Profilbild von Lilli33

Lilli33

Lesejury Star
offline

Lilli33 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lilli33 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2017

Langatmiger Anfang - rasanter Schluss

Verheißung, Der Grenzenlose
0

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423280488
Originaltitel: Den grænseløse
Preis: 19,90€
auch als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch ...

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423280488
Originaltitel: Den grænseløse
Preis: 19,90€
auch als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch erhältlich

Langatmiger Beginn – rasanter Schluss

Inhalt:

Seit 17 Jahren versucht der Polizist Christian Habersaat den Tod einer jungen Frau aufzuklären. Offiziell gilt der Fall als Unfall. Doch Habersaat ist wie besessen, einen Mörder zu finden. Kurz nachdem er das Sonderdezernat Q um Hilfe bittet, ist er tot. Carl Mørck und seinen Assistenten bleibt gar nichts anderes übrig, als die Ermittlungen auf Bornholm zu übernehmen. Bald weisen die Spuren in Richtung einer esoterischen Gemeinschaft.

Meine Meinung:
Von Anfang an habe ich die Romane um den eigenbrötlerischen Kommissar Carl Mørck und seinen unkonventionellen syrischen Assistenten Assad mit Begeisterung gelesen. Auch die patente, aber nicht immer einfach zu handhabende Rose, habe ich ins Herz geschlossen. Mit dem Neuen, Gordon, kann ich leider nicht so viel anfangen. Und leider haben in diesem, dem 6. Band der Reihe, auch die anderen Charaktere viel von ihrem Biss verloren. Es wirkt alles ein bisschen weichgespült. Schade!

Wie gewohnt, erzählt Jussi Adler-Olsen in zwei Handlungssträngen. Der eine – die Ermittlungen des Sonderdezernats Q – spielt natürlich in der Gegenwart, der andere in der Vergangenheit. So weiß man als Leser immer etwas mehr als die Ermittler. Am Anfang des Kapitels findet man immer ein Datum, sodass man sich zwischen den Erzählungen nicht verirrt. Langsam nähern sich die beiden Handlungsfäden einander an, bis sie gegen Ende aufeinandertreffen.

Die Geschichte kommt recht langsam in Fluss, und zwar in beiden Handlungssträngen. So zieht es sich anfangs ein wenig in die Länge. Doch etwa ab der Hälfte ist dann der nötige Schwung erreicht, um Spannung aufkommen zu lassen. Immer wieder geraten Personen in Lebensgefahr, weil sie sich mit dem falschen eingelassen haben. Auch Carl & Co. kommen nicht ungeschoren davon.

Den Täter vorherzusehen, ist schwierig, aber nicht unmöglich, wenn man alle winzigen Details betrachtet. So mag ich das bei einem Krimi bzw. Thriller.

Gut gefallen hat mir außerdem, dass es neue Erkenntnisse im Druckluftnagler-Fall gibt und dass mal wieder etwas in Assads Vergangenheit herumgestochert wird. Viel erfährt man allerdings immer noch nicht. So darf man auf die nächsten Bände gespannt sein.

Die Reihe:
1. Erbarmen
2. Schändung
3. Erlösung
4. Verachtung
5. Erwartung
6. Verheißung
7. Selfies (ET: März 2017)

★★★☆☆

Veröffentlicht am 01.02.2017

Wirklich simple ist anders, aber es schmeckt

Simple
0

Ich muss gestehen, ich hatte mir nach dem Titel und der Beschreibung etwas anderes vorgestellt. Ich hoffte auf schmackhafte Rezepte, die man mit den Grundzutaten, die man sowieso im Haus hat, zubereiten ...

Ich muss gestehen, ich hatte mir nach dem Titel und der Beschreibung etwas anderes vorgestellt. Ich hoffte auf schmackhafte Rezepte, die man mit den Grundzutaten, die man sowieso im Haus hat, zubereiten und durch originelle Kombinationen aufpeppen kann.

Hier wurde ich teilweise enttäuscht. Es gibt zwar viele Rezepte, die wirklich nur gewöhnliche, in fast jedem Dorf erhältliche Zutaten verwenden, aber oft braucht man eben auch exotischere Dinge, die man vielleicht in London, wo Diana Henry lebt, oder auch in Berlin in einem Supermarkt kaufen kann, aber nicht hier bei uns in der Kleinstadt. Doch sogar Diana Henry gibt zu, dass sie manche Zutaten übers Internet bezieht. Was ich hier nicht im Supermarkt bekommen kann, sind zum Beispiel Grantatapfelmelasse, Nduja, Edamame-Bohnen und Mooli. Auch bei ungespritzten Rosenblättern habe ich Probleme, sie zu finden. Teilweise schlägt Diana Henry leichter zu beschaffende Ersatzzutaten vor, aber eben nicht bei allen Rezepten.

Doch nicht nur manche Zutaten fehlen mir, sondern auch manches Küchenutensil. So werden eine eiserne Pfanne von 30cm Durchmesser empfohlen, Bräter in verschiedenen Größen (weil das Fleisch genau reinpassen soll), Springformen von 20 und 23cm. Sicher kann man hier etwas variieren, aber die Zubereitung ist eben genau auf diese Größen abgestimmt. Um davon abzuweichen, braucht es dann doch etwas Kocherfahrung und es ist nicht mehr ganz so simple.

Etwas ärgerlich, aber nicht ganz so schlimm ist, dass leider nicht alle Rezepte bebildert bzw. manchmal nur die Zutaten auf den Fotos zu sehen sind. Ich bin immer daran interessiert, zu sehen, welches Endergebnis ich erwarten kann, und lasse mich gerne von ansprechenden Fotos inspirieren bzw. mir Appetit machen.

Außerdem vermisse ich eine Angabe der Zubereitungszeit und eventuell der Nährwerte. Die Gesamtzubereitungszeiten muss man sich erst mühsam durch Addition der einzelnen Abschnitte aus der Anleitung selbst errechnen. Die meisten Gerichte benötigen zwar nur wenige Handgriffe und können daher schon simple genannt werden. Die gesamte Zubereitungszeit ist manchmal aber doch recht lang, weil eine (stunden)lange Garzeit (meist im Ofen) gefordert wird, wobei zwischendurch dann auch immer wieder Kleinigkeiten zu erledigen sind wie das Angießen von Flüssigkeit oder die Zugabe weiterer Bestandteile, sodass man in der Zwischenzeit nicht einfach etwas ganz anderes machen kann.

Doch nun zum Positiven. Das Kochbuch beinhaltet eine bunte Vielfalt einfacher und auch etwas aufwändigerer Gerichte aus aller Herren Länder. Die Rezepte sind geordnet nach Kapiteln (Eier, Salate, Toast, Hülsenfrüchte, Pasta & Getreide, Fisch, Ofengerichte, Koteletts & Würste, Hähnchen, Gemüse, Fruchtige Desserts und Andere Süßspeisen). Im Anhang befindet sich ein Rezept- und ein Zutatenregister, sodass man schnell das Gesuchte finden kann.

Die Zubereitungsanleitungen sind sehr gut verständlich und meistens auch für Anfänger geeignet. Bei einigen wenigen Rezepten braucht man etwas Kocherfahrung, um zum Beispiel den richtigen Garpunkt zu erkennen oder Ähnliches. Ich habe noch nicht alle, aber doch schon einige der Rezepte nachgekocht, von denen alle ganz wunderbar funktioniert haben. Auch der Geschmack war wirklich gut. Es wird oft sehr kräftig gewürzt und auch viel mit Knoblauch gearbeitet.

Fazit:
Ganz so simple, wie der Titel und die Beschreibung es vermuten lassen, ist dieses Kochbuch nicht, da einiges an Küchengerät, aber auch an exotischen Zutaten vorausgesetzt wird. Aber ansonsten sind die Rezepte einfach nachzukochen. Alle, die ich bisher ausprobiert habe, sind einwandfrei gelungen und konnten mich auch geschmacklich absolut überzeugen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 31.01.2017

Eine köstlich amüsante Lektüre

Die störrische Braut
0

Eine köstlich amüsante Lektüre

Im Rahmen eines Shakespeare-Projekts erscheinen im Knaus Verlag 2017 und 2018 einige Adaptionen von Shakespeares Werken, verfasst von weltweit bekannten Autoren. „Die störrische ...

Eine köstlich amüsante Lektüre

Im Rahmen eines Shakespeare-Projekts erscheinen im Knaus Verlag 2017 und 2018 einige Adaptionen von Shakespeares Werken, verfasst von weltweit bekannten Autoren. „Die störrische Braut“ basiert dabei auf „Der Widerspenstigen Zähmung“, ist jedoch nicht einfach eine moderne Nacherzählung, sondern bietet auch eigene Ideen.

Inhalt:
Die 29-jährige Kate Battista schmeißt für ihren verwitweten Vater den Haushalt, kümmert sich um ihre Teenagerschwester Bunny und arbeitet in einer Kindertagesstätte. Für Freizeit und soziale Kontakte bleibt da nicht viel Zeit. Zudem wirkt Kate durch ihr schroffes und direktes Wesen auf andere Menschen recht abweisend. Als ihr Vater sie bittet, seinen russischen wissenschaftlichen Assistenten zu heiraten, damit er eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bekommt, ist Kate alles andere als begeistert …

Meine Meinung:
Selten habe ich mich bei einer Lektüre so amüsiert wie hier. Anne Tyler besitzt ein glückliches Händchen für die Beschreibung ihrer Figuren. Sie erscheinen alle sehr plastisch. Mir schien es beim Lesen tatsächlich so, als würden sie vor meinen Augen ein Theaterstück aufführen, und zwar eine herrliche Komödie. Ich musste einfach immer wieder schmunzeln über Kates absolut trockene und ehrliche Art, über Pjotrs sprachliche Missverständnisse und Bunnys kokettes Wesen.

Zwar ist die Handlung durch Shakespeare im Groben natürlich schon vorgegeben und dadurch nicht wirklich überraschend, die einzelnen Details gehen aber auf das Konto von Anne Tyler und sie konnte damit trotzdem noch einige Wendungen einbauen, die man so nicht vorhersehen kann.

Mir gefiel besonders die Entwicklung von Kate. Anfangs hat sie sich mit ihrem täglichen Trott abgefunden, sieht für sich keine Perspektive und lässt sich im Prinzip nach Strich und Faden ausnutzen. Später erkennt sie die außergewöhnliche Entwicklung der Dinge als große Chance für sich und ergreift sie mit beiden Händen. Eine starke Figur!

Auch der Schreibstil von Anne Tyler kann überzeugen. Mit einer enormen Leichtigkeit und klaren Sprache erzählt sie Kates Geschichte, die vor Wortwitz nur so sprüht.

Fazit:
Mit „Die störrische Braut“ hat Anne Tyler Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ modern aufbereitet und genial verändert. Das Buch vermag zu berühren und auf sehr amüsante Art zu unterhalten. Eine gelungene Hommage an den großen Shakespeare!

★★★★★

Herzlichen Dank an den Knaus Verlag und das Bloggerportal, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zugeschickt haben.

Veröffentlicht am 31.01.2017

Fünf Menschen an einem Wendepunkt ihres Lebens - Kurzgeschichten

Ab morgen wird alles anders
0

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag (30. Jan. 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3446250499
Originaltitel: La Vie en mieux
Preis: 20€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich ...

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag (30. Jan. 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3446250499
Originaltitel: La Vie en mieux
Preis: 20€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Fünf Menschen an einem Wendepunkt ihres Lebens – Kurzgeschichten

Anna Gavalda nimmt hier in fünf kurzen Erzählungen fünf ganz verschiedene Menschen unter die Lupe. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie versuchen, aus einer Sackgasse in ihrem Leben zu entkommen. Drei der Geschichten sind nur wenige Seiten lang, zwischen 25 und 28, zwei sind etwas länger, so um die 100 Seiten.

Kurzgeschichten sind wie Romane natürlich immer Geschmacksache. Gavalda hat hier leider auch nur bei drei der Geschichten inhaltlich meinen Geschmack getroffen. Eine der längeren Geschichten hat mich ziemlich gelangweilt. Leider konnte ich mich hier mit der Protagonistin Mathilde überhaupt nicht anfreunden, was vielleicht auch an der personalen Erzählweise liegt. Bei den Geschichten mit Ich-Erzähler kam ich den Charakteren viel näher. Mathilde war mir aber auch nicht wirklich sympathisch und viele ihrer Handlungsweisen konnte ich nicht nachvollziehen.

Die Protagonisten der anderen vier Geschichten mochte ich dagegen sehr gerne. Sie haben zum Teil etwas Zerbrechliches, Schutzbedürftiges an sich, sodass man sie am liebsten in den Arm nehmen will. Auch viele Nebencharaktere sind einfach klasse. Zum Beispiel der Nachbar, der aus alltäglichen Dingen ein Schauspiel macht, oder der Sechsjährige, der einfach nicht mit der Wahrheit herausrücken will. Sie alle peppen diese Geschichten enorm auf und lassen die Handlung lebendig wirken.

Die Autorin führt uns dabei nicht geradlinig zum Ziel, sondern baut immer wieder Schlenker ein, führt zurück in die Vergangenheit, um dann wieder ins Hier und Jetzt zu springen. Auf diese Weise erhält man trotz der Kürze der Texte ein einigermaßen komplexes Bild der Protagonisten und ihres Hintergrunds.

Neben allem punktet Anna Gavalda mit einem schönen Schreibstil, einer treffenden und manchmal fast poetischen Wortwahl. Außerdem weiß sie durch witzige Einfälle zu überraschen und den Leser zum Schmunzeln und zum Nachdenken zu bringen.

★★★☆☆

Herzlichen Dank an vorablesen und den Carl Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 31.01.2017

Interessante Idee, konnte mich aber nicht ganz überzeugen

Young Elites (Band 1) - Die Gemeinschaft der Dolche
0

Inhalt:
Die 16-jährige Adelina ist durch das Blutfieber gezeichnet – sie ist ein Malfetto, von der Gesellschaft verachtet und gefürchtet. Sie schließt sich der Gemeinschaft der Dolche an, die den König ...

Inhalt:
Die 16-jährige Adelina ist durch das Blutfieber gezeichnet – sie ist ein Malfetto, von der Gesellschaft verachtet und gefürchtet. Sie schließt sich der Gemeinschaft der Dolche an, die den König zu Fall bringen will. Sie sind die Elite – Malfettos mit einer besonderen magischen Fähigkeit.

Meine Meinung:
Ich war von der Legend-Trilogie von Marie Lu absolut begeistert. So war es klar, dass ich auch ihr neues Werk sofort lesen muss. Leider kann es in meinen Augen aber nicht mit „Legend“ mithalten. Zwar lässt sich „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ auch sehr schnell lesen und vermag den Leser zu fesseln, ich habe die Geschichte aber nicht als hundertprozentig rund empfunden.

Das fängt schon bei der Protagonistin Adelina an, die sehr sprunghaft wirkt. Dass sie nicht wirklich sympathisch ist, finde ich gar nicht mal so schlimm, obwohl man sich dadurch schwer mit ihr identifizieren kann und auch nicht so mit fiebert, wie ein Protagonist das eigentlich verdient hat. Auch alle anderen Charaktere sind nicht gerade Sympathieträger. Während die einen ziemlich kalt und brutal sind, sind die anderen zumindest sehr undurchsichtig und schwer einzuschätzen. Einige blieben mir auch einfach zu blass, ich konnte sie mir kaum vorstellen. Auch von den Handlungsorten bekam ich kein detailliertes Bild. Hier wären ein paar Worte mehr sehr hilfreich gewesen.

Die Handlung ist in einer Fantasywelt angesiedelt, die dem Venedig der Renaissance nachempfunden ist. Die Inquisition verfolgt hier nicht Hexen, sondern eben Malfettos. Aber auch diese werden auf Scheiterhaufen verbrannt.

Insgesamt war mir die Geschichte zu grausam. Es gibt so viele Tote, die man leichtfertig und mehr oder weniger unreflektiert in Kauf nimmt. Zumindest wird das Bedauern darüber sehr schnell abgehandelt und ist schon bald wieder vergessen. Dummerweise sind die Szenen mit den blutigen Kämpfen die spannendsten. Dabei hätte man aus Adelinas Zwiespälten noch so viel mehr Spannung herausholen können.

Eine kleine Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen. Doch wirkt sie wie auch die übrige Handlung ein bisschen lieb- und gefühllos.

Aufgrund von Marie Lus fesselndem Schreibstil ist das Buch trotz aller Kritikpunkte ein echter Pageturner. Und mit einigen absolut unerwarteten Wendungen auf den letzten Seiten konnte die Autorin mich auch wieder neugierig auf die Fortsetzung machen. „Young Elites. Das Bündnis der Rosen“ soll im Herbst 2017 erscheinen.

Die Trilogie:
1. Die Gemeinschaft der Dolche
2. Das Bündnis der Rosen (Herbst 2017)
3. ???

★★★☆☆