselnd, spannender als mancher Krimi.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Es zeigt Fakten auf, die man sich sonst nicht immer klarmacht. Es schafft Verständnis für die Situation der Flüchtlinge, erzeugt aber auch eine ungeheure Wut. Denn erstens müsste es erst gar nicht so weit kommen und zweitens wäre es gar nicht so schwer zu helfen.

Veröffentlicht am 09.12.2017

Fast mehr Reiseführer als Krimi, aber trotzdem sehr unterhaltsam

Bretonisches Leuchten
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Broschiert: 312 Seiten
Verlag: KiWi-Paperback (27. Juni 2017)
ISBN-13: 978-3462050561
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Fast mehr Reiseführer als Krimi, aber trotzdem sehr unterhaltsam

Dies ...

Broschiert: 312 Seiten
Verlag: KiWi-Paperback (27. Juni 2017)
ISBN-13: 978-3462050561
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Fast mehr Reiseführer als Krimi, aber trotzdem sehr unterhaltsam

Dies ist der 6. Band der Reihe um Commissaire Georges Dupin, den es aus Paris in den Süden der Bretagne, nach Concarneau, verschlagen hat. Man muss aber keine Vorkenntnisse haben, um der Handlung folgen zu können.

Inhalt:
Dupin und seine Freundin Claire müssen mal dringend ausspannen. Kurzerhand reisen sie in den Norden der Bretagne, um in Trégastel am Strand zwei erholsame Wochen zu verbringen. Doch für Dupin ist das Nichtstun reines Gift.

Da kommt es in dem beschaulichen Örtchen zu allerlei Vorkommnissen: Eine Heiligenstatue wird gestohlen, eine Abgeordnete wird bei einem Anschlag schwer verletzt, ein Gast aus dem Hotel verschwindet spurlos, und eine Leiche wird gefunden. Doch Dupin sind die Hände gebunden. Eigentlich. Es ist nicht seine Zuständigkeit, und Claire und seine Assistentin Nolwenn haben ihm jede ermittlerische Tätigkeit untersagt …

Meine Meinung:
Auch wenn der Kriminalfall bzw. die Fälle an sich nicht so wahnsinnig spannend sind, habe ich mich doch herrlich amüsiert. Dupin greift zu allerlei Tricks und Finten, um Claire abzulenken und hinters Licht zu führen und nebenbei mit Hilfe u.a. des Hotelier-Ehepaars und des Frisörs die Fakten zusammenzutragen.

Da Dupin im Urlaub ist, ist es nicht verwunderlich, dass die Landschaftsbeschreibungen, Hotel- und Restaurantempfehlungen dieses Mal noch üppiger ausfallen als sonst. Schließlich muss er ja mit Claire auch ein bisschen Urlaubsprogramm abspulen und kann nicht nur Verbrecher jagen. Ich fand diese Beschreibungen auf jeden Fall wieder sehr gelungen. Beim Lesen steigt mein Fernweh nach der Bretagne unweigerlich an, bietet aber gleichzeitig auch schon ein wenig Erholung vom Alltag.

Die Reihe:
1. Bretonische Verhältnisse
2. Bretonische Brandung
3. Bretonisches Gold
4. Bretonischer Stolz
5. Bretonische Flut
6. Bretonisches Leuchten

★★★★☆

Veröffentlicht am 07.12.2017

Krönender Abschluss der Reihe

Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab
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Gebundene Ausgabe: 506 Seiten
Verlag: cbj (27. November 2017)
ISBN-13: 978-3570174623
empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: The Empty Grave
Preis. 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Krönender ...

Gebundene Ausgabe: 506 Seiten
Verlag: cbj (27. November 2017)
ISBN-13: 978-3570174623
empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: The Empty Grave
Preis. 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Krönender Abschluss der Reihe

Dies ist der 5. und letzte Band der Reihe Lockwood & Co. Man muss die ersten Bände vielleicht nicht einmal unbedingt gelesen haben, besser ist es aber schon, und es erhöht das Lesevergnügen enorm, wenn man die gesamte Geschichte kennt. Außerdem lohnt sich jeder einzelne Band!

Inhalt:
Wieder haben die Agenten Lockwood & Co. einen gruseligen Fall zu bearbeiten. Aber zuerst gehen sie einem Hinweis nach, wonach in Marissa Fittes’ Grab nicht Marissa Fittes’ Leiche liegen soll. Nur mit Mühe entgehen sie den fiesen Fallen im Mausoleum.

Nebenbei kommen die jungen Agenten der Ursache des Geisterproblems auf die Spur, und auch das Geheimnis um Lockwoods Eltern wird gelüftet. Mehr als einmal geraten Lockwood, Lucy, George, Holly und Quill dabei in höchste Gefahr.

Meine Meinung:
Schon die ersten vier Bände der Reihe sind einfach toll, aber der letzte ist die Krönung. Er ist actionreich, spannend und gruselig wie keiner zuvor. Hier wird nun vieles aufgeklärt, was den Lesern unter den Nägeln brannte, sodass man das Buch am Ende zufrieden zuklappen kann. Auch wenn man genau weiß, dass man Lockwood & Co. sofort vermissen wird. Meinetwegen dürfte die Reihe ruhig noch weitergehen.

Besonders schön fand ich, dass Lockwood, Lucy, George, Holly und Quill nun ein richtig gutes Team sind, das toll zusammenarbeitet und füreinander einsteht. Dabei gibt Jonathan Stroud jeder der Figuren ihre Bühne, wo sie glänzen kann. Seit dem ersten Band haben sich alle unheimlich weiterentwickelt und sind trotzdem noch die Alten.

Auch der Schädel ist natürlich wieder mit von der Partie und sorgt mit seinen sarkastischen und fiesen Kommentaren für Verwirrung bei den Agenten und Lacher bei den Lesern. Manchmal ist er aber auch ganz hilfreich, nur dumm, dass die Agenten vorher nie wissen, wann das ist. Auch wenn ich Lockwood, George und Lucy total ins Herz geschlossen habe, ist mein Favorit doch der Schädel. Ich mag seine knallharten Beobachtungen und seinen trockenen Humor.

Wie schon in den bisherigen Bänden wird aus Lucys Ich-Perspektive erzählt. Strouds Schreibstil begeistert mich, weil er so locker und frisch ist, durchdrungen von Sarkasmus und Humor, sodass man nur so durch die Seiten fliegt und vor Spannung immer wieder die Luft anhält oder sich bei einem Grinsen im Gesicht ertappt.

Für alle, die mit den „geisterlichen Fachbegriffen“ vielleicht noch Probleme haben oder die einfach eine Übersicht haben wollen, gibt es wie gewohnt im Anhang ein Glossar, in dem alles erklärt wird.

Fazit:
„Das grauenvolle Grab“ ist der krönende Abschluss dieser Reihe, spannend, gruselig und humorvoll. Die wichtigsten Fragen werden geklärt, sodass es ein rundes Ende ist.

Die Reihe:
1. Die seufzende Wendeltreppe
2. Der wispernde Schädel
3. Die raunende Maske
4. Das flammende Phantom
5. Das grauenvolle Grab

★★★★★
Herzlichen Dank an cbj und das Bloggerportal, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zuschickten.

Veröffentlicht am 04.12.2017

Tiefsinnig, sentimal und witzig

Sommerfest
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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (16. Februar 2012)
ISBN-13: 978-3462043860
Preis: 19,99€
auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Tiefsinnig, sentimental ...

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (16. Februar 2012)
ISBN-13: 978-3462043860
Preis: 19,99€
auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Tiefsinnig, sentimental und witzig

Inhalt:
Stefan lebt seit vielen Jahren als Schauspieler in München. Als Onkel Herrmann stirbt, muss Stefan zurück nach Bochum, um das geerbte Reihenhäuschen der Familie zu verkaufen. Ein Wochenende hat er Zeit, um den Makler zu sprechen, sich mit einigen Jugendfreunden zu treffen und seine Omma Luise zu sehen, bevor er am Montag wieder bei einem Vorsprechen in München erscheinen muss. Ein Wochenende mit Happening auf der gesperrten Autobahn, mit Sommerfest seines ehemaligen Fußballvereins und einem Wiedersehen mit Charlie, seiner Sandkastenliebe, die ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen will.

Meine Meinung:
In locker-flockiger Manier schreibt Frank Goosen einfach über das Leben und alles, was es lebenswert macht und alles, was einem so dazwischenkommen kann. Ich kenne den Ruhrpott und seine Menschen zwar nicht wirklich, aber Goosens Erzählung wirkt absolut authentisch. Genauso stelle ich mir das vor.

Es macht echt Spaß, über den unsicheren Stefan und seine alten Freunde zu lesen, über Omma Luise, die schon alles Mögliche mitgemacht hat in ihrem Leben. Und man wünscht sich natürlich, dass Stefan und Charlie endlich richtig zusammenkommen. Aber da scheint es noch ein Geheimnis zu geben, von dem alle wissen, nur Stefan nicht. Und Stefan weiß ja auch gar nicht, ob er das überhaupt will, denn es hat ja schon mal nicht funktioniert. Und wenn es nun wieder nicht funktionieren würde, würde ihn das umbringen.

Ich habe mich herrlich amüsiert beim Lesen. Dabei ist die Geschichte aber auch recht tiefsinnig und gefühlvoll und bringt einen so manches Mal zum Nachdenken.

★★★★☆

Veröffentlicht am 02.12.2017

Ein spannendes Abenteuer

His Dark Materials 0: Über den wilden Fluss
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Vorbemerkung:
„Über den wilden Fluss“ ist der Auftaktband einer neuen Trilogie, wobei der 1. Band die Vorgeschichte zu Philip Pullmans Trilogie „His Dark Materials“ („Der goldene Kompass“ usw.) erzählt. ...

Vorbemerkung:
„Über den wilden Fluss“ ist der Auftaktband einer neuen Trilogie, wobei der 1. Band die Vorgeschichte zu Philip Pullmans Trilogie „His Dark Materials“ („Der goldene Kompass“ usw.) erzählt. Man muss „His Dark Materials“ nicht unbedingt kennen, um der Handlung dieses Buches folgen zu können, denn es beginnt ja praktisch bei Null. Man kann aber durchaus die anderen Bücher noch hinterher lesen, denn von deren Geschichte wird hier nichts verraten. Der 2. Band soll dann ca. 20 Jahre später spielen. Hierfür dürfte es dann ratsam sein, „His Dark Materials“ vorher zu lesen.

Inhalt:
Der elfjährige Malcolm lebt mit seinen Eltern nahe Oxford. Er hilft ihnen im Gasthaus, wo er Augen und Ohren offen hält und so allerlei Neuigkeiten erfährt. Nebenbei geht er im benachbarten Kloster den Nonnen zur Hand. Als diese ein Baby in ihre Obhut nehmen, ist Malcolm sofort Feuer und Flamme für das kleine Wesen. Doch bald tauchen verschiedene Männer auf, die sich für das Baby Lyra interessieren, und nicht alle haben gute Absichten. Als es zu einer Katastrophe kommt, muss Malcolm Lyra zusammen mit der fünfzehnjährigen Alice retten. In einer wilden Fahrt geht es auf Malcolms Kanu „La Belle Sauvage“ die Themse hinunter.

Meine Meinung:
Ich habe vor Jahren „His Dark Materials“ sehr gerne gelesen. Die Welt, die Philip Pullman geschaffen hat, hat mich fasziniert mit ihrer Mischung aus spezieller Wissenschaft und einfachem Lebensstil. Auch die Verbindung zwischen Menschen und ihren Dæmonen fand und finde ich immer noch sehr spannend. So war ich hocherfreut, als ich erfuhr, dass Pullman nun auch die Vorgeschichte aufgeschrieben hat. Ich konnte mich dann auch gleich wieder in dieser Welt zurechtfinden, obwohl ich, ehrlich gesagt, kaum noch eine detaillierte Erinnerung hatte.

Malcolm mochte ich auf Anhieb. Er ist ein aufgeweckter, intelligenter und sehr lieber Junge. Man muss ihn einfach gern haben. Alice dagegen ist anfangs recht mürrisch und abweisend. Sie entwickelt sich erst im Lauf des Romans. Aber auch Malcolm entwickelt sich weiter. Es gibt viele Situationen, in denen er schwierige Entscheidungen treffen muss, auch Situationen, bei denen es um Leben und Tod geht. Hier wächst Malcolm regelmäßig über sich selbst hinaus und leistet schier Unmenschliches und erweist sich als äußerst loyal. Den Protagonisten war ich beim Lesen immer ganz nah. Ich hatte ein klares Bild von ihnen und konnte ihre Handlungsweisen immer gut nachvollziehen.

Obwohl die Geschichte insgesamt sehr spannend ist, hat mir der absolute Wow-Effekt gefehlt. Zwischen all den spannenden Szenen gibt es doch auch immer mal wieder die ein oder andere (kurze) Länge. Daneben war mir die Handlung ein bisschen zu geradlinig, obwohl sie auch einige Überraschungen bereithält. Aber da hätte ich mir einfach noch etwas mehr Komplexität gewünscht. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch sehr gerne gelesen und mich in der beschriebenen Welt an Malcolms Seite sehr wohl gefühlt.

Für Fans von „His Dark Materials“ und solche, die es werden wollen, ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen.

Die Trilogie His Dark Materials:
1. Der goldene Kompass
2. Das magische Messer
3. Das Bernstein-Teleskop

Die Trilogie The Book of Dust:
1. Über den wilden Fluss
2. ???
3. ???